Hund zerrt

Folgendes Problem:
Mein Hund läuft relativ gut an der Leine, jedoch hat er manchmal so Anwandlungen und zerr wie ein Blöder. Er zieht jedoch nicht nach vorne, sondern zur Seite, da er irgendetwas geschnuptter hat etc.
Nun wollte ich fragen, wie man dies dem Hund abgewöhnen kann! Sollte man ihn permanent korrigeren, wenn er es tut oder gibt es andere Möglichkeiten?
danke im Vorraus

Hallo !

Das ist ein Problem, mit dem sich jeder (99%) Hundebesitzer rumärgert.

Der Hund ist nasengesteuert. Sein Geruchssystem steuert auch seine Handlungsweise. Wenn Du ihm das abgewöhnst, nimmst Du ihm das Letzte, was er noch als wildes Tier in sich hatte.

Natürlich hätte man ihm das abgewöhnen können. Durch sehr strenge Erziehung von klein auf an.
Wir haben mal eine dreijährige Schäferhündin gekauft. Mit etlichen Prüfungen. Die lief immer so eng am Bein von mir, dass die Hose immer dünner und brauner wurde. Wir haben ihr diese Gangart schnell abgewöhnt, weil es einfach untierisch war. Der Hund war beim Laufen vollkommen damit beschäftigt, alles richtig zu machen. Sie lief ohne jede Freiheit und man sah es ihr an, dass es anstrengend war.
Einfach gegen ihre Natur.

Laßt Euren Hund schnüffeln, es sind nur ein paar Jahre. Wie schnell ist er alt und dann freut Ihr Euch über Tage, an denen er noch schnüffelt.

Gruß Max

Hallo,

ich stimme mit Max teilweise überein. Wenn der Hund ansonsten gut leinenführig ist, kann er ja mal - wenn etwas wirklich Interessantes zu riechen ist - hinstürmen (z.B. Urin von heisser Hündin etc.). Solange das nicht alle 5 Meter passiert und er Dich nicht an der Leine 20 Meter ins Gebüsch zerrt, kann man das ja durchgehen lassen. Gassigehen an der Leine ist für den Hund ja sowieso nicht so spannend, und ein bißchen geruchliche Unterhaltung sollte er schon bekommen.

Man sollte da je nach Hund abwägen. Meine Hündin ist gut leinenführig, untergeordnet und recht harmlos. Wenn sie während eines Spazierganges 3 mal wie wild auf den rechten oder linken Wegesrand rast, kann ich damit leben. Wäre sie ein großer, kräftiger, schlecht leinenführiger Hund, der zu domainantem Verhalten neigt, würde ich das anders sehen.

Wenn es aber sehr störend ist, gibt es folgende klassische Methode, die viel Geduld und Konsequenz braucht (wie eigentlich alles in der Hundeerziehung): sobald der Hund anfängt, in eine Richtung zu ziehen, drehst Du Dich um und gehst genau in die Gegenrichtung. Dabei ziehst Du ihn mit Dir (bitte nicht zu sehr am Halsband zerren, wenn der Hund kräftig ist, besorge Dir einen Ruckdämpfer http://www.clicker.de/onlineshop/his-webshop.cgi?f=N… ). Wenn er dann mit Dir kommt, loben/belohnen.

Das musst Du dann gnadenlos durchziehen, solange, bis er gelernt hat, das Du der Richtungsgeber ist und er auf Dich achten muss.

Noch ein Tipp: nimm bitte zum Gassigehen wenn möglich keine Flexileine. Die haben zwar durchaus in bestimmten Situationen ihren Nutzen, aber bringen dem Hund bei, dass es sich lohnt, an der Leine zu ziehen.

Gruß,

Myriam

Hi Frieda!

An sich stimme ich Max zu. Dennoch muss ich korrigieren: wenn sich (angeblich) 99% der Hundehalter mit diesem Problem beschäftigen, dann haben sie irgendetwas in der Erziehung verpasst. Bei uns jedenfalls sind es niemals 99%!

Ich bin der Meinung, dass der Hund durchaus anständig (nicht in Vorschriftsmässig auf der richtigen, sprich linken Seite in millimetergenau abgemessenen Abstand zum Bein) laufen können sollte. Das hat nichts mit unnatürlich, sondern mit Erziehung zu tun. In einem Wolfsrudel darf jedes subdominante Tier (also rangniedere Tier) auch nicht tun und lassen was es will! Und wenn ich wirklich ein würdiger Alphahund sein möchte, setze ich meinem Freund auch klare Grenzen. Dazu kann auch durchaus mal gehören, dass er eben für ein paar Minuten ohne Zerren nebenher läuft.
Wohlverstanden, das schreckliche Beispiel, das Max anspricht, also die Schäferhündin, die einen fast das Bein abgerubbelt hat, weil sie so verklemmt nah lief, ist nicht mein Ziel! Auch wenn es viele nicht wissen, oder wahrhaben wollen: Man kann einem Hund das „Fuss“-laufen nicht nur verderben, nein, es kann ihm auch Spass machen!
Ich jedenfalls arbeite darauf hin, dass die Hunde mit denen ich arbeite sich freiwillig in meine Nähe begeben und sich da wohlfühlen. „Fuss“ ist für sie nicht wie die meisten Hunde ein Anlass zu „och, du meine Güte, jetzt muss ich mich wieder am Hals rucken und umherschubsen lassen… bitte nicht!“ Sondern mein Ziel ist, dass sich die Hunde da wohlfühlen!

Selbstverständlich muss jeder Hund schnüffeln können und Kontakte mit anderen Hunden haben und jeder Hundehalter ist unvernünftig, wenn er in solchen Momenten seinen Hund kurz an der Leine „Fuss“ hält. Der hat nichts verstanden.

Was ich dir also rate, Frieda:

Sorge dafür, dass der Hund mit Freude (!) neben dir laufen lernt, investier Zeit in diese wichtige Übung, gib dem Hund die Sicherheit (und nicht nur das Gefühl!) dass er in deiner Nähe sicher ist und dort auch Hund sein darf. Er soll schnüffeln dürfen, aber nur, wenn du es ihm erlaubst. Das ist für ihn äusserst wichtig, dass er weiss, mit dir zusammen kommt er ans Ziel.

Folgende Übung schlage ich dir vor: Da der Hund ja ansonsten gut läuft, gehst du mit ihm zu einem Ort, wo du weisst/merkst, dass der Hund da gerne schnüffeln möchte. Achte nun gut auf ihn. Sobald er beginnt zu dem Ort hinzudrängeln, bleibst du stehen. Kein Rucken, kein Ziehen. Auch kein Kommando. Er wird eine Weile lang versuchen doch dahin zu gelangen. Du aber bleibst bockstill stehen und lässt ihn nicht an den Ort heran. Warte, bis er sich nach dir umsieht. Dann gehst du in die Knie und lockst ihn zu dir an. Kommt er nicht, ruckst du ein wenig(!). Hol ihn zu dir heran. Ist er bei dir, kriegt er ein Leckerli. Will er das nicht, lass es sein, lobe ihn aber mit Worten und streichle ihn. Vermutlich rennt er gleich wieder los. Sei darauf gefasst und lass ihn ja nicht die Stelle erreichen! Mache das ganze Spiel nochmals, bis er sich voll auf dich konzentriert und nicht mehr zieht. Dann gehst du einen Schritt, zwei Schritte, drei… STOPP! Wahrscheinlich zieht er jetzt schon wieder. Und was machst du? Natürlich, du hältst an und beginnst wieder von vorne. Bis er mit lockerer Leine, ohne zu ziehen an den Fleck kommt und den erreicht, den er so spannend findet. Warte nun auf ihn, lass ihn ausgiebig schnüffeln und lobe ihn. Lenke ihn aber beim Schnüffeln nicht ab! Er soll merken, dass es sich lohnt auf dich zu warten. Mit dir erreicht er alles, ohne dich, da läuft nichts.

Alles klar?

Viel Erfolg und liebe Grüsse,
Christine

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Hallo
Wenn er sonst ordentlich an der Leine laeuft wuerde ich eine Flexi Leine benutzen. Ich finde dass Hunde damit soviel Freiheit haben, dass sie schnuppern koennen ohne dich mitzureissen. Mit kuerzeren Leinen hab ich bei erzogenen Hunden schlechtere Erfahrungen gemacht.
Tschuessi

Hallo !

Nachdem wir drei eigene Schäferhunde hatten und alle nach jahrelangem Leiden und vielen Operationen an Krebs gestorben sind, nehmen wir das nicht mehr so genau und lassen unseren Hunden (Pflegehunde) so viel Freiheit wie möglich. Sie dürfen keine Gefahr für die Allgemeinheit sein, an der Leine sind sie grundsätzlich, aber wenn sie stehenbleiben und schnüffeln, passen wir uns meistens an.
Es gibt keine bei Beifuß-Befehle mehr, wie man es auf dem Hundeplatz gelernt hat. Sie laufen mal links, mal rechts, mal vor, mal hinter uns. Der Ausgang mit den Hunden wird genossen und ist keine Pflicht.
Die Hunde sind zu schnell uralt, zu schnell haben sie irgendwelche Wehwehchen, warum ihnen also das Leben unnötig schwer machen!
Nach drei Hunden hat man auch keinen so großen Ehrgeiz mehr, dass man dem Hund seinen Willen aufzwingt. Ist er keine Gefahr für die anderen, kommt er, wenn er sich mal befreit hat auf Zuruf zurück, genügt es uns.
Meine Frau und ich wissen, wie schön es ist, einen gut abgerichteten Hund zu haben und wie sicher so etwas ist, muß aber nicht mehr sein.
Nach Zusehen, wie drei Hunde verreckt sind, weil man sie krank gezüchtet hat, lassen wir ihnen jetzt so viel Freiheit, wie man verantworten kann.

Wer heute an der Leine zerrt, damit man schnell wieder zu Haus ist, sollte daran denken, morgen kann er schon auf dem OP liegen und man bereut jedes Ziehen an der Leine. Jedes Gemecker, er soll endlich kommen.

Gruß Max

Hallo zusammen,

also Max spricht mir mit seinen Beiträgen von der Seele.
Ich war auch lange der Meinung, dass ein Hund parrieren muss, wie wir es wollen.

Als es ihn nicht mehr gab…

Lass den Hund schnüffeln!!!

Was würdest Du tun, wenn Du von einer Ecke in die Andere gezerrt wirst??

Ein bischen Disziplin braucht ein Hund, ganz klar!
Aber bitte…

…wenn Du sonst nicht über sein Verhalten klagen kannst, lass ihn schnüffel und ziehen.

Eines Tages wirst Du Dir vielleicht wünschen, dass er wieder ziehen würde.

Gruß Christian

Noch ein Tipp: nimm bitte zum Gassigehen wenn möglich keine
Flexileine. Die haben zwar durchaus in bestimmten Situationen
ihren Nutzen, aber bringen dem Hund bei, dass es sich lohnt,
an der Leine zu ziehen.

Hallo,

da muss ich widersprechen.

Mein Hund läuft an seiner Flexiliene ohne zu ziehen oder zu zerren. Das wurde ihr durch Erziehung abgewöhnt.

Sie läuft locker und hat doch noch genügend Raum um zu schnüffeln.

Man kann durch Erziehung viel erreichen, auch das manierliche gehen an einer Flexileine *smile*

Gruss BelRia

Hallo,

ich schließe mich der Meinung von Christian an!
Klar, ein Hund braucht Erziehung aber das Schnüffeln
ist für einen Hund wie für uns das tägliche Lesen
der Zeitung und das macht die Spaziergänge für ihn
doch gerade interessant! :smile:

Viele Grüße,
Sandra

Hallo!
Alle Hunde wollen gerne schnüffeln, das ist sehr wichtig für sie. So finden sie heraus, wer wo und wann zuletzt markiert hat und stecken somit u.a. ihr Revier ab. Lass ihn also schnüffeln, wenn er will. Am besten gehst du vielleicht selbst so nah am Straßenrand, dass er gar nicht zerren muss, um an die tollen Stellen zu gelangen, an denen er schnüffeln will.

Wenn das ganze natürlich überhand nimmt und der Hund nur noch von einer Ecke in die andere zieht und dass Spazierengehen mit ihm so keinen Spaß mehr macht, gibt es ein paar einfache Tricks:
Du bleibst stehen, sobald er zieht und gehst erst dann weiter, wenn die Leine locker ist und er sich evtl. nach dir umschaut. So lernt er, dass ihn das Ziehen nicht weiter bringt, er aber erfolgreich ist, wenn er locker an der Leine geht.
Diese Methode kann aber sehr lange dauern und ein Spaziergang sich so um stunden hinziehen… nervig ist es zudem auch.
Der schnellere, meiner Meinung nach auch effektivere Trick ist es, sich umzudrehen und zügig in die andere Richtung zu gehen, sobald der Hund zieht. DU bestimmst, wo es lang geht. Der Hund wird verwirrt sein, wenn du plötzlich kehrt machst. Er wird hinter dir hergehen (müssen). Wenn der Hund dann aufmerksam ist und wieder locker neben dir geht, lobst du ihn und änderst wieder die Richtung.
Auf die Art und Weise lernen Hunde i.d.R. sehr schnell, nicht an der Leine zu ziehen. Sie sind sehr schnell aufmerksam und achten genau darauf, wo du hergehst. Meiner Meinung nach sollte ein Hund an der Leine ordentlich gehen. Du kannst ihm nicht beibringen, dass er auf der Wiese schnüffeln darf, in der Stadt aber z.B. nicht. An der Leine gilt: nicht ziehen! Natürlich musst du dem Hund aber Gelegenheit geben, zu schnuppern. Hast du denn die Möglichkeit, ihn frei laufen zu lassen? Dann kann er nämlich in Ruhe überall schnüffeln, wo er will.
Gruß, Galli

Mir gehts ja nur um die Stadt sonst ist es mir ja egal nur in der Stadt kannes ganz schön nerven.
Er kann jeden Tag mind. ne halbe Stunde frei rumlaufen, das braucht er einfach.

Danke für eure Antworten ich werd denn mal probieren hoffe das hilft.

pro/kontra Flexi für schlecht leinenführige Hunde
Hallo BelRia,

meine Hündin läuft an der Flexi auch wie eine 1. Vielleicht hast Du mich falsch verstanden. Nirgendwo habe ich geschrieben, dass alle Hunde an der Flexileine ziehen wie blöd. Was ich sagen will ist, dass eine Flexileine für folgende Sachen nicht gut geeignet ist

  • einem (noch nicht leinenführigen) Hund die Leinenführigkeit nahe zubringen
  • einem schlecht leinenführigen Hund das Ziehen an der Leine abzugewöhnen

Dieses Ungeeignet-Sein kommt von 2 Eigenschaften der Flexi:

  • sie gibt nach, wenn der Hund zieht (ist ja der eigentliche Sinn)
  • man hat aufgrund der dünnen, langen Strippe weniger Kontrolle über den Hund

Abgesehen davon darf jeder seinen Hund von mir aus am Bindfaden leinenführig machen.

Gruß,

Myriam

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Hallo Myriam,

Vielleicht
hast Du mich falsch verstanden. Nirgendwo habe ich
geschrieben, dass alle Hunde an der Flexileine ziehen wie
blöd.

Wo steht das denn bitte in meinem Artikel ?? Es wäre nett, wenn du den Artikel einfach nur list und nichts dazu dichten würdest. Macht vieles einfacher.

Was ich sagen will ist, dass eine Flexileine für
folgende Sachen nicht gut geeignet ist

Dann schreibe es nächstemal auch so, damit dich wirklich jeder versteht, was du meinst *g*

  • einem (noch nicht leinenführigen) Hund die Leinenführigkeit
    nahe zubringen

Sehe ich nicht so. Kommt immer auf den Hund an und auch auf den, der am anderen Ende der Leine hängt.

Abgesehen davon darf jeder seinen Hund von mir aus am
Bindfaden leinenführig machen.

Worüber regst du dich eigentlich auf ??

Das war dein Artikel:

Noch ein Tipp: nimm bitte zum Gassigehen wenn :möglich keine Flexileine.

Was denn nun ? Gerade beim Gassigehen verschafft es dem Hund mehr Freiheit, seine Umgebung zu erschnüffeln.

Will ich den Hund erziehen, kann ich eine - um den Hals getragene Lederleine mitnehmen und ohne großen Aufwand die Leinen unterwegs wechseln und an geeigeneter Stelle ihm Erziehung in Leinenführigkeit beibringen, wo bitte ist das Problem es so zu schreiben, dass es jeder LAIE versteht ?

BelRia