Hummeln suchen Nahrung

Hallo,

hier fliegen jetzt wieder die Hummeln - endlich!
Was können die denn jetzt an Nahrung schon finden?

Welche Frühlingsblumen (oder was sonst noch?) kann man denn mal bereitstellen? Hier gibt es momentan noch nicht so viel, nur Schneeglöckchen, Krokusse, Winterlinge.

Gruß
Istiden

Hallo,

ich weiß ja nicht, wo du wohnst. In NRW ist es schon ziemlich bunt. Forsitien, erste Obstbäume, und natürlich die üblichen Frühjahrsblumen sind in voller Blüte. Das sollte den dicken Brumseln eigentlich reichen. Unsere Bienen sind ebenfalls aufgewacht und tragen schon ein. Ich habe heute einige mit Pollenhöschen beobachtet.

Wenn du was Gutes tun willst, kannst die ja mal schaun, ob die Brumseln Honig mögen. Ein Klecks auf einer flachen Unterlage in der bevorzugten Flugschneise aufgetellt. Wenn sie Hunger haben, werden sie kommen.

Wenn du was RICHTIG gutes tun willst, baust du ihnen Wohnungen. Wir haben die Tage Baumscheiben (ca. 12 cm dicke) geschenkt bekommen. Wir haben sie mit dem Holzbohrer (verschiedene Stärken ) gelöchert und sofort Untermieter gefunden. Noch wärend wir zu Werke waren, kamen die ersten Interessenten. Es gibt ettliche Hummelarten und noch mehr Schlupfwespen, die auf diese Baumhotels abfahren. Zum Aufstellen braucht man keinen eigenen Garten, ich hatte sowas füher in Berlin mitten in der Stadt im 4 Stock auf dem Balkon. Die Bohrlöcher waren immer voll belegt.

LG Barbara

Hummeln suchen Nistplätze
Hiho,

  • Forsythien gehören zu den ziemlich kritisch beurteilten Neophyten, weil so gut wie kein mitteleuropäisches Insekt ihre Blüten besucht. Ich mag sie auch gerne, keine Frage (beiläufig auch als Indikator für den Schnittzeitpunkt der Rosen). Aber ökologisch sind sie völlig wertlos.

  • Bombus terrestris nistet, wie schon der Name sagt, in Erdlöchern. Die Hummeln, die jetzt grade deutlich sichtbar im Tiefflug in kreisenden Bewegungen überall unterwegs sind, sind Bombus terrestris auf der Suche nach Nistmöglichkeiten; mit den modischen „Insektenhotels“ können sie nichts anfangen, das ist mehr was für einige Wildbienenarten und ein paar, eher seltene, anderen Hummeln.

  • Nektar finden die jetzt unterwegs befindlichen Hummeln schon genug, das ist die kleinere Sorge. Wenn man ihnen was Gutes tun will, kann man z.B. Primula Veris und Tussilago farfara setzen, bald gefolgt von einigen Corydalisarten; auch Kornelkirschen (sind jetzt bereits durch) werden von ihnen besucht, obwohl Bombus terrestris nicht gern hoch fliegt. Die für Bombus terrestris geeignete Anemone Hepatica ist bereits am Verblühen, Adonis vernalis löst sie grade ab. Pulmonaria officinalis ist auch eine brauchbare Hummelweide, die sehr früh blüht.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

das mit dem Honig wäre sicher gut… aber ich weiß nicht, wo die Hummeln wohnen. Wie kann ich das heraus finden? Oder soll ich einfach ein bisschen verteilen?

Baumscheiben habe ich auch schon aufgestellt:smile:
Es liegen hier aber auch ein paar Jahre alte Baumstämme, in denen hoffentlich auch viele Tiere leben. Wildbienen habe ich aber noch keine gesichtet.

Deckst Du die Baumscheiben auch irgendwie ab?
Ich habe gelesen, man sollte die gegen Nässe schützen?

Schöne Grüße aus dem kühlen Norden!
Istiden

Hallo,

danke für die Hinweise zu den Pflanzen!

Gruß
Istiden

Huflattich
Übrigens… ich habe soeben entdeckt, dass in meinem Garten Tussilago farfara wächst… schon seit ein paar Tagen frage ich mich, was da so schön gelb blüht:smile: - Wusste ich noch gar nicht, dass das Huflattich ist!

Hiho,

wenn Du den Huflattich behalten magst, störe Dich nicht daran, dass er später im Jahr große, ein wenig elefantig-grobe Blätter macht, die gar nicht zu den leuchtenden zierlichen Blüten passen. Und nimm ihm seine Wanderlust nicht übel - er sucht sich seine Plätze selber, innerhalb eines Jahres kann er mit unterirdischen Ausläufern schon mal einen Meter weiter kommen.

Schöne Grüße

MM

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Hallo,

danke für Deine Hinweis!

Ich beobachte das einfach mal weiter und bin aber eher begeistert davon, dem Garten mehr Freiraum für eigene Entfaltung zu geben… da gibt es viel zu entdecken!

Besten Gruß
Istiden

Bienen- und Hummelweide, und ein Abschied
Servus,

einen wichtigen frühen Blüher, den ich heute im Garten begrüßt habe, habe ich noch gar nicht genannt:

Erysimum Cheiri (Goldlack) ist eine sehr ergiebige Weide für Hummeln, Bienen, Insekten aller Art und er macht jetzt grade Ende März (Oberrheinklima) eine regelrechte Explosion von Farben, die man in dieser Intensität eigentlich erst dem Sommer zutrauen würde - vor allem im Kontrast mit der jetzt grade blühenden leuchtend weißen Schlehe oder der bald folgenden noch intensiver weißen Felsenbirne ein besonderer Eindruck. Er hat einen geradeso intensiven Nektarduft wie sein naher Vetter Raps, aber nicht dessen scharfen, kohlartigen Beigeruch. Im frühen Sommer gesät, blüht er im Jahr darauf und wird schon auch mal drei-fünf Jahre alt. Samen zur eigenen Nachzucht sind von Goldlack mühelos zu gewinnen, er sät sich auch selber aus - der faule Gärtner, der nicht so sauber alles weghackt, ist da im Vorteil. - Ach ja, auch das „Unkraut“ Gundermann (Glechoma hederacea) ist grade schon am aufblühen und wird eifrig besucht.

Es gibt noch eine Reihe Sommerblüher, die mit langen Kelchen oder kompliziert gestalteten Blüten eher für Hummeln als für Bienen interessant sind, obwohl sie auch von diesen besucht werden: Akelei, alle Fingerhutarten (es gibt außer dem Gartenfingerhut Digitalis rubra noch andere scharmante Arten, Digitalis lutea z.B.), Lupinen, Wiesensalbei…

Bei Dreschflegel Saatgut lässt sich eine Saatgutmischung für Grünbrache erwerben, die aus lauter Pflanzen zusammengestellt ist, die eine besonders reiche Bienenweide geben: Phazelia, Buchweizen, Senf, Saflor, Koriander, Ölrettich, Lein, Kornblume, Ringelblume, Schwarzkümmel, Malve, Dill, Borretsch, Klatschmohn (in dieser Zusammenstellung im flimmernden Hochsommerlicht übrigens auch optisch ein Vergügen - „Monet pur“). Diese Gründüngung ist nicht fruchtfolgeneutral, wegen Senf und Ölrettich, aber sie durchwurzelt, beschattet und lockert sehr gut und vor allem summt sie einen ganzen Sommer lang.

Ein paar Jahre lang hatte ich den hier am Oberrhein seltenen Gast Tettigonia viridissima im Garten (ich weiß nicht, was sie gekränkt hat - sind jetzt nicht mehr da); die bevorzugten die Nachtkerze Oenothera biennis, obwohl die eigentlich auf Nachtschmetterlinge spezialisiert ist. Unabhängig von den Insekten eine faszinierende Pflanze - eine der sehr wenigen Pflanzen, die sich (beim Öffnen der Blüten in der Abenddämmerung) mit einer für das menschliche Auge wahrnehmbaren Geschwindigkeit bewegen.

Eine hübsche Quelle für Saatgut ist übrigens der aus der Reformbewegung der 1920er überlebende Saatgut- und Pflanzenversandgärtner Blauetikett Bornträger in Offstein - allein schon der „Katalog“, der ohne jedes Hochglanzgeschmettere aus ein paar Seiten DIN A 4 besteht und vermutlich 1925 schon fast gleich ausgesehen hat, ist ein Genuss: Bei Bornträger sind alle Pflanzen, die als Bienen- und generell Insektenweide geeignet sind, entsprechend gekennzeichnet. Der Online-Auftritt ist ein bissel hakelig, aber es „lohnt sich“ (sit venia verbo) da durchzugehen.

So, und mit diesem kleinen Rundblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit verabschiede ich mich von meinem Lieblingsbrett, von BelRia, von Geli, von kernig, von Horst „Lantanos“, von waldieter und allen anderen, die ich jetzt nicht genannt, aber trotzdem gern gelesen habe.

Alle, die ihn noch gelesen oder gekannt haben, lade ich auch ein, noch einen Moment am Grab von Fritz Schmid a.d.Uw. zu verweilen - ich denke an ihn oft, wenn ich vor meiner Bühlerzwetschge stehe: Er ist ja mindestens so eigensinnig gewesen wie ich selber, und ich bin immer noch überzeugt davon, dass man auch eine Zwetschgenkrone in die Waagerechte erziehen kann, was er mir abgestritten hat…

Achja, und hier ist noch ein kleines Ständchen:

http://www.youtube.com/watch?v=j17KaPscKo4

Macht et jood!

MM

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