Hund, Einschläferung

Hallo!

Ich habe meinen Hund bekommen, als ich 15 war.
Damals war er 8 Wochen alt.
Jetzt mußte ich ihn vor 5 Monaten einschläfern lassen.
Er hatte eine Niereninsuffizienz. Trotz Diätfutter und Tabletten war leider nichts mehr zu machen.
Er ist 16 Jahre alt geworden.

Es war für mich die schlimmste Zeit in meinem Leben.
Das schlimmste waren die 3 Wochen vor der Einschläferung.
Ich war Herr dieser Entscheidung und wußte nicht was ich machen sollte, da es immer ein auf und ab war. Etwas Hoffnung bestand ja noch.
Als er dann apatisch geworden ist, und nichts mehr gefressen hat, habe ich mich entschlossen, ihn einschläfern zu lassen. Es war die schlimmste Entscheidung in meinem Leben. Als der Tierarzt bei mir war, und ich mit meiner Hand seinen letzten Herzschlag gefühlt habe, war es aber trotzdem irgendwie eine Erleichterung. Jetzt mußte er nicht mehr leiden.

Aber jetzt, noch so langer Zeit, es sind immerhin schon 5 Monate vergangen, kommt es mir vor, als ob es gestern gewesen wäre. Ich kann mich einfach nicht damit abfinden, daß er nie wieder kommt. Ich muß pausenlos an meinen Hund denken, ich weiß ja, es war das beste für ihn, aber trotzdem ist immer dieser Gedanke, daß ich meinen eigenen Hund umgebracht habe. Und immer dieser Zweifel, ob es auch der richtige Zeitpunkt war. Ich hätte es 3 Wocher früher machen sollen, daß hätte ihm viel Leid erspart. Aber irgendwie bestand immer noch Hoffnung. Aber trotzdem wäre es besser für ihn gewesen. Das war wie ein Kind für mich, bei mir ist seit dem alles anders geworden. Das kommt mir immernoch vor wie ein böser Traum.

Ich habe schon oft überlegt, einen neuen Hund zu kaufen, aber alleine dieser Gedanke, daß hier, wo 16 Jahre mein treuer Hund rumgelaufen ist, plötzlich ein fremder Hund ist, finde ich ganz furchtbar.

Jetzt Frage an Leute, die das auch schonmal miterlebt haben:
Vergeht das irgendwann?
Kommt irgendwann der Tag, an dem man an seinen Hund denken kann, ohne anfangen müssen zu heulen? Kommt irgendwann der Tag, an den man sich über die schönen Jahre die man mit seinem Hund erlebt hat einfach freuen kann? Oder kommt dieser Tag nie?
Ist es euch auch so gegangen, daß die ersten Tage nach der Einschläferung gar nicht so schlimm waren und das die schlimmste Zeit erst später gekommen ist?

Vielen Dank
LG
Nicole

Hai, Nicole,

so von Viecher-Freund zu Viecher-Freund: besorg Dir 'n Neuen.
Geh ins Tierheim, kuck Dich da in Ruhe um und wenn einer da ist, der „Deiner“ ist, wirst Du es schon merken.

Das Du trauerst ist völlig normal, das Tier hat Dich schließlich die Hälfte Deines Lebens begleitet und es wird in Deinen Gedanken immer etwas besonderes bleiben.

Der Tod gehört zum Leben, aber er ist nicht nur Ende, sondern immer auch ein Neuanfang - im Fall eines Haustieres ist es die Gelegenheit, einem anderen Tier Deine Liebe zu schenken (und von ihm Liebe zu bekommen).
Halte die Trauer nicht fest, sie hat ihre Zeit, aber diese Zeit muß enden.

Ich hab’s nie länger als ein halbes Jahr geschafft, Tier-los zu sein, dann begann sich die Trauer zu ändern - von „mir fehlt mein Tier“ zu „mir fehlt ein Tier“

Gruß
Sibylle
PS: Deine nächste Fellschnauze sitzt schon irgendwo und wartet auf Dich

Hallo Nicole

Zunächst lasse mich (als altem Hundebesitzer, dem auch schon der eine oder andere „Freund“ entrissen wurde) mein Mitgefühl aussprechen.

Für den Fall, dass Sibylles (hervorragender) Beitrag nicht eh schon das Ruder herumgerissen hat:

Es ist normal, dass der Moment des „Begreifens, dass der liebgewonnene Lebensgenosse nun weg ist“ erst etwas später auftritt.
Wie wenn ein Teil von Dir entrissen wurde.
Es ist eine ewige Diskussion, wie lange „Trauer“ denn nun „gut“ sein soll. Und gut für was? Manche Menschen heben sich ihre Trauer lebenslang auf. Und nehmen sich damit viel Möglichkeiten. Sie reagieren geradezu sauer, wenn man ihnen klarmacht, dass sie auch „theoretisch“ anders damit umgehen könnten.

Falls DU nicht zu diesen Menschen gehörst und merkst, dass Dich deine Trauer einschränkt, Du an deinem Zustand „wirklich“ was verändern willst, könnte ich eine kleine Hilfe anbieten.
Es gibt eine Vorgehensweise in der Form einer (normalerweise geführten) Trance, die sich „Abschied“ nennt. Man verabschiedet sich dabei in einer ganz klar definierten Art und Weise von Menschen, Tieren (auch Dingen) und erlangt idealerweise ein tiefes Gefühl des „jetzt ist alles gesagt, jetzt ist alles ok“, verbunden mit einem Zustand der Aussöhnung und gegenseitigen Würdigung.
Die „Regieanweisung“ kann man zur Not auch vorab durchlesen und dann „durchspielen“. Es ist klar, dass eine schriftliche Vorgehensweise nie (!) die Qualität einer persönlichen Begleitung erreichen kann - aber vielleicht hilfts schon ein Stück weiter, um sich wieder frei zu machen, den Alltag wieder mehr genießen zu können.
Bei Bedarf maile ich Dir das gerne.

Gruß
Sopho

Hallo Nicole

aber trotzdem ist immer dieser Gedanke, daß ich meinen eigenen Hund
umgebracht habe.
Und immer dieser Zweifel, ob es auch der richtige Zeitpunkt war.

In Ergänzung zu dem was die anderen schon geschrieben haben:
Du hast Deinen Hund erlöst von seinen Leiden. Umgebracht ist nicht
der richtige Ausdruck.
Der Zeitpunkt ist im Nachhinein immer anzuzweifeln. Du hast nach
bestem Wissen und mit Deiner Liebe zu Deinem Hund entschieden. Was
sollte daran falsch sein?

Lass Dich von Deinen Gefühlen leiten, wann Du Dir wieder einen Hund
zulegst.

Mitfühlende Grüsse
Heinz

Hi!

Ich denke es ist ganz normal was du da durchmachst. Heul dich ruhig so richtig aus. Die Trauer zu unterdrücken bringt nichts. Es war die richtige Entscheidung von dir. Dein Hund ist dir bestimmt dankbar. Vergessen wirst du ihn nie, aber die Trauer vergeht irgendwann. Wie lange dies dauert ist bei jedem Menschen unterschiedlich.

Du wirst von alleine merken, wann es für dich Zeit ist einem neuen Tier ein Zuhause zu geben. Hör einfach auf dein Bauchgefühl.

Mitfühlende Grüße

Tara

kann es sein, daß du das schon seit monaten fragst
hallo,

du hast kein profil, drum kann ich nur vermuten, daß du es bist der/die seit monaten hier diese frage stellt - ohne allerdings auf einen einzigen rat eingegangen zu sein.

stimmts?

gruß
ann

Hi, danke für die Antworten

LG

Hi Nicole,

Du hast eine schwere und folgenreiche Entscheidung getroffen und der Tod Deines „besten Freundes“ hat Dich vermutlich die ersten Tage „hypnotisiert“, will sagen: da hast Du noch gar nicht fassen können, was passiert ist.

Danach erst war Trauer möglich und das kann (in Extremfällen) Jahre brauchen. Wichtig ist m. E., dass diese Traurigkeit sein darf und beachtet i. S. v. respektiert wird. Mir hat in solcher Situation geholfen, zum Grab zu gehen und dort der Trauer ihren Platz zu geben.

Kann leider nur aus 2. Hand antworten, da ich selbst kein Hundebesitzer bin: Meine Nachbarin hatte, als ich im Jahr 2000 einzog, eine wunderschöne Doggendame. Ein prachtvolles Tier, dass sie über alle Maßen liebte. Auch dieses Tier war unheilbar erkrankt, und die Besitzerin hat sich im Interesse der Hündin entschlossen, ihr weitere Schmerzen zu ersparen. Ich kann nur erahnen, welche Überwindung und welchen Kummer ihr diese Entscheidung bereitet hat, zumal die Doggendame die letzte einer ganzen Kategorie von Zuchtdoggen war und diese sie darüber hinaus auch an ihren verstorbenen Mann erinnerte.

Nachdem eine ganze Zeit ins Land ging, hat sich meine Nachbarin für einen neuen Hund entschieden: Kynologisch unkundig wie ich bin, würde ich sagen: Marke Fußhupe. Beide ergänzen sich toll, aber die Nachbarin weiß auch rein optisch, das ist kein ERsatz für die verstorbene Dogge, es ist ein anderes Tier, dem sie ein gutes Zuhause bietet und das diese dafür abgöttisch liebt.

Lass Dir soviel Zeit wie nötig, um dem Schmerz zu verarbeiten.
Alles, alles Gute wünscht M.P.

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hi nicole,

wenn dein hund für dich mehr war - z.b auch das wesen welches dir spürbar zuneigung entgegenbrachte oder der einzige der trost gespendet hat und was es sonst noch so gäbe - also auch eine art ersatz für fehlendes von familie oder auch freundersatz - dann wäre es kein wunder wenn du noch sehr lange zeit so intensiv trauerst.

wenn es das alles nicht war, halte ich es dennoch für normal weil du in deinen jungen jahren ja die meiste zeit mit dem tier verbracht hast.

aus erfahrung kann ich sagen, wen ndu dir einen neuen hund anschaffst wirst du schnell merken - es ist kein verrat an den anderen hund und man hat genug liebe den alten hund nie zu vergessen und dennoch platz für einen weiteren hund zu schaffen.
aber die zeit muss reif dafür sein.

mein vater hatte sich nach dem tod des damals letzten hundes meiner eltern auch nicht erholt - wir waren sehr in sorge um ihn - und so haben wir nach ich glaube 4monaten schon einen neuen hund besorgt.
rückwirkend sagt er selbst, es habe ihm sehr geholfen.

davor der hund - der wiederum mich 13 jahre meines lebens begleitet hatte - bis ich 19 war - als sie starb hatten sie erstmal einige jahre keinen hund - (da war es mir übrigens ähnlich wie dir gegangen)

versuch dir mal zu überlegen was dir guttäte - zum einen wenn es dir spontan schlecht geht - für den moment also abhilfe, etwas schönes zu tun oder weiss ich was - und zum anderen mittelfristig.
vielleicht wäre es eine gute idee wenn du dir einen plan machst wann du dir erlauben könntest einen neuen hund zu haben und bis dahin versuchst noch ein stück weiter zu kommen in deiner trauer.
oder alternativ dir ein anderes tier als einen hund anzuschaffen - eine ratte z.b (sind ja kluge und sehr soziale tiere).

es gibt noch andere wege - es gibt viele wege - versuch doch herauszufinden welche deine sein können.

und gib dir zeit!

LG
nina

Hallo Nicole,

ich habe auch dein Posting im Haustiere und Nutztiere gelesen.
Deinen Schmerz kann ich sehr gut nachfühlen.
Auch ich musste letztes Jahr meinen Hund einschläfern lassen…

Daran zu denken, ist heute noch schmerzlich und den letzten Blick werde ich niemals vergessen können.

Inzwischen habe ich einen neuen Hund.
Aber mein jetztiger Hund kann den ersten niemals ersetzen und das ist gut so!
Er hat ein ganz anderes Wesen, Temperament usw., wie eben jedes Lebewesen unterschiedlich ist.

Anfangs dachte ich „solch einen Hund bekomme ich nie wieder“.
Richtig.

Meinen jetztiger Hund möchte ich für keinen anderen Hund der Welt mehr tauschen!!!

Jeder ist einzigartig…
Auch du wirst wieder einen treuen Freund finden, an dem du dein Herz genauso verlierst.

Alles Gute und liebe Grüße,
Maria
die " 4 Monate schlimm getrauert hat"