Hund heult wenn er alleine ist

Hallo, ich habe meiner Freundin einen 4 Jahre alten Schäfer/Beagle-mix geschenkt. Wir haben Ihn jetzt seit 8 Tagen. Er war bisher sehr umgänglich, ist lernfreudig und gehorsam. Doch leider wurden wir gestern von unserer Nachbarin angesprochen, dass er seit Gestern nach einer Stunde furchbar das heulen anfängt. Wir haben daraufhin eine Webcam aufgestellt und gingen für 2,5h ausser Haus. Und wirklich, er fing nach einer Stunde für 4 Minuten das Heulen an und dann in immer kürzeren Abständen. Wenn wir zu Hause sind weicht er uns auch immer weniger von der Seite, schläft lieber vor der Schlafzimmertür auf den kalten Fliesen, als auf seinem Platz. Der Hund muß allerdings 3 Tage die Woche für insgesammt 6 Stunden alleine sein können. Und wenn wir das nicht in den Griff bekommen, müßen wir den Hund wieder abgeben. Und die Hundeschuhle macht erst im Februar wieder auf. Ich weiß dass man den Hund „ignorieren“ sollte, wenn man die Wohnung verlässt bzw wiederkommt…doch da gibt es doch sicherlich noch mehr? Ich bin für jede Hilfe und Antwort dankbar! LG Marco

Hallo,

solche Probleme bedenkt man VOR der Anschaffung eines Hundes, nicht wenn er schon da ist.
Ein Hund ist halt ein Rudeltier und ist nicht gerne alleine. Ich würde versuchen, den Hund allmählich daran zu gewöhnen, dass er mal alleine bleiben muss (oder man schafft sich mehrere Hunde an).

Gruss

Iru

Ok…vorab vieleicht auch noch, dass wir uns sehr wohl Gedanken gemacht haben…beide auch nicht Hundeunerfahren sind und genau aus diesem Grund uns einen „älteren“ Hund zugelegt haben. Ich brauch hier keine Zurechtweisungen, über was ich mir vorher Gedanken gemacht hätte sollen. Genauso kann ich auf Kommentare verzichten, dass wir unseren Hund einsperren und nicht artgerecht behandeln würden. Ich bin hier weil ich mir Zusatztipps für die Bewältigung unseres Problems erhoffe!
LG
Marco

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Hallo,

aber da hat Iburis recht!

Nach 8 Tagen hat der Hund sich noch nicht bei euch eingelebt!
Sprich, ihr könnt ihn in so einer kurzen Zeit nicht alleine lassen!
Wer weiss, was der Kleine vorher erlebt hat…kennt ihr die Vorgeschichte ?
Hatten die Vorbesitzer vielleicht auch das Prob?

Lasst ihn eine Eingewöhnungszeit haben!
Nimmt euch Urlaub und dann kleckerweise üben!

Hundeschulen gibt es sicherlich noch mehr…

Gruss

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Hallo Marco

Hallo, ich habe meiner Freundin einen 4 Jahre alten
Schäfer/Beagle-mix geschenkt. Wir haben Ihn jetzt seit 8
Tagen. Er war bisher sehr umgänglich, ist lernfreudig und
gehorsam.

Klar, der Hund hat sich auch gar noch nicht wirklich eingelebt. Als ‚Gast‘ ist man besser erst einmal freundlich. Der Hund weiss ja nicht, dass er jetzt (hoffentlich) für immer bei Euch bleiben soll. So richtig eingelebt hat sich ein Hund erst nach einigen Monaten, wenn eine gewisse Routine eingekehrt ist und er nicht immer wieder mit Neuem und Unbekanntem konfrontiert wird.

Doch leider wurden wir gestern von unserer Nachbarin
angesprochen, dass er seit Gestern nach einer Stunde furchbar
das heulen anfängt. Wir haben daraufhin eine Webcam
aufgestellt und gingen für 2,5h ausser Haus. Und wirklich, er
fing nach einer Stunde für 4 Minuten das Heulen an und dann in
immer kürzeren Abständen.

Glücklicherweise hat Euch die Nachbarin darauf angesprochen. Von diesem Experiment habt ihr also gelernt, dass der Hund es eine Stunde tatsächlich alleine aushält, aber alles andere noch eine Zumutung ist, da er sich in eine Angst hineinsteigert und das eigene Heulen womöglich schon eine Bestätigung für ihn ist. Das ist jedenfalls schon einmal eine Basis.

Nun wird es aber anstrengend für Euch. Erstens dürft Ihr den Hund ab sofort nicht mehr länger als eine Dreiviertelstunde alleine lassen und gleichzeitig ein Training beginnen. Grundsätzlich müsst Ihr Euch auch bewusst sein, dass es für einen Hund äusserst artfremd ist, alleine gelassen zu werden. Als Rudeltier ist er darauf programmiert niemals alleine dastehen zu müssen.

Im Namen Eures Hundes und Eurer Nachbarn müsst Ihr dafür sorgen, dass der Hund, bis er alleine bleiben kann, irgendwo unterkommt, es sei denn, einer von Euch kann den Hund mitnehmen oder bei ihm bleiben. Jedes Training ist sinnlos, wenn ihr ihn unterdessen trotzdem wieder alleine lässt.

Gleichzeitig müsst Ihr üben. Das bedeutet, dass Ihr immer wieder das Haus verlässt, kurz weggeht (nie länger als eine Dreiviertelstunde, wenn der Hund es ZUVERLÄSSIG eine Stunde lang alleine aushält) und dann sehr unberechenbar wieder zurückkommt. Das können einmal 5 Minuten, einmal 20, dann wieder 10 Minuten, dann 45 und wieder 5 sein, Hauptsache, es ist für den Hund völlig undurchsichtig wann ihr wiederkommt. Setzt die Nachbarin oder die Kamera als ‚Kontrolleurin‘ ein, damit Ihr wirklich sicher sein könnt, dass Ihr den Bogen nicht überspannt habt.

Gebt dem Hund gleichzeitig etwas zu tun - füllt Spielzeuge mit Futter oder versteckt Futter und dehnt dann, wenn Ihr das Fortgehen einige Tage erfolgreich geübt habt, die Zeitspanne langsam aus - aber wieder genauso unberechenbar wie vorher. Sobald der Hund aber zu jaulen begonnen hat, seid ihr viel zu schnell vorangeschritten. Dann habt ihr die Sache verschlimmbessert, seid deshalb vorsichtig oder holt Euch Hilfe bei einem guten(!) Hundetrainer.

Bis dahin müsst Ihr für eine Übergangslösung sorgen.

Wenn wir zu Hause sind weicht er uns
auch immer weniger von der Seite, schläft lieber vor der
Schlafzimmertür auf den kalten Fliesen, als auf seinem Platz.

Das zeigt, dass sich sein Verhalten nur noch verschlimmert, als verbessert.

Der Hund muß allerdings 3 Tage die Woche für insgesammt 6
Stunden alleine sein können. Und wenn wir das nicht in den
Griff bekommen, müßen wir den Hund wieder abgeben.

Eine Blitzlösung für so etwas gibt es nicht. Sucht Euch jemanden, der unterdessen auf den Hund aufpassen kann.

Ich weiß dass
man den Hund „ignorieren“ sollte, wenn man die Wohnung
verlässt bzw wiederkommt…doch da gibt es doch sicherlich
noch mehr?

Grundsätzlich ist ignorieren ok, aber es verbessert ein solches Problem nicht. Es führt kein Weg um langwieriges Training herum, wenn Ihr das Problem wirklich in den Griff kriegen wollt.

Gruss,

S.

vielen dank! das ist wehnigstens eine aussage mit hand und fuß!
hoffe dass wir das problem in den griff bekommen!!!

Hallo,

was ebenfalls Sinn macht ist - auch wenn es zunächst ein wenig „unfreundlich“ klingen mag - wenn ihr zuhause seid, dem Hund nicht permanent Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Dazu neigt man besonders bei einem neuen Hund sehr. Das Loch, in das er fällt, wenn ihr ihn dann mal alleine lasst, ist aber für ihn umso tiefer.

Könnte konkret heißen: Reagiert nicht auf jedes Angebot, das der Hund macht. Wenn er kommt, um Streicheleinheiten abzuholen oder euch zum Spielen aufzufordern, reagiert öfter einfach mal nicht. Das bedeutet allerdings wirklich, NICHT zu reagieren, d.h. ihn auch nicht wegschicken, denn damit hätte er bereits wieder Aufmerksamkeit.

Stattdessen ruft ihn zu euch, wenn er grade mit was anderem beschäftigt ist, um ihn dann zu bekuscheln. Er soll seine Streicheleinheiten ja kriegen, aber er soll gleichzeitig lernen, dass ihr nicht einfach verfügbar seid. In diesem Zusammenhang solltet ihr auch verhindern, dass der Hund euch in der Wohnung permanent folgt. Das hat nichts mit Zuneigung zu tun, sondern ist lediglich Kontrollverhalten, das aus seiner Unsicherheit resultiert.

Das Ganze klappt am Besten, wenn ihr einfach immer mal wieder die Tür hinter euch zumacht. Das sollte am Anfang nur Sekunden dauern, bevor ihr wieder ins Zimmer zurück kommt und dabei ganz undramatisch passieren. Der Hund wird dabei weder beim Rausgehen noch beim Zurückkommen beachtet, er soll einfach verstehen lernen, dass es normal ist, dass ihr ihn manchmal verlasst. Im Laufe der Zeit könnt ihr diese Phasen ausdehnen. Wenn ihr gelassen und selbstverständlich damit umgeht, wird sich der Hund darüber bald nicht mehr aufregen.

Wenn euer Vierbeiner nach und nach lernt, dass er nicht der Nabel der Welt ist, aber verlässliche Menschen hat, die immer wieder zu ihm zurückkommen, wird das auch mit dem Alleinbleiben klappen.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo,

Das Problem ist ein Protest dagegen ist, allein gelassen zu werden, da bietet sich folgende Möglichkeit an:

Ein Stück Holz, kurzes Aststück oder ähnliches, ordentlich in den Händen reiben, damit der eigene Geruch daran haftet. Vor dem Hinausgehen, dem Hund das Holz ins Maul legen und den üblichen Spruch „Frauchen kommt gleich wieder“ sagen. Dann weggehen. Beim ersten Mal nur 5 Minuten, dann 10, dann 30 wegbleiben, kann man ja am Wochenende machen. Jedesmal wenn’s geklappt hat, die Zeitspanne verlängern, aber erst dann.

Meine Hündin hatte sich angewöhnt in meiner Abwesenheit Stuhl- und Tischbeine zu zerbeißen, Blumentöpfe von der Fensterbank zu reissen u.ä.m. Mit dieser Methode hörte das schlagartig auf. Ich machte das auch noch lange nachdem es keine Probleme mehr gab - vorsichtshalber. Der Tipp funktioniert auch bei Hunden, die allein gelassen ständig bellen, jaulen usw.

Ursprünglich stammt der Tipp von Canadischen Mönchen, die sich mit Problemhunden befaßten und ihre Erfahrungen in einem kleinen Buch zusammenfaßten. ISBN 978-3-86671-047-4 Buch anschauen

Viel Glück,
Cantate