Hund dreht total durch

Hallo,

wir haben 2 Hunde, eine Cocker-Spaniel Hündin (ca. 9, mit 5 aus dem Tierheim geholt) und einen Labrador-Wolfsspitz-Mischling (Rüde, 3 Jahre, als Welpe aus dem Tierheim geholt). Jetzt ist es so, dass besonders unsere Hündin wirklich total lieb ist, im Haus, zu uns sowieso und auch draußen zu anderen Menschen/Hunden. Unser Zweiter aber ist zwar ebenfalls ein superlieber Hund und hört auch prima, jedoch dreht er total durch, wenn bei uns ein Hund am Haus vorbeiläuft. Es ist nicht so, dass er „nur“ bellen würde. Er springt wie verrückt gegen die Tür, richtig hoch, stützt sich da teilweise auch ab, bleibt dann „im Stehen“ und bellt, als würde er den Hund oder das kleine Kind draußen gleich umbringen. Das ist wirklich ganz fürchterlich. Wenn wir dann zu ihm hingehen und scharf „Körbchen“ sagen, dann verzieht er sich auch.
In letzter Zeit wurde es noch schlimmer. Wenn jemand ins Haus gekommen ist, hat er sich eigentlich immer sehr gefreut. Die Hunde waren auch fast immer mit dabei, es sei denn, der Besuch hatte Angst vor Hunden, dann habe ich sie mit nach oben genommen (in mein Zimmer) und wir sind solange dort geblieben. Unser Hund kam aber immer z.B. mit dem besten Freund von meinem Bruder klar. Immer. Und der hat ihm auch nie was getan. Seit ein paar Monaten kann der beste Kumpel jetzt aber kaum noch ins Haus kommen, denn unser Hund hat urplötzlich versucht, ihn zu beißen. Vorher hat er geknurrt wie sonstwas und dann geschnappt. Das ist jetzt bei fast jedem (meinen Ex-Freund lässt er als Einzigen noch rein), der hier ins Haus kommt. Egal, ob er die Person schon tausendmal gesehen hat oder nicht, jetzt geht er auf jeden los.
Für uns ist das ein echtes Problem und wir wissen nicht, was wir gegen das Gebell (an der Tür) und dieses Schnappen/Beißen machen können…

Ich hoffe, mir kann da jemand helfen.

Liebe Grüße
Sabrina

Hallo!
Zuerst würde ich den Hund unbedingt einem Tierarzt vorstellen, um krankheitsbedingte Verhaltensstörungen auszuschließen, wie es beispielsweise bei Epilepsie oder Tumoren der Fall sein kann.

Weiterhin würde ich jedes Bellen und jedes aggressive Verhalten des Hundes mit einem einzigen Kommando „ablenken“. Der Befehl „Körbchen“ ist doch sehr gut!! Danach unbedingt Lob!!!
Auf keinen Fall darf der Hund ausgesperrt werden, wenn Besuch kommt, das schürt seine Aggressionen nur noch mehr! Vom Rudel verbannt zu werden ist die Höchsstrafe für den Hund, und er weiß in diesem Zusammenhang auch nicht genau, warum.
Gib jedem Besucher an der Tür ein Leckerchen in die Hand. Wichtig ist aber, dass nur du allein den Besuch herein läßt! Lass den Hund nicht mit zur Tür laufen. Er muss auf seinem Platz warten, bis du ihm erlaubst, aufzustehen. Dann bekommt er ein Leckerchen vom Besuch. Weise deinen Besuch an, den Hund ansonsten zu ignorieren. Nicht anschauen, nicht anfassen usw. (es sei denn, er zeigt sich freundlich). Wenn der Besuch Angst hat, ist es vielleicht sinnvoll, den Hund im Haus (im Körbchen) anzuleinen (?), damit er nicht plötzlich zubeißen kann. So kann er mit im Raum sein und die Situation nach und nach entspannter erleben.

Auf jeden Fall rate ich dir aber, den Hund einem TA vorzustellen! Ich vermute ganz stark, dass der Hund sich krankheitsbedingt so verhält, vor allem, wenn du schreibst, dass das Problem so plötzlich aufgetreten ist (auch Leuten gegenüber, die er eigentlich mag)!!
Viel Glück!
Gruß, Galli

Hallo,

wir haben 2 Hunde, eine Cocker-Spaniel Hündin (ca. 9, mit 5
aus dem Tierheim geholt) und einen
Labrador-Wolfsspitz-Mischling Unser Zweiter aber
jedoch dreht er total durch, wenn bei uns ein Hund am Haus
vorbeiläuft. :In letzter Zeit wurde es noch schlimmer. z.B. mit dem besten Freund von
meinem Bruder klar. :Seit ein paar Monaten kann der beste Kumpel jetzt aber kaum
noch ins Haus kommen, denn unser Hund hat urplötzlich
versucht, ihn zu beißen. Vorher hat er geknurrt wie sonstwas
und dann geschnappt. Das ist jetzt bei fast jedem (meinen
Ex-Freund lässt er als Einzigen noch rein), der hier ins Haus
kommt. Egal, ob er die Person schon tausendmal gesehen hat
oder nicht, jetzt geht er auf jeden los.
Für uns ist das ein echtes Problem und wir wissen nicht, was
wir gegen das Gebell (an der Tür) und dieses Schnappen/Beißen
machen können…

Ich hoffe, mir kann da jemand helfen.

Liebe Grüße
Sabrina

Hallo Sabrina,

in so einem Fall könnte dem Verhalten ein Rangordnungsproblem zu Grunde liegen. Denn ein ranghoher Hund versucht sein Rudel (= die Familienmitglieder) gegen Eindringlinge von außen zu verteidigen.
Spitze sind in dieser Richtung besonders „anfällig“. Da er mit seinem Verhalten aus seiner Sicht zumindest einen kleinen Erfolg erzielt (der Besuch wird nicht ohne Weiteres herein gelassen)eskaliert das Ganze zunehmend.
Als Soforthilfe solltest du den Hund beim ersten Klingelton wegsperren und die Klingel ganz ausstellen, sobald niemand in der Wohnung ist, damit er nicht doch noch unbemerkt an der Türe verrückt spielt.
Erst später, wenn der Besuch schon einige Minuten in der Wohnung ist und der Hund sich beruhigt hat, darf er wieder raus und bekommt vom Besuch ein Leckerli. So lernt er zweierlei : 1. Besuch lässt sich nicht abwimmeln
2. Besuch bringt ein Leckerli mit.

Effektiv lässt sich das an einem Wochenende trainieren, wobei man bewusst viele verschiedene Bekannte klingeln lässt und ins Haus bittet.

Achte im Alltag darauf, dass du deinem Hund in jeder Hinsicht klar machst, dass Menschen im Rang über ihm stehen. Da „liegt“ nämlich meist „der Hund begraben“ !
Lies mal das Buch „Lassie,Rex und Co.“ von Rehage und Weigand. Zwar richtet sich das Buch an Welpenbesitzer, aber alle Erziehungstipps kann man auch wunderbar an erwachsenen Hunden anwenden. Das Buch liest sich leicht und unterhaltsam und ist illustriert mit netten Cartoons.

Gruß
lexi

Besser hätte man es nich sagen können * owt

Stimme Galli voll zu.

Hallo Sabrina,

also meines Erachtens ist es völlig falsch den Hund in sein Körbchen zu schicken denn somit würde er das Körbchen mit etwas schlechtem verbinden.

Ich würde sagen hier hilft eine ganze einfache Methode und zwar ein fester Griff in den Nacken und ein scharfes „NEIN“ zur gleichen Zeit. Der Hund muß eine „schlechte Tat“ mit schlechten Folgen verbinden und gleichzeitig lernt er wer im Rudel das Sagen hat. Irgewann wird das Nein alleine reichen.

Das hört sich vielleicht gemein an und es ist bestimmt nicht nett wenn Dein Hund anfängt zu quieken aber irgendwie muß man ihm klar machen, daß er in der Rangordnung unter Dir steht.

Ich war mit meinem Hund anfangs auch etwas zimperlich und so ein Griff in den Nacken kam für mich der Tierquälerei schon ziemlich nahe aber dann habe ich eine Hundeschule besucht weil er andere Hunde angegriffen hat (er wollte mich verteidigen) und dort habe ich gelernt mich gegen ihn zu behaupten. Es ist eigentlich ganz einfach, der Hund macht etwas Gutes und soll dies auch mit guten Folgen verbinden (also loben wenn er etwas Gutes getan hat bzw. gehorcht hat usw.), genauso verhält es sich halt mit den schlechten Dingen.

Hunde sind nun mal keine Lämmchen und in Rudeln geht es auch nicht immer besonders zärtlich zu, da darf man ruhig schon mal etwas härter durchgreifen. Und glaube mir, dem Hund tut es bestimmt nicht weh. Meiner hat damals als ich damit angefangen habe erst ganz blöde geguckt und es hat ihn nicht wirklich interessiert was ich da mache. Bis ich dann irgendwann so weit war und ihm wirklich umschmeissen musste damit er versteht, daß er mir zu gehorchen hat. Später fing er dann an zu jaulen sobald ich meine Hand nur in die Nähe seines Nackens bewegt habe aber nur, wenn er wußte daß er Mist gebaut hatte und weil er merkte, daß mich das erschreckt und ich aufhöre. In ganz normalen Situationen wußte er, daß ich ihm nichts tue.

Ich will hoffen, hier nicht allzu agressiv rüber gekommen zu sein…

Viele Grüße,
Sandra