Hort - Fachliche Betreuung?

Hallo, WWW-lers!

Mir ist es in unserem Hort etwas aufgefallen und würde gerne Eure Meinung dazu wissen.

Es gibt ein Kind, das sonst sehr kontakfreudig und beliebt ist, das aber manchmal, aus mir nicht weiter bekannten Gründen, gewalttätig wird. Es greift anderen Kindern nicht an, aber es schmeisst Sachen um sich; schreit an;… Nach einer Weile hört es dann aber wieder auf. Nichts und niemand kommt dabei zu Schäden. Mein Sohn war mehrmals Zeuge (teilweise).

Was mir aber aufgefallen ist, ist daß das Verhalten des Personals sich offenbar nur darauf einschränkt, das Kind in einem anderen Raum zur Beruhigung zu bringen und die Eltern zu bitten, das Kind baldmöglichst abzuholen. Und so bis zum nächsten Anfall.

Meine Frage an Euch ist, ob man von diesem Personal nicht mehr erwarten soll. Sprich: Aufgrund ihr Fachwissen, daß sie etwas professioneller Auftreten und irgendwie so in dieses Muster eingreifen, daß das Kind nicht (mehr) so auffällig wird bzw. dieses Verhalten sich nicht wiederholt.

Was mich sehr wundert ist, daß das Kind sonst wirklich sehr beliebt ist und scheint absolut kein Problem damit zu haben, davor und danach andere Spielkamaraden zu finden (auch mit meinem Sohn z.B.)

Soviel ich weiß, hat das Kind eine sog. „Intakte Familie“ und ist in der Schule völlig unauffällig. Dieses Verhalten scheint nur im Hort aufzutreten.

Vielen Dank und einen schönen Gruß,
Helena

Hallo Helena,

Es gibt ein Kind, das sonst sehr kontakfreudig und beliebt
ist, das aber manchmal, aus mir nicht weiter bekannten
Gründen, gewalttätig wird. Es greift anderen Kindern nicht an,
aber es schmeisst Sachen um sich; schreit an;… Nach einer
Weile hört es dann aber wieder auf.

Könnte eine Krankheit sein, irgendein Anfallsleiden.

Was mir aber aufgefallen ist, ist daß das Verhalten des
Personals sich offenbar nur darauf einschränkt, das Kind in
einem anderen Raum zur Beruhigung zu bringen und die Eltern zu
bitten, das Kind baldmöglichst abzuholen. Und so bis zum
nächsten Anfall.

Vielleicht ist es mit den Eltern so abgesprochen worden.

In der Klasse meines Sohnes war Junge, welcher ständig unruhig war, gerne mal raufte. Was damals außer den Eltern keiner wusste, er war bereits in Behandlung, bekam Medikamente die noch richtig eingestellt werden mussten.
Bei einer Rauferei passierte es dann, er bekam Platzangst und hat meinen Sohn heftig gebissen. Nix gegen eine normale Rauferei, aber das ging mir zu weit. Also bin ich zu den Eltern gefahren, um das zu klären. Erst da rückten sie mit der Sprache raus und erzählten von seiner Krankheit. Am nächsten Tag waren beide Eltern in der Schule, um vor der Klasse und der Lehrerin von diesem Leiden und den damit verbundenen Problemen zu erzählen. Vermutlich taten sie es nicht eher weil sie Hänseleien befürchteten. Dies trat nicht ein.
Dieser Vorfall ereignete sich in der ersten Klasse. Der Junge ist jetzt 16 und geht aufs Gymnasium. Ob er noch Medikamente bekommt weiß ich nicht.

Mir drängt sich der Verdacht auf, dass es sich bei dem von dir geschilderten Kind um einen ähnlichen Fall handelt. Vielleicht befürchten auch diese Eltern Hänseleien, wenn andere die Wahrheit erfahren.
Wie gesagt es ist ein Verdacht.

Gruß

Katl

Hallo Katl,

vielen Dank für Deine Antwort.

Das was du sagst kann durchaus sein, aber in diesem Fall kann ich es nicht so recht glauben, daß dem zutrifft. Ausserdem, soviel ich weiß, war noch nie ein Kind von ihm angegriffen worden.

Wie auch immer, mir ging es dabei NICHT um das Kind und die anderen Gleichaltrigen, sondern um das Verhalten der Erzieherinnen.

Könnte/Sollte man von den Erzieherinnen nicht erwarten, daß sie irgendwie professionell eingreifen? Ist es für pädagogisch ausgebildete Fachkräfte damit getan, einfach das Kind abzusondern und es abholen lassen?

Nochmals, trotzdem vielen Dank und einen schönen Gruß,
Helena

Hallo Helena,

Kinder im Hordalter sind den Tag über in der Schule, haben zum Teil lange Schulwege, machen im Hord Hausaufgaben und haben was weiß ich nicht noch alles an Programm zu bewältigen. Danach gehts vielleicht noch zum Musik- Turn- Yogakurs. Sprich- sie haben einen vollen Terminkalender.

Ab und an müssen sie sich mal Luft machen. Und das tut jeder auf seine Art.

Die Theorie mit dem Anfallsleiden klingt interessant. Wir können aber nur spekulieren, Wir wissen lediglich, was der Junge in diesen 5 Minuten macht. Vielleicht fragt ihr mal einfach die Eltern oder die Erzieher.

Achja, vorsicht mit der Beurteilung der Fachkompetenz der ErziherInnen. Es ist lediglich ein Ausschnitt ihrer Arbeit, 5 Minuten, auf die sich deine Zweifel stützen. Das ist nicht fair.

Wie gesagt, man kennt den Hintergrund der Geschichte nicht.

Gruß
Fabian

Hallo Fabian,
Auch Dir vielen Dank für Deine sehr besonnene und gut überlegte Antwort.

Kinder im Hordalter sind den Tag über in der Schule, haben zum
Teil lange Schulwege,

In diesem Fall ist es nicht so. Grundsätzlich alle Kinder in diesem Hort sind aus demselben Stadtteil und die Schulwege sind allesamt kurz. Bei diesem Kind ist es auf jeden Fall auch so (wir haben eine Liste mit den Kindern und ihre genaue Postadressen). Von der Schule zum Hort laufen sie keine fünf Minuten.

machen im Hord Hausaufgaben und haben
was weiß ich nicht noch alles an Programm zu bewältigen.

Da gebe ich Dir allerdings Recht. Uneingeschränkt.

Danach gehts vielleicht noch zum Musik- Turn- Yogakurs.

Aber dafür verlassen sie den Hort eher.

Sprich- sie haben einen vollen Terminkalender.

Ja, stimmt. Allerdings wenn ich das lese, muß ich an den Schulzeiten, die man hierzulande (ich bin zur Zeit daheim, in Spanien) alle Kinder zu schaffen haben, die ich auch damals 12 Jahre lang mitgemacht habe und so kommt mir unweigerlich ein kleines schüchternes Lächeln…

Ab und an müssen sie sich mal Luft machen. Und das tut jeder
auf seine Art.

Da gebe ich Dir wieder uneingeschränkt Recht.

Die Theorie mit dem Anfallsleiden klingt interessant. Wir
können aber nur spekulieren, Wir wissen lediglich, was der
Junge in diesen 5 Minuten macht. Vielleicht fragt ihr mal
einfach die Eltern oder die Erzieher.

Diese Theorie kann ich nicht so Recht zustimmen. Mir scheint es nicht nach krankhaften Leiden oder Anfällen. Und Erziehern dürfen ja eh nichts sagen (Schweigepflicht). Mit den Eltern zu reden mag ich auch nicht, denn es lies sich nach Verurteilungen, Mahnug oder so etwas…

Achja, vorsicht mit der Beurteilung der Fachkompetenz der
ErziherInnen. Es ist lediglich ein
Ausschnitt ihrer Arbeit, 5 Minuten, auf die
sich deine Zweifel stützen. Das ist nicht fair.

Vielen herzlichen Dank, Fabian, daß Du das so ansprichst. Du hast mir damit einen großen Gefallen getan: Also ich beurteile gar nichts!!! Ich habe nur fragen wollen, ob nicht mehr Fachkompetenz von den Erzieherinnen zu erwarten ist. Und dieses Kindesfall war ein Beispiel dafür. Ich habe von anderen Müttern auch solche Fragen gehört und diese basieren nicht auf das Verhalten dieses Kindes. In der Tat, es wäre nicht fair an die Kompetenz des Personals zu zweifeln nur anhand dieses Beispiel. Die Frage war, ob sie nicht irgendwie verpflichtet sind, einzugreifen, wenn so etwas (oder etwas Ähnliches) im Hort geschieht.

Wie gesagt, man kennt den Hintergrund der Geschichte nicht.

Nein, das ist klar. Aber mir ging es nicht darum. Sondern ob man von den Erzieherinnen nicht ein fachliches Eingreifen erwarten kann.

Nochmals vielen Dank für Deine Antwort und zur Betonung nochmal: Ich unterstelle nichts niemandem. Ich frage nur, ob sie nicht eingreifen und irgendeine Lösung für solche Fälle kennen und entsprechend handeln sollten. (Als Beispiel: Wenn eine Krankenschwester einen Patient tot auffindet -als Extrembeispiel, mit dem die Schwerster bestimmt mal konfrontiert wird- muß sie wissen wie sie sich zu verhalten hat, was zu tun ist und wer informiert werden soll. Das gehört zu ihren Fachwissen und muß sie damit profesionell umgehen können.)

Liebe Grüße und ein wunderschönes 2009,
Helena

OT Frage
Hallo Helena

Sprich- sie haben einen vollen Terminkalender.

Ja, stimmt. Allerdings wenn ich das lese, muß ich an den Schulzeiten, die man hierzulande (ich bin zur Zeit daheim, in

Spanien) alle Kinder zu schaffen haben, …
Wie sind denn die Schulzeiten in Spanien, das würde mich mal interessieren! :smile:

Viele Grüße
Simsy

Hallo Helena,

Hallo Fabian,
Auch Dir vielen Dank für Deine sehr besonnene und gut
überlegte Antwort.

Veräppelst du mich hier?

Sprich- sie haben einen vollen Terminkalender.

Ja, stimmt. Allerdings wenn ich das lese, muß ich an den
Schulzeiten, die man hierzulande (ich bin zur Zeit daheim, in
Spanien) alle Kinder zu schaffen haben, die ich auch damals 12
Jahre lang mitgemacht habe und so kommt mir unweigerlich ein
kleines schüchternes Lächeln…

Jaja, jier zu Lande haben die Kinder weit mehr Schonfrist. Mit drei erst in die Kita, und dann auch nur für 5 Stunden, nicht so wie in Spanien, wo sie mit 4 Monaten 8 Stunden in die krippe kommen. Ist ein Extrembeispiel, aber nicht extrem selten.
Dann in die Schule, mit drei Jahren, von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Ach ja, Spanien hat die längste Schulzeit in Europa, liegt das vielleicht daran, das die Kinder bis zu ZWEIEINHALB STUNDEN Mittagsause am Tag haben?
Zum Glück ändert sich das langsam.

Also ich beurteile
gar nichts!!! Ich habe nur fragen wollen, ob nicht mehr
Fachkompetenz von den Erzieherinnen zu erwarten ist. Und
dieses Kindesfall war ein Beispiel dafür. Ich habe von anderen
Müttern auch solche Fragen gehört und diese basieren nicht auf
das Verhalten dieses Kindes.

Da weißt du mehr als wir und es wäre hilfreich für eine weitere Diskussion, mehr Fakten zu erfahren.

In der Tat, es wäre nicht fair an
die Kompetenz des Personals zu zweifeln nur anhand dieses
Beispiel. Die Frage war, ob sie nicht irgendwie verpflichtet
sind, einzugreifen, wenn so etwas (oder etwas Ähnliches) im
Hort geschieht.

Ich bin sicher sie würden eingreifen, wenn Gefahr für die Kinder bestünde.

Nochmals vielen Dank für Deine Antwort und zur Betonung
nochmal: Ich unterstelle nichts niemandem. Ich frage nur, ob
sie nicht eingreifen und irgendeine Lösung für solche Fälle
kennen und entsprechend handeln sollten. (Als Beispiel: Wenn
eine Krankenschwester einen Patient tot auffindet -als
Extrembeispiel, mit dem die Schwerster bestimmt mal
konfrontiert wird- muß sie wissen wie sie sich zu verhalten
hat, was zu tun ist und wer informiert werden soll. Das gehört
zu ihren Fachwissen und muß sie damit profesionell umgehen
können.)

Ich komme in die Notaufnahme, weil ich mir den Fuß gebrochen habe und sehe einen Mann, der auf einer Liege fixiert ist und sich vor Schmerzen krümmt. Armer Mann denke ich, warum gibt die Schwester ihm denn keine Schmerzmittel? Ist das nicht ihre Pflicht, hier zu helfen?
Sollte sie nicht dazu in der Lage sein?

Liebe Grüße und ein wunderschönes 2009,
Helena

Dir auch und fleißige Reyes
Fabian

Hallo Simsy,

Wie sind denn die Schulzeiten in Spanien, das würde mich mal
interessieren! :smile:

Sie fangen um 9:00 Uhr an und machen durch (mit einer 15-minutigen Pause) bis 13:00 Uhr. Nachmittags geht es um 15:00 Uhr los und bis 17:30 Uhr. Und das täglich von Mo-Fr. Zuzüglich Hausaufgaben, versteht sich.
(Diese Stundenzahl muss landesweit eingehalten werden. Es gibt aber Abweichungen wodurch die Kinder z.B. bis 13:30 Uhr in die Schule bleiben und dafür fangen sie um 15:30 Uhr an oder bleiben nur bis 17:00 Uhr. Da war die spanische Schulbehörde nicht so streng. Hauptsache, wie gesagt, die Gesamt Stundenzahl)

Etwas OT: Ich erinnere mich noch heute, als mein Sohn noch im KiGa war, besuchten wir in Berlin eine Freundin von mir. Sie hat nebst 2 schulpflichtigen Kindern, die zwei Nationalitäten. Sie selber hat spanische Schulen besucht, aber ihre Kindern nur deutsche - sprich sie kennt beide Schulsysteme. Und sie machte sich ein Spaß daraus erst mich, dann meinem Freund darüber aufzuklären, wie es in den jeweils anderen Land so ist. Und auf unsere verdutzten Gesichter könnte sie sich ein Lächeln kaum verkneifen. Jetzt, wo ich selber diese gravierende Unterschiede sehe, verstehe ich sie vollkommen ;o))

Viele Grüße

Dir auch, schöne Grüße,
Helena

Hallo Fabian,

Veräppelst du mich hier?

Nein, ganz sicher nicht. Ich meinte das ganz im Ernst.

Jaja, jier zu Lande haben die Kinder weit mehr Schonfrist. Mit
drei erst in die Kita, und dann auch nur für 5 Stunden, nicht
so wie in Spanien, wo sie mit 4 Monaten 8 Stunden in die
krippe kommen. Ist ein Extrembeispiel, aber nicht extrem
selten.

Wenn ich richtig informiert bin, ist das in den sp. KiGa keineswegs Pflicht. Allerdings wenn man hier Eltern fragt, sind sie idR. froh, daß die Kinder so lange betreut werden, denn nur so können sie offenbar in die Arbeit gehen (so zuindest wird hier immer argumentiert)

Dann in die Schule, mit drei Jahren, von 09:00 Uhr bis 17:00
Uhr.

Das ist leider falsch. Schulpflicht besteht erst ab 6 Jahren. Davor ist es freiwillig und keine Schule. Nur aus den o.g. Gründen wollen fast alle Eltern (neulich habe ich von über 90% der Eltern gelesen), daß ihre Sprosslinge sehr früh woanders, also nicht daheim, betreut werden. Die Schule beginnt hier, wie in Deutschland mit 6, in bestimmten Fällen mit 5, aber nicht früher.

Ach ja, Spanien hat die längste Schulzeit in Europa,

Das glaube ich ohne weiteres.

liegt das vielleicht daran, das die Kinder bis zu ZWEIEINHALB
STUNDEN Mittagsause am Tag haben?

Wieso? Ich sehe kein Zusammenhang zwischen die Mittagspause und die Gesamtstundenzahl… Ich verstehe es wirklich nicht.

Zum Glück ändert sich das langsam.

So wie man hier zu hören bekommt, wenn dann um weitere Stunden betreuen zu lassen und dies nicht zu verkürzen!

Da weißt du mehr als wir und es wäre hilfreich für eine
weitere Diskussion, mehr Fakten zu erfahren.

Da es nicht mein eigenes Kind betrifft, kann ich selber keine weitere Fakten nennen, denn ich kenne sie nicht. Aber ich bezweifle sehr, daß dieses Verhalten auf einer Krankeheit zurückzuführen ist.

Ich bin sicher sie würden eingreifen, wenn Gefahr für die
Kinder bestünde.

Vermutlich ist das ihre Pflicht. Aber bis jetzt haben sie nichts getan ausser das was ich hier geschildert habe. So zumindest habe ich es in Erfahrung gebracht.

Ich komme in die Notaufnahme, weil ich mir den Fuß gebrochen
habe und sehe einen Mann, der auf einer Liege fixiert ist und
sich vor Schmerzen krümmt. Armer Mann denke ich, warum gibt
die Schwester ihm denn keine Schmerzmittel? Ist das nicht ihre
Pflicht, hier zu helfen?

Natürlich ist es das. Allerdings kann sie de Patienten keine Medikamente geben! Und schon gar nicht analgesika. Erstens ist das nicht ihre Aufgabe, sondern die des Arztes. Zweitens aufgrund ihre Ausbildung muss sie nicht wissen welche Medikamente indiziert sind und drittens kennt sie den Patienten überhaupt nicht und weiß nichts von seine derzeitige Medikation, seine mögliche Allergien oder die Neben- und Wechselwirkung von diesen. Oder mit anderen Wörtern: Das ist genauso die Aufgabe einer Krankenschwester, wie die vom Schuster Brot zu backen.

Sollte sie nicht dazu in der Lage sein?

Nein. Sollte sie nicht.

Dir auch und fleißige Reyes

Danke! Bei uns gab es aber „caga tió“ ;o))

Schöne Grüße,
Helena

Hallo,

Könnte/Sollte man von den Erzieherinnen nicht erwarten, daß
sie irgendwie professionell eingreifen? Ist es für pädagogisch
ausgebildete Fachkräfte damit getan, einfach das Kind
abzusondern und es abholen lassen?

Sie greifen doch ein.
Eine „Absonderung“ ist durchaus ein gängiges Erziehungsmittel. Mein kind muss auch öfter mal den Raum verlassen bei unangemessenem Verhalten.
Und vielleicht ist das Vorgehen tatsächlich so mit den Eltern abgesprochen.

Beatrix

2 „Gefällt mir“

Hallo,

Sie greifen doch ein.

Ja, das ist klar. Allerdings wollte ich nur wissen, ob mehr Fachverhalten zu erwarten wäre, als nur das was sie jetzt tun.

Eine „Absonderung“ ist durchaus ein gängiges Erziehungsmittel.

Ich weiß! ;o)) Mein Sohn hat das im KiGa auch des öfteren „geniessen dürfen“! ;o))

Und vielleicht ist das Vorgehen tatsächlich so mit den Eltern
abgesprochen.

Vielleicht. Das weiß ich natürlich nicht. Allerdings, wie gesagt, wollte ich nur wissen, ob sie nicht professioneller eingreifen sollten im Sinne von Maßnahmen ergreifen, die über eine „Wegsperrung“ und Eltern holen hinaus geht, und die sie, aufgrund ihr Studium wissen sollten…

Schöne Grüße,
Helena

Hi Helena

Sie fangen um 9:00 Uhr an und machen durch (mit einer 15-minutigen Pause) bis 13:00 Uhr. Nachmittags geht es um 15:00 Uhr los und bis 17:30 Uhr. Und das täglich von Mo-Fr. Zuzüglich Hausaufgaben, versteht sich.

Das in der Grundschule? Das im Sommer bei der Mittagshitze?
Oder gibt es als Ausgleich sehr lange Ferien, z. B. im Sommer?
Wie sieht es in den höheren Klassen aus?

Können die denn dann hinterher auch viel mehr als in Deutschland? Ich meine jetzt nicht PISA-mäßig, das kann ich ja nachschauen, aber da werden ja nur einige wenige bestimmte Fähigkeiten abgefragt.

Wenn du es noch nicht beurteilen kannst, dann würde mich auch interessieren, was deine Berliner Freundin dazu gesagt hat (wenn sie was gesagt hat).

Viele Grüße
Simsy

Hallo Simsy,

Können die denn dann hinterher auch viel mehr als in
Deutschland?

Das ist eine wirklich sehr gute und sehr berechtigte Frage.

Spanien ist eines der europäischen Lander (wenn nicht sogar das europäische Land) mit der längsten Arbeitszeit und einer der geringsten (wenn nicht sogar die geringste) Produktivität.

Lange Schul- bzw. Arbeitszeiten sind nicht unweigerlich auch gleichbedeutend mit besser, produktiver oder schlauer zu sein.

Laut OCDE ist die Qualität der Erziehung in Spanien „rückgängig“

Dessen ungeachtet hat Spanien ohne Zweifel große naturwissenschaftliche Leistungen erbracht in den letzten Jahren.

Ist kein Angriff, sondern nur so als dritte Meinung gemeint.

Gruß
Fabian

Hi Simsy,

Sie fangen um 9:00 Uhr an und machen durch (mit einer 15-minutigen Pause) bis 13:00 Uhr. Nachmittags geht es um 15:00 Uhr los und bis 17:30 Uhr. Und das täglich von Mo-Fr. Zuzüglich Hausaufgaben, versteht sich.

Das in der Grundschule?

Durchaus. Das geht vom KiGa bis zum Abitur.

Das im Sommer bei der Mittagshitze?

Sommerferien sind bei uns ab ca. 20. Juni bis ca. 12. September. Dazu muß man sagen, daß im Oktober keine Herbstferien gibt; Anfang November gibt es nur einen Tag frei; Winterferien sind unbekannt, Pfingsten war mal schulfrei würde aber nach de Tod unser Diktator abgeschafft. Also alles zusammen gibt es in ca. die gleiche Zahl von Ferientage wie in Deutschland.

Oder gibt es als Ausgleich sehr lange Ferien, z. B. im Sommer?

S.o.

Wie sieht es in den höheren Klassen aus?

Genauso wie oben beschrieben.

Können die denn dann hinterher auch viel mehr als in
Deutschland?

Das kann und will nicht beurteilen.

Wenn du es noch nicht beurteilen kannst, dann würde mich auch
interessieren, was deine Berliner Freundin dazu gesagt hat
(wenn sie was gesagt hat).

Sie hat nichts dazu gesagt, nur eben diese Tatsache festgestellt und uns dann kundgetan. Dabei hat sie sich ein Späßchen erlaubt. Aber as hätte sie dazu sagen sollen?

Schöne Grüße,
Helena

Hallo Simsy und Fabian,

Können die denn dann hinterher auch viel mehr als in
Deutschland?

Das ist eine wirklich sehr gute und sehr berechtigte Frage.

Warum? Weshalb siehst du das so?

Spanien ist eines der europäischen Lander (wenn nicht sogar
das europäische Land) mit der längsten
Arbeitszeit und einer der geringsten (wenn nicht sogar
die geringste) Produktivität.

Ich wüßtesehr gerne welche Quellen Du dazu genomen hast, um diese Aussage zu machen.

Lange Schul- bzw. Arbeitszeiten sind nicht unweigerlich auch
gleichbedeutend mit besser, produktiver oder schlauer zu sein.

Das hat keiner gesagt.

Laut OCDE ist die Qualität der Erziehung in Spanien „rückgängig“

Was ist OCDE? Ist das eine internationale Organisation?

Dessen ungeachtet hat Spanien ohne Zweifel große
naturwissenschaftliche Leistungen erbracht in den letzten
Jahren.

Wie zum Beispiel?

Ist kein Angriff, sondern nur so als dritte Meinung gemeint.

Habe ich auch so verstanden, nur Deine Aussagen finde ich irgendwie sehr rätselhaft im Sinne von fehlenden Quellen… Daher meine Fragen.

Schöne Grüße,
Helena

Hallo!

Ich selbst arbeite als Erzieherin in einem Hort und möchte deshalb gerne antworten.

Zuerst einmal finde ich es schwierig, anhand einer solchen Beschreibung zu „urteilen“ Ich gehe natürlich davon aus, dass die Konsequenzen (Kind isolieren, abholen lassen) mit den Eltern abgesprochen sind und die Erzieherin das nicht ohne Hintergrund geschieht. Ich gehe davon aus, dass sie das Kind eine Konsequenz erleben soll. Sein Verhalten ist so nicht in Ordnung und wenn er sich nicht an Regeln hält, muß er Konsequenzen spüren. Dies kann natürlich eine Isolierung aus der Gruppe bzw auch das Abholen durch die Eltern sein.
Daher beurteile ich das Verhalten durchaus als professionell. Wir haben keine therapeutische Ausbildung. Ich halte das Verhalten des Kindes auf den ersten Blick als „nicht normal“ und ich denke da könnte therapeutische Hilfe (welcher Art auch immer) sinnvoll sein. Aber vielleicht bekommt er die ja schon

Zum Schluss möchte ich noch was anderes anmerken: Man ist im Hort nicht nur für jedes einzelne Kind, sondern auch für die Gesamtgruppe verantwortlich. Deshalb muss man bei seinem Handeln auch das Wohl der Gesamtgruppe im Auge behalten. Ich sehe sehr wohl eine Gefährdung der anderen Kinder, wenn er mit Sachen mit Sachen um sich schmeißt. Andere Kinder müssen ja nicht verletzt werden (kann aber) werden aber auf jeden Fall gestört.
Auch da kann eine Isolierung durchaus sinnvoll sein. Alleine in einem anderen Raum kann er sich vielleicht in Ruhe „austoben“, ohne das die Gefahr besteht, dass andere verletzt oder gestört werden und er hat die Möglichkeit, sich zu beruhigen und wieder „runter zu kommen“

Liebe Grüße!
krabbe

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Hallo Sandra!

Vielen Dank für Deine Antwort! Alles was du sagst sehe ich auch ein und bin natürlich einverstanden. Das ist kein Thema.

Aber gerade eben über dem Stichwort „Konsequenzen spüren lassen“ hatte ich meine Zweifeln. Denn wenn das Kind einfach nur von den andern isolieren wird bis den Eltern kommen, finde ich die Sache lange nicht abgetan. Ich denke, um den wohl aller Kinder, sollte evtl möglich sein, daß die Erzieherinnen eben mehr und vorallem fachlicher damit eingreifen. Denn bis jetzt haben wir Glück gehabt, daß dieses Kind nicht andere angreift, aber wenn er nicht „fachlicher“ Konsequenzen spürt, denke ich einfach, es ist nur eine Frage der Zeit, bis anderen Kindern seine Wut körperlich zu spüren bekommen. Und das sollte mMn. auf jeden Fall verhindert werden. Und da ist es nicht getan wenn das Kind nur von den Eltern abgeholt wird und sonst nichts geschieht.

Aber wie gesagt, mit dem was du sagst bin ich einverstanden. Vielen Dank für Deine Aussage.

Schöne Grüße,
Helena

Hallo Sandra!

Vielen Dank für Deine Antwort!

Bitte - gerne

Aber gerade eben über dem Stichwort „Konsequenzen spüren
lassen“ hatte ich meine Zweifeln. Denn wenn das Kind einfach
nur von den andern isolieren wird bis den Eltern kommen, finde
ich die Sache lange nicht abgetan. Ich denke, um den wohl
aller Kinder, sollte evtl möglich sein, daß die Erzieherinnen
eben mehr und vorallem fachlicher damit eingreifen.

Ja, das kann stimmen. Wie gesagt, dass ist schwer zu beurteilen. Kenne das Kind nicht, weiß nicht, was zwischen Eltern und Erziehern abgesprochen wurde, kenne die Rahmenbedingungen der Einrichtung nicht usw usw. Gehört halt viel dazu, wenn man über sein Vorgehen in bestimmten Fällen zu entscheiden hat.

Lieben Gruß und ein schönes Wochenende!
Sandra