Hühner helfen...?

Hallo,

wir haben einen 1500 qm großen Garten, der völlig verwildert ist. Einen Teil planen wir als Garten einzurichten, auf dem anderen, größeren Teil sollen ein paar Schafe laufen.

Da wir das Grundstück aber erstmal ordentlich herrichten müssen, wird mir ganz anders bei dem Gedanken an all die Arbeit.

Jetzt meinte ein Freund, ich solle mir doch einfach 20 Hühner zulegen und die das Grundstück „abgrasen“ lassen. Nach kurzer Zeit wäre das Unkraut verschwunden.
Da wir uns sowieso Hühner zulegen wollten, finde ich den Gedanken bestechend.

Aber:
Funktioniert das wirklich? Bekomme ich so das ganze Uralt-Unkraut weg?
Und ist der Boden dann (wenn es klappt) problemlos als Garten oder Weide nutzbar? Oder schaden Hühner (und ihr Kot) eher der Erde?

Danke für eure Tipps!

Gruß,
Salzmann

Hi Salzmann,

Funktioniert das wirklich? Bekomme ich so das ganze
Uralt-Unkraut weg?

bei 1500 qm ist das mit 20 Hühnern eher nicht zu schaffen. Da müßten schon Heerscharen von Hühnern ran. Gänse könnte ich mir schon eher vorstellen, aber die haben ein recht feines Mäulchen, will meinen, die fressen längst nicht alles. Schafe bzw. Ziegen wären da schon eher angebracht, aber auch hier brauchst Du ca. 10, damit die Rodung zügig vonstatten geht. Allerdings fressen Schafe auch längst nicht alles (Brennesseln z.B. bleiben auf alle Fälle stehen, dafür hat der Löwenzahn keine Chance).
In Summa würde ich sagen, mit Muskelschmalz ist die Sache am schnellsten getan und nebenbei ist Schweiß der beste Dünger :wink:

Und ist der Boden dann (wenn es klappt) problemlos als Garten
oder Weide nutzbar? Oder schaden Hühner (und ihr Kot) eher der
Erde?

In Maßen ist jeder Tierkot günstig, in Massen nicht. Schafköttel sind z.B. der beste Dünger für Obstbäume.

Gandalf

Hallo Gandalf,

danke für deine Antwort.

bei 1500 qm ist das mit 20 Hühnern eher nicht zu schaffen. Da
müßten schon Heerscharen von Hühnern ran.

Ja, wahrscheinlich hast du Recht. Aber ich denke, ich werde die 20 Hühner auf einem abgetrennten, kleineren Teil laufen lassen, den ich dann nächstes Jahr zum Garten umfunktioniere.

Gänse könnte ich mir schon eher vorstellen, aber die haben ein
recht feines Mäulchen, will meinen, die fressen längst nicht
alles. Schafe bzw. Ziegen wären da schon eher angebracht, aber
auch hier brauchst Du ca. 10, damit die Rodung zügig vonstatten
geht.

Das wäre wohl zu viel für das Stück Land.

In Summa würde ich sagen, mit Muskelschmalz ist die Sache am
schnellsten getan und nebenbei ist Schweiß der beste Dünger
:wink:

Ja, du hast Recht. Ich werde wohl diesen Sommer ordentlich Erde zwischen den Fingernägeln ansammeln… :wink:

In Maßen ist jeder Tierkot günstig, in Massen nicht.
Schafköttel sind z.B. der beste Dünger für Obstbäume.

Weißt du, wie das mit Hühnerkot ist? Ich habe mal irgendwo gelesen, dass der sehr „scharf“ sein soll.

Gruß,
Salzmann

Tach Salzmann,

Ja, wahrscheinlich hast du Recht. Aber ich denke, ich werde
die 20 Hühner auf einem abgetrennten, kleineren Teil laufen
lassen, den ich dann nächstes Jahr zum Garten umfunktioniere.

20 Hühnern würde ich mindestens 200qm zugestehen. Das Stück Erde wird dann allerdings keinerlei Bewuchs aufweisen, es sei denn, das Grün ist oberhalb der ‚Flattergrenze‘ (Bäume, Sträucher etc.). Wenn die Fläche großzügiger bemessen wird, bleibt der Bewuchs bestehen, strotzt sogar. Allerdings mußt Du auf diesem Areal stets mit einer ‚Stinkbombe‘ rechnen (Hühnerschiß).

Das wäre wohl zu viel für das Stück Land.

Das soll ja nicht für immer sein. Frag mal nen SChäfer, ob er einen Teil seiner Herde über das Grundstück treiben darf. Nach zwei Tagen ist ein Gutteil des Bewuchses weg uund einiges an Dünger auf dem Land.

Weißt du, wie das mit Hühnerkot ist? Ich habe mal irgendwo
gelesen, dass der sehr „scharf“ sein soll.

Hühnerkot ist ein ziemlich scharfes (alkalisches) Zeug. Wenn er aber auf einer größeren Fläche verteilt ist, ist er ein vorzüglicher Dünger. Als unsere Hühner noch unsere ganze Wiese in beschlag hatten, kam ich mit dem Mähen kaum nach. Jetzt haben sie ihr Revier (besagte ca. 10qm pro Tier) bis auf zwei Bäume und einige Sträucher ziemlich Pflanzenfrei. Das einzige was ihnen sonst noch widerstand sind einige Brennesseln.

Gandalf

DAANKE!

hallo,
gandalf hat ja schon das wesentliche geschrieben.
ich hatte auch mal so einen garten, allerdings ‚nur‘ 1000 m² gross, auch ich habe das mit den hühnern überlegt bzw. bin schnell zu ziegen-gedanken übergegangen. letztendlich habe ich mich doch für jahrelange muskelkraft entschieden. immer nach dem motto: stück für stück, jedes jahr ein stückchen weiter. einen teil hab ich von profis (geldbeutelseidank freunde von mir mit dem entsprechenden fuhrpark) roden lassen.

interessant für dich ist folgendes:
ich habe eine bodenanalyse machen lassen, denn wir haben teilweise sondermüll (autobatterien etc.) im gestrüpp gefunden und ich wollte vor dem anbau von gemüse wissen, was mich erwartet. neben den erwarteten schadstoffen war auch der phosphatgehalt des bodens um ein mehrfaches überhöht. nachdem ich wusste, dass geflügel- und ich glaube auch schweinemist viel phosphat enthalten, habe ich nachgeforscht, was früher auf dem stück land war. und siehe da… es wurden HÜHNER gehalten. allerdings auch über einen längeren zeitraum hinweg, nicht nur kurze zeit. das ganze war in den nachkriegsjahren bis in die 60er, dennoch nach ende der hühnerhaltung noch jahrzehnte nachweisbar im boden.
in der folgezeit hatte ich grosse probleme mit dem wachstum des gemüses (die schadstoffe waren noch im tolerierbaren rahmen), da dieser extrem hohe phosphatgehalt irgendwie andere nährstoffe (vermutlich spurenelemente) blockiert hat. ich hatte laufend mit mangelerscheinungen zu kämpfen und letztendlich half nur gnadenloses aufdüngen mit einem phosphatfreien dünger und dann zweijähriger anbau von starkzehrern.
also… es ist tatsächlich was dran, dass hühnermist ‚scharf‘ ist. normal wird er nur relativ gering dosiert und gut abgelagert verwendet.
viele grüsse von muschel

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