Des einen Freud, des anderen Leid…
Es ist halt immer so, dass die Menschen persönliche Freiheiten haben wollen und sich trotz aller Gesetze und Regelungen es so hinbiegen möchten, dass es für sie passt.
Sag mal was gegen einen Raucher, sofort wirst du zusammengeknüppelt, du seist intolerant etc. Sagst du was gegen einen Hundebesitzer, sofort bist du ein Hundehasser. Dass die mit ihren Hobbys die Freiheit anderer einschränken, interessiert diese Leute nicht.
Ich habe vernommen, dass der Hund nicht nur bellt, sondern auch herumkackt. Wir sind ja im Forum…also…nehmen wir einfach mal an, das Problem haben wir hier auch.
Das Prinzip ist wieder das gleiche: Natürlich gibt es eine Leinenpflicht und natürlich darf ein Hund nicht überall hinkacken bzw. ist der Hundehalter verpflichtet, die Hinterlassenschaften wegzuräumen. Dafür steht am Anfang unserer Straße extra eine Tütenbox, in der man die Beutelchen nach dem Spaziergang entsorgen kann.
Aber dann müssten die Leute sich ja Bücken und die Kacke ihres Hundes in die Hand nehmen! Nein, das kann man ja nicht verlangen. Wo auch immer nur ein Fleckchen Grün ist, meinen die Leute, sie dürften ihren Hund da kacken lassen. Sie zahlen ja schließlich Hundesteuer.
Bei uns ging das Ganze schon durch die Zeitung, die Bürgermeisterin hat sich eingesetzt und Hundeschulen haben den Haltern kostenlos angeboten, die Hunde zu schulen! Ein toller Einsatz, aber geschult werden müssten die Halter.
Ich wohne direkt an einem „Hundekackweg“ und im Sommer stinkt es zum Himmel. Überall wo ich hinpacke (z.B. am Grundstück Unkraut ausreißen) hat so ein Vieh hingepisst (sorry, es markiert ja nur sein Revier) oder hingekackt. Das Ordnungsamt meint dazu, es könne nur dann einschreiten, wenn ich den Hundebesitzer anzeige.
Ja was meinst Du wohl, was dann los ist? Dann bricht hier der Hundekrieg aus und ob dann mein Auto immer so kratzerfrei bleibt oder die Reifen immer den korrekten Luftdruck haben, stelle ich mal arg in Frage.
Wohlgemerkt: Wir wohnen hier nicht am sozialen Brennpunkt, sondern eher in einer gediegenen Gegend. Aber schlechtes Benehmen ist nun mal keine Frage der sozialen Klasse.
Was ich damit sagen will: Wenn Du etwas gegen den Nachbarn unternimmst, läuft es auf Krieg hinaus. Offenbar sieht er es ja nicht ein oder will es nicht einsehen, da er ja in seinem bisherigen Handeln eingeschränkt wird. Und wer gibt schon gerne Land freiwillig ab?
Zeigst du ihn an, bist DU der böse Nachbar! Nicht er! Die Situation verbessert sich also nicht. Vielleicht bellt und kackt künftig der Hund dann nicht mehr, aber der Nachbar tut es auf seine Weise. Bei viel Pech zieht er die übrige Nachbarschaft noch mit und Du hast mehr Feinde als Freunde.
Meiner Meinung nach hilft es nur, wenn Du dem Nachbarn ähnlich auf den Keks gehen würdest. Vielleicht hat er dann ein Einsehen? Wie wäre es, die Kacke zu sammeln und nachts auf seiner Treppe zu deponieren? Wenn er des öfteren mal das Zeug aus den Schuhsolen puhlen muss, gerät er vielleicht ans Nachdenken?