Hund Kläffen abgewöhnen?

Hallo,
folgendes Problem: immer wenn ich meinen Hund (Labrador-Mix) mal kurz vor einem Geschäft anbinden muss kläfft er ohne Unterlass, und zwar so laut er kann.
Manchmal sogar mit hochgerecktem Kopf, dann jault er wie ein Wolf des Nachts (zumindest stelle ich mir Wolfsgehäule so vor *gg*)

Kann man ihm das noch abgewöhnen? (er wird im Sommer 3 Jahre)

Oft bellt er so vehement das man ihn auch im Geschäft hört, oder sich Passanten um ihn versammeln, letztens hat jemand schon gedacht wir hätten ihn ausgesetzt.

Schon mal vielen Dank
Sabine

Um dir bei deinem Problem helfen zu können, muss ich folgende Details wissen:
Was tust du, wenn der Hund bellt?
Wie reagiert der Hund auf deine Reaktion?
In welchen Situationen bellt er noch?
Gruß,
Galli

Hm, in der Regel tue ich gar nichts, denn er wartet bis ich im Geschäft und somit ausser Sichtweite bin. Gerate ich dann wieder in Sichtweite hört er umgehend auf und freut sich nur noch. Er weiß aber das er das nich bellen „darf“, das sieht man deutlich an der Haltung des Schwanzes sobald er sich beim Bellen erwischt fühlt.

In anderen Situation bellt er eigentlich nicht ohne Grund, und auch nicht übertrieben. Er ist kein Kläffer an sich.

Wenn ich ihn anbinde verabschiede ich mich von ihm, er kennt das genau, und ich denke er weiß auch, dass ich immer zurückkomme.

Hallöle,

bleibt Dein Hund denn zuhause alleine?

Für mich hat es eher den Anschein, daß er Verlustangst hat und gerade weil Du Dich verabschiedest, es für ihn somit eine Ausnahmesituation darstellt…

Gruß
Maja

Hallo,

ja er bleibt 3-4 h auch alleine zuhause. Und er kläfft dann auch eigentlich nicht, es sei denn es schellt oder so.

Auch wenn ich ihn alleine zuhause lasse, verabschiede ich mich von ihm.

Sabine

Hallo!
Der Hund „weiß“ nicht, dass er nicht bellen darf. Er bemerkt lediglich an deiner Reaktion, dass etwas nicht stimmt. Ob er das konkret auf das Bellen bezieht, wage ich zu bezweifeln!

Wie genau verabschiedest du dich von ihm? Gibst du einen kurzen, klaren Befehl (Warte! o.ä.) oder machst du eine richtige „Szene“ daraus? Und wenn du dann wieder zu ihm zurück gehst, bist du dann sauer? Auch wenn du nichts sagst, kann der Hund merken, was du empfindest! Kann es sein, dass er deine unterdrückte Wut spürt?

Ich würde dir raten, diese Sequenzen, in denen er allein vor einem Geschäft warten muss, schrittweise zu üben. Binde ihn an, gebe entweder einen kurzen, klaren Befehl oder gar keinen (meistens besser!). Geh kurz weg und kehre sofort wieder zurück. Wichtig ist aber, dass du nur dann wieder kommst, wenn er nicht bellt! Geh nie zu ihm hin, während er bellt! Denn dann erfährt er ein Erfolgserlebnis. Steck dir Leckerchen ein und gib ihm eins, wenn du zurück kommst.
Lobe ihn, wenn er nicht gebellt hat!
Verlängere die Abstände in kleinen Intervallen, von 10 Sekunden zu 30 Sekunden zu einer Minute usw.
Ignoriere den Hund komplett, wenn er bellt.
Wichtig sind die kleinen Schritte deshalb, weil dann die Wahrscheinlichkeit, dass du zu ihm zurück gehen kannst wenn er nicht bellt, besonders hoch sind. Durch die positive Bestärkung erfährt er, dass es für ihn lohnenswert ist, still zu sein.
Wenn das für einige Sekunden klappt, ist es ein leichtes, die Abstände zu verlängern.
Wichtig ist es, die Verabschiedung so kurz wie möglich oder besser gar nicht mehr zu machen. Es kann sein, dass der Hund in Angst gerät, wenn du dich verabschiedest. Weil du selbst vielleicht unangenehme Gefühle auf ihn überträgst. Sei es deine Angst, dass er wieder bellt o.ä. Am besten läßt du die Verabschiedung ganz weg. Lass ihn einfach kommentarlos zurück, denn aufgrund deiner Schilderung nehme ich an, dass da der Knackpunkt liegt.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen!
Galli

Hallo Sabine,

Du könntest ihn auch über das „Bleib“ Kommando dazu bringen, den Mund zu halten, wenn er auf Dich warten muß.

Dazu suchst Du Dir für den Anfang eine große Wiese, oder gehst auf den Hundeplatz (Hat den Vorteil, daß er nicht weglaufen kann und daß es Hindernisse gibt hinter denen man auchmal ausser Sichtweite vom Hund stehen kann)

Lass ihn aus dem „Fuß“ heraus, also auf Deiner linken Seite „sitzen“.
Dann legst Du ihm die Leine (Die für Hunde oft eine Verbindung/Verstärkung zwischen ihnen und dem Mensch ist, denn sie hält nicht nur, sondern gibt auch Halt)auf den Rücken.
Am Anfagn stellst Du Dich vor ihn, so daß der Hund Augenkontakt halten kann und etnfernst Dich rückwärtsgehend einige Schritte und bleibst dann stehen. Der Hund muß sitzen bleiben. Macht er das nicht, gehst Du zurück und führst ihn hinter Dir herum wieder in die „Fuß“ Position und lässt ihn sitzen. Notfalls gibst Du ihm zum Sitzen mit der Hand Hilfestellung.
Du kannst gerne zu den stimmlichen Kommandos fürs Bleiben Handzeichen verwenden wie etwa einen erhobenen Zeigefinger oder Hand.
Sobald er dann sitzen bleibt, gehst Du auf seiner linken Seite hinten um ihn herum, stellst Dich wie am Anfang der Übung rechts neben ihn und nimmst die Leine auf. Wenn er das richtig gemacht hat, loben loben loben!

Wenn er diese Übung beherrscht und das „Bleib“ zumindest soweit verinnerlicht hat, kannst Du anfangen, Dich umzudrehen, so dass er Dir nicht in die Augen sehen kann. verwende aber weiterhin die erhobene Hand oder Zeigefinger zusammen mit dem Kommando, damit er noch einen Bezug zur Anfangsübung herstellen kann.
Du entfernst Dich einige Schritte (werden im Laufe der Übung zu einigen Metern) drehst Dich um, bleibst kurz stehen und läufst wie am Anfang zu ihm zurück hinten um ihn herum nimmst die Leine auf und lobst ihn kräftig. Dabei wird die Entfernung und die Dauer in der Du einfach stehen bleibst immer ein bißchen größer.
Wenn er auch diese Fortsetzung der Übung begriffen hat, kannst Du dazu übergehen, Dich im Verlauf hinter etwas zu stellen, so daß er Dich gar nicht sehen kann. Am besten beginnst Du dazu in unmittelbarer Nähe Deines „Sichtschutzes“ und dehnst Dauer und Entfernung wieder langsam aus.
Jetzt müßte der Hund das Kommando „Bleib“ damit verknüpft haben, dass er sitzen muß und Du kurz weggehst, aber wiederkommst…und er über das Kommando „Bleib“ er immernoch mit Dir in Verbindung ist und Verlass auf Dich ist.
Was aber nicht unbedingt bedeutet, dass er dieses Kommando auch mit jedem Ort an dem er sich befindet verknüpft hat.
(Kenne ich von einigen Hundeplatz Hunden…drinnen hören sie aufs Wort, aber draussen…Pustekuchen, was daran liegt, daß die Leuts zuwenig draussen mit den Hunden üben)
Es muß ihm egal werden, wo Du ihm das Kommando „Bleib“ gibst, also übst Du auch an allen möglichen anderen Plätzen das Sitzenbleiben, sobald er einen leisen Schimmer hast, was Du von ihm willst…natürlich musst Du am Anfang darauf achten, dass die Stellen möglichst ungefährlich sind für den Hund…oder auch für Andere.

Vor einem Geschäft, setzt Du ihn dann ab mit dem Kommando „Bleib“ (mit Handzeichen) und entfernst Dich, ohne Verabschiedungsgedöns. Wenn Du wiederkommst und er hat nicht gebellt, darf ein dickes Lob nicht fehlen.

Gruß
Maja