Hp / Psych

Hallo zusammen,

ich befinde mich seit Januar bei einem in Deutschland weit verbreiteten Institut in Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie ( Kombistudium ). Ich muss dazu sagen, ich bin absoluter Quereinsteiger, und habe nicht mehr zu bieten als Empathie, und Zuhörerqualitäten.
Ich begann diese Ausbildung auf anraten meiner Hausärztin, ich wäre dafür geeignet, und könne mir ein zweites Standbein aufbauen. Sie würde Klienten an mich weiterreichen, soweit dies möglich ist. Jetzt frage ich mich aber, was ist wenn ich meine Hausärztin aus irgendeinem Grund nicht mehr als Rückendeckung habe, und mich selbst um Klienten umsehen muss!? Ist mit dieser Ausbildung überhaupt noch etwas zu verdienen ( nebenbei ), oder schieße ich jetzt über 3000.- in den Wind ?
Hat jemand Erfahrung mit einer Kombiausbildung, und anschließenden Ausübung ?
Die Schulen malen natürlich alles rosig.

Herzlichen Dank für Eure Unterstützung

Der Peter

Hi Peter

ich befinde mich seit Januar bei einem in Deutschland weit
verbreiteten Institut in Ausbildung zum Heilpraktiker für
Psychotherapie ( Kombistudium ). Ich muss dazu sagen, ich bin
absoluter Quereinsteiger, und habe nicht mehr zu bieten als
Empathie, und Zuhörerqualitäten.

Was vermutlich schon mehr ist als dir diese HP-Ausbildung da mitgeben kann…:wink:

Ist mit dieser Ausbildung überhaupt noch etwas zu verdienen (
nebenbei ), oder schieße ich jetzt über 3000.- in den Wind ?

Da du als Grundstudium ein abgeschlossenes Medizin- oder Psychologie-Studium brauchst und darauf noch eine anerkannte Psychotherapie-Weiterbildung an einem der entspr. Institute abgeschlossen haben musst, bevor du einen Krankenkassen-Patienten behandeln kannst, sieht es nicht so gut aus für dich. Soweit ich weiß, darfst du als Psych.Heilpraktiker nur b e r a t e n und nicht psychotherapieren im eigentlichen Sinne und das ist auch gut so. Die Heilpraktikerpsychotherapie ist imho meistens eine Dünnbrettbohrerei par excellence.
Gruß,
Branden

Herzlichen Dank für die Antwort,

ich weiß leider nicht in welche Richtung ich mich tatsächlich bewegen soll. Meine Interessen liegen auf dem Gebiet: Wie motiviere ich Hilfesuchende, Hilfestellung beim Umgang mit Ängsten, unterstützen bei Schwierigkeiten und Problemen ( Ehe,- Finanz,- Alkoholprobleme,und ähnliches). Nun, Lebenshilfe / Gesundheitsberatung im allgemeinen. Ist etwas schwierig alles in Kurzfassung darzulegen. Ich unterstütze gerne Menschen in schwierigen Situationen, und würde dies gerne,…naja, sagen wir nebenberuflich ausbauen, selbstverständlich ohne den universitären Ausgebildeten in die Quere zu kommen. Natürlich wäre mir eine fundierte Ausbildung nur allzu recht, aber das alles mit 46 Jahren ??? Hat das noch Sinn ? Leider habe ich erst jetzt die Möglichkeit bekommen mein Leben in diese Richtung zu lenken.
Peter

nenn es coaching…
http://de.wikipedia.org/wiki/Coaching

Mir fällt es wie Schuppen von den Augen.
Das kommt hin.
Ganz herzlichen Dank dafür.
Werde gleich mal in diese Richtung weiter recherchieren.

Peter

etwas oT- beraten/psychotherapieren
Lieber vanBranden!

nachdem TAndrija das vor kurzem schon ansprach, interessiert mich das jetzt mal näher.

Soweit ich weiß, darfst du als
Psych.Heilpraktiker nur b e r a t e n und nicht
psychotherapieren im eigentlichen Sinne

wo ist denn da der Unterschied, also inhaltlich meine ich, nicht rechtlich?

Er darf sich natürlich nicht „Psychotherapeut“ nennen, aber dem Psych. HP wird es auch nicht untersagt sein, dass er eine CD ‚Jakobson-Entspannungstraining‘ reinlegt, Reizhierarchien erstellt, und Akrophobiker damit aufn Balkon schickt - oder so.

Die Heilpraktikerpsychotherapie ist imho meistens eine
Dünnbrettbohrerei par excellence.

Das ist natürlich unbestritten.
Was mich am meisten daran nervt, das ist der ideologische Überbau (Naturheil…), dem die meisten ihrem Tun geben müssen, weil sie halt nicht rezeptieren dürfen.
Ein bißchen wie das mit den sauren Trauben :wink:

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _

Hi
Ich war mal auf einer riesigen Coaching-Veranstaltung. Die erfahrene Dozentin sagte, der Schlüssel von Coaches zu Leuten, die gecoacht werden möchten, sei etwa 1:1. Das heißt, für jeden, der gecoacht werden will, steht ein Coach zur Verfügung. Es gibt Coaches, die verdienen am Tag 5000,- Euro , andere eliden Hunger und haben nie einen Job.
Gruß,
Branden

1 „Gefällt mir“

Lieber Candide

wo ist denn da der Unterschied, also inhaltlich meine ich

Gute Frage. Ich kenne mich egentlich weder mit den Inhalten, die Heilpraktiker vermitteln dürfen, aus, noch mit der Finanzierung bzw. Liquidierung.
as darf ein HO liquidieren?
Nun, er muss aufpassen , dass er nicht zuviel nimmt und dass es hilft, sonst wird er selbst liquidiert. :wink:

Was mich am meisten daran nervt, das ist der ideologische
Überbau (Naturheil…), dem die meisten ihrem Tun geben
müssen, weil sie halt nicht rezeptieren dürfen.
Ein bißchen wie das mit den sauren Trauben :wink:

Ja, ich finde auch, es ist ein Pseudo-Beruf. Etwa so wie der Hypnotiseur auf dem Jahrmarkt.
Gruß,
Branden

Lieber vanBranden!

wo ist denn da der Unterschied, also inhaltlich meine ich

Gute Frage.

Schon, gell :wink:

Ich denke, man wird da schwer eine klare Abgrenzung finden können

darf ein HP liquidieren?

privat liquidieren darf er freilich :wink:

Nun, er muss aufpassen , dass er nicht zuviel nimmt und dass
es hilft, sonst wird er selbst liquidiert. :wink:

das HP-Gesetz ist noch aus der NS-Zeit - insofern könnte das schon ungefähr hinkommen :wink:

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _

Zu coachen könnte ich mir sehr gut vorstellen, zumal es wie mir scheint meinen Interessen / Talenten am ehesten entspricht, und der " Beruf " den Anschein hat als sei er nichts mit doppelten Boden, bzw. irgendwie fadenscheinig. Ich möchte mich nicht wirklich in einer " Grauzone " bewegen. Es erscheint mir auch durchaus sinnvoll diesen im Nebenerwerb auszuführen. Jetzt muss ich mich nur noch ein wenig schlau machen wie ich weiter vorgehe.

Danke euch allen noch einmal
Da sehe ich nun endlich Licht, weil irgendwie bin ich mit dem Hp /Psych nicht so ganz zufrieden ( reines Bauchgefühl )

Peter

das HP-Gesetz ist noch aus der NS-Zeit - insofern könnte das
schon ungefähr hinkommen :wink:

Ja, ich erinnere mich… so ungefähr wie der „Muttertag“, stimmts?
Passt auch irgendwie beides gut zusammen…

Jetzt habe ich mich ein wenig über die Ausbildung zum Coach schlau gemacht, und mir wurde ganz anders…ca. 5000 Euro.
Ist den diese Ausbildung wirklich ihr Geld wert ???

LG vom Peter

Jetzt habe ich mich ein wenig über die Ausbildung zum Coach
schlau gemacht, und mir wurde ganz anders…ca. 5000 Euro.
Ist den diese Ausbildung wirklich ihr Geld wert ???

tja, das kann Dir so hier sicher niemand sagen. 1. Wo/bei welcher Einrichtung findet denn diese Ausbildung statt? 2. Welche Inhalte werden vermittelt? 3. In welchem Zeitraum werden diese Inhalte vermittelt?

Ich weiß nicht, mir kommt es ein bisschen so vor, als ob Du unbedingt irgendwas noch neben Deinem Job machen möchtest, für eine FUNDIERTE Ausbildung aber nicht unbedingt viel investieren möchtest (Zeit, Geld, Kraft).

Wie gesagt, es kommt mir so vor.

Sowohl als Coach wie auch als Heilpraktiker oder psychologisch betreuender/beratender Mensch, der das (semi)professionell machen möchte (also nicht nur bei Kaffee und Kuchen für gute Freunde), braucht man fundiertes Wissen oder berufliche Vorkenntnisse (sei es, dass man aus einem med. Beruf kommt oder entsprechend „vorbelastet“ ist wie z.B. ein Lehrer, der nicht mehr unterrichten möchte, aber Schüler/Jugendliche berät/Coaching betreibt im Bereich der Berufsberatung u.ä.).

Deine Beratung/Coaching hat Folgen! Und im schlimmsten Fall Negative… Du trägst in gewisser Weise also auch ein wenig Verantwortung für das, was Du anderen rätst und das bedeutet schon, dass Du eine Menge wissen musst.

Als Quereinsteiger könntest Du z.B. auch in die Betreuung einsteigen. D.h. Du kümmerst Dich um alle Amtsbelange von Bürgern (Alten, Kranken, Kriminellen, Drogenabhängigen etc.) und wirst dafür fallbezogen - aber entsprechend der Vor-/Ausbildung - vergütet.

Und was meinst Du, was so ein Betreuer alles drauf haben muss? Ein Haufen rechtlicher Geschichten kommen da auf einen zu, mal abgesehen von den Themen, die auf den Umgang mit nicht wirklich umgänglichen Menschen (den Klienten) bezogen sind. Da stehst Du mal eben mit 10 bewaffnete Polizisten vor dem Haus eines Klienten und musst entscheiden, was zu tun ist und vieles dergleichen mehr.

Da können Tausende für Wochenendseminare bei drauf gehen.

Aber entweder will man das und will dann auch entsprechend bezahlt werden oder eben nicht.

Ich persönlich würde kein Geld für einen Coach hinlegen, der Ambitionen hat und Lokführer ist. Und das meine ich nicht als Degradierung Deines Berufes, sondern, weil ich als Kunde natürlich einen gewissen Befähigungsnachweis sehen möchte. Und mit irgenwas möchtest Du ja u.U. auch Werbung für Dich machen.

Das A und O bei solchen Berufen ist, dass Du immer up to date bist, die neuesten Erkenntnise in irgendwelchen Fortbildungsseminaren nachweisen kannst.

Also überleg Dir vielleicht lieber grundlegend, ob Dir das nicht alles viel zu viel Mühe ist. Beratend mit Deiner Lebenserfahrung tätig werden, könntest Du ja auch ehrenamtlich z.B. in Jugendeinrichtungen o.ä.

Gruß
Demenzia

Hallo Demenzia,

herzlichen Dank für deine umfangreiche und erschöpfende Antwort.
Weitgehend hast du recht, was jedoch nicht so ganz stimmt, dass ich UNBEDINGT etwas neben meinem Beruf machen möchte. Es ist eher so, dass ich, spät aber doch, jetzt die Möglichkeit habe etwas an meinem Leben zu ändern, und das ist eben diese für Quereinsteiger schwer erreichbare Berufssparte.
Danke nochmal für deine Antwort.
LG Peter