Das klappt so nicht.
Eine einfache Lösung? Selbst basteln? Da ist stark der Wunsch der Vater des Gedanken.
Für eine durchgängige Beweiskette bräuchte man folgende Tabellendaten:
1- Fritzbox: externe DSL IP Adresse (ändert sich idR alle paar Stunden)
2- Fritzbox: die NAT Tabelle
3- Fritzbox: die DHCP Tabelle
4- Lokaler Switch: die MAC Adresstabelle pro Port, über die Portnummer bekäme man dann das Zimmer des Bösewichtes heraus.
5- Dann müsste man nur noch irgendwo dokumentieren, welcher Rechner welches Gastes welche MAC Adresse hat, und man müsste verhindern, dass der Bösewicht sie - weil er ein vorsichtiger Bösewicht ist - selber durch eine Andere ersetzt, oder - hilfsweise - seine Bösewichtigkeiten über ein schnell angestecktes und gut verstecktes USB/Ethernet Zwischensteckerchen macht. Anders herum: die MAC Adresse wäre auch nicht wasserdicht, weil nur über den umweg der Hardware, die man nicht mehr vorliegen hat, einem gast zuzuordnen.
Schaut man diese widerliche Ausgangssituation aus der Vogelperspektive an, sieht man: selbst wenn man den kompletten Netzwerkverkehr im lokalen Netz mitsniffen würde, bekäme man nur 1-3 heraus. Dazu müsste man allerdings nicht einmal die kompletten Paketdaten aufzeichnen, sondern nur die Paket-Header, und wäre deshalb sogar datenschutzrechtlich m.E. auf der zulässigen Seite.
Problem: die Filterfunktion des Switches, und wenn man einen Hub näme gibt es da prinzipiell keine permanente Zuordnung von MAC Adresse zu Port. Also Switch mit management und Monitoring-Port (–> obere Preisklasse), aber dummerweise fehlt dann immer noch 4-5). 4 könnte man (wackel) eventuell noch aus dem Spanning Tree Protokoll des Switches rauslesen, oder unter der Annahme dass man für größere Bösewichtigkeiten etwas Zeit braucht, was einem die Gelegenheit gäbe, die Port-Konfiguration des Switches anzupollen (SNMP Bridge MIB lesen oder irgendwie seine Management-Software missbrauchen, da bekommt man die MAC Adresse oft ausgeworfen, oder er kann Syslog und loggt das Anstecken eines ports samt MAC Adresse auf einen Syslog Server), und das alles nur um dann aber an 5 endgültig zu scheitern.
Fazit: eine brauchbare Lösung muss mit Ausnahme des DSL Modems die komplette Fritzbox ersetzen. Eigene Kiste mit eigenem DHCP Server + NAT, die ein Protokoll mitschreibt. Dazu braucht das Kistchen auf jeden Fall mehr permanenten Speicher als eine Fritzbox je haben wird. Parallel dazu muss man die Fritzbox entsprechend auf „durchpfeifen“ konfigurieren, ungewiss dass das bei einer Fritzbox überhaupt geht.
Und um die Switch-Port/MAC Problematik zu lösen benötigt man - weil die MAC Adresse nicht wasserdicht ist - eine nachweisbare Verbindung zwischen Box und Gast, unabhägig von der Hardware des Gastes, das geht nur über ein eigenes Authentifiziersystem, wie z.B. ein vom System generiertes Passwort, das nur er kennt. Man müsste es ihm vermutlich gegen Unterschrift in einem versiegelten Kuvert überreichen, sonst könnte er behaupten, ein Hotel-Angestellter habe sich dazwischen gemogelt, was nicht einmal allzu unwahrscheinlich wäre.
So etwas gibt es nicht für lau, und so etwas will von einem Experten aufgebaut und gewartet werden, und das lohnt sich nur, wenn man die erheblichen Kosten auf die Gäste umwälzt, die wiederum nur zum geringen Teil bereit sind, für Internet im Hotel zu bezahlen. Daher findet man meiner bescheidenen Meining nach zwei praktikable Lösungen:
1.) Der Wirt lebt mit dem Risiko, so schlimm wirds nicht werden, und er kann ja versuchen, mit „Security by Obscurity“ die Wahrscheinlichkeit, dass er draufzahlt, zu minimieren, indem er jeden Gast eine Erklärung, dass der sich dieser mit der Protokollierung seiner Verbindung bereit erklärt, unterschreiben lässt, dabei aber verschweigt, dass er das technisch gar nicht kann
2.) man deligiert die Aufgabe an einen Dienstleister (die Telekom hat inzwischen in vielen Hotels ihre teuren, aber ganz gut gewarteten Hotspot Kästchen stehen), aber dann nüzen es nur wenige Gäste, viele sind verärgert wegen der hohen Preise und rechnen das dem „gierigen“ Wirt zu, und man wird, wenn überhaupt, nur geringen Gewinn herausziehen können, den Löwenanteil kassiert (vermutlich) der Dienstleister.
Armin.