How Fortunate the Man with None

wieso wär der tod ein ausweg?
hi!
fand das gedicht nicht schlecht, ich hab mit ritzen zwar keine erfahrungen gemacht, zumindest nicht persönlich (freunde von mir machen es aber)aber das soll ja nichts heißen…
bei deinem text hat sich mir aber eine frage gestellt…
du hast geschrieben das selbstmord ein ausweg wäre aus dieser verfahrenen situation! woher willst du wissen das es nach dem tod nicht genauso weitergeht? es ist eine change 50:50 richtig zu liegen… aber was ist wenn unsere probleme dann dohc noch weiter gehen? ganz davon abgesehen was man seinen freunden und verwandten mit einem selbstmord antut. Was ich mcih bei deinem Text auch gefragt habe bezieht sich zwar eher auf die gesammte gesellschaft als weniger genau auf dich und zwar, wieso meinen leute sich ritzen zu müssen? ok, für manche mag es erleichterung sein, schmerz zu empfinden der den anderen regelrecht fortwäscht, für eine kurze zeit zumindest… aber andere machen es um „cool“ zu wirken. aber wieso? ist die definiton von cool etwa ich muss mich ritzen, muss mir, meinem gesunden körper meiner gesunden psyche schmerzen zufügen, um aus der masse hervorzustechen? es ist doch vollkommen unverständlich, zumindest für mich, das ritzen so zu einer art modeerscheinung geworden ist!denken die meisten denn wirklich, dies wäre nur eine sache die ne woche anhält und dann wieder verschwindet? die narben bleiben doch und für was? für nichts und wieder nciht, nur um für kurze zeit aus der masse aus dem freundeskreis vielleicht hervorzustechen… wärenddessen die menschen die keinen anderen ausweg als ritzen sehen, davon am liebsten loskommen wollen… es ist doch mehr als unverständlich… sollten wir nicht mehr auf andere achten als auf uns? als unseren vorteil immer zu sehen (uns ins rampenlicht durch solche total unpassenden aktionen zu stellen)? das unsere gesellschaft von tag zu tag zunehmend desinteressierter wird was ihre umgebung angeht, lässt sich ja täglich beobachten… siehe die fußgängerzohne wo vielleicht jemand hilfe braucht: die ´Menschen drehen sich im nettesten fall einmal um, um zu gaffen oder irgendwelche unpassenden sprüche zu reißen, wenn sie nicht gar nur an der hilfebenötigenden person vorbeilaufen… nur die wenigsten helfen? wir würden in solch einer lage dohc auch hilfe erwarten uns wünschen, oder? wie soll das denn dann in 50 jahren aussehn? momentan haben wir nur desinteresse, was ist in einem halben jahrhundert? die leute stürmen drauf los und helfen dem, der unrecht tut oder was?

ich weiß, dass ich hier grade etwas ausgeschweift bin und den themenverlauf verändert hab, allerdings sind das wirklich fragen die sich mir gestellt haben als ich deinen text durchgelesen hab…

liebe grüße libertatis amata

Du drückst dich ein wenig wirr aus…
… geht das auch noch ein wenig deutlicher??
erst schreibst du, dass du das nicht verstehts, keine frau abzubekommen, bzw. dass dich das immer total fertig macht, etc.

Dann bekommst du nen nett gemeinten Ratschlag von jemanden der deinen Artikel gelesen hat und du schmeißt alles um oder verstehst es vollkommen falsch…! Es war doch nie die Rede davon, dass du die dort gegebenen Ratschläge alle befolgen musst! Wie schon mal erwähnt von Chris, es ist deine eigene freie Entscheidung! Aber was ich nicht versteh, in deinem ersten Text beklagst du dich doch so über die Liebe oder Nichtliebe, wie man das nun auch immer auslegen möchte sei dem Leser bestimmt, und INDIREKT fragst du nach einer Lösung für dieses Problem! Und die liebe Chris war so frei und hat sich deiner Frage angenommen und dir aus ihrer Erfahrung berichtet, was du nun wiederum irgendwie, wie genau weiß ich nicht, würd mich also über eine Erläuterung von deiner Seite freuen, als Angriff aufgefasst hast. Außerdem hast du in deinem 1. Artikel angedeutet, dass du aus dieser Trauerstimmung raus willst! Und nun plötzlich doch nicht mehr?? Kannst du dich vielleicht mal entscheiden oder hab ich das nun hier vollkommen falsch aufgefasst? Falls ja, so erklär es mir bitte! Und das hat mit Kind der Nacht auch ncihts zu tun! Ich finde triste Fotos ebenso interssant wie fröhliche! Und ich will auch nicht „nur“ glücklcih sein, wo bleibt denn dann da die Freude über das Glück, wenn das schon zur Gewohnheit wird?

Also das ganze noch mal in Kurzfassung:

Ich versteh nicht so ganz wieso du dich da nun so aufregst, jan!
Wenn ich/wir da was falsch aufgefasst haben, dann erklärt es uns bitte, aber nicht nur in Ansätzen, um weiteren Verwechslungen aus dem Weg zu gehen!

Liebe Grüße
Libertatis amata

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hab mich dann über 10 Jahre von

der Welt in eine wunderschöne tiefe Depression zurückgezogen

Hm. So.
Interessant.
Gruß,
Branden

Hallo Jan,

vor einigen Tagen habe ich Dein Ausgangsposting und die Antworten gelesen. Da ich, wie ich bereits geschrieben habe, ein ähnliches Problem habe, gingen mir die Gedanken weiter im Kopf und ich möchte daher ein zweites Mal dazu schreiben.

Es gibt zwei Themen, die ich getrennt behandeln werde, obwohl sie zusammenhängen: Depression und Beziehungen.

Bilder sind gut geeignet, um psychologische Zusammenhänge deutlich zu machen. Deshalb stelle ich ein Bild an den Anfang:

Die Schwerkraft zieht nach unten. Damit wir uns in der Welt bewegen können, müssen wir uns mittels Muskelarbeit gegen diesen Zug nach unten wehren und kommen so in den aufrechten Gang. Dies wird uns meist nicht bewußt, die Koordination der notwendigen Muskelaktivitäten geschieht automatisch, in gesundem Zustand fällt uns der aufrechte Gang leicht. Von Zeit zu Zeit müssen wir trotzdem für einige Stunden der Schwerkraft nachgeben und uns erholen.

Es gibt auch eine Art von „innerer Schwerkraft“, die psychisch nach unten zieht. Sie entspricht all den kleineren und größeren schmerzlichen oder auch nur unangenehmen und ärgerlichen Erlebnissen, die wir alle in wechselndem Ausmaß haben. Wir haben auch hier ziemlich automatische Verhaltensweisen und andere Ressourcen, mit denen wir uns gegen das Hinuntergezogenwerden wehren und in einem aufrechten Gang bleiben können.

Vielen gelingt es aber nicht mehr, sich zu wehren. Depression sehe ich als den Zustand eines Menschen, der sich von der „inneren Schwerkraft“ hat herunterziehen lassen, oder dem diese Kraft so zusetzt, daß er nur noch gleichsam gebückt gehen kann. Ein Depressiver hat verminderten inneren Antrieb, man könnte auch sagen, es fehlt an inneren Impulsen. Und er wirkt weniger attraktiv auf andere, wird daher in Ruhe gelassen, es fehlt somit auch an äußeren Impulsen. Der Fluß des Lebens kommt dadurch zum Stehen. Dies ist der Schaden. Gibt es auch irgendeinen Nutzen der Depression? - Vielleicht läßt sie sich als eine Art Schonhaltung verstehen, da sie einem erniedrigten seelischen Energieniveau entspricht.

Die Kultur bietet allerhand Hilfen an, um den aufrechten Gang etwas leichter beibehalten zu können. Kunstwerke verschiedener Art, jeder hat andere Zugänge. Für mich ist es vor allem klassische Musik, und da besonders Mozart oder Bach, an deren Musik ich mich manchmal ein wenig festhalte. Es gibt aber auch Kunst, in der das Fallen oder der Selbstmord zum Thema wird, und die das Fallen oft mit Schönheit darstellt. Das Gedicht in deinem Ausgangsposting gehört dazu, ein anderes Beispiel: Schuberts Winterreise.

Nun die Botschaft, die ich Dir nach all dem vermitteln möchte:

Wehre Dich gegen den inneren Zug nach unten!

Jetzt zum Thema Beziehungen.

Ich denke, Chris hat mit vielem recht, was sie in ihrer Antwort schreibt. Etwas ist darin enthalten, das schwer zu akzeptieren ist für die, die unter dem Alleinsein leiden. Die Aussage, jemand müsse erst lernen, alleine glücklich zu sein, um einen Partner finden zu können.
Wie ist das möglich? - es klingt wie eine quälende Paradoxie.

Jemand, der immer wieder Beziehungen hatte, ist sicherlich nicht beunruhigt, wenn er mal zwischendurch alleine ist. Er weiß aus eigener Lebenserfahrung, daß er vielleicht in einem, vielleicht in drei Monaten wiederum einen Partner kennenlernt, und ist im Moment womöglich sogar froh, mehr Zeit für sich selber zu haben.

Ich war die meiste Zeit alleine, fast immer. Fast immer fühlte ich mich ungeliebt. Deshalb empfinde ich das Alleinsein als wirklich bedrohlich. Gewiß, ich kann mich beschäftigen, mich ein bißchen ablenken, und sogar - auch mit Hilfe von Antidepressiva - ein gewisses Maß an Ausgeglichenheit finden. Aber auf diese Weise glücklich sein??? Wie denn??? Daß ich attraktiver wäre, wenn ich glücklicher wirken könnte, weiß ich, dieses Wissen hilft mir aber nicht.

Ich weiß auch, daß man sich Liebe nicht verdienen kann. Sie geschieht oder eben nicht. Manche bekommen soviel, und können sie vielleicht gar nicht wirklich schätzen.

Ich liebe eine Frau, seit bald zwei Jahren. Sie liebt mich nicht, braucht mich aber als Freund. Sie liebt einen anderen, er sie auch. Eine Beziehung zwischen ihnen scheint trotzdem nicht möglich. Da sie im Leben ziemlich verzweifelt, und suizidgefährdet ist (und dies nehme ich aufgrund meiner Kenntnis ihrer Lebenssituation sehr ernst) bleibe ich für sie ein Freund und versuche mit Willensstärke, indem ich konsequent den Verstand dazwischenschalte, den Schmerz zu ertragen. Es funktioniert meistens gut, heute allerdings, während eines Telefongesprächs mit ihr, hatte ich das Gefühl, beinahe daran zu zerbrechen. Sie jedoch im Stich zu lassen, wäre für mich moralisch nicht vertretbar.

Lösung? Ich weiß keine.

Liebe Grüße,

I.

Ansprüche
Hallo,

naja, manchen ist echt nicht mehr zu helfen …

Deine Theorie sagt, erstmal nach innen gehen, mit sich selbst
eins werden als Vorraussetzung um überhaupt aussen zu wirken,
um attraktiv zu sein.
Für mich ist das zweite Liga.

Na, das sieht man ja, wieviel „Glück“ du mit DER Einstellung hast …

Denn du machst durch den inneren Rückzug nichts anderes als
unbewusst nach aussen zu signalisieren, dass man dich erobern
muss.

MÄNNER-Denke!

Sowas reizt natürlich. Du spielst das Spiel ohne die
Regeln genau zu kennen.

ICH kenne die Regeln sehr genau - ich bin ja nicht eben erst „geschlüpft“. Aber sorry, ich vergass: Männern wollen ja keine Ratschläge haben, man muss ihnen immer das Gefühl geben, dass SIE die Welt „erfunden“ haben :wink:

Du hast doch bestimmt eine menge Freundinnen die immer wieder
sagen „Ich falle immer auf die gleichen Männer rein“ Warum
wohl?

Sorry, solche Frauen kenne ich nicht.
Wer erzählt so einen Schmarrn?
Ich falle auch auf keine Männer rein und auch nicht auf „die gleichen“?
Was sollen „die gleichen“ eigentlich sein?
Aus welchen pseudopsychologischen Büchern hast du denn DEN Unsinn?

Also ich finde es besser innen ein Ritter zu sein und nach
aussen ein A… in den die Frauen sich verlieben. Besser auch
für die Frauen.

Na, dann wollen wir mal sehen, wie weit du mit der abstrusen Theorie kommst.
Auf Frauen, die sich in A… verlieben, kann jeder NORMALE Mann getrost verzichten! Solche Frauen sind nicht das Schwarze unterm Fingernagel wert, dass man ihnen hinterherhechelt oder -trauert.

Genau Männer, mit so einer Einstellung, wie du schreibst.
Auf solche kann ich meilenweit verzichten.

Ich steh auf authentische, selbstständig denkende und fühlende Männer und nicht von BRAVO’s Dr. Sommer und pseudopsychologischer Literatur erzogenen Früchtchen.

Aber ich beanspruche für mich einen Mann, der auf eigenen
Beinen steht, der sich selbst liebt und mit sich selbst
alleine zufrieden leben KANN! Und auch nicht bei Muttern!

Na und hier beschreibst du ja wunderbar was du von einem Mann
erwartest.

Na LOGO!!! Hast du für dich und dein Leben etwa keine Ansprüche?
Du Armer!

Vielen Dank übrigens, dass es kein Clooney sein
muss. (aber fast, gell? :wink:

Siehst du, SO ein KÄSE („aber fast, gell?“) kursiert in kranken Männerhirnen herum!
Habt ihr so wenig Selbstbewusstsein?
Ich hab geschrieben, dass ich KEINEN Clooney brauche, sondern ich hab doch klar und deutlich geschrieben, auf was es mir ankommt, nämlich auf selbstständig denkende und fühlende Männer, keine Muttersöhnchen etc. - du verstehst doch Deutsch, oder?

Du erwartest genau so einen Kerl
wie er nach aussen wirkt, wenn er strategisch vor
geht…Leistungssport…Manipulation.

Ich bin eine Frau mit einigem an Lebens-/Liebeserfahrung und ich weiß, dass ich jeden „Strategen“ aus dem Tempel werfe. Manipulationen von Männern sind von vielen Frauen so simpel zu durchschauen, so schnell schaut ihr gar nicht und fliegt in hohem Bogen aus meinem Leben.
Also eine Denkweise habt ihr … kein Wunder, dass es so „mit der Nachbarin nicht klappt“.

Nein, jeder ist sich selbst der „Prinz“, der sich selbst
retten muss!

Aber das widerspricht doch ganz eklatant deinem Rat, sich
erstmal mit sich selbst ins Reine zu kommen, sich
zurückzuziehen.

Nein, das WIDERSPRICHT dem nicht, das ist das Gleiche in Grün.
Mit sich selbst ins Reine kommen?
Wieso muss da was „unrein“ sein? Hab ich das gesagt? Nein!
Ich hab gesagt, zu seiner inneren Ruhe finden, Zufriedenheit, Glücklichsein ALLEINE lernen.
Nur was man selbst FÜR SICH empfindet und HAT, kann man an einen pot. Partner weitergeben. Was man nicht hat, kann man nicht weitergeben.
Ist doch logisch, oder?

Jedenfalls stimme ich dir zu. Auch strategisch. :wink:
Denn je mehr man kennenlernt, desto höher die Chance dass SIE
dabei ist, desto höher die Chance zu lernen wie man mit Frauen
umgeht.
Leider auch (und das hält viel zurück) desto höher die Chance
Körbe zu bekommen die am Ego kratzen.
Aber: Das ist der erste Strategieschritt: Körbe muss man
sammeln und stapeln auf dem Weg zur Traumfrau.

Oh jeee, die typische Männerdenke! Woher ihr nur den Käse habt …
Also ich steh auf Klasse statt Masse!

Und dann brauchst du nicht mal mehr viel „strategisch“ tun -
Frauen spüren unbewusst, welcher Mann nur eine Show abzieht
und welcher wirklich in sich ruht und sich selbst liebt - oder
nur ein „selbstverliebter“ aber hohler Gockel ist.

Christina, sorry aber da muss ich herzhaft lachen. Frauen sind
sooo vorhersehbar.

Echt? Du machst mir hier mit deinen Worten leider genau das Gegenteil klar, dass DU das jedenfalls nicht heraus hast.

Wenn man mal den Bogen raus hat läuft es
wie von selbst. Übrigens gibts da nicht mal kulturelle
Unterschiede, überall gleich, von der Öko Emanze bis zur Need
for Speed Tussi (um mal die Extreme zu nennen)

Naja, bei mir hättest du jedenfalls auf Granit gebissen. Ich nehme nämlich stark an, dass du nicht die Ausnahme der Welt bist und genauso wie alle anderen ausstrahlst, was dein Weltbild ist … und das ist von meinem so weit weg, wie die Sonne zur Erde.

Bei vielen Frauen, die einigermaßen Grips im Hirn haben, wirst du NIE einen „Bogen“ raushaben … probiers aus!

Sorry, ich meinte natürlich ERWACHSENE Frauen. Denn das junge Hühner da noch treudoof drauf reinfallen, ist klar.

Aber ich denke, es tut erstmal not, erwachsen zu werden, und dazu gehört auch eine gehörig erwachsene Portion zu DENKEN und zu HANDELN.

Chris

Hallo Idomeneo,

Vielen gelingt es aber nicht mehr, sich zu wehren. Depression
sehe ich als den Zustand eines Menschen, der sich von der
„inneren Schwerkraft“ hat herunterziehen lassen, oder dem
diese Kraft so zusetzt, daß er nur noch gleichsam gebückt
gehen kann. Ein Depressiver hat verminderten inneren Antrieb,
man könnte auch sagen, es fehlt an inneren Impulsen. Und er
wirkt weniger attraktiv auf andere, wird daher in Ruhe
gelassen, es fehlt somit auch an äußeren Impulsen. Der Fluß
des Lebens kommt dadurch zum Stehen. Dies ist der Schaden.
Gibt es auch irgendeinen Nutzen der Depression? - Vielleicht
läßt sie sich als eine Art Schonhaltung verstehen, da sie
einem erniedrigten seelischen Energieniveau entspricht.

Einige Künstler die ich sehr schätze haben Depressionen, verarbeiten die auch wunderbar - nur manchmal denke ich das die ohne Depri vielleicht noch genialer wären. Ich versuche das in Fotos umzusetzen, aber meist hab ich keinen Antrieb etwas wirklich zu machen. Alles passiert eher im Kopf, ich denke mir dann Bilder aus - zeichne ein wenig, bin da nicht gut aber es hilft mir. Im Augenblick hab ich eine Freundin der ich Briefe schreiben kann, das kann ich dann ganz gut und mir hilft das meine Probleme zu erkennen. Ich versuche es so wie Ralf zu machen, die Kräfte in sinnvolle Richtungen zu lenken und etwas für mich zu schaffen. Musik, Kunst allgemein - muss nicht unbedingt was sinnvolles bei raus kommen hauptsache es macht Spass :wink:

Die Kultur bietet allerhand Hilfen an, um den aufrechten Gang
etwas leichter beibehalten zu können. Kunstwerke verschiedener
Art, jeder hat andere Zugänge. Für mich ist es vor allem
klassische Musik, und da besonders Mozart oder Bach, an deren
Musik ich mich manchmal ein wenig festhalte. Es gibt aber auch
Kunst, in der das Fallen oder der Selbstmord zum Thema wird,
und die das Fallen oft mit Schönheit darstellt. Das Gedicht in
deinem Ausgangsposting gehört dazu, ein anderes Beispiel:
Schuberts Winterreise.

Ja die mag ich auch sehr, im letzten Jahr hab ich mich endlich mal ein wenig mehr mit klassischer Musik beschäftigt. Musik ist der Ort wo ich mich frei fühle und da entdecke ich gerne neue Welten. Mit der „alten“ klassichen Musik kann ich(bis auf ein paar Ausnahmen) immer noch relativ wenig anfangen, aber gerade bei den neuen Sachen bin ich total begeistert - also ab Mahler. Henryk Gorecki finde ich genial. Damit kann ich mich dann mal ein halbes Jahr beschäftigen, aber es mit niemanden teilen zu können ist auch nicht so toll. Obwohl ich hab der Freundin mal die Rückert Lieder vorgespielt und sie war begeistert.

Das mit dem Fallen als Schönheit darstellen, ich weiss nicht - mir sind in bestimmten Situationen Sachen als Logisch erschienen die es bei „normaler“ Betrachtung nicht sind - einfach weil die Depression die Wahrnehmung verzerrt. Auch das Lied aus meinem Ausgangsposting zähle ich dazu, das ist die Sicht des Kranken. Ritzen hat ja in dem Fall nichts mit Cool sein wollen zu tun, sondern mehr damit das man sich selbst wieder real spüren will. Ich laufe ab und an durch die Gegend und alles um mich herum ist wie ein Film, nichts berührt mich. Das merke ich und will es nicht, dann hör ich solche Lieder und ich spüre mich wieder ein wenig mehr. Ritzen brauch ich nicht, mir reicht die Vorstellung. Im Prinzip könnte man sich auch mit dem Hammer auf den Daumen hauen, das ist genauso dämlich.

Nun die Botschaft, die ich Dir nach all dem vermitteln möchte:

Wehre Dich gegen den inneren Zug nach unten!

Zumindest versuche ich es.

Jetzt zum Thema Beziehungen.

Ich denke, Chris hat mit vielem recht, was sie in ihrer
Antwort schreibt. Etwas ist darin enthalten, das schwer zu
akzeptieren ist für die, die unter dem Alleinsein leiden. Die
Aussage, jemand müsse erst lernen, alleine glücklich zu sein,
um einen Partner finden zu können.

Für mich klingt das einfach so mechanisch, du bist kaputt - ab mit dir in die Werkstatt und komm erst wieder raus wenn du TÜV hast. Menschen sind aber keine Autos und meine Probleme mit anderen Menschen kann ich nicht lösen indem ich mich zurückziehe. Das kann ich nur, wenn ich unter Menschen gehe und versuche da rauszufinden wo meine Probleme sind, um sie dann angehen zu können. Wäre ja schön wenn ich einfach zum Psychologen gehen könnte „Einmal Depri ausbauen und Ölwechsel bitte!“, aber so einfach funktioniert das leider nicht.

Jemand, der immer wieder Beziehungen hatte, ist sicherlich
nicht beunruhigt, wenn er mal zwischendurch alleine ist. Er
weiß aus eigener Lebenserfahrung, daß er vielleicht in einem,
vielleicht in drei Monaten wiederum einen Partner kennenlernt,
und ist im Moment womöglich sogar froh, mehr Zeit für sich
selber zu haben.

Ich war die meiste Zeit alleine, fast immer. Fast immer fühlte
ich mich ungeliebt. Deshalb empfinde ich das Alleinsein als
wirklich bedrohlich. Gewiß, ich kann mich beschäftigen, mich
ein bißchen ablenken, und sogar - auch mit Hilfe von
Antidepressiva - ein gewisses Maß an Ausgeglichenheit finden.
Aber auf diese Weise glücklich sein??? Wie denn??? Daß ich
attraktiver wäre, wenn ich glücklicher wirken könnte, weiß
ich, dieses Wissen hilft mir aber nicht.

Was ich gelernt habe ist, das ich allein rausgehen muss wenn ich was erleben möchte. Also allein zu Konzerten gehen etc. Früher dachte ich immer allein macht das eh keinen Spass also lass ich es ganz. Es gibt aber auch Sachen die ich allein nicht schaffe, die Freundin war mit mir jetzt ein paarmal in Musikkneipen. Das sind Orte wo ich zwar immer gern hinwollte, allein aber einfach Panik hatte. Weil ich weiss das ich da allein hingehe, allein dasitze und allein gehe. Und weil ich Angst vor Menschenansammlungen habe, diese Angst hatte sie aber auch und ihr hat da auch jemand anders geholfen sie teilweise zu überwinden.

Ich weiß auch, daß man sich Liebe nicht verdienen kann. Sie
geschieht oder eben nicht. Manche bekommen soviel, und können
sie vielleicht gar nicht wirklich schätzen.

Der letzte Gedanke qäult mich auch öfter, ich hab ewig überlegt „was stimmt an mir nicht, was muss ich noch ändern?“ Meine Zwischenbilanz ist, einfach aufhören soetwas zu denken. Sich selbst so annehmen wie man ist, die Freundin hat mir gesagt das sie mich liebt - nur sie liebt jemand andern mehr. Da würde es auch nichts nützen wenn ich dünner wäre oder was weiss ich. Die positiven Seiten überwiegen eigentlich bei der Freundschaft, nur mir fällt es schwer sie zu sehen und anzunehmen. Ich hätte sie auch nie kennen gelernt, wenn ich nicht eine Anzeige bei neu.de geschaltet hätte. Mein Verstand hat mir gesagt es ist sinnlos da zu schreiben, aber mein Gefühl sagte mir das ich einfach etwas machen muss um aus der Einsamkeit raus zu kommen und Leute kennen zu lernen.

Ich liebe eine Frau, seit bald zwei Jahren. Sie liebt mich
nicht, braucht mich aber als Freund. Sie liebt einen anderen,
er sie auch. Eine Beziehung zwischen ihnen scheint trotzdem
nicht möglich. Da sie im Leben ziemlich verzweifelt, und
suizidgefährdet ist (und dies nehme ich aufgrund meiner
Kenntnis ihrer Lebenssituation sehr ernst) bleibe ich für sie
ein Freund und versuche mit Willensstärke, indem ich
konsequent den Verstand dazwischenschalte, den Schmerz zu
ertragen. Es funktioniert meistens gut, heute allerdings,
während eines Telefongesprächs mit ihr, hatte ich das Gefühl,
beinahe daran zu zerbrechen. Sie jedoch im Stich zu lassen,
wäre für mich moralisch nicht vertretbar.

Lösung? Ich weiß keine.

Ich hab mich in diesem Jahr von einer guten Freundin zurück ziehen müssen, einfach weil es mir zuviel wurde. Das hat mich einfach alles zu sehr runtergezogen, ich mag sie ja trotzdem - aber manchmal muss man einfach klare Grenzen ziehen. Wenn ich auch noch ganz unten bin, macht sie das ja noch unglücklicher. Ist eine blöde Sache und ich weiss auch nicht ob das richtig war oder nicht. Eine Patent Lösung gibt es leider nicht.

Liebe Grüsse Jan