Hund in Tierpension ?

Hallo,

ich hoffe, Ihr koennt mir ein bisschen Entscheidungshilfe geben, ich stecke naemlich „moralisch“ etwas in der Klemme.

Ich habe einen 3 Monate alten Welpen, der auch ziemlich viel mit mir zusammen ist - ein Buerohund eben.
Seit einem Jahr plane ich allerdings schon, naechstes Jahr im Sommer fuer einen Monat eine Sprachschule in Tunesien zu besuchen.
Den Hund kann ich dorthin nicht mitnehmen.

Meine Ueberlegung ist nun also den Hund fuer diese Zeit in eine Tierpension (kein Heim!) zu geben. Das Geld dafuer waere kein Problem. Allerdings mache ich mir Sorgen, dass das fuer den Hund auf so eine lange Zeit gesehen eine „emotionale“ Zumutung waere. Fuer sie bin ich die Mama - ich habe sie seit sie 6 Wochen alt war, und bin auch die einzige Bezugsperson.
Gleichzeitig mache ich mir Sorgen, dass in der Zeit meine hart-erarbeitete Erziehung floeten geht und sie von den Betreuern und anderen Hunden Marotten mitbekommt und mich nach einem Monat nicht mehr so akzeptieren wird wie vorher.

Der Gedanke schwebt auch im Raum, sie fuer die Zeit zu meiner Mutter zu geben, die Haus und Garten auf dem Land hat. Aber die ist auch berufstaetig und weder ihr noch ihrem Mann (der zu Haustieren ein eher gespaltenes Verhaeltnis hat) traue ich eine adequate Erziehung meines Hundes zu.

Ich bin eigentlich schon soweit, dass ich mir die Sprachschule aus dem Kopf schlagen will, andererseits bemuehe ich mich schon wie gesagt seit einem Jahr darum und naechsten Sommer kann es endlich klappen (Urlaub, Urlaubsvertretung usw).

Was denkt Ihr?
Bin ich egoistisch, oder seh ich das mit der Pension zu negativ?

Weurde mich ueber eine rege Diskussion sehr freuen.

Gruss,

Kris.

Hallo Kris.,

im Grunde genommen spricht nix gegen eine Tierpension, für kurze Zeit halt. Persönlich finde ich es nicht so gut. Hast Du den niemanden in Deinem Freundeskreis dem Du es zutrauen würdest Deinen Hund in der Zeit zu nehmen? Wäre besser für den Hund. Dieser sollte halt Deine Erziehungsmethoden weiterführen. Hatte mal nen´ Pitti, auch mit 5 Wochen schon bekommen, mußte ihn dann an Bekannte abgeben (mit 8 mon.), da ich arbeitslos wurde, wieder bei meinen Eltern eingezogen bin und deren Vermieter mit Rausschmiß drohte. Der war total auf mich bezogen, andere Leute waren dem scheißegal. Der hat bei meinen Bekannten damals 3 Wochen lang nur das nötigste gegessen und lag völlig down vor der Haustüre. Wurde erst nach 2-3 mon. richtig gut.
Du solltest auf jeden Fall öfters mit den Personen bei denen Du ihn läßt spazierengehen oder zu denen nach Hause gehen. Auch würde ich ihn da mal über Nacht lassen zum ausprobieren.
So, für den Fall das Du niemand hast gibt es noch Leute die das auf Gegenseitigkeit machen, sei da aber vorsichtig zumal Du die Leute ja dann nicht kennst.

Schreib mir doch mal eine E-Mail dann kann ich Dir vielleicht weiterhelfen.

Viele liebe Grüße

Yvonne

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Hallo Yvonne,

danke fuer deine Gedanken.

Freunde oder Bekannte, die den Hund nehmen wuerden, hab ich leider nicht. Zumindest im Moment nicht, dass ich wuesste ;o) Ich mein, bei einem Welpen hat man oefter die Sprueche „Wenn du mal einen Sitter brauchst oder in Urlaub faehrst …“, aber wenn man dann tatsaechlich jemanden braeuchte, geht das alles ploetzlich doch nicht mehr. Da geht es jungen Muettern wohl nicht besser :o)

Das mit dem Ausprobieren fuer eine Nacht ist gar keine schlechte Idee. Hier in Franken gibt es auch eine Pension, die ein kostenloses „Schnupper-Wochenende“ anbietet.
Andererseits habe ich das bei meinem Hund schon so erlebt, wenn sie mal tagsueber bei Freunden war, dass sie fast etwas beleidigt wirkte, wenn ich sie wieder abholte. So nach dem Motto: „Ich habe doch nichts falsch gemacht, wieso durfte ich also nicht mit dir mit?“

Es bleibt schwierig …

Hallo,

habe zwar keinen Hund, sondern einen Kater. Steckte auch in der Klemme wegen einer 4wöchigen Abwesenheit. Ich habe eine tolle Lösung gefunden, die ich nur weiterempfehlen kann. Hängt aber sicher von der Entfernung ab.

www.pfoetchenhotel.de

Schau einfach mal rein. Vielleicht ist es ja die Lösung für Dich.

Gruß

Benita

Hallo Benita,

www.pfoetchenhotel.de

Eine ziemlich klasse Variante. Loest aber nicht mein Dilemma: kann ich eine 4-woechige Abwesenheit meinem Hund antun. Katzen sind da ja bekanntlich etwas „flexibler“. Hauptsache jemand gibt FressiFressi und verteilt auch mal ein paar Streicheleinheiten.
Wenn dem Hund das Leittier fehlt, wirds schon traumatischer … denk ich …

Danke trotzdem, vielleicht ist das ja ne nette Sache fuer mich UND das Hundi :o)

Gruessla,

s Kris.

hi

Wenn dem Hund das Leittier fehlt, wirds schon traumatischer
… denk ich …

Hunde sind flexibler als man gemeinhin so annimmt - nachdem die dort auf Hunde eignestellt sind sind die Menschen schon von sich aus „Alphatiere“ und kennen sich mit der Problematik aus. Hunde (wölfe) schliessen sich sehr schnell anderen „Rudeln“ (Familien) an wenn sie es haltungsmässig dort nicht schlechter treffen

es gibt nur wenige die komplett fixiert auf „den einen“ menschen sind . Aber wenn deiner schon gewöhnt ist mit fremden menschen mal Gassi zu gehen (üben!) dann ist das eher unproblematisch

Gruß Hexerl
die auch gerade einen Pflegehund hat der sich problemlos innerhalb von 2 Tagen komplett in den gesamten Tagesablauf eingefügt hat - und der wird auch zur Pflege ins Tierheim gehen wenn sie auf Geschäftsreise muss

Hallo!
Meine Schwester ist Tierpflegerin in einer Hundepension, und auch ich habe dort in den Sommerferien viel geholfen.
Was für viele Hundebesitzer abschreckend wirkt sind ganz klar die Gitter, die Zwinger, es ist halt nicht wie zu Hause, eher wie ein Tierheim.
Aber was ich positiv (für die Hunde) finde, ist die immer wieder kehrende Routine im Alltag, an die alle sich sehr schnell gewöhnen.
Hunde sind „Gewohnheitstiere“, sie passen sich automatisch den neuen Gegebenheiten an und haben damit viel weniger Stress als wir Menschen immer meinen. Viele Hunde trauern natürlich die ersten Tage, aber sehr schnell haben sie sich eingelebt und halten sich an den Rhythmus.
Den Hunden geht es sehr gut, sie haben Auslauf, Zuwendung, andere Hunde usw.
Ich habe nicht erlebt, dass Hunde sich auf ihr Herrchen/Frauchen nicht mehr einstellen oder aber ein „Leittier“ vermissen. Die Leittiere sind in diesem Fall eben die Tierpfleger. Ich glaube, du siehst das ein wenig zu eng mit dem „Leittier“. Wenn du nicht da bist, wird dein Hund sich ganz einfach einem anderen „Leittier“ anschließen. Erziehungstechnisch wird meiner Meinung nach in guten Hundepensionen nichts versaut. Manchmal sogar im Gegenteil!!
Viele Besitzer bringen ihre Hunde und geben Anweisungen wie „der Hund frisst nur in der linken Ecke“, „er muss vorher dies und das haben/machen“, „er muss 3 Mal am Tag hier und da gekrault werden“ usw.
Vielen (besonders den verhätschelten, vermenschlichten) Hunden tut ein Aufenthalt in einer Hundepension außerordentlich gut!! Festgefahrende Verhaltensmuster werden durchbrochen, inakzeptable „Marotten“ unterbunden usw. Viele Hunde, die einen „Schaden“ haben (sich z.B. nicht vertragen, nicht gut fressen usw.) gehen ohne diesen Schaden wieder nach Hause, weil in einer Hundepension einfach eine strikte Ordnung und Routine herrscht, die die Hunde sofort annehmen und die ihnen sehr gut tut!
Viele werden dort wieder zu „richtigen“ Hunden!

Ich glaube auch nicht, dass dein Hund Schwierigkeiten haben wird, dich wieder als Bezugsperson zu akzeptieren, bzw. dass er sich „dumme Sachen“ angewöhnt. Die meisten Hunde können die beiden Situationen doch sehr gut voneinander unterscheiden.

Ich halte es für eine sinnvolle Lösung, den Hund in eine Pension zu geben, wenn er gar nicht mitgenommen werden kann.
Mach dir keine Sorgen um deinen Hund! Für viele ist der Aufenthalt in einer Hundepension ein Riesenspaß und genauso sind sie aber auch überglücklich, wenn Herrchen/Frauchen endlich wieder kommt.
(Die meisten Hunde wissen übrigens Tage oder Stunden vorher, dass sie abgeholt werden…!)
Galli

Hallo Kristin!

Den Hund kann ich dorthin nicht mitnehmen.

Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, wäre es nicht einfacher gewesen, den Hund erst nach dieser Abwesenheit zu holen?

sie 6 Wochen alt war, und bin auch die einzige Bezugsperson.

Ich würde generell zusehen, dass der Hund auch viel mit anderen Menschen zusammenkommt. Es kann ja immer mal passieren, dass Du einfach nicht für sie da sein kannst, wie schnell muss man für ein paar Tage ins Krankenhaus. Dann wäre es sicher eine Erleichterung, den Hund gut aufgehoben zu wissen (so geht es mir jedenfalls).
Meine Hündin ist bei weitem kein einfaches Tier, aber ich habe mehrere Menschen, denen ich sie geben kann.

Der Gedanke schwebt auch im Raum, sie fuer die Zeit zu meiner
Mutter zu geben, die Haus und Garten auf dem Land hat. Aber
die ist auch berufstaetig und weder ihr noch ihrem Mann (der
zu Haustieren ein eher gespaltenes Verhaeltnis hat) traue ich
eine adequate Erziehung meines Hundes zu.

Die Erziehung ist, so meine Meinung, sowieso deine Sache. Wenn ich meinen Hund jemanden in Pflege geben, hat der nicht daran rumzuerziehen. Man muss sich halt vorher einige sein, was kann der Hund, was darf er nicht, halt so die Grundsachen.
Übrigens kann mein Hund sehr gut trennen, was er wo und bei wem darf. Er betritt im Haus meiner Eltern nur die Sofas, die er darf, er bettelt absolut nur bei ihnen, kurzum, er, bessergesagt sie, weiss ganz genau zu trennen. Für mich ist das auch ok so, wenn meine Eltern einen Hund am Esstisch sitzen haben wollen, der ihnen ständig die Pfoten auf die Beine legt und grunzt, um was zu bekommen, meinetwegen. Genauso wissen meine Eltern aber auch, was sie fressen darf und was nicht.
Wo ich allerdings etwas unsicher wäre, ist, dass zum einen Dein Hund dann genau in der Pubertät sein dürfte, und zum anderen vier Wochen schon sehr lange sind.

Bin ich egoistisch, oder seh ich das mit der Pension zu
negativ?

Ich kenne genug Hunde, die sich die Seele aus dem Hals gebellt haben in noch so tollen Pensionen.
Für mich ist es undenkbar, mein Tier zu Fremden zu geben. Übrigens weder Hund noch Katzen, wobei ich den Hund besseren Gewissens von anderen betreuen lasse als die Katzen, Hunde können Veränderungen weitaus besser ab.
Ich kenne andersherum viele Leute, bei denen es problemlos läuft.
Von daher, ich denke, es ist eine Art Glaubensfrage. Der eine findet es so besser, der andere so. Letztendlich musst Du wissen, ob Du vier Wochen aushältst ohne den Hund.
Ich kann Deine Zwickmühle gut verstehen, ich möchte auch sehr gerne mal in den Urlaub fliegen, aber mitnehmen geht nicht und dalassen hinterlässt einen sehr schalen Geschmack. Wenn ich mich doch dazu entscheide, kommt mein Hund zu meinen Eltern und ich versuche, eine langjährige Freundin zum Gassi gehen zu engagieren. Diese arbeitet mit den Tieren, sie kennt den Hund und dessen Marotten und fordert und fördert ihn. So bekäme der Hund auch noch eine Art Urlaub. Ich weiss aber, dass ich den Urlaub nur mit halbem Herzen geniessen könnte, mein Wuffel könnte mich ja doch vermissen. Sollte sie bis zum nächsten Jahr, wo auch mein Urlaub anstünde, nicht mehr sein und ein neuer Hund wäre ein Thema, wäre der Urlaub ohne Hund auf jeden Fall gestrichen.
Aber wie gesagt, im Grunde muss es jeder mit sich selbst ausmachen.

Ich bin gespannt, wie Du Dich letztendlich entscheidest, und wie es dann läuft, wenn Du dorthin gehen solltest. Vielleicht denkst Du dann ja an uns und berichtest, wie es war :smile:

Liebe Grüsse
Bine :smile: