hallo leute,
in meinem haus zieht wasser vom keller hoch,
nun wollte ich eine horizontalsperre einbringen, hab ich schon mal vor vielen jahren gemacht, da hatte ich aber einen fachmann dabei. Nun wollte ich mangels Geld, dieses alleine tun.
Der Fachmann damals hat alle 10cm Löcher gebohrt und darein kleine Rörchen gesteckt mit Trichtern oben und darein kam dann eine Flüssigkeit. Das wurde so lange nachgefüllt bis das Mauerwerk satt war.
Nun meine Fragen: wie nennt sich die Flüssigkeit und wo kann ich diese beziehen?
wie tief und in welchen Abständen muss ich bohren?
wie oft und wie lang muss ich nachfüllen?
was kostet mich das cirka?
Ich danke allen im Voraus für die fachliche Hilfe.
freundlichen Gruß, Ralf und Anke Seidel 
Moin,
wie nennt sich die Flüssigkeit und wo kann
ich diese beziehen?
bei Westfalia gibt es das Zeug.
http://www3.westfalia.de/shops/werkzeug/abdichten/ve…
ob es funktioniert, kann ich nicht sagen, ich bin aber etwas skeptisch.
Gandalf
Hallo Ralf.
Vor dem euphorischen Einsatz derartiger INjektionssysteme darf ich vor überzogenen Erwartungen warnend mein Wort erheben.
Eine nachträgliche Wand- oder Bodenabdichtung ist ein hoch omplexes Thema.
Werbeaussagen wie
- Einfach, schnell, dauerhaft - alle Feuchtigkeitsprobleme selbst zu meistern.
- Bei leichter Wanddurchfeuchtung genügt das direkte Streichen auf die Wand.
müssen mit großer Skepsis betrachtet werden.
Nicht umsonst gibt es hierfür Fachunternehmen, welche erst einmal den Grad der Durchfeuchtung, aber auch den Versalzungsgrad des Mauerwerks feststellen (müssen).
Bei historischen Bestandsbauten beispielsweise (heißt: lange Standzeit mit dauernd wirkender Nässe, hierdurch sehr langer Transport von Salzen in das Mauerwerksgefüge) muss erst eine Spülung mit klarem Wasser durchgeführt werden, um die Salze wieder zu entfernen, danach geht es an die Trocknung. Und erst danach kann die Horizontalabdichtung im (häufig drucklosen) Injektionsferfahren eingesetzt werden.
Drucklos bedeutet aber auch: zeitaufwändig. Denn das hydrophobe Injektionsmaterial wird nur langsam über kapillare Mechanismen tief ins Mauerwerk geführt und dort verteilt!
Der Fachmann damals hat alle 10cm Löcher gebohrt und darein
kleine Rörchen gesteckt mit Trichtern oben und darein kam dann
eine Flüssigkeit. Das wurde so lange nachgefüllt bis das
Mauerwerk satt war.
Das ist der Mechanismus. Aber rechne Dir bitte einmal aus, wieviele der Tropftrichter Du bei einem Abstand von jeweils 10 cm anbringen musst.
Und letztendlich: Auch ein Fachunternehmen kann keine (schriftliche, damit rechtsverbindliche) Gewähr dafür übernehmen, dass sich der Erfolg der Trockenlegungsmaßnahme auch einstellen wird.
- Baumarktartige Werbeaussagen von Herstellern derartiger Produkte darf man nicht ohne eine gesunde Skepsis kritiklos übernehmen!
- Fachwissen gehört -wie zu allen komplexen Gewerken- immer zu einer Ausführung.
Geld kann man durch Eigenleistung (das ist meine Ansicht) nicht wirklich sparen, doch viel Geld „in den Sand setzen“, wenn kein Fachwissen vorhanden ist und unabdingliche Ausgangsvoraussetzungen für eine Wandtrocknung vor der Ausführung nicht erfüllt wurden!
- Der erwartungsgemäße Erfolg, er kann und wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit bei der von Dir angedachten Vorgehensweise nicht einstellen!
- Reaktionsharze, die für Laienhände aufgrund der notwendigen Injektionstechnik, aber insbesondere aufgrund des problematischen Umgangs nicht geeignet sind, haben im Gegensatz zu den wässrigen Systemen, welche bei dem von Dir favorisierten Verfahren eingesetzt werden, eine wesentlich höhere Erfolgsaussicht.
-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.–.-
In der Hoffnung, Dir einige Gedankenanstöße gegeben zu haben,
Gruß: Klaus
Wasserglas wird seit je her verwendet…
Allerdingsmeine Frage an dieser Stelle: ist bereits sicher festgestellt das es sich um aufstrebende Feuchte handelt oder gibt es vielleicht auch andere Ursachen?
Wo im Mauerwerk ist die Feuchte % am höchsten, aussenseitig mittig oder an der Innenseite?
Das sind drei völlig unterschiedliche Schadensbilder die auch komplett anders angegangen werden müssen.
Hat überhaupt schon jemand Feuchtemessungen durch den Wandquerschnitt gemacht?
Hallo
Ich hatte ein ähnliches Problem, in einer Aussenecke hatte ich Feuchtigkeit.
Damals hab ich einen Gutachter zu Rate gezogen, der mir gesagt hat wie ich die Ecke in den Griff bekomme.
Seit 2 Jahren habe ich nun die Ecke trocken.
Ein Fachmann kann dir sagen ob es aufsteigende Feuchtigkeit ist oder ein anderes Problem vorliegt.
Grüße
Strebenbock
Das wichtigste sind die Fragen von oben von Herrn Heinemann.
Jedoch auch dies ist nicht so einfach wie viele glauben.
Die Feuchte im Querschnitt sagt nichts aus über deren Herkunft.
Entscheidend ist der Anteil von Tauwasser, aber auch hygroskope Feuchte.
Da dies aber alles recht komplex ist und das Messen der Feuchte nicht so einfach ist sollte doch besser ein Sachverständiger dies bewerten.
ich verweise in diesem zusammenhang gerne auf das Buch: „Gesund wohnen in Altbauten“.
Hier sind viele zusammenhänge genau erklärt und zwar so, dass auch ein Laie dies versteht.