Von Spritzen und Krämpfen und Adrenalin
Hallo,
erstmal vielen DAnk für die vielen tollen Tips.
Hypnose hört sich gut an - ist aber gar nichts für mich, das würde bei mir nicht funktionieren und ich sträube mich auch gegen jede Art von „Kontrollaufgabe“. Und zu wissen, da hypnotisiert mich einer und ich weiß nicht genau, was da um mich rum sonst noch passiert … nee danke …
Eine Vollnarkose für zwei Löchlein bohren ist, glaube ich, nicht so doll - da sind ja die Risiken der Narkose höher als alles wert ist.
Das Verrückte daran ist, ich WEISS ja, dass es nicht lange dauert, dass es eigentlich kaum weh tut - außer der Spritze vielleicht. Die Einstichstelle vereist er zwar vorher auch noch - aber ich merke den Druck, und bis dann das Mittel erst drin ist und dann wieder warten, bis alles pelzig ist … das sind alles Minuten, wo ich am durchdrehen bin.
Gibt es tatsächlich Spritzen ohne Adrenalin? Und funktionierten die - betäubungstechnisch - dann genauso gut?
Ich hatte mir schon vor längerer Zeit ein Buch gekauft „Angst und Panikattacken erfolgreich meistern“, das sehr gut ist. Darin werden auch genau die körperlichen Reaktionen beschrieben und analysiert, was passiert, wenn man eine Attacke bekommt. Da spielt Adrenalin eine ganz große Rolle.
Könnte natürlich sein, dass die Spritze beim Zahnarzt dann das „Kraut noch fett macht“ - denn wenn mein Adrenalinspiegel eh schon auf 180 ist
…
Ich werde den Arzt mal fragen. Und ich werde gleich an der Anmeldung dann an dem Tag sagen, dass „es“ gleich wieder „los geht“ … dann können sie sich gleich mal drauf einstellen.
Sonst hab ich vorher immer nichts gesagt und der Zahnarzt hatte dann „aus heiterem Himmel“ die volle Breitseite meiner Panikattacke mitbekommen. Der Arme war irgendwie total überfordert 
Das Perverse daran ist, man KANN sich selbst NICHT beruhigen! Da verselbständigt sich was, ich weiß nicht, was … und alles Gut-Zureden hilft im akuten Moment null, nix, niente …
Nachdem das eine Riesenpraxis mit zig Zahnärzten ist, wo ich immer hingehe, sollte ich vielleicht vorher mal anrufen, ob sie nicht in der Mannschaft einen haben, der auf Phobiker spezialisiert ist … das wäre doch eine Idee …
Ich hatte es sogar auch schon mal mit den Bachblüten-Notfalltropfen probiert … die helfen super, wenn die Panikattacke (wie z.B. bei mir in der U-Bahn) nicht so doll ist. Aber beim Zahnarzt ist Polen ganz weit offen - da hilft sowas auch nicht mehr.
Valium? Hm, müsste ich mal meinen Hausarzt fragen, was er davon hält …
Hinterher schäm ich mich immer in Grund und Boden, wenn der Zahnarzt fertig ist, weil es TATSÄCHLICH nicht schlimm ist. Ich hatte noch nie richtig dolle SChmerzen, noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Naja, manchmal hat es schon trotz Spritze weh getan, dann hatte er halt nochmal nachgespritzt, weil er sich dann sogar noch gewundert hat, dass mein Körper das Betäubungsmittel offenbar so schnell abbaut. Und wenn er dann ein bisserl länger zum Bohren hat …
Komisch, dass ich trotzdem so eine Panik hab - obwohl ich eigentlich gar nicht weiß, was richtige Schmerzen sind … aber die Phantasie tut ihr übriges …
Und dann das blöde Sitzen in dem Stuhl, Kopf nach hinten gestreckt … ich krieg regelmäßig einen Krampf links und rechts am Ohr, wo das Kiefergelenk „aufgehängt“ ist, von dem blöden Mund-offen-halten-müssen.
Kann man da nicht eine Schiene oder sowas legen, das der Mund „von selbst“ offen bleibt? Denn die Schmerzen aufgrund des Krampfes sind nämlich ziemlich doll - da nutzt auch die Spritze nichts.
Klar macht der Zahnarzt manchmal dann eine Pause, aber zumachen darf ich den Mund trotzdem nicht, sagt er, weil er sonst „von vorne“ anfangen müsste, also wenn er schon am Material reinmachen ist …
Chris