Hi Platinum,
[…] ist mir immer noch
unklar wie man aus einer linearen Abbildung f: V --> W die
entsprechende Matrix bekommt und umgekehrt.
ohne jetzt zu erkennen, wo genau Dein Problem liegt, solltest Du den Zusammenhang zwischen Matrizen und linearen Abbildungen gut verstanden haben. Der ist nämlich von ziemlich zentraler Bedeutung in der Algebra und dementsprechend oft wird in Prüfungen danach gefragt.
Hier nur der Kerngedanke: Wann immer Du eine lineare Abbildung phi: E -> F (E, F Vektorräume, m := dim E, n := dim F) sowie je eine Basis von E und F hast, kannst Du Dir die E-Basisvektoren e[i] (i = 1…m) nacheinander vorknöpfen, sie durch phi jagen, und Dir angucken, welche Bildvektoren phi(e[i]) in F Du erhälst. Diese Bildvektoren sind i. a. natürlich nicht(!) identisch mit den F-Basisvektoren f[k] (i = 1…n), aber immer eindeutig als Linearkombination dieser Basisvektoren darstellbar:
phi(e[i])
= Summe[1…n] („Beitrag“ des k-ten F-Basisvektors zum Bild des i-ten E-Basisvektors) f[k]
Die „Beiträge“ sind doppelindiziert durch i und k („aik“), und es gibt genau n*m Stück von ihnen. Wenn Du sie aufschreibst, tust Du das am zweckmäßigsten einfach in einem zweidimensionalen rechteckigen Schema, und dieses nennt man „Matrix“. Das Coole an der Sache ist, daß die (bei gegebenen festen E- und F-Basen) zu einer linearen Abbildung gehörende Matrix eindeutig bestimmt ist und umgekehrt, d. h. die Matrix und die lineare Abb. sind zueinander isomorph (das gegebenfalls in der Prüfung unbedingt erwähnen!).
Wie die zu einer in der Form
phi: R^3 -> R^3 (Basis = Einheitsbasis), x -> 2.8*x
gegebenen Abbildung zugehörige Matrix aussieht, kann man mit etwas (einfacher) Überlegung herausfinden. Offensichtlich muß das hier die Matrix ((2.8, 0, 0), (0, 2.8, 0), (0, 0, 2.8)) sein.
phi: x -> (1.3*x[1], 4.7*x[2], 0)
führt zur Matrix
((1.3, 0, 0), (0, 4.7, 0), (0, 0, 0)).
phi: x -> (1.3*x[1]-x[3], 4.7*x[2], -x[1])
führt zur Matrix
((1.3, 0, -1), (0, 4.7, 0), (0, 0, -1)) sein.
phi: x -> (1.3*x[1]+5.6*x[2]-x[3], -x[1]+41*x[3], 24*x[1]+x[2])
führt zur Matrix
((1.3, 5.6, -1), (-1, 0, 41), (24, 1, 0)) sein.
Und das allgemeinste
phi: x -> (a[1,1]*x[1]+a[1,2]*x[2]+a[1,3]*x[3],
a[2,1]*x[1]+a[2,2]*x[2]+a[2,3]*x[3],
a[3,1]*x[1]+a[3,2]*x[2]+a[3,3]*x[3])
führt zur Matrix
((a[1,1], a[1,2], a[1,3]),
(a[2,1], a[2,2], a[2,3]),
(a[3,1], a[3,2], a[3,3]))
Wie Du siehst, ist so eine Matrix letztendlich eigentlich nur eine „Aufschreibform“ der zugehörigen linearen Abbildung, aber genau das ist es ja auch, was die Isomorphie-Eigenschaft besagt („Isomorphie“ heißt: Es ist egal, ob Du die Klausur mit schwarzem oder mit blauem Stift schreibst. Weil alle blauen Zeichen zu ihren schwarzen Pendants isomorph sind, gibt es die gleiche Punktzahl).
Mit freundlichem Gruß
Martin