Unsere Hündin (4 Jahre) leidet seit ca. 3 Jahren unter Inkontinenz.
Es wurde schon (zu) früh eine Röntgenuntersuchung (mit extremer Beinspreizung) zur Vorsorge durchgeführt.
Im Alter von etwa einem Jahr wurde sie kastriert.
Nun nässt sie ständig.
Wir geben seit langem Caniphedrin, wenig Besserung.
Ich habe den Eindruck, dass das Wasserverlieren (es handelt sich hier nicht um Pinkeln, sondern völlig unbewusstes „Verlieren“) immer im „entspannten“ Zustand auftritt. Bei Anspannung nicht.
So wird z.B. das Liegetkissen während des Schlafens eingenässt. Wenn sie dann wach wird, mag sie nicht mehr auf dem Kissen liegen ( also eher eine „peinliche“ Situation, die nicht böswillig hergestellt wurde!)
Unsere Hündin (4 Jahre) leidet seit ca. 3 Jahren unter Inkontinenz.
Im Alter von etwa einem Jahr wurde sie kastriert.
Mein lieber Herr Kokemor
fällt Ihnen da nichts auf?
Inkontinenz ist die häufigste bekannte Nebenwirkung einer Kastration.
Das war Ihnen ja bekannt.
Ich verstehe also Ihre Frage nicht so richtig.
eine Kastration ist ja ein durchaus sinnvoller Eingriff, wenn man die Hündin nicht während jeder Läufigkeit einsperren oder in Welpen ersticken möchte.
Es stellt sich in meinen Augen eher die Frage, was man gegen das Einnässen tun kann.
Ich denke, da werden noch einige brauchbare Antworten kommen.
das Pinkeln im Ruheszustand ist ein typisches Anzeichen für kastrationsbedingte Inkontinenz.
Habt ihr es mal mit einem anderen Medikament versucht? Incurin könnte eventuell eine Alternative sein, vielleicht fragst du dazu ja mal deinen Tierarzt?
Schadensbegrenzung könnte über Windeln passieren, die Hündin muss halt lernen, sie zu akzeptieren. Vielleicht hilft euch auch ein Inkontinenzbett weiter. Guckst du: http://www.padvital.de/tiergesundheit/hund-inkontine…
Es gibt auch die Möglichkeit eines chirurgischen Eingriffs, bei dem Kollagen eingespritzt wird, um den Verschluss der Harnröhre zu erhöhen. Auch darüber sollte dein Tierarzt Bescheid wissen.
Vielleicht meldet sich hier ja noch Johnny zu Wort.
Es wurde schon (zu) früh eine Röntgenuntersuchung (mit
extremer Beinspreizung) zur Vorsorge durchgeführt.
zu früh für was? Das hat auf jeden Fall nichts mit der Inkontinenz zu tun.
Im Alter von etwa einem Jahr wurde sie kastriert.
Nun nässt sie ständig.
Wir geben seit langem Caniphedrin, wenig Besserung.
Inkontinenz als mögliche Nebenwirkung der Kastration ist bekannt. Ich würde eine Urinuntersuchung empfehlen (Sediment u. kulturell). Findet sich da etwas, hat man auf jeden Fall schon mal einen weiteren Behandlungsansatz.
Ist urinmäßig alles in Ordnung, sollte man versuchen, die Inkontinenz medikamentös in den Griff zu bekommen.
Bei den meisten Hündinnen funktioniert das mit Caniphedrin recht gut. Bewährt hat sich die Dosisanpassung in 10-Tagesschritten.
Man beginnt mit täglich 2 mg Ephedrin/kg KGW 10 Tage lang. Ist die Hündin dicht, reduziert man auf 1,5 mg Ephedrin/kg KGW, wieder 10 Tage lang. Bleibt sie dicht, weiter reduzieren, und in 10-Tagesschritten die Dosis suchen, die ausreicht, um die Hündin dauerhaft kontinent zu halten.
Reichen 2 mg Ephedrin/kg KGW und Tag nicht aus, kann bis zu 4 mg täglich erhöht werden.
Wichtig ist, dass das Medikament regelmäßig und vor jeder Dosisänderung mindestens 10 Tage lang gegeben wird.
Es gibt 30-kg-Hunde, die mit 50 mg einmal wöchentlich dicht sind, andere brauchen bei gleichem Gewicht 100 mg täglich.
Falls es mit dem Caniphedrin nicht klappt, steht ein weiteres Sympathomimetikum (Propalinsirup) oder Incurin (Östrogen) zur Verfügung.
Sollte medikamentös keine befriedigende Lösung erzielt werden, bleiben noch diverse chirurgische Techniken, die das Problem möglicherweise beseitigen können.
Wir werden nun erst mal Windeln versuchen. Vorausgesetzt, wir
bekommen die überhaupt „installiert“
das halte ich für die schlechteste Lösung, die ich erst anwenden würde, wenn alle anderen Bemühungen erfolglos waren und Begleiterkrankungen ausgeschlossen wurden - denn eine Windel ändert ja nichts an der Inkontinenz.
Der Schließmuskel dichtet nicht ordentlich ab, und da der Weg von der Scheide zur Blase sehr kurz ist, können Bakterien leicht aufsteigen und Entzündungen hervorrufen. Daher leiden die Hündinnen häufig unter chronischer Blasenentzündung durch aufsteigende Infektionen.
Deshalb wäre es v. a. wichtig, abzuklären, ob eine bakterielle Infektion vorliegt oder Kristalle im Sediment vorhanden sind, und dann gegen die Ursachen anzugehen mit dem Ziel, die Blase dicht zu bekommen.
Ob die Windelei klappt, steht ja noch in den Sternen. Aber passieren muss etwas. Das Hündchen läuft tropfend durch die Gegend. Es kommt durchaus vor, dass sie in wenigen Sekunden an die 200 ml verliert. Da ist man nur noch mit dem Wischmob unterwegs…
„Es gibt 30-kg-Hunde, die mit 50 mg einmal wöchentlich dicht sind, andere brauchen bei gleichem Gewicht 100 mg täglich.“, hast Du neulich geschrieben.
Bei einem Gewicht von ca. 25 kg haben wir bis zu 2x 50 mg Caniphedrin gegeben. Mit mäßigem Erfolg. Wie weit darf man die Dosis denn noch steigern?
Ach ja, Urin wurde natürlich schon untersucht. Keine Auffälligkeiten.
Da sie auch relativ viel trinkt, hatten wir auch den Verdacht auf Zucker. Negativ.
Nach meinem Empfinden scheint da die Psyche eine Rolle zu spielen. Tagsüber passiert praktisch nichts, erst abends, wenn meine Frau - DIE Bezugsperson - zurück kommt, scheint man sich zu „entspannen“.
Ist internistisch alle OK, kann die Flüssigkeit dosiert
werden, da es auch psychogene „Säufer“ gibt.
Hallo Johnny,
das ist ein sehr interessanter Ansatz. Da müssten wir aber wissen, welche Wassermenge denn (min/max) bereit gestellt werden sollte. (Leiden soll sie ja nicht, denn: Durst ist ja schlimmer als Heimweh;
Vielen Dank für Deinen Einsatz!
Du scheinst ja hochkompetent zu sein. Bist Du Tierarzt?
das ist ein sehr interessanter Ansatz. Da müssten wir aber
wissen, welche Wassermenge denn (min/max) bereit gestellt
werden sollte. (Leiden soll sie ja nicht, denn: Durst ist ja
schlimmer als Heimweh;
deshalb ist es wichtig, abzuklären, ob keine internistischen Gründe für den Durst vorliegen.
Als Richtwert kann man bei einem gesunden Hund unter normaler Belastung einen Flüssigkeitsbedarf von 20-30 ml/kg und 24 Stunden ansetzen.
Was du auf jeden Fall gefahrlos machen kannst: Biete deinem Hund statt Wasser dünnen Tee an (Kamille, Schwarztee,…). Vielen Hunden schmeckt dieser nicht so gut wie Wasser und sie trinken dann nicht mehr, als sie wirklich brauchen.
Ich vergleiche das immer mit eingefleischten Biertrinkern, die täglich ihre 3-4 Maß Bier „brauchen“. Stellt man ihnen statt Bier Kamillentee hin, werden sie zwar nicht verdursten, kommen aber mit deutlich geringeren Mengen aus .