Tiere aus dem Süden (sehr lang 
Hallo,
mein Artikel ist leider recht lang geraten, daher habe ich ihn in verschiedene Abschnitte geteilt:
- Vorkontrolle
- Voraussetzungen für Hundehaltung bei Dir
- woran erkennt man eine seriöse Tierschutzorganisation
und für die Zweifler:
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Hund aus dem Süden, warum?
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Vorkontrolle
Das mit der Vorkontrolle ist völlig normal, da brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen. Das wird auch von deutschen Tierheimen gemacht (leider viel zu selten). Hier eine Beschreibung des Ablaufes bei einem unserer Partnervereine:
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Vorkontrolle
Diese Kontrolle findet bei Ihnen zu Hause statt und wird von einem Mitarbeiter des Vereins oder einer ernannten Person durchgeführt. Hier geht es nicht darum, Sie persönlich zu „kontrollieren“, ob ihre Wohnung aufgeräumt ist oder dergleichen, sondern vielmehr darum, Sie persönlich einmal kennen zu lernen, einfach noch mal ein Gespräch zu führen, zu sehen, wie das Tier bei Ihnen leben würde und eventuelle weitere Fragen zu klären. Hier werden Punkte besprochen wie z. B., ob eine Genehmigung des Vermieters zur Hundehaltung vorliegt, über welche Kenntnisse der Tierhaltung Sie verfügen, ob der neue Vierbeiner von der ganzen Familie positiv aufgenommen wird und bei Bedarf leisten wir auch Hilfestellung in Bezug auf die im Rahmen des Landeshundegesetzes erforderlichen Auflagen, die mit einer Anschaffung bzw. Haltung eines Hundes einhergehen (Tierhaftpflicht, Mikrochip, Anmeldung beim Ordnungsamt, Sachkundenachweis etc.). Unsere Tiere haben allesamt kein schönes Leben gehabt und sollen ein Zuhause finden, in dem sie sich geborgen fühlen – insofern bitten wir um Verständnis, dass wir uns die Entscheidung nicht allzu leicht machen können.
Nach einer positiven Kontrolle, anlässlich derer auch Ihre Fragen umfassend beantwortet wurden und wir Sie über alle uns bekannten Eigenschaften des Tieres informiert haben, wird mit Ihnen, wenn sich alle einig sind, im Rahmen der Kontrolle ein Schutzvertrag geschlossen.
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- Voraussetzungen für die Hundehaltung bei Dir
Dass der Hund aus dem Süden kommt ist eigentlich gar nicht das Problem (abgesehen von dem leicht größeren Risiko für Parasiten und Krankheiten sehe ich da keinen großen Unterschied zu einem „deutschen“ Hund. Das Tier sollte durch den Verein getestet sein und Du solltest die Tests nochmals wiederholen!). Ich finde es eher problematisch, wenn Hundeanfänger sich als ersten Hund einen Welpen zulegen. Wenn Du aber bereit bist, Dich intensiv mit Hundeerziehung zu beschäftigen, eine Hundeschule zu besuchen und den Hund liebevoll und konsequent zu erziehen, und diese Erziehung von allen Familienmitgliedern mitgetragen wird, sehe ich kein Problem. Viel Zeit ist eine Hauptvoraussetzung. Ich hoffe, einer von Euch kann nach Ankunft des Hundes einige Wochen Urlaub nehmen, so dass die Grundvoraussetzungen Stubenreinheit und Autofahren sowie Gewöhnung an neue Umgebung in Ruhe angegangen werden können.
Hunde aus dem Süden sind meist sehr sozial und lernbegierig(sonst überleben sie dort in der Hackordnung nicht lange), haben aber unter Umständen starken Jagdtrieb und sind sehr futtergierig. Weiterhin kennen sie viele Dinge einfach nicht und müssen sich an Sachen wie Treppen, Autos, verschiedene Fußböden, Leben im Haus usw. erst gewöhnen. Es gibt also Vor- und Nachteile
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- Woran erkennt man eine seriöse Tierschutzorganisation?
Leider ist gerade der Auslandstierschutz schon öfters in Verruf geraten. Auch in Tierschützerkreisen machen sich zum Leidwesen seriöser Vereine schwarze Schafe breit, die kranke Tiere vermitteln, falsche Papiere ausstellen und den neuen Besitzern wichtige Informationen vorenthalten. In solchen Fällen geht oft auch die gesamte Schutzgebühr oder ein Teil davon in die eigene Tasche und das kann nicht der Sinn von Tierschutz sein.
Nicht nur für die Besitzer und Tiere, sondern auch für alle verantwortungsvoll arbeitenden Vereine ist eine solche betrügerische Vermittlung sehr folgenschwer. Verständlicherweise wird sich der neue Tierbesitzer hintergangen fühlen, wenn ein Tier ankommt, welches viel älter ist als angegeben oder schlimmer noch, sehr krank ist. Was hängen bleibt, ist der Eindruck, dass alle Organisationen so arbeiten, bzw. dass alle Tiere z. B. aus südlichen Ländern krank sind und man nie weiß, was man bekommt. Schlimm für alle Tierschützer, die einen Großteil ihrer Freizeit in eine seriöse Tierschutzarbeit investieren und viel Einsatz und eigenes Geld einbringen, um ihren Schützlingen zu einem Zuhause zu verhelfen.
Seriös oder unseriös?
Bei Vermittlungen von Tieren in Deutschland kann man sich meist persönlich vor Ort ein Bild machen. Kommt ein Tier aus dem Ausland, ist das nicht so einfach. Wenn Sie auf ein Tier aufmerksam werden und den ersten Kontakt aufnehmen, fragen Sie von welcher Organisation oder welchem Verein das Tier vermittelt wird. Oft sind im Internet ja nur die Personen angegeben, die ein Tier vermitteln.
Schauen Sie Sich die Vereinsseite im Internet an und versuchen Sie, mehr über die Organisation zu erfahren. Schauen Sie, ob die Seite informativ aufgebaut ist und ob eine Adresse und Ansprechpartner aufgeführt sind. Kommt es zu einem weiteren Kontakt und Sie interessieren sich ernsthaft für ein Tier, achten Sie auf die folgenden Punkte:
Was man Sie auf jeden Fall fragen sollte:
• wie Sie wohnen
• welche Personen im Haushalt leben
• ob Tierhaltung erlaubt ist
• wie lange das Tier alleine bleiben muss
• ob Sie Erfahrung mit der Art/Rasse haben
• ob Sie finanziell ein Tier unterhalten können, auch wenn es mal teuer wird beim Tierarzt
- Ein Tier aus dem Ausland? – aber es gibt doch auch in Deutschland schon so viele Tiere in den Tierheimen.
Auch hierzu wieder der Text unseres Partnervereins:
Es ist richtig, dass es in Deutschland bereits eine hohe Anzahl an Tieren gibt, die in Tierheimen oder Pflegestellen auf einen neuen Besitzer warten – der Tierschutz in Deutschland ist sehr wichtig und darf keinesfalls vergessen werden. Deutschland ist jedoch ein Land, in dem der Wohlstand die Lebensumstände seiner Menschen und auch seiner Vierbeiner erleichtert, denn hier ist in wesentlich höherem Maße als im Ausland Zeit und vor allen Dingen Geld vorhanden, die/das für unsere Tiere und den Tierschutz von privater und auch staatlicher Seite investiert werden kann. Den Tieren in deutschen Tierheimen geht es den Umständen entsprechend gut, ihre tierärztliche Betreuung ist gewährleistet und sie sind gut genährt. Die Liebe zum Tier und die Kenntnis um seine Bedürfnisse sind weit verbreitet und Deutschland selbst ist als tierfreundliches Land bekannt, in dem das Tierschutzgesetz nun erfreulicherweise auch im Grundgesetz verankert ist. In den städtischen Tierheimen im Ausland ist dies leider nicht so, denn oft werden Tiere dort, wenn sie nicht innerhalb einer „Schonfrist“ von wenigen Tagen abgeholt oder vermittelt werden, einfach getötet.
Die Tiere, die von uns nach Deutschland vermittelt werden, werden bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich in Pflegestellen bzw. direkt in ihre neuen Familien vermittelt. Wir arbeiten darüber hinaus bereits seit vielen Jahren mit nur einem einzigen Tierheim zusammen, in dem unsere Hunde gute Vermittlungschancen und in der Regel nur eine sehr kurze „Wartezeit“ haben.
Haben Sie schon einmal versucht, in einem deutschen Tierheim einen klein bleibenden Mischling oder gar Welpen zu finden? Viele Menschen, die dies versucht haben, mussten feststellen, dass dies gar nicht so einfach ist – die Alternative in Deutschland: der Züchter oder ein Tier aus dem Ausland. Bei uns warten unzählige Welpen und Mischlinge in allen Farben u. Größen auf ein eigenes Zuhause – sollte man ihn die Chance, leben zu dürfen verwehren?
Wir meinen NEIN!
Deutschland ist als Handelspartner und im kulturellen Bereich schon mit unseren europäischen Nachbarn verbunden, den Urlaub verbringen unzählige Deutsche in südlichen Ländern – der Tierschutzgedanke sollte unseres Erachtens daher ebenfalls nicht an Landesgrenzen enden. Ferner sind die Tiere aus dem Süden für ihr besonderes Sozialverhalten oder schlicht ihre Dankbarkeit für ein warmes Plätzchen, ein bisschen Futter und vor allen Dingen Zuwendung bereits hinreichend bekannt und wir möchten dazu beitragen, dass möglichst viele dieser armen Kreaturen irgendwann einmal ihr eigenes Körbchen beziehen können – wo dieses Körbchen steht, spielt für uns dabei keine Rolle.
Liebe Grüße,
Myriam
http://www.tierschutz-notfaelle.de