Horizontschleicher

Im Sprachgebrauch, den ich kenne, ist „Horizontschleicher“ der Gegensatz zu jmd, der „Stellung bezieht“ und sich so dem Risiko der Kontroverse aussetzt. Eine Metapher also für einen, der sich an der Peripherie (dem Horizont halt) des Geschehens und der Meinungsbildung herumdruckst, indem er vermeidet, aufzufallen. Er vertritt halt die aktuell gängigste Meinung, um nicht vollends „draußen vor“ zu sein, aber ergreift niemals von sich aus eine Initative. Aber als demonstrativ teilnahmslos und uninteressiert möchte er sich halt auch nicht zeigen, denn dadurch würde er ja ebenfalls auffallen.

Bei einem Unfall etwa auf der Straße, wo es gilt, helfend zuzugreifen, steht er hinten in der Zuschauermenge und meint, man solle einen Krankenwagen rufen. Bei den Katholiken kennt man ihn als den, der in der Kirche immer hinten neben der Ausgangstür steht.

Bei heißen Diskussionen beteiligt er sich durch kluge Einwürfe wie z.B. „kommt drauf an“, „man kann es so oder so sehen“, „jedem Tierchen sein Pläsierchen“, „Meinung ist halt Geschmackssache“ oder „man kanns nicht jedem Recht machen“ usw.

Gruß
Metapher