Liebe/-r Experte/-in,
Meine Mama hat schon lange starke Schmerzen im Rücken,die von der Hüfte kommen .In den letzten 3 Wochen wurde ihr Becken zweimal eingerenkt.außerdem muss sie zur Rehagymnastik.Irgendwie hilft es aber nicht.
Ich denke auch,dass sie gar nicht richtig behandelt wird.Hier muss doch mal ein Grund gefunden werden.
Was denken Sie darüber?Soll sie sich weiterhin einrenken lassen und Gymnastik machen oder lieber mal den Arzt wechseln?
Vielen Dank für ihre Antworten!
Hallo,
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Schmerzen im Rücken kommen selten von der Hüfte, eher kommen „Gesäß-/Hüftschmerzen“ von Veränderungen in der Lendenwirbelsäule.
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Man kann auch beides haben: Verschleißbedingte Veränderungen an der Lendenwirbelsäule und verschleißbedingte Veränderungen am Hüftgelenk.
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Bestimmte verschleißbedingte Veränderungen an der Lendenwirbelsäule strahlen ins Gesäß/Bein aus. (Meist hinten und sseitlich am Oberschenkel entlang)
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Hüftgelenkverschleiß kann auch schmerzhaft ausstrahlen. (Meist in die Leiste und vorne innen am Oberschenkel.)
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„Becken einrenken“; hier ist wohl eine wiederkehrende Kreuz-Darmbein-Problematik gemeint. Das Einrenken behebt das Symptom aber nicht die Ursache. Hier sollte genauer nach Fehlhaltungen und Fehlbelastungen, sowie nach Möglichkeiten der Stabilisierung der Rumpf- und Beckenmuskulatur geschaut werden.
Ich würde Deiner Mutter empfehlen mal zu einem Orthopäden zu gehen. Der kann sie untersuchen und die Dinge unterscheiden und dann auch eine geeignte Behandlungsmöglichkeit finden.
Mit freundlichem Gruß
F.S.
liebes Schnewittchen02,
da sind schon ein paar Dinge, die mich stutzig machen lassen:
a) wie kam es zum ausrenken der Hüfte, denn das wäre ja der Grund, dass diese wieder eingerenkt worden wäre.
Normale Hüften renken nicht aus, es sei denn Sie sind schon nach der Geburt ausgerenkt (luxiert) oder teilausgerenkt (subluxiert) aber die kann man eigentlich bei einem Erwachsenen nicht ohne aufwendige Operation wieder einrenken (reponieren)
b) die Hüfte schmerzt typischerweise in der Leiste (also vorne) alles was hinten ist, ist mir suspekt, da ist der Rücken und die Bandscheiben und teilweise die Niere eher ein ansprechpartner (wobei man am Rücken tatsächlich blockierte Gelenke deblockiren kann, was mancher flapsig „einrenken nennt“ ohne dass da was wirklich ausgerenkt wäre). Das geht bie Nieren eher nicht, die Schmerzen haben eher so einen kranpfenden Verlauf und können auch entlang der Hüfte von hinten in die Leiste bis in den Schambereich ziehen.
Somit ist eine Spezifikation von Symptomen Schmerzberläufen und Ort des Entstehens notwendig.
Gefühlsmäßig (ohne jeglichen Anhalt) klingt es so, als wenn man das Kreuz-Darmbein-Gelenk mobilisiert hätte vielleit sogar durch eine Chorotherapietechnik, die manche „Tigersprung“ nennen, wo man denken könnte, die Hüfte wird eingerenkt oder das Becken, aber prinzipiell kann alles mögliche geamcht worden sein.
Ich fürchte fast ohne genaure Angaben kann man nur spekulieren und die Kapitel Hüftschmerz und Rückenschmerz einmal kopieren und bitten in den 100 Seiten nach möglichen Ursachen zu forsten (von Leistenbruch über Herzinfarkt findet man da alles) zum EIngrenzen wird man schon eine komplette Krankengeschichte und klinische Untersuchung brauchen.
Im Zweifelsfall, wenn man keinen Vertrauen zu dem Arzt hat, kann man zu einem anderen Orthopäden ggf. mit der Zusatzbezeichnung Manuelle Therapie oder zu einem Physiotherapueten mit entsprechender Zusatzausbildung oder ggf. Osteopathen gehen. Kostet dann vielleicht bei den letzteren 35€ aber dafür können die auch sich mehr Zeit nehmen und treffen manchmal auch besser dien Ursache.
Grüße,
Helmut
Lieber Helmut.Vielen Dank für Ihre Nachricht.Das hat mir schon sehr weitergeholfen.Ich werde meine Mutter an die Hand nehmen müssen und einen anderen Arzt aufsuchen.
Alles Gute.
Zunächst etwas Grundsätzliches: In der Natur „muss“ überhaupt nichts. Da Medizin eine Naturwissenschaft ist, gilt hier das Gleiche!
Zur Frage, ob etwas hilft ist immer wichtig, was man darunter versteht. Hilft es 5 min und dann nicht mehr, oder hilft es einen halben Tag und dann nicht mehr oder hilft es nicht mal eine halbe Stunde oder hilft es während der Therapie und danach nicht mehr? Dann ist die Frage wichtig, ob es überhaupt helfen kann? Hierzu ist wieder wichtig zu wissen: Wie alt ist die Patientin, wie ist ihre Vorgeschichte, ihr Körpergewicht, die kindliche Entwicklung, et cetera.
Wie auch immer: Eine Hilfe aus dem Internet oder einem irgendwie anders gearteten Medium ist hierbei nicht zu bekommen, sondern nur durch persönliche in Augenscheinnahme der Patientin.
Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass eine anonyme Aussage aus dem Internet, so wie die Meine gewiss weniger Vertrauen verdient, als die Meinung des behandelnden Kollegen vor Ort! Nur der kennt die Diagnose, weiß was zu tun ist und kann beurteilen, ob die Therapie hilft.
Schöne Grüße
ein Orthopäde