Hallo, ich habe da eine Frage:
Wie ist es, wenn eine Frau in den Wechseljahren keine Hormone nehmen soll, weil ihr Blut zu „Gerinnselbildung“ neigt und sie schon mal deswegen operiert wurde (weil eine Vene im Oberschenkel „verstopft“ war).
Wozu nimmt man in dem Alter eigentlich Hormone? Nur um die Knochen zu stärken?
Wenn ja, dann wären sie doch problemlos durch Calcium-Präparate u.ä. ersetzbar, oder?
Also was tun, wenn sogar schon eine Knochenschwächung im Anfangsstadium festgestellt wurde, sie aber keine Hormone nehmen darf?
Hallo Calm!
Wozu nimmt man in dem Alter eigentlich
Hormone? Nur um die Knochen zu stärken?
U.a. gegen die Wechseljahresbeschwerden, evtl. Trockenheit der Scheide und ja, vor allem für die Knochen.
Wenn ja, dann wären sie doch problemlos
durch Calcium-Präparate u.ä. ersetzbar,
oder?
Durch den eintretenden „Hormonmangel“ fängt ein Knochenabbau an, der allein durch Calcium nicht ausgeglichen werden kann.
Also was tun, wenn sogar schon eine
Knochenschwächung im Anfangsstadium
festgestellt wurde, sie aber keine
Hormone nehmen darf?
Es gibt sehr wirksame Mittel gegen den Knochenabbau, teilweise ist sogar wieder ein Knochenaufbau möglich. Das ist die Stoffgruppe der Bisphosphonate, am besten untersucht ist hierbei „Fosamax“, unbrauchbar „Didronel“. Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig und sehr teuer.
Ich denke, in Deinem Fall, wenn schon ein Knochenabbau festgestellt wurde, wäre das ein geeignetes und notwendiges Mittel. Außerdem natürlich Bewegung, denn durch die Beanspruchung des Knochens wird er auch stärker wiederaufgebaut. Bei schon geschwächten Knochen muß der Arzt befragt werden, wie stark der Knochen belastet werden darf, welche Bewegungen und Sportarten erlaubt sind.
Viel Glück!
die Katz
Danke für deine Antwort, ich weiß auch, daß sie ein teures Medikament kauft, ich werde fragen, welches.
Aber noch mal ganz klar: Am aller Besten ist es, Hormone für die Knochen zu nehmen, aber wenn das nicht möglich ist, dann sind andere Präparate die zweitbeste Lösung. Jetzt hab’ich’s, oder?
Denn ich frage mich, wieso man nicht GLEICH die Präparate nimmt statt Hormone (wenn man sonst die anderen Beschwerden wie Trockenheit usw. nicht hat).
Ich meine, was „fehlt“ der Frau, wenn sie die Hormone nicht nimmt?
Ich hoffe, ich verwirre dich nicht allzu sehr!
Aber noch mal ganz klar: Am aller Besten
ist es, Hormone für die Knochen zu
nehmen, aber wenn das nicht möglich ist,
dann sind andere Präparate die zweitbeste
Lösung. Jetzt hab’ich’s, oder?
Ja, nur daß bei schon nachgewiesenem Knochenschwund in jedem Fall eine zusätzliche Behandlung mit den Bisphosphonaten angezeigt ist. Es kommt aber selten vor, daß der Knochen unter einer Hormonbehandlung schwächer wird.
Denn ich frage mich, wieso man nicht
GLEICH die Präparate nimmt statt Hormone
(wenn man sonst die anderen Beschwerden
wie Trockenheit usw. nicht hat).
Es ist teurer und bei noch nicht nachgewiesenem Knochenschwund nicht unbedingt sinnvoll.
Ich meine, was „fehlt“ der Frau, wenn sie
die Hormone nicht nimmt?
Es fehlt ihr eigentlich nichts, es setzt nur der normale Alterungsprozeß mit seinen Nachteilen ein.
Ich hoffe, ich verwirre dich nicht allzu
sehr!
Das nicht, aber Du hast mich dazu angeregt, nochmal zu diesem Thema nachzulesen. Vielleicht finde ich ja noch mehr dazu.
Tschüß, die Katz
Ok, noch mal danke für die Antwort.
Und jetzt weiß ich es: das teure Medikament heißt „Evista“, soll wohl ein englisches Produkt sein, kennst du nicht, oder?
Aber leider scheinen keine Biphosphonate drin zu sein!
Hallo nochmal!
Evista ist ziemlich neu auf dem deutschen Markt. Es ist ein Estrogen-Rezeptor-Modulator, wirkt im Knochen und beim Fettstoffwechsel wie Estrogen (Hormon), auf die Geschlechtsorgane aber eher gegenteilig. Es ist also eine gute Alternative für Frauen, die z.B. wegen erhöhtem Risiko, Gebärmutter- oder Brustkrebs zu bekommen, keine Hormone nehmen dürfen. Die Wirkung ist allerdings geringer als bei der Hormonersatztherapie.
Wenn der Hormonspiegel nach den Wechseljahren erst einmal abgesunken ist, dauert es auch eine Weile, bis die positiven Wirkungen dieses Medikaments (genau wie die von Bisphosphonaten) meßbar ist. Man rechnet da in Monaten und Jahren.
Günstig ist zusätzlich eine Calcium- und Vitamin D -reiche Ernährung, mindestens 500 mg Calcium zusätzlich pro Tag einnehmen, eventuell auch Vitamin D (bis zu 1000 Einheiten). Bei dem Vitamin würde ich aber auch den Arzt fragen, ehe ich das dauerhaft in größeren Mengen nehme, weil zuviel davon auch Nebenwirkungen hat.
Ich hoffe, Dir hiermit noch weitergeholfen zu haben.
Tschüß, die Katz
Vielen Dnak noch mal, echt nett von dir!
Das ist ja alles höchst interessant, aber irgendwie auch recht kompliziert. Ich hatte mich z.B. gewundert, wieso sie auf einmal doch Hormone nimmt (wie sie von Evista meinte), obwohl sie es gar nicht soll! Aber es „wirkt“ ja nur (teilweise) wie Hormone! Aaaaahhh! Aber jetzt wirklich letzte Frage: Mit diesem Präparat hat man sich sozusagen nur das Gute an Hormonen „rausgepickt“, also die Knochenstärkung. Und dadurch, daß es „kein echtes“ Hormon ist, führt es auch nicht zu „Gerinnsel“-Bildung, oder?
Denn das ist ja eigentlich mein Hauptanliegen gewesen.
Und besten Dank!
Hallo!
Mit diesem
Präparat hat man sich sozusagen nur das
Gute an Hormonen „rausgepickt“, also die
Knochenstärkung.
Na ja, sagen wir statt „das Gute“ „eine etwas zielgerichtetere Wirkung“. Aber: keine Wirkung ohne Nebenwirkung.
Und dadurch, daß es
„kein echtes“ Hormon ist, führt es auch
nicht zu „Gerinnsel“-Bildung, oder?
Denn das ist ja eigentlich mein
Hauptanliegen gewesen.
Ähem, sorry, hatte das Ursprungsposting aus dem Auge verloren. Leider ist es nicht so, Nebenwirkungen sind z.B.: Verstärkung von Wechseljahresbeschwerden, erhöhtes Risiko von Venenthrombosen (Blutgerinnseln), Gewichtszunahme, Beinkrämpfe, Wasseransammlungen im Gewebe. Den Beipackzettel habe ich nicht, da steht bestimmt noch mehr drin.
Dann wären wohl doch Bisphosphonate besser.
Tschüß,
die Katz