Hüft-OP: Zweite Meinung einholen?

Liebe Experten!

Aufgrund von Hüftproblemen hat mich mein Orthopäde zu einem Professor geschickt, der - nach der Begutachtung meines MRT und einiger Röntgenbilder - einen ziemlich großen Eingriff für nötig befindet (Durchsägen des Knochens, im anderen Winkel ansetzen, Knochenteile abschleifen).

Dieser Professor macht auf mich einen sehr vertrauenswürdigen Eindruck. Trotzdem habe ich natürlich Bedenken bzw. Angst vor solch einem Eingriff.

Nun sprechen mich meine Kollegen immer wieder an, ich solle ein zweite Expertenmeinung einholen. Ich weiß aber nicht, ob ich das wirklich tun sollte, denn

  • Ich vertraue dem o.g. Professor. Mein Orthopäde sagt von ihm, dass er im Bereich Becken und Hüfte eine Koriphäe sei und dies eben sein Spezialgebiet ist. Außerdem ist er mit Anfang 60 „Rentner“ und operiert in seiner Privatpraxis quasi nur noch, weil es ihm Spaß macht und er es gut kann.

  • Einen Termin bei einem anderen ausgewiesenen Experten würde noch einmal 2-3 Wochen Wartzeit bedeuten.

  • Vor allem aber: Was mache ich mit der zweiten Meinung? Ich kann doch weder die erste noch die zweite beurteilen? Die zweite Meinung bringt mich doch nur weiter, wenn da das gleiche gesagt wird wie beim ersten Arzt. Was aber, wenn etwas ganz anderes vorgeschlagen wird?

Ich weiß nicht, ob ich mich nur sträube, weil ich ohnehin überfordert bin mit der ganzen Sache. Wie kann ich beurteilen, was das Richtige für mich ist?

Für ein paar Ratschläge und Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar!!

Gruß, noi

Vielleicht hilft, ein wenig zu sortieren.

Da ist die Frage, ob dieser große Eingriff sein muss, die Frage nach der richtigen Wahl des Operateurs, deine Angst - und deine Kollegen / dein Umfeld.

Dein Handlungsdruck ist momentan hoch. Du hattest dazu ja schon etwas geschrieben und auch hier schreibst du, dass es dir um Wochen, nicht um Monate geht.

Offenbar vertraust du deinem Orthopäden und du vertraust dem Professor. Dann müsste es eine gute Motivation geben, jetzt noch eine weitere Meinung einzuholen, die möglicherweise mehr Verwirrung stiftet, als sie nützt.

Was sind das für Ängste, die du hast? Ihnen direkt ins Gesicht zu gucken, ist besser, als sich von ihnen treiben zu lassen. Ängste und Bedenken vor so einem Eingriff sind völlig normal (ohne Ängste wäre weniger normal :wink:). Worauf beziehen sich diese Ängste konkret? Kannst du dich anders entlasten? Bspw. in dem du diese Ängste noch mal mit dem Orthopäden oder dem Professor besprichst? Dort sollte man dir auch Auskunft geben über Alternativen und eine Einschätzung dazu geben.
Ein guter Arzt geht darauf ein.

Den Rat der Kollegen würde ich als gut gemeintes Mitgefühl interpretieren, der dich veranlasst, noch einmal hinzugucken. Wuschig machen solltest du dich aber dadurch nicht.

Wenn du ein Mal mit gutem Bauchgefühl die Entscheidung getroffen hast, solltest du versuchen, das für dich auch als Punkt zu sehen: Restängste als dazugehörig akzeptieren und weitere „Einlassungen“ zu dem Thema nur noch von den Behandlern und ausgesuchtem Umfeld bei besonderem Anlass akzeptieren.

Hallo,

ich würde vor JEDER OP eine zweite Meinung einholen - zumindest vor geplanten.

Gerade laufen immer wieder Berichte im TV, wie oft unnötiger Weise an Hüften, Bandscheiben und Knien operiert wird (und Ersatz implantiert) und wie oft es zu Beschwerden hinterher kommt. Auch der Verweis, dass dies ein sehr lukratives Geschäft für die operierenden ist, fehlt nicht. Da sind schnell mal 7.000 und mehr Euronen fällig - für „eunfache OPs“.

Was ist denn die genaue Diagnose für die OP bzw. die Beschwerden?
Was wurde vorher alles durch konservative Behandlung probiert?
Wie alt ist der Patient?
Gibt es weitere gesundheitliche Beschwerden?

glaub mir - es gibt auch andere „Koryphäen“, falls dieser dann nicht mehr operieren sollte. Wobei die 2. Meinung ja nun keine 2 Jahre dauert, oder?

Gruß Maren

Moin,

hat Deine Krankenkasse einen ärztlichen Beratungsdienst? Einfach mal nachfragen.

Eine zweite Meinung kann nicht schaden, aber ich kenne z.B. einen Orthopäden, da würde ich keine weitere Meinung einholen, da ich weiß, dass er „super“ ist.

Alles Gute!

Ein schönes WE und Gruß

Volker

Moin!

ich würde vor JEDER OP eine zweite Meinung einholen -
zumindest vor geplanten.

Die Frage, die sich mir stellt, ist: Kannst du denn beide Meinungen beurteilen - als medizinischer Laie?
Ich jedenfalls nicht.

Gerade laufen immer wieder Berichte im TV, wie oft unnötiger
Weise an Hüften, Bandscheiben und Knien operiert wird (und
Ersatz implantiert) und wie oft es zu Beschwerden hinterher
kommt.

Bei meiner OP geht es gerade darum, dass kein neues Hüftgelenk nötig wird (das wäre der Fall, wenn ich jetzt nichts machen lasse).
Erst vorgestern lief ein Bericht, dass eine Umstellungs-OP am Knochen, wie sie bei mir geplant ist, besser sei als künstliche Hüftgelenke.

Auch der Verweis, dass dies ein sehr lukratives
Geschäft für die operierenden ist, fehlt nicht.

Mein Operateur ist wohl darauf nicht mehr angewiesen, wie mein Orthopäde mir sagte, denn er sei bereits „Rentner“ und muss weder Zahlen vorweisen noch bestimmte Operationen; er macht das, weil er es gut kann und gerne macht. Das war für mich ein starkes Argument für diesen Professor, der ich operieren soll.

Was ist denn die genaue Diagnose für die OP bzw. die
Beschwerden?

Starke Schmerzen, 24 Stunden am Tag. Ursache: Beginnende Arthrose, Knorpeldefekte und v.a. ein zu schmaler Gelenkspalt, zudem Hyperplasien am Hüftkopf, die Abspreizbewegungen erschwert und zuwenig Überdachung des Hüftkopfes. Durch die Umstellungs-Osteotomie soll der Hüftkopf besser in die Gelenkpfanne passen und der Gelenkspalt größer werden, die Hyperplasien sollen etwas" abgeschliffen" werden.

Was wurde vorher alles durch konservative Behandlung probiert?

Welche konservativen Methoden gäbe es da?
Ich hab vor drei Jahren Akupunktur, Osteopathie und Krankengymnastik bekommen. Hat damals schon nicht geholfen. Seit einem halben Jahr helfen auch die KG-Übungen nicht mehr, die mir sonst lange Zeit gegen akute Schmerzen halfen. Bin halt auch seit drei Jahren deswegen nicht mehr beim Arzt gewesen, erst wieder vor 2 Monaten, als die Schmerzen nach dem Training ganz schlimm wurden.

Wie alt ist der Patient?

46 Jahre, weiblich.

Gibt es weitere gesundheitliche Beschwerden?

Sonst fit wie ein Turnschuh, hab vor einem Jahr mit Triathlon angefangen.

glaub mir - es gibt auch andere „Koryphäen“, falls dieser dann
nicht mehr operieren sollte. Wobei die 2. Meinung ja nun keine
2 Jahre dauert, oder?

Ich weiß nicht, wie du das meinst.

Ich kann momentan ohne Voltaren nicht auskommen, weil ich sonst ständig Schmerzen habe.
Eine zweite Meinung habe ich im Prinzip von meinem Orthopäden, der auch sagt, dass die Schäden schwerwiegend sind und er die OP für notwendig hält.
Er hält auch sehr viel von dem Professor, dem ich selbst ja auch sehr vertraue, das ist einfach mein Bauchgefühl.

Danke erstmal für deine Antwort!!!

Grüße, noi

Hi Janina!

Es ist wohl so, dass ich einfach Angst habe, weil das ja ein großer körperlicher Eingriff ist. Diese Angst ist normal und ich akzeptiere sie und darf sie auch haben.

Was ich nicht möchte ist die Beunruhigung, dass ich etwas falsch mache, wenn ich jetzt nicht noch ne zweite Meinung einhole. Ich fühle mich dadurch verunsichert, will das aber nicht.

Heute morgen war ich bei dem Professor und habe mir alles nochmal genau erklären lassen, habe ihm auch von meinen Ängsten erzählt. Ich habe nun verstanden, WAS er machen will und WARUM er es so machen will. Es war alles plausibel für mich und so habe ich mich für diese OP entschieden.

Mein stärkstes Motiv ist dabei, dass ich ihm von Anfang an vertraut habe und in den letzten Jahren IMMER richtig gelegen habe mit meinem Bauchgefühl, gerade in solchen Dingen. Auch mein Orthopäde hält ihn für einen sehr guten Arzt und ich bin eben der Meinung, dass ich keine andere Wahl habe als jemandem zu vertrauen.

Ich danke dir für deine Antwort!
Grüße, noi

Moin Volker!

hat Deine Krankenkasse einen ärztlichen Beratungsdienst?
Einfach mal nachfragen.

Ah, interessant.

Eine zweite Meinung kann nicht schaden, aber ich kenne z.B.
einen Orthopäden, da würde ich keine weitere Meinung einholen,
da ich weiß, dass er „super“ ist.

Weil ich genau dieses Gefühl bei diesem Professor hatte und habe und mein Orthopäde ihn für sehr gut hält, bin ich wohl bereit, ihm hier zu vertrauen.

Alles Gute!

Danke sehr. Und danke für deine Antwort!

Ein schönes WE und Gruß

dito und Grüße zurück

noi

Mein stärkstes Motiv ist dabei, dass ich ihm von Anfang an
vertraut habe und in den letzten Jahren IMMER richtig gelegen
habe mit meinem Bauchgefühl, gerade in solchen Dingen. Auch
mein Orthopäde hält ihn für einen sehr guten Arzt und ich bin
eben der Meinung, dass ich keine andere Wahl habe als jemandem
zu vertrauen.

Dann geht es nicht nur darum, dass du den beiden Ärzten vertraust, sondern auch dir und deinem Bauchgefühl. Dann lass es so, wie es ist! Es wird nicht besser, in dem du dich jetzt noch verrückt machst.

Alles Gute!

Hallo Noigierig :smile:

Diese Op´s wurden bei mir vor 30 Jahren gemacht und bisher brauche ich auch noch kein „Ersatzgelenk“. Einen Rat möchte ich Dir mitgeben: Achte darauf, das du eine vernünftige Reha bekommst, dann wird alles gut.