Horizontaler Aufprall

Hallo Physiker!!!

Jetzt bitte nicht lachen, aber ich habe ein Problem, bei dem bei mir irgendwie ein paar Denkzellen blockiert sind…
Ich muss einen Vergleich über die Konstruktionsstandards für Holzverpackungen von zwei Herstellern anstellen. Dort gibt es bei beiden unter anderem eine Angabe über die Stabilität gegenüber einem horizontalen Aufprall.
Standard 1 verlangt, dass die Kiste einer Aufprallgeschwindigkeit von 2,5m/s , Standard 2 einer Belastung von 1,5g standhält. Wie kann ich denn jetzt diese beiden Zahlen ins Verhältnis setzen?!? Ich habe jetzt schon ein paar schlaue Leute in meiner Firma gefragt, aber da konnte mir irgendwie auch keiner weiterhelfen, insofern seid Ihr meine Hoffnung!!!
Vielen Dank für die Mühe!!!

Gruß, Sabine :o)

Hallo,

Standard 1 verlangt, dass die Kiste einer
Aufprallgeschwindigkeit von 2,5m/s ,

Das ist eine konkrete Angabe.

Standard 2 einer Belastung von 1,5g standhält.

Damit kann man gar nix anfangen. Es steht nicht da, an welcher
Steller der Kiste die 2,5g auftreten dürfen.
Ansonsten ist das von der Konstruktion abhängig. Je weicher
und elastischer der Kasten ist, desto gringere Beschleunigungen
treten auf.
Wenn Du mit einem Beschleunigungssensor an verschiedene Stellen
der Kiste messen würdest, kämen sehr unterschiedliche Werte
zu Stande.
Ich vermute, die 2,5g sind nur eine Alibi-Angabe oder Werbeaussage
oder nur Schwachsinn.
Gruß Uwi

Wie kann ich denn jetzt diese
beiden Zahlen ins Verhältnis setzen?!? Ich habe jetzt schon
ein paar schlaue Leute in meiner Firma gefragt, aber da konnte
mir irgendwie auch keiner weiterhelfen, insofern seid Ihr
meine Hoffnung!!!

druck machen
Hallo Sabine!!!

Ich muss einen Vergleich über die Konstruktionsstandards für
Holzverpackungen von zwei Herstellern anstellen.

Für einen Anwender? Wie lange arbeitet ihr mit den beiden Herstellern schon zusammen? Gab es Knatsch?

Dort gibt es bei beiden unter anderem eine Angabe über die Stabilität
gegenüber einem horizontalen Aufprall.
Standard 1 verlangt, dass die Kiste einer
Aufprallgeschwindigkeit von 2,5m/s , Standard 2 einer
Belastung von 1,5g standhält. Wie kann ich denn jetzt diese
beiden Zahlen ins Verhältnis setzen?!?

Wie entstehen die 1,5 Gramm?

Für welchen Raum braucht ihr die Kisten? Was für Zwischenfälle gab es in letzter Zeit? Die Daten, die du da listest, sagen weder was über euren Alltags- noch über den Extrembelastungsbedarf aus, noch wodurch sich eine Zeitnot ergibt oder wie du die sonst abfedern kannst. So losgelöst ist die Forderung ähnlich unsinnig wie die nach einer Schmerzambulanz für´s Uniklinikum.

Gut Holz, grummel.

Aufprall bei Druck von oben
Hallo Sabine

Konstruktionsstandards für Holzverpackungen
von zwei Herstellern

Stabilität gegen horizontalen Aufprall.

Standard 1
Aufprallgeschwindigkeit von 2,5m/s

Standard 2
Belastung von 1,5g

Verhältnis

Ist das für eine Baustelle? Wie ist der Arbeitsablauf? Wie hoch war die Zwischenfallrate in der letzten Zeit? Wie stark streut das Arbeitstempo? Wie sehr vernetzen sich die unterschiedlichen Geschwindigkeiten?

Herzlich,

hi Biggi,

ich musste dir hier einen Stern geben! Dein Artikel war sehr hilfreich dabei, meinen grauen Alltag aufzuhellen!
:wink:))

Gruß
Burkh

Hallo,
Standard 2 gibt einen Beschleunigungswert vor.
Mit „g“ wird (außer für Gramm) auch die Erdbeschleunigung bezeichnet.
Sie beträgt 9,81 m/sec-quadrat.
1,5 g sind also grob gerechnet 15 m/sec-quadrat.

Standard 1 gibt eine (Aufprall-)Geschwindigkeit (von 2,5m/s) vor. Für den Vergleich der (negativen) Brems-Beschleunigung fehlt aber die Angabe, innerhalb wie vieler Millisekunden beim Aufprall von 2,5 auf Null m/s herunterbeschleunigt wird.
Das hängt z.B. von der Nachgiebigkeit des Aufprallobjekts ab.

Wenn dies z.B. innerhalb von 10 Millisekunden geschieht, ist die Aufprallbeschleunigung
2,5 m/sec durch 0,01s = 250 m/sec-quadrat
Wenn dies z.B. innerhalb von 0,1 Sekunden geschieht, ist die Aufprallbeschleunigung
2,5 m/sec durch 0,1s = 25 m/sec-quadrat

Gruß qilo-bit

Hallo qilo-bit,

Wenn dies z.B. innerhalb von 10 Millisekunden geschieht, ist
die Aufprallbeschleunigung
2,5 m/sec durch 0,01s = 250 m/sec-quadrat
Wenn dies z.B. innerhalb von 0,1 Sekunden geschieht, ist die
Aufprallbeschleunigung
2,5 m/sec durch 0,1s = 25 m/sec-quadrat

die Frage nach der Beschleunigungsdauer beim Aufprall hatte ich mir auch gestellt. Dabei habe ich sie wie folgt abgeschätzt: Wenn die Kiste ein massiver Holzblock wäre, so dürfte sich die Stoßwelle mit etwa Schallgeschwindigkeit durch den Block ausbreiten. In Holz beträgt die Schallgeschwindigkeit ca. c=4000m/s. Wenn die Kiste etwa s=1m Kantenlänge hat, so kommt man auf eine Stoßzeit von t=s/c=(1/4000)s, also irgedwas zwischen 0,1 ms und 1 ms. Dies ist erstaunlich kurz! Je nach dem, ob der Stoß vollkommen elastisch, vollkommen inelastisch oder irgendwas dazwischen abläuft, ändert sich die Geschwindigkeit senkrecht zur Wand um 2.5m/s (Kiste kommt zum Stehen) bis um 5m/s (Kiste wird reflektiert). Die Beschleunigung beträgt dann also sage und schreibe zwischen a=(2.5m/s)/(1ms)=2500m/s^2=250*g (lange Stoßzeit, inelastisch) und a=(5m/s)/(0.1ms)=50000m/s^2=5000*g (kurze Stoßzeit, elastisch).

Eine wirkliche Kiste ist aber kein massiver Klotz, sondern besteht vornehmlich aus Seitenflächen, die wiederum aus aus einzelnen Latten bestehen können. Je nach Konstruktion kann der Stoß also auch durch seitliche Ausscherung abgefangen werden, so dass sich dadurch die Stoßzeit verlängern kann. Sofern die Kiste aber den Aufprall heil übersteht, sollte sich die Stoßzeit nicht gar zu sehr verlängern, weil sich die Holzlatten dann nicht zu stark verbiegen dürfen (sonst brechen sie). Rein intuitiv würde ich sagen, dass sich die Stoßzeit der realistischen Kiste nicht um mehr als einen Faktor 10 gegenüber dem massiven Holzklotz verlängert. Also würde ich 10ms als den größten Wert ansetzen. Wenn nun noch die Kiste nach dem Stoß ruht, erhält man eine Beschleunigung von mindestens 250m/s^2=25*g.

Will man nun Standard 1 mit Standard 2 vergleichen, so muss natürlich bekannt sein, wie die Beschleunigung bei Standard 2 zustande kommt. Ich vermute mal durch eine Zentrifuge. Dann wirkt ein gleichmäßiger Druck auf eine der Seitenflächen der Kiste (genau wie beim Aufprall bei Standard 1). Der Unterschied zum Aufprall besteht in der Zeitabhängigkeit der Beschleunigung. Bei Standard 2 (Zenrifuge) ist die Beschleinigung zeitlich konstant, aber beim Aufprall ändert sie sich während der Stoßzeit von Null auf einen Maximalwert. Dieser Maximalwert kann evtl erheblich größer sein als die oben ausgerechneten Mittelwerte. Bei Standard 1 wirken also stärkere Spitzenkräfte, bei Standard 2 wirkt die Kraft hingegen über einer längeren Zeitspanne.

Aber egal wie die Details nun genau aussehen mögen, ich würde die Kiste mit 1.5*g auf keinen Fall verwenden, denn sie würde ja bereits zerbrechen, wenn ich auch nur eine weitere Kiste draufstelle ('ne halbe Kiste würde sie gerade noch so vertragen).

Viele Grüße
Jens

Hallo Uwi,

Ich vermute, die 2,5g sind nur eine Alibi-Angabe oder
Werbeaussage
oder nur Schwachsinn.

meine Vermutung ist ja, dass die Beschleunigung durch eine Kraft bewirkt wird, die gleichmäßig auf einer der Seitenflächen verteilt ist, so dass überall auf der Seitenfläche der gleiche Druck wirkt. Dies könnte man zum Beispiel durch eine Zentrifuge erreichen.

Die Relevanz für die Praxis ist vielleicht stärker als man vermutet. Immerhin macht die Angabe der maximalen Beschleunigung eine Aussage darüber, wie viele leere Kisten übereinandergestapelt werden können, ohne dass die unterste zerberstet. Bei a_max=x*g können nämlich maximal [x] Kisten übereinandergestapelt werden ( [x] soll die Gauß-Klammer bedeuten ). Die Kisten mit a_max=1.5*g sollten also auf keinen Fall gestapelt werden!

Gruß
Jens

Hallo,

Immerhin macht die Angabe der maximalen
Beschleunigung eine Aussage darüber, wie viele leere Kisten
übereinandergestapelt werden können, ohne dass die unterste
zerberstet.

Nein, so einen Zusammenhang kann ich hier absolut nicht sehen.
Es geht nicht um das übereinanderstapeln von Kisten, sondern um
„horizotalen Aufprall“ !
Das ist zwar auch praxisrelevant,nämlich bei Transport, wenn
die Kisten auf der Ladefläche rumrutschen und gegeneinander
oder gegen die Ladewand prallen.
Wo da welche Beschleunigungen aufteten, ist aber eben sehr unklar.

Bei a_max=x*g können nämlich maximal [x] Kisten
übereinandergestapelt werden ( [x] soll die Gauß-Klammer
bedeuten ). Die Kisten mit a_max=1.5*g sollten also auf keinen
Fall gestapelt werden!

Die mit max 2,5g auch nicht!
Gruß Uwi

Hallo

Immerhin macht die Angabe der maximalen
Beschleunigung eine Aussage darüber, wie viele leere Kisten
übereinandergestapelt werden können, ohne dass die unterste
zerberstet.

Nein, so einen Zusammenhang kann ich hier absolut nicht sehen.
Es geht nicht um das übereinanderstapeln von Kisten, sondern
um
„horizotalen Aufprall“ !

ich habe ja auch nicht behauptet, dass der Standard 2 eine Aussage über „horizontalen Aufprall“ macht. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass die Angabe „max. x*g“ nicht unbedingt völliger Humbug zu sein braucht. Man kann ja schließlich daraus ableiten, wieviele Kisten (in Ruhe befindlich) übereinander stehen können.

Das ist zwar auch praxisrelevant,nämlich bei Transport, wenn
die Kisten auf der Ladefläche rumrutschen und gegeneinander
oder gegen die Ladewand prallen.
Wo da welche Beschleunigungen aufteten, ist aber eben sehr
unklar.

womit du natürlich recht hast. Die Angabe 1.5*g ist kaum geeignet, die Auswirkungen beim Rumrutschen in einem LKW zu charakterisieren. (Wenn die Kisten bei der LKW-Fahrt nicht rutschen können, weil sie z.b. eng nebneinander stehen, so kann man anhand der 1.5*g-Angabe immerhin ableiten, wie schnell der LKW um die Kurve fahren darf…).

Bei a_max=x*g können nämlich maximal [x] Kisten
übereinandergestapelt werden ( [x] soll die Gauß-Klammer
bedeuten ). Die Kisten mit a_max=1.5*g sollten also auf keinen
Fall gestapelt werden!

Die mit max 2,5g auch nicht!

Mit „sollten nicht übereinandergestapelt werden“ meinte ich, dass die unterste Kiste bei dieser Konstruktion aufgrund der Gewichtskraft der Kisten kaputt gehen würde. Bei max. 1.5*g hält die Kiste gerade mal ihr Eigengewicht aus (ich meine auf der Erdoberfläche). Das Stapeln 2er Kisten käme einer Beschleunigung der untersten Kiste von 2*g gleich. Wenn die Kisten also 2.5*g aushalten, so dürfen sie immerhin paarweise übereinander gestapelt werden.

Freilich setze ich bei meinen Überlegungen voraus, dass die Stabilität der Kisten horizontal und vertikal dieselbe ist. Falls das nicht so wäre, müsste man bei Standard 2 noch angeben, ob die Kisten in der Zentrifuge (so sie denn tatsächlich in einer solchen getestet werden) aufrecht stehen oder auf der Seite liegen.

Es grüßt
Jens