Hallo Finnie,
da du ja schon schreibst, dass sich dein Hund neben den Türrahmen auch am Fußboden zu schaffen macht, rate ich dir von Sprays und Tinkturen ab. Diese bringen nur etwas, wenn der Hund absolut auf ein Teil fixiert ist.
Die „Gefahr“ bei solchen Sachen ist einfach, dass sich der Hund dann eben umorientiert, wenn die bisherigen Objekte der Begierde nicht mehr schmecken.
Mal abgesehen davon lenken Hunde auch ihr ganzes Verhalten schon mal um. Wenn es nichts mehr zu knabbern gibt, weil nichts mehr schmeckt, dann wird halt gekratzt. (Schlimmstenfalls sogar an der Wand. Unser damaliger Hund musste damals auch mal unverhofft einige Stunden alleine bleiben. Er hat in der Zeit in 3 Räumen Tapete samt Putz von der Wand gekratzt. Seitdem üben wir mit all unseren Hunden auch das alleine bleiben.) Es kann aber auch passieren, dass die Hunde durch Lecken und Knabbern anfangen sich selbst zu verletzen.
Und beim besten Willen, man kann nun wirklich nicht alles einsprühen/einschmieren. Das geht auf Dauer ziemlich ins Geld, weil man ja auch beim Reinigen die Wirkstoffe wieder entfernt.
Da der Hund nur nachts so reagiert, und nicht tagsüber, gehe ich auch davon aus, dass die Ursache dort liegt. Der Hund hat Verlassensängste und reagiert sich mit dem Knabbern ab.
Jetzt könnte man sagen, es wäre das einfachste, den Hund mit hoch zu nehmen. Sicherlich würde das helfen, allerdings sollte er auch lernen, alleine zu bleiben.
Es gibt verschiedene Wege das zu trainieren, es kommt halt drauf an, wieviel Zeit und Lust du zu investieren bereit bist.
Lohnen tut sich ein solches Trainig immer, denn es kann immer mal was sein, was eine plötzliche längere Abwesenheit -auch am Tag- erforderlich macht. Krankenhausaufenthalt etc.
Meine Tipps:
- Fürs erste würde ich den Hund mit hoch nehmen. Quasi als Sofortmaßnahme, man bekommt es hinter her leicht wieder abtrainiert.
- Legt euch einige Zeit auf die Lauer, bestenfalls wenn ihr Urlaub/frei habt. Hört ihr es geht wieder los, dann bedient euch einer Wasserpistole bzw. einer Dose (fest zukleben) mit Steinchen gefüllt und erschreckt den Hund direkt bei dem unerwünschten Verhalten.
Wichtig: Rappeldosen nie auf den Hund werfen.
- Gebt ihm Kau/Arbeitsersatz, hier sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Leere Küchenrollen könnt ihr zum Beispiel mit Futter füllen und dann mit Zeitungspapier an den Enden zustopfen. Der Hund muss was zu tun haben.
Wenn ihr Trockenfutter gebt, dann würde ich die Futterration komplett auf die Nacht beschränken.
Ich habe eine Kiste, in der sind immer alte Socken, Futterbälle, Zeitungspapier etc. drin. Das alles befülle ich mit Futter und die Hunde sind beschäftigt und gleichzeitig gefüttert.
Spielzeug (von Futterbällen und gefüllten Kongs mal abgesehen) eignet sich eher nicht. Wird auf Dauer zu teuer, da sie der Zerstörungswut zum Opfer fallen.
Wichtig ist auch, vor solchen Situationen den Hund auch körperlich auszulasten. Das heißt, wenn bei euch das Problem nachts besteht, dann geht abends eine große Runde oder fahrt mit dem Rad. Sollte es sich um ein Powerpaket handeln, kann auch eine Packtasche befüllt mit Gewichten, den Erschöpfungseffekt begünstigen.
Man sagt etwa ein Zehntel des Körpergewichts darf ein Hund tragen. 30 Kg beudeuten 3kg Gewicht darf der Hund in den Taschen haben. Die gibts für wenig Geld im Internet.
hier gibts tolle Tips für Beschäftigungen, für alle Geldbeutel:
http://www.spass-mit-hund.de/
Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen!
Gruß
Rainer