ich quäle mich schon im Vorfeld mit schlechtem Gewissen…
Ich fahre von FR bis MO weg und kann meinen Hund, den ich so gut wie noch nie allein gelassen bzw. gar weggegeben habe (bis auf eine Ausnahme mal), nicht mitnehmen (Flug & hundeuntaugliche Termine). Wegen der ungünstigen Flugzeiten bringe ich sie (4,5 Jahre, Tierheimhund, behindert/dreibeinig) schon morgen Nachmittag weg und kann sie erst Dienstag vormittag wieder holen…
Der „ideale“ Hundesitter, der in die Wohnung gekommen wäre und alle ihr gewohnten Rituale und Kumpel-Treffen durchgezogen hätte, ist leider kurzfristig abgesprungen.
Ersatz ist mein chaotischer Bruder, den sie sehr liebt und der die ganze Zeit mit ihr in seinem Garten verbringen wird, einen Garten, in dem der Hund erst einmal war.
Nun meine Frage: Leiden Hunde wirklich so schrecklich, wenn sie plötzlich nicht mehr bei Frauchen und in ihrer Umgebung sein dürfen und ja nicht wissen, dass das nur für eine kurze Zeit ist? Das sagte mir nämlich jemand - und jetzt fürchte ich, dass ich keine ruhige Minute auf meinem Trip haben werde vor lauter Sorge, dass es meinem tollen Köter nicht gut geht…
Hi Anja
ob dein Hund trauern wird oder nicht und wieviel ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Klar wird er sich wundern. Na und? Bei Rückkehr ist alles umso schöner.
Wenn aber dein Bruder mit ihr zusammen ist sollte es kein Problem sein.
Und der Garten ist keine Frage, nach 1 Stunde gehört er zu ihr dazu.
Also entspannt losfahren, ruhig bleiben und damit dem Hund den Stress nehmen.
Ja, ich schätze der Hund wird dich vermissen…immerhin bist du (so wie es klingt) sein einziges Rudel. Wie stark das Tier eventuell wirklich drunter leidet ist sehr verschieden (Charakter, Erfahrungen). In der Regel wird sich der Hund aber mit seinem „neuen“ Leben in der Zeit schnell arrangieren. Besonders da er deinen Bruder ja schon kennt und mag, wird es schon funktionieren denke ich. Es ist sehr löblich, dass du dir Gedanken machst, aber es besteht im Vorfeld erst mal kein Grund den Kopf zu verlieren!
Ich glaube, es ist nicht mal so blöd, dass der Hund zusammen mit deinem Bruder in ein anderes Umfeld kommt, dann ist er damit beschäftigt.
Ich würde unbedingt auf eine überschwängliche Abschiedszeremonie verzichten! Auch wenn es nach menschlichem Maßstab etwas ist, dass es einem vielleicht leichter macht, den Hund wird das nur verunsichern oder erst aufzeigen, dass etwas besonderes (besonders gefährliches/unschönes?) in Gang ist. Auch wenn es dir selbst vielleicht schwer fällt, würde ich die ganz normale übliche Abschiedszeremonie, wenn du sie auch im normalen Leben mal daheim lassen musst, nicht übersteigern. Du bist der Rudelchef, sie wird sich an deiner Reaktion orientieren!
Im übrigen, wir hatten bisher 3 Hunde, alle wurden auch mal teilweise oder ganz vom Rudel verlassen…alle haben es überlebt, und das nicht nur grenzwertig ^^
Und noch eins: die Wiedersehensfreude ist die schönste Freude! ;-D
Also, Kopf hoch, für dich ist es wahrscheinlich noch schwerer als für den Hund selbst
mach Dir keine Gedanken - Du kannst es ja nicht ändern.
Ob der Hund Dich sichtbar vermisst, kann man schlecht vorhersagen, es ist wie schon gesagt individuell verschieden. Meiner (in diesem Falle eher limitierten) Erfahrung nach sind selbstbewusste „Alpha“-Hunde in diesem Aspekt ausgeglichener und kommen mit der veränderten Situation besser zurecht. Unterwürfige Hunde oder solche die sich stark auf einen Menschen fixieren, haben es da schwerer.
Hunde sind aber Opportunisten, Deiner hat sich ja schon früher als sehr anpassungsfähig gezeigt. Ich glaube bestimmt, dass er gut klar kommt und sich trotzdem ganz doll freut, wenn Du wiederkommst.
Meine erste Hündun war ein Allerweltshund. Man fühlt sich fast zurückgesetzt, wenn der Hund mit jedem mitgeht. Aber für Reisen, wo man sie nicht mitnehmen konnte, war das ein gutes Gefühl - und sie hat sich trotzdem gefreut, wenn wir wiederkamen. Meine jetzige Hündin ist eher zurückhaltend und mehr auf uns fixiert. Sie hat einen halben Tag ein bißchen herumgejankt, sich dann aber schnell angepasst - und unheimlich gefreut, als wir wiederkamen.
Ich frage mich gerade, ob die Hundehalter, die ihre angeblich besten Freunde aus Unbequemlichkeit einfach an der Straße aussetzen oder im Tierheim abgeben, auch solche Gewissensbisse haben.
Du gibst deine Hundedame gerade mal für ein paar Tage in ein liebes Zuhause und auch noch mit Garten. Dein Hund kann sich wirklich glücklich schätzen!
Wir hatten hier bis letztes Jahr auch einen Hund. Der ist leider im Herbst an einem Schlaganfall gestorben. Der hat jedes Mal furchtbar gelitten,wenn sein Herrchen (und Frauchen) auch nur eine Stunde weg war. Die Freude war dann jedes Mal riesig, wenn die dann wieder kamen.
Mach dir keine Sorgen! Genieße deine „freien“ Tage! Sie wird sich freuen, wenn du wieder da bist!!!