Hallo Dirk
Jetzt zu meiner Frage:
Sollte man in E-mails HTML benutzen?
Nein.
An den Gründen, die gegen HTML in E-Mail sprechen, hat sich bis heute nichts geändert. Es ist nach wie vor Glückssache, wie es beim Empfänger angezeigt wird. Ich habe da mal mit einigen Mailprogrammen unter Windows Tests gemacht. Kleines Beispiel, beim einen E-Mailprogramm sieht es so aus:
http://www.timetraveler.ch/pic/htmlmail2.gif
Beim anderen so:
http://www.timetraveler.ch/pic/htmlmail1.gif
Das selbe E-Mail. Einmal ‚korrekt‘, das andere Mal nur mühsam lesbar.
Spätestens wenn man Bilder (z.B. ein ‚Briefpapier‘ oder ein Bild in der Signatur…) einbaut, nimmt die Datenmenge enorm zu. Für Leute mit Modem-Zugang oder mit Volumentarif nicht wirklich toll. Oder man legt die Bilder auf einen Server und verlinkt sie im E-Mail. Dann sieht sie der Empfänger aber nur, wenn er a) online ist und b) das Nachladen externer Daten erlaubt hat. Was man u.a. wegen der Webbugs in Spam-Mails (Stichwort Adress-Verifizierung) eigentlich nicht sollte.
E-Mail ist nach wie vor ein reines Textmedium. Alles, was nicht Text ist, z.B. eben Bilder, muss in Text umgewandelt (codiert) werden. Wie gesagt, nimmt die Datenmenge zu. Zudem kommen die Dateien nicht immer korrekt bzw. vollständig an.
Mit HTML kann man auch Javascript und ähnliches Verwenden. Und das stellt ein potentielles Sicherheitsrisiko dar. Es gab vor ein paar Jahren einige Würmer, einer davon hiess Bugbear, welche durch eingebettetes ActiveScripting sich zumindest in Outlook Express in der damals aktuellen Version und dessen Standard-Einstellung bereits durch das Betrachten der fraglichen E-Mails mittels Vorschau ausgeführt wurden.
Warum sollte ich auf die ganzen Formatierungsmöglichkeiten
verzichten? Ich persöhnlich lese lieber E-mails wo Teile
formatiert sind und vielleicht sogar direkt passend in den
Text Bilder eingefügt sind.
Wie bereits erwähnt, ist es reine Lotterie, wie das Ganze beim Empfänger dargestellt wird. Muss man für gutes Webdesign, das gut aussieht, aber auch problemlos funktioniert, schon einiges beachten, so ist das bei E-Mails noch extremer.
Ihr würdet es doch bestimmt auch bevorzugen die Internetseiten
so zu lassen wie sie sind, mit Formertierungen und bunt (mal
von denwenigen abgesehen die es übertreiben) anstatt nur
Textseiten, eine Schriftart,farbe,größe. Stellt euch mal
wer-weiss-was ohne HTML vor…
Erstens ist das WWW für die Übermittlung von HTML und Bildern vorgesehen. Zweitens ist es aber, wie erwähnt, bereits bei Webseiten so eine Sache. Informier Dich mal über ‚barrierefreie Webseiten‘. Was das bedeutet und erfordert.
Übrigens finde ich es eher unhöflich, wenn mir der Absender einer E-Mail vorschreiben will, mit welcher Schriftart und -grösse ich seine E-Mails zu lesen habe. Ganz abgesehen davon, dass ich die fragliche Schriftart auf meinem Rechner u.U. gar nicht habe, so dass sowieso eine andere verwendet werden muss, möchte ich eigentlich lieber selber einstellen, wie mir E-Mails angezeigt werden. Wenn ich in irgendeiner Art sehbehindert bin, möchte ich vielleicht eine grössere Schrift haben. Bei Textmails ist das kein Problem, da stelle ich im E-Mailprogramm ein, wie ich es haben möchte. Aber HTML-Mails übergehen diese Einstellungen…
Wo ist da jetzt der Unterschied zu den E-mails? Wenn ich so
ohne Formatierungen schreib komm ich mir vor wie bei den
Anfängen des Internets. Ist es da nicht etwas altmodisch ohne
HTML zu schreiben.
Nein, es ist effizient und völlig ausreichend. E-Mail ist ein Textmedium. Und solange sich daran nichts ändert, ist alles andere unnötig bis gefährlich. Und wieviel Formatierung brauchts denn wirklich? Auch bei Briefen und anderen Schriftstücken auf Papier sollte man nicht zu viele verschiedene Schriftarten und -stile verwenden. Weniger ist in den meisten Fällen mehr.
Andererseits ist es natürlich scheiße wenns dann wieder leute
gibt die es dermaßen übertreiben dass man sobad man die mail
öffnet mit gräßlichen Tönen und grellen Farben überrascht wird
und schon fast an Körperverletzung zu denken ist.
Exakt.
Zudem werden zwar die Internetverbindungen immer schneller (Wer noch
ISDN hat wird ja schon gehänselt), doch gerade für Leute die viele
Mails schreiben und empfangen wird es merkbar längere
Ladezeiten geben.
Erstens sollte man sich trotz allem am kleinsten gemeinsamen Nenner orientieren bzw. ein wenig Rücksicht auf die Leute nehmen, die eben noch via Modem online gehen. Warum auch immer (z.B. kann man ja offenbar nicht überall in Deutschland DSL haben…). Und auf Leute, die zwar DSL haben, aber mit einem Volumentarif, bei dem sie mehr bezahlen, wenn die Datenmenge zunimmt. Und nicht jeder hat ein Mailpostfach mit 1GB Kapazität…
CU
Peter