Hallo !
Mein Hund (Schäferhund-Mischlings-Dame Aika) hat seit Silvester Probleme mit dem Spazierengehen. Zuerste hatte sie einfach wohl nur Angst vor der Knallerei, aber jetzt will sie abends immer noch nicht wieder raus gehen. Im Dunkeln wie im Hellen. Sie geht bis zur Ecke mit (keine 20m…), dann sträubt sie sich und zieht zurück zum Haus. Sie hört dann auch nicht auf Rufe oder Leckerchen. Wenn wir dann wieder zurück gehen wirkt sie überaus glücklich und erleichtert und will spielen.
Wir haben keine Ideen mehr, wie wir sie dazu bringen können, mit zu gehen. Kennt jemand sowas oder kann mir jemand Tipps und Tricks verraten, wie sie ihre Angst verliert ?
meine hündin ist von einem sehr niedrig fliegenden heißluftballon in panik versetzt worden und wollte danach eine weile nicht in die nähe von straßenlaternen gehen, wohl weil die auch am himmel sind und leuchten. das hat sie dann auch auf unbeleuchtete straßenlaternen übertragen, was sämtliche spaziergänge kurzfristig zu einem problem gemacht hat, immerhin stand 5 meter vor dem haus die erste laterne. was nachdrücklich geholfen hat, war ihr die angst zu verbieten, sie hat jedesmal ein „nein!“ gehört, wenn sie den schwanz eingezogen oder an der leine weggezogen hat. niemals trösten oder so, streicheln oder gut zureden ist für den hund was freundliches und damit ein lob für sein aktuelles verhalten. auch hilfreich war, sie abzuleinen, selber an den „gefährlichen“ laternen vorbeizugehen und sie von dort zu rufen, das natürlich mit viel lob und leckerchen, wenn sie dann kam. vielleicht ist es auch ne möglichkeit, ihren futternapf mitzunehmen und ihr während des spaziergangs, also weiter weg vom haus, ihr fressen zu geben?
ich drück die daumen, dass es bald wieder freudige spaziergänge gibt für hund und mensch.
im Großen und ganzen kann ich Anna nur zustimmen. Du darfst den Hund durch Dein Verhalten nicht in seiner Angst bestärken, also weitergehen und auch ruhig mal energisch an der Leine ziehen. Du mußt Aika zeigen, daß Du keine Angst hast und Sie auch keine Angst haben muß. Nicht den Hund dabei ansehen und Ansprechen, sondern ein gewisses Maß an Gleichgültigkeit zeigen - es ist alles normal - nach kürzester Zeit wird dann auch für Aika wieder Normalität einkehren. Ab und zu ein Lecker ist OK, aber bitte nicht zuviel ( und schon gar nicht den Freßnapf), denn es soll für den Hund kein Staffellauf von Lecker zu Lecker werden, sondern durch das Vertrauen zum Rudelführer (Dir) soll ihr die Angst genommen werden.
Dein Hund hat die Knaller anscheinend mit dem Spaziergang an sich verbunden, so etwas kommt häufig vor.
Deine Aufgabe ist es nun, ihn zu desensibilisieren, d.h. du musst ihr durch kleine Schritte die Angst nehmen.
Meide zuerst die Stelle, an der sie am meisten Angst zeigt. Geh um diese Stelle herum, erst so weit davon entfernt, dass sie gar keine Angst hat. Lobe sie kräftig und geh wieder zurück. Nähere dich der Stelle von Tag zu Tag ein kleines Stückchen mehr. Eventuell musst du davor anfangs ganz andere Routen einplanen als sonst. Reagiere auf ihre Angst in keinster Weise, sondern bleibe gleichgültig. Konfrontiere sie aber nicht zu sehr und zieh sie auch nicht mit Gewalt hinter dir her. Tu so, als würdest du ihre Angst nicht bemerken und entferne dich dann unauffällig wieder von der am meisten Angst einjagenden Stelle/Situation. Auf diese Weise kannst du Stück für Stück größere Spaziergänge machen.
Es kann eine Weile dauern, bis die Angst ganz verflogen ist. Du brauchst viel Geduld! Nimm Rücksicht auf sie, ohne sie zu trösten und lass dem Hund Zeit! Anscheinend hat er durch die Silvesterknaller ein traumatisches Erlebnis gehabt.
Galli