Hallo,
mein Sohn bereitet sich auf eine Klassenarbeit in Religion vor. Eine der möglichen Fragen lautet:
„Wie nennt man das Zeitalter(?) in dem die Hostie von dem Gläubigen in die Hand genommen und sogar zum Verzehr mit nach Hause genommen werden durfte?“
Ich habe davon noch nie etwas gehört und bitte deswegen um Eure Mithilfe.
Viele Grüße aus Stuttgart
Hallo, ich bin mir nicht ganz sicher, aber Hostie ist eine runde, ungesäuerte Weizenmehlscheibe des Abendmahlsbrotes, hervorgegangen aus den ungesäuerten Fladen (Mazza) des jüdischen Paschabrotes. Und wie nennt man das Zeitalter? komische Frage, vielleicht einfach nur Christentum! ich bin mir nicht sicher. Aber was, eine Hostie ist, weißt da ja nun.
Gruß Janine
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Hallo Lutz,
die Praxis der „Handkommunion“ taucht erstmals Ende der sechziger Jahre im deutsch sprachigen Raum auf, nach dem 2. vatikanischen Konzil.
Ich vermute also, daß der Lehrende auf die Antwort „post-konziliar“ erwartet, denn die Frage ist ja im Hinblick auf Kirchengeschichte gestellt.
Im katholischen Polen wird die Handkommunion interessanterweise erst jetzt Thema ist.
"Im Westen führte die Handkommunion zu einem rapiden Verfall der eucharistischen Frömmigkeit und öffnete anhaltenden schweren Mißbräuchen und Sakrilegien Tür und Tor. Die von Papst Johannes Paul II. kürzlich seliggesprochene Mutter Theresa von Kalkutta antwortet auf die Frage, welches das gegenwärtig drückendste Problem der Katholischen Kirche sei: „die Handkommunion“.
http://www.kreuz.net/article.611.html
Viele Grüße
Iris
… oder urkirchlich?
Hallo Iris, Lutz,
die Praxis der „Handkommunion“ taucht erstmals Ende der
sechziger Jahre im deutsch sprachigen Raum auf, nach dem 2.
vatikanischen Konzil.
Hinter das „erstmals“ würde ich ein dickes Fragezeichen setzen.
Die Handkommunion war von der Urkirche bis ins hohe Mittelalter (10./11. Jhdt.) die gängige Praxis, erst danach wurde sie abgeschafft. Durch die Liturgiereformen nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurde sie vorsichtig wieder eingeführt, wobei die Einführung der einzelnen Diözese obliegt.
Mit dem anderen Teil der Frage kann ich allerdings auch nichts wirklich anfangen. Der einzige Sonderfall, der mir dazu einfällt, ist die Krankenkommunion. Diese muss nicht notwendig durch einen Priester gespendet werden.
„Es ist ebenfalls möglich, daß Angehörige nach der Meßfeier für ihre Kranken in einer Burse (Behälter/Tasche für Krankenbesuche) mit Patene (zum Einlegen der Hostie) sowie Korporale und Purifikatorium das eucharistische Brot mitnehmen.“ (Hück, Nicht nur Glockenläuten, ISBN 3786719373 Buch anschauen)
siehe z.B. auch http://www.kath.kirche-ma-vogelstang.de/Sakramente/K…
Ob diese Möglichkeit auch erst seit dem 2. Vaticanum besteht, habe ich leider nicht herausbekommen.
Grüße
Wolfgang
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Hallo,
ich habe mal eine in Kirchenfragn recht bewanderte Freundin um Rat gefragt, hier
die Antwort:
In der Frühzeit des Christentums durften die Gläubigen noch etwas vom
eucharistischen Brot mit nach Hause nehmen, damit sie es im Laufe der Zeit
in Ehrfurcht genießen konnten. Erst im 8. Jahrhundert kam die Sitte auf, die
Eucharistie in einem Nebenraum der Kirche aufzubewahren, um sie für die
Krankenkommunion vorrätig zu haben. Was darüber hinaus übrig blieb, wurde
von den Priestern und Altardienern als „Nachkommunion“ konsumiert. Erst um
1600 scheint sich die Austeilung vorkonsekrierter und aufbewahrter Hostien
langsam durchgesetzt zu haben.
Der Vorschlag „Urchristentum“ oder „frühes Christentum“ erscheint mir daher sehr
sinnvoll 
Gruß
Christian