Hund frisst alles

Hallo!

Ich habe einen Schäferhund, der nun schon seit 7 Jahren bei mir ist. Seit ca. einem Jahr frisst er beim Gassi gehen alles, was ihm in die Quere kommt…besonders eklig sind hierbei die Häufchen von Katzen etc.

Warum macht er das? Kann man ihm das abgewöhnen?

Wenn ich ihn anschnauze geht er sofort weg und zieht die Ohren ein, weiss also dass er das eigentlich nicht darf…

Danke schon mal im Voraus für eure Antworten!

Grüße nat

Hallo,

Warum macht er das? Kann man ihm das abgewöhnen?

Für den Hund erscheinen die Sachen lecker. Hunde sind da oft nicht so wählerisch. Manche deuten das als Mangelerscheinungen, um das auszuschließen würde ich vom Tierarzt eine gute Vitamin/Mineraltablette besorgen.

Wenn ich ihn anschnauze geht er sofort weg und zieht die Ohren
ein, weiss also dass er das eigentlich nicht darf…

Das ist ein Fehlschluss. Wenn Du ihn anschnauzt, weiß er nur eins: Frauchen ist böse auf ihn. Daher reagiert er automatisch mit Beschwichtigung. Hunde kennen kein schlechtes Gewissen.

Man kann einem Hund nicht wirklich abgewöhnen, etwas zu essen, dass ihm lecker und nahrhaft erscheint. Du kannst aber daran arbeiten, dass der Hund nichts vom Boden, sondern nur aus Deiner Hand bzw. aus dem Napf frisst.

Gruß,

Myriam

Hallo!

kleine Ergänzung vom Vorredner:
Den Hund ausschließlich aus seinem Napf füttern - ohne Ausnahme!

Dann gibt es noch einen Trick, den ich aus der Hundeschule habe und
wohl funktionieren soll: Gummihandschuhe anziehen (wegen des Geruchs
von dir), dann kleine Wurststücke mit roten Chilikernen präparieren und
beim gassi gehen unauffällig so verstecken, dass der Hund sie findet.
Er darf aber auf keinen Fall wissen, dass es von dir ist. Lernziel: was
draussen rumliegt und gefressen wird, tut weh, also lass ich’s bleiben!
(Funktionierte bei meinem Hund leider nicht, denn sie isst auch scharf
sehr gerne, ist aber ein Versuch wert).
Viele Grüße

Hi,

Hunde kennen kein schlechtes Gewissen.

DAS glaub ich nicht. Meiner sehe ich es doch genau an, wenn sie was verbockt hat und sie das weiss - manchmal krieg ich nicht mal raus was es war (Meistens war´s aber ein kulinarischer Ausflug an Nachbars Kompost, den ich ihr dann auch anrieche). ;o)

Man kann einem Hund nicht wirklich abgewöhnen, etwas zu essen,
dass ihm lecker und nahrhaft erscheint. Du kannst aber daran
arbeiten, dass der Hund nichts vom Boden, sondern nur aus
Deiner Hand bzw. aus dem Napf frisst.

Das hab ich bei meiner (12 JAhre) aufgegeben. Manche Hunde sind einfach Dreckfresser.
Immerhin hat sie kapiert, dass nach einer Wälzaktion ihrerseits in vergammeltem Fisch eine Dusch und Duftaktion folgt - und sie hasst Wasser! ;o)

Ich hadhabe es so: Wenn ich seh dass sie was vermeintlich leckeres gefunden hat das echt bäh ist, dann verbiete ich es ihr, wenn sie einen halben Döner anschleppt und mich stolz und bifallheischend nschaut lass ich ihn ihr auch mal. Ins Bett/ aufs Sofa darf sie aufgrund ihrer nebenernährungsweise nicht und ich wasch mir halt die Pfoten ein bischen öfter nach dem Streicheln. Wir leben gut so.

Grüße

Mopedhexle

Gruß,

Myriam

DAS glaub ich nicht.

Es ist aber so. Der Hund verknüpft die Situation, hat aber nicht die Fähigkeit zu erkennen, dass er was Verbotenes getan hat.

Zitat:

"Haben Hunde ein schlechtes Gewissen?

Viele Hundehalter würden jeden Eid darauf schwören.

Was sonst soll es sein, wenn der Hund uns schuldbewusst ansieht wenn eine Pfütze im Hausflur ist, wenn er uns beschwichtigt wenn wir morgens Haare auf dem Sofa entdecken? Wie so oft liegt auch hier ein Missverständnis vor, wir interpretieren menschliches Verhalten in den Hund hinein.

Rein biologisch ist er dem bisherigen Wissensstand entsprechend nicht in der Lage die Folgen lange vergangener Taten mit aktuellen Geschehnissen zu verknüpfen.

Was aber sonst bringt Hunde zu diesem eindeutig anderem Verhalten uns gegenüber, wenn sie etwas ausgefressen haben?

Die Antwort ist im Grunde ganz einfach und jedem bekannt. Das sie keine Anwendung findet zeigt uns nur, wie schwer es für uns ist uns in den Hund hinein zu versetzen. Wie viel schwerer muss es dann für den Hund sein, sich in uns zu versetzen?

Hunde sind Meister im Lesen der Körpersprache und Hunde sind Meister im Assoziationslernen.

Die Pfütze auf dem Boden stört den Hund nicht. Warum auch? Als er sie machte, sorgte sie für Erleichterung und hatte keinerlei schlechte Nebenwirkung. Was den Hund zu seinem - von uns als schlechtes Gewissen fehlinterpretierten – Beschwichtigungsgesten veranlasst, ist die Erfahrung, dass dieses gleichzeitige Vorhandensein dieser Pfütze und Herrchens Ankunft Ärger bedeutet.

Selbst wenn wir uns zusammenreißen und bemühen uns unseren Ärger nicht anmerken zu lassen, wird ein sensibler Hund unsere Stimmungsschwankung, ja sogar schon unsere angespannte Stimmung beim Aufsperren der Türe, bemerken. Die Reaktion fällt umso deutlicher aus, wenn wir einmal nach menschlicher Art den Hund sogar nach unserer Ankunft für sein Verhalten bestraften.

Der Hund addiert nur 1 + 1 und kommt unweigerlich zu dem Schluss, dass Herrchen bei seiner Ankunft und gleichzeitiger Anwesenheit einer Pfütze beschwichtigt werden muss um Ärger zu verhindern, dass Produzieren der Pfütze selbst kann er damit nicht verknüpfen.Wer hier bestraft verspielt nur das Vertrauen seines Hundes."
http://www.hundeseite.info/html/schlechtes_gewissen…

Gruß,

Myriam

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Hallo,

dazu noch eine kleine Anmerkung als Ergänzung zu deinen Erleuterungen:

wenn einer unserer Hunde etwas angestellt hat und wir bemerken das, dann ziehen alle 4 den Schwanz ein und schauen schuldbewußt - übrigens meist auch dann, wenn wir den Übeltäter kennen und nur ihn ansprechen.

Gruß, Robi

[MOD: unnötiges Vollzitat entfernt]