Hallo …
Ich bin 36 Jahre alt, wiege ca. 60 kg und bin etwa 1,69 groß. Seit ca. 6 Jahren nehme ich Thyronajod 50, da damals bei mir eine minimale Unterfunktion festgestellt worden ist. Jetzt ist eine erneute Untersuchung gemacht worden und mein HA sagt, ich brauche die Tabletten nicht mehr zu nehmen und kann sie sofort absetzen, das habe ich auch getan. Nun fühle ich mich seit einigen Tagen nicht wohl. Übelkeit und Schlappheit. Damals ist mir das Thyronajod verschrieben worden, weil einhergehend mit der minimalen Unterfunktion auch eine Panikattacken-Problematik bestanden hat. Kann mir jemand die Richtwerte für eine „normale Schilddrüse“ nennen, denn ich würde eher die Tabletten weiternehmen (sie wirken ja auch vorbeugend gegen Schilddrüsen-Erkrankungen /meine ganze Familie ist davon betroffen).
Vielen Dank für die Antwort.
LG Karin
Hallo Karin,
Deine Anfrage verlinkt zum Forum, ich antworte also gleich hier:
Die Funktion der Schilddrüse unterliegt - wie viele Drüsenfunktioonen - einem sensiblen Regelkreis. Steuerdrüse ist die Hypophyse, die u.a. noch für einige weitere Hormondrüsen zuständig ist.
Unterfunktion bzw. Überfunktion der Schilddrüse muss also immer im Zusammenhang mit der Über- bzw. Unterfunktion der Hypophyse betrachtet werden. Deswegen wird neben den Schilddrüsen-Faktoren T3, T4 auch immer das TSH (Thyreoidea-Stimulierendes-Hormon) mit gemessen.
Es gibt dabei einige Varianten:
Schilddrüse…Hypophyse
normal…normal
Unterfunktion…Überfunktion…(Gegensteuerung)
Überfunktion…Unterfunktion…(Gegensteuerung)
Unterfunktion…Unterfunktion…(Hormongabe nötig)
Überfunktion…Überfunktion…(Adenom?)
Zugleich ist Jod ein Co-Faktor, der vorhanden sein muss,
und zwar nicht als eines der fünf radioaktiven Isotope (z.B. 131 I), sondern stabil, nicht strahlend (127 I).
Vor bald 24 Jahren, als der radioaktive Fallout von Tschernobyl über einigen Gebieten von Mitteleuropa ausregnete, gab man dort zumindest den Risikogruppen das nicht radioaktive Jod, um zu verhindern, dass die radioaktiven Isotope (hauptsächlich 131 I) in das Gewebe eingebaut wurden und dort Schaden (Bildung von Krebszellen) anrichten konnten.
Jod wird seit Generationen auch regional dem Kochsalz beigefügt (als iodiertes Salz im Handel), dort, wo das Element nicht ausreichend in der Nahrung zur Verfügung steht.
Jedes Medikament, das entweder an der Schilddrüsenfunktion oder an der Hirnanhangsdrüse ansetzt, verursacht einen Eingriff in den vorhandenen Regelkreis. Wenn man abrupt absetzt, also niocht „ausschleicht“, kann es zu Gegenreaktionen kommen, durchaus so, wie von Dir geschildert.
Deswegen würde ich empfehlen, das Problem noch ein Mal in Ruhe mit dem Arzt zu besprechen.
Jod gegen depressive Verstimmungen ist heute seltener das Mittel der Wahl. Noch dazu, wenn wir gerade derzeit mit saisonal bedingtem Lichtentzug - saisonaler Depression - zu tun haben, die aber auf einem ganz anderen Regelkreis beruht. Hier wärer der Lithiumspiegel zu messen, und evtl. für ein paar Wochen mit einem Medikament wie Quilonorm (retard) unter genauer Aufsicht zu substituieren. Auch hier wäre dann „Ein- und Ausschleichen“ ganz wesentlich, um keine Befindlichkeitsschwankungen zu verursachen.
Aber wie gesagt: das alles ist reine Theorie auf eine theoretische Anfrage, weil wir einander ja nicht kennen.
Alles Gute.
Hallo Karin,
zuersteinmal ist wichtig zu wissen was die Ursache für die Schilddrüsenunterfunktion ist. Denn eine Schilddrüsenunterfunktion an sich ist nicht das Krankheits- sondern das Beschwerdebild.
Das muß deswegen so genau unterschieden werden, da verschiedenen Schilddrüsenerkrankungen eine Unterfunktion machen können. Die Therapieformen und die Therapiedauer richten sich aber nach der Ursache der Schilddrüsenerkrankung.
Bei einer akuten SD-Entzündung z.B. wirst du kurzfristig behandelt mit beispielsweise Antibitoka, Cortison und nach einiger Zeit ist das das wieder weg.
Bei Jodmangelkropf mußt Du Jod zuführen.
Bei Knoten und Adenomen ist die Therapie wieder anders als bei chronischen autoimmunen SD-Erkrankungen.
absetzen, das habe ich auch getan. Nun fühle ich mich seit einigen Tagen nicht wohl. Übelkeit und Schlappheit.
Das kann ein Zeichen dafür sein, das du eben doch Sd-Medikamente benötigst.
Richtwerte für eine „normale Schilddrüse“ nennen,
Ja das kann ich, das Problem ist nur das es sehr häufig ist , das Patienten mit den Werten in der Norm sind , aber bereits Beschwerden haben.
Das liegt zum einen daran das die Spanne der Normwerte ziemlich groß ist, zum anderen daran das es bei autoimmunen Erkrankungen oft am Anfang der Krankheit zuerst die Beschwerden kommen und dann nach und nach erst im Labor die veränderten Werte auftreten.
Dann ist wichtig zu wissen ob der HA nur das TSH abgenommen hat oder alle SD-Werte. Nur der TSH Wert allein , hat nämlich nicht zwingend einen Aussagekraft. Dazu muß TSH freies t4 und freies t3 abgenommen werden, sowie Antikörper falls der Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung der SD liegt.
würde eher die Tabletten weiternehmen (sie wirken ja :auch vorbeugend gegen Schilddrüsen-Erkrankungen
Das stimmt so nicht, wer hat denn das erzählt?
Die einzigen Tabletten die vorbeugend bei einer SD-Erkrankung wirken sind Jodtabletten , ABER NUR DANN wenn es sich um einen Jodmangelkropf handelt. Bei allen anderen SD-Erkrankungen gilt das nicht!
SD-Hormone sind definitiv nicht einzunehmen um Schilddrüsenerkrankungen vorzubeugen.
Das ist ein falsche und sogar gefährliche Information die Du da bekommen hast.
/meine ganze Familie ist davon betroffen).
Wenn es familiär gehäuft ist vermute ich das es sich um eine autoimmune SD- Erkrankung handelt und sollte das der Fall sein, so können SD Hormone nicht einfach mal so abgesetzt werden, weil alles wieder ok ist.
Das sind chronische Krankheiten die in ihrer Ursache nicht heilbar sind, die aber behandelbar und einstellbar sind. Jedoch sollten Sd-Erkrankungen NICHT vom Hausarzt behandelt und therapiert werden, da dieser nicht über die dafür benötigte Fachausbildung verfügt.
Für Stoffwechslerkrankungen zu denen SD-Krankheiten gehören, ist der Endokrinologe zuständig.
Genaue Informationen zu dem Thema Schilddrüsenerkrankungen , Symptome, Diagnostik, Therapie Erfahrungsberichte etc. findest du unter
Normwerte
TSH: 0,3-4,0µU/ml
t4: gesamt: 4,5 - 12 µg/dl
t4 frei: 0,8 - 2,0 ng/dl
t3 gesamt: 70-190 ng/dl
t3 frei: 2, 3- 6,2 pg/ml
UNBEDINGT die Maßeinheiten beachten und evtl. umrechnen.
Bei weiteren Fragen schreiben
Gruß Natascha
Hallo Natascha… Das mit der vorbeugenden Geschichte habe ich im Internet (frag mich nicht mehr wo) gefunden.
Habe morgen früh nochmal einen Termin bei meinem HA um nochmal mit ihr zu sprechen. Irgendwie komisch, nachdem ich dann wieder ne halbe Tablette genommen habe, ging es mir deutlich besser.
Kalte Knoten oder ähnliches habe ich nicht und das Gewebe soll wohl auch normal aussehen. War halt nur die minimale Unterfunktion, weswegen ich die Tabletten bekommen habe und damit gehts mir echt gut. Naja, bin ja mal auf morgen gespannt.
Erstmal ganz vielen, lieben Dank für Deine Antwort
Gruß Karin
Vielen, lieben Dank für Deine ausführliche Antwort. Habe morgen früh nochmal nen Termin bei meinem HA, da ich durch das alles, Werte und so, nicht wirklich durchsteige 
Eins ist aber zum Glück definitiv. Depressionen hab ich nicht, auch nicht jetzt im Winter, von daher muss ich mal sehen , was morgen ist. Habe auf jeden Fall gemerkt, dass ich mich nach ner halben Tablette heute morgen wie ausgewechselt gefühlt habe. Komischer Kram so eine Schilddrüse und was sie so mit einem veranstaltet.
Ich danke Dir nochmal herzlich für Deine schnelle und ausführliche Antwort. Karin
Hallo Karin,
Kalte Knoten oder ähnliches habe ich nicht und das :Gewebe soll wohl auch normal aussehen. War halt nur die minimale Unterfunktion, weswegen ich die Tabletten bekommen habe und damit gehts mir echt gut.
Wie schon gesagt die Ursache der Unterfunktion ist wichtig, danach richtet sich die Therapie und vor allen Dingen die Therapiedauer.
So denn Natascha
nejme auch schilddrüsenhormone, bei absetzten treten symtome vermehrt auf ,nehme sie auch weiterhin