Hund/Welpe 11 Wochen Pinkelt ÜBERHAUPT NICHT

Hallo,

Wir haben uns gestern einen Hund zugelegt. 11 Wochen. Border Collie Mix. Hat die ersten Wochen seinens Lebens in einer sehr kleinen Stadt verbracht. Nun ist er bei uns in der Großstadt.

Das Problem:
ER HAT NOCH GAR NICHT GEMACHT. Letztes mal 24 Stunden her. Ich mache mir sorgen. Ich würde mich freuen selbst wenn er in der Wohnung macht.

Was kann man tun?

Mir ist klar, dass für ihn die Großstadt (auch wenn Aussenbezirk) und Leine neu sind und mit stress gleichzusetzen sind. Aber, dass er nichtmal etwas in der wohnung macht ist sehr komisch.

Tipps?

Danke

Guten Morgen Ilja,

wenn wir jetzt davon ausgehen, dass der Welpe aus „seriösen“ Händen stammt, heißt dies, dass der Welpe vor Abgabe nochmals einem Tierarzt vorgestellt wurde und dass vertraglich fixiert wurde, dass keine Krankheiten bekannt sind. Ergo: Man kann eine Nierenerkrankung o.ä. ausschließen!?

Also bleibt nur der von Dir schon erwähnte Stressfaktor, der durch die Umstellung (und auch durch die bekannte Sensibilität von Borders) nicht ungewöhnlich wäre.

Nimm Dir heute die Zeit und gehe mit Deinem Welpen dorthin, wo es weniger Reizeinflüsse gibt. Aber nicht mal eben nur zum Pinkeln an den nächsten Baum an einer Hauptstraße (übertrieben formuliert).

Wie verhält sich Dein Hund denn sonst? Frisst er? Trinkt er? Ist er neugierig, aufgeweckt oder wirkt er verängstigt? Wie reagiert er auf Dich/Euch? Wie viel Ruhe habt Ihr ihm seit gestern gegönnt? Letzteres frage ich vor dem Hintergrund, dass Borders dafür bekannt sind, kein Ende zu finden und bei zu vielen Reizen alles um sich herum vergessen können; teilweise dann auch ihre Primärbedürfnisse.

Viele Grüße

Kathleen

Guten Morgen,
ich würde zunächst mal ein ganz rugies Stück Wiese suchen und viel Zeit nehmen. Den Züchter/ Vermehrer ? fragen wo er immer hin gemacht hat… Gras, Sand, Zeitung usw.
Sollte sich dann auch nichts tun, würde ich evtl. einen Ultraschall der Blase machen lassen…um zu sehen, wie voll die ist. Dann muss der TA weiterhelfen.
Ich habe es bei einer Hündin erlebt, als wir in Urlaub fuhren… die wollte auch in fremder Umgebenung nichts machen, bei uns hat es 2 Tage gedauert. Dann hörte sie aber nicht mehr auf …
Ein Welpe kann nur eigentlich noch nicht so lange einhalten, weil die Blase noch nicht so ein Fassungsvermögen hat und die in dem Alter eigentlich auch noch nicht so die Kontrolle drüber.
Berichte mal bitte, wie es weitergeht.
Alles GUte
Margit

Hallo,

Danke für eure antworten, aber das wunder ist geschehen.

heute morgen hat BECKS alles von sich gegeben: klein und groß… leider in der Wohnung… aber zumindest etwas…

Der hund ist neugierig und verspielt. Läuft rum und testet seine grenzen aus… fiepst ab und an… hasst sein spiegelbild

Essen: sein napf ist „voll“ (die vorgeschlagene portion für seine Größe und alter) er läuft vorbei, isst was… läuft weiter, isst wieder… usw. - Ich hatte vorher einen Amerikanischen Cockerspaniel, der immer alles auf einen streich gegessen hatte. Aber die Rasse war auch verfressen wie kein anderer. Ich nehme deshalb an, sein zögerliches Essen ist mehr eine Angst-Andererasse-Ungewohntes-Gebiet-Mischung.

Trinken: wasser ist mit milch versetzt, weil er gestern keinen schluck getrunken hat und mit milch gleich zwei schüßeln leer gemacht hat.

Wir waren jetzt mit ihm etwas unter einer Stunde gassi. da hat er leider nichts gemacht… aber wir gehen alle 2 stunden für 10-20 minuten mit ihm ins feld… fern ab der strasse.

Er läuft in der wohnung mit wedelndem schwaz. draußen klappt er ihn etwas ein (angst), im feld ist der schwanz wieder normal… aber er geht keine zwei meter weg. UND er setzt sich immer hin sobald wir stehen bleiben (was könnte das bedeuten).

TA termin ist am freitag. Aber ne Krankheit würde ich ausschließen. Auf dem Hof wo wir ihn geholt hatten hab ich ihn sowohl normal groß als auch klein machen sehen. Ist eher unwahrscheinlich, dass er bei der autofahrt, die er verpennt hat, sich irgendwas an den Nieren oder Blase geholt hat.

Sonst irgendwelche „Erzieh-tipps“ ist mehr als 15 Jahre her, dass ich einen Welpen hatte.

Hallo Ilja,

Du hast nicht nur einen Welpen - Du hast einen BC - und da gibt es schon den einen oder anderen Unterschied.

Ich habe auch „nur“ einen BC-Mix, der jetzt 2,5 Jahre alt ist, aber ich gehe mal davon aus, dass Deiner einen ähnlich hohen Anteil an BC-Genen abbekommen hat.

1.) Fordere, aber überfordere Deinen Hund nicht. Wie ich schon vorher geschrieben habe, findet ein BC kaum ein Ende und benötigt dringend „Zwangsruhe“. Das heißt, dass Du ihm gerade in dieser Anfangszeit auch die notwendige Ruhe geben musst.

2.) Du hast einen wahnsinnig intelligenten Hund, der kooperativ ist und viele Zusammenhänge sehr schnell verstehen wird. Wahrscheinlich macht er jetzt schon Sitz und Du kannst ihn aus dem Spiel abrufen. Aber „flüstere“ mit ihm und schimpfe nie lautstark mit ihm - das versteht er nicht. Er benötigt zwar klare Kommandos, aber keine schreienden Reglementierungen.

3.) Du hast mit den BC-Genen einen Hund, der bei Unterforderung auch total neurotisch/aggressiv werden kann - bei guter Beschäftigung hast Du einen der freundlichsten Hunde der Welt.

4.) Ich hoffe, Ihr habt es Euch gut überlegt: Ein BC in der Großstadt ist für mich eigentlich ein Unding, aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass immer einer da ist, der Hund auch eine entsprechende Forderung erfährt. Ansonsten kann ich nur den Rat geben, den Hund sofort wieder abzugeben. Ein BC ist nicht geeignet, 9 Stunden in einer Wohnung eingespeert zu sein und abends mal eben eine Runde um den Block zu gehen…

Viel Glück und besonders VIEL Zeit

Kathleen

1 „Gefällt mir“

Hallo Kathleen,

Der Genpool des Hundes sieht so aus: Vater is BC-Kolie-Schäferhund mix. Muter ist Kolie-Schäferhund. Die schwester sah eigentlich wie ine kleiner Schäferhund aus… aber Becks hatte die Schwarz weiße mischung.

Das ein BC gefordert werden muss ist klar. Hundeschule und Flyball sind fest eingeplant. Die anderen Hunde in der Familie machen das auch.

Ich wohne zwar in der Großstadt, aber buchstäblich direkt am Rand. Von zu hause bis ins feld sind es 150m, bis in den wald 500m.

Rund um den Block wird eventuell auch mal anfallen… aber im allgemeinen haben wir unsere zeiten (uni und arbeit) so abgestimmt dass der Hund die nächsten 5-8 wochen nicht länger als 5 Minuten alleine sein wird. Lange spaziergänge sind selbsverständlich ein muß.

Wir hatten uns im Vorfeld schon über BC informiert und sind uns der „aufgaben“ bewußt.

Na das ist doch wunderbar das es klappt ;o)
Er scheint sehr unsicher zu sein, keine optimale Prägung. Du brauchst Geduld, viel Liebe ( die sicher da ist ) und eine Tasche voll Leckerchen, dann wird das schon. Er muss halt einiges kennenlernen.
Eine Welpenspielgruppe würde ich, sobald es geht, suchen.Dort bekommst Du sicher auch die besten Tipps…
Alles Gute
Margit

das mit den Leckerlies ist so ne sache… die will er gar nicht… wenn ich in die hocke gehe und ihm ein leckerlie hinhalte schmiegt er sich einfach in den schoss und will gekrault werden. Die leckerlies in meiner hand interessieren ihn einfach nicht.

Hast Du auch schon Wurststückchen versucht ? Oder Pansenstreifen klein geschnitten, oder Trockenfischstücke. Einfach mal allesmögliche ausprobieren, aber Schmusen ist ja auch nicht schlecht, hält nur auf ;o) Übrigens bekommen meine Welpen auch Obst und Gemüse und die meisten fahren auf Bananen voll ab…
Grüße
Margit