Hundeerziehung und Futterneid

Hallo! Ich beschreibe alles mal sehr ausführlich, wer kann helfen?

Wir haben seit 12 Wochen einen kleinen Welpen. Nun ja - klein ist übertrieben - Luna ist 23 Wochen alt und mittlerweile ca. 22kg schwer. Für einen Schäferhund-Labrador-Mix ist sie verhältnismäßig 2/3 ausgewachsen, vll. etwas mehr.

Sie ist sehr gelehrig, nach 2 Tagen machte sie „Sitz“ und „Platz“ klappt auch richtig gut. Auch „Bleib“ und „auf dein Platz“ geht schon. Momentan arbeite ich am Fuß laufen, mit Kotrollruck habe ich ihr das Ziehen an der Leine abgewöhnt und soweit sie nicht abgelenkt ist, kommt sie zu mir, wenn ich sie rufe. Soweit, so gut.

Was sie nicht darf:
Betteln
aufs Bett / die Couch hinauf
vor uns Essen
tw. vor uns durch die Tür

Ach ja, natürlich besuchen wir auch immer Sonntags eine Hundeschule. Ich gehe ca. 1x die Woche mit ihr laufen, meist am Wochenende, ca. 9-13km. Danach ist sie auch ruhig und entspannt für sie untypisch in ihrem Körbchen.

Luna war die aufgeweckteste in ihrem Wurf und dürfte unter den Welpen die Ranghöchste gewesen sein. Sie ist vom Wesen her ein echter Wirbelwind, ein anstrengender Welpe, stets unruhig und fast durch nichts ruhig zu bekommen…!

Hier meine kleinen Probleme, zu denen ich im Internet einfach zuviele Antworten finde.

Luna hat vor kurzem angefangen beim Fressen zu knurren, woraufhin ich ein scharfes aus von mir gegeben habe und sie mit dem sog. Alphagriff unterworfen habe. Dann habe ich ihr das Fressen weggenommen und später erst wiedergegeben.

Einige Zeit lang habe ich ihr dann „regelmäßig unregelmäßig“ das Fressen weggenommen, was auch immer klappte. Anders war es, wenn ich sie beim Fressen berührt habe, dann hat sie sofort geknurrt, auch wenn ich sie nur im Vorbeigehen mit meinem Bein gestriffen habe.

Auch ist mir aufgefallen, dass sie beim Fressen den Schwanz einklemmt.

Da das mit dem Fressen und dem Knurren sich erstmal wieder gelegt hat, habe ich weniger darauf geachtet hier weiterzuarbeiten. Deswegen habe ich - nachdem wir gegessen hatten - ihr Futter gegeben und bin wieder ins Wohnzimmer gegangen, habe den Hund sozusagen allein und in Ruhe essen lassen.

Eine zeitlang haben wir sie vorher auch aus der Hand gefüttert um sie zu bestärken, dass von unserer Hand keine Gefahr ausgeht. Zumal sie das vom Spazieren, der Hundeschule und der Erziehung her kannte, die Hand gibt Leckerchen.

Heute morgen habe ich aber eine Tasse Kaffee in der Küche getrunken und blieb ca. 2m vom Napf entfernt in der Küche stehen, als ich ihr zu Essen gab. Sie hat - nachdem sie wie immer Platz machen musste - das Signal bekommen zu Fressen, hat dann aber nicht angefangen und mich angesehen?!

Ich bin daraufhin in Richtung Badezimmer und habe sie mittels eines Spiegels beobachtet. Nach einem neuerlichen Signal fing sie an zu fressen. Sie fraß jedoch nicht so schnell wie sonst, sie schlang das Fressen nicht mehr hinunter wie es ja für Welpen üblich sein soll.

Nach etwa 2min - in dieser Zeit frisst sie sonst ihr Futter - bin ich wieder zu ihr hin. Sie saß vor ihrem Napf und hatte noch etwas drin. Da sie saß und nicht fraß habe ich sie gestreichelt, woraufhin sie mich anknurrte und mich ERNSTHAFT zu beißen versucht hat. Wieder: Unterwerfung mittels Alphagriff, Aus, Essen weggenommen.

Sooooo… wer kann mir nun genau sagen, was ich so falsch mache, dass der Hund mich beim Fressen anknurrt und beißen will. Was soll ich nun tun? Ist was mit unserer Rangfolge durcheinander geraten?

Ich gebe mir viel Mühe mit dem Hund, habe mich - wie ich denke ausführlich mit Erziehung befasst - erziehe sie in etwa mit einer Mischung aus „positiver Bestärkung“ und „Fördern und Fordern“. Ich bin mit meinem Latein echt am Ende und habe Angst, dass ich etwas so gravierendes falsch mache, dass sie zu einem Tyrannen verkommt.

Wer kann helfen und hat Vorschläge, Anregungen und Hinweise?

Guten Morgen Jensen713,

Hier meine kleinen Probleme, zu denen ich im Internet einfach
zuviele Antworten finde.

dann wirst Du sicherlich auch drauf gestoßen sein, dass der „Alphagriff“ mehr als umstritten ist.

Ich persönlich lehne derartige Erziehungsmaßnahmen ab. Sie bergen eher die Gefahr, Vertrauen zu zerstören, als dass man sich Respekt verschafft.

So, wie Du es beschreibst, scheinst Du Luna verunsichert zu haben, so dass sie sich fragt, ob sie überhaupt fressen DARF. Es deutet daraufhin, dass Du sie im falschen Moment bestraft hast.

Im Ganzen kommt mir Deine Beschreibung Deines Verhältnisses zu und Deiner Erziehung von Luna sehr „strukturiert“ vor. Mir fehlt hier etwas die Empathie, die Intuition, sich auf die Kommunikation mit dem Hund einzulassen. Aber vielleicht täuscht es auch.

Gut, jeder verfolgt die Erziehungsmethoden, von denen er überzeugt ist - ich persönlich habe bei meinem Rüden immer die kooperative, sanfte Variante eingesetzt, die immer nur ein Ziel hatte: Das Vertrauen meines Hundes nicht zu zerstören. Die „Rangordnung“ wird durch spielerische Rangeleien auf dem Fußboden ausgemacht, und natürlich wird er korrigiert, wenn sein Verhalten gegen meine „Regeln“ verstößt. Aber nicht so etwas wie: „Bitte nach mir durch die Tür gehen“, „nicht aufs Sofa“, sondern für mich „wesentliche“ Dinge. Dazu gehört Aggressionsfreiheit jedem Lebewesen gegenüber und das Wissen, dass auch ein Kleinkind ihm die schönsten Knochen aus dem Maul nehmen kann.

Luna hat vor kurzem angefangen beim Fressen zu knurren,

Ein Hund legt nicht ohne Grund spontan (im Sinne von „ohne äußeren Reiz“) ein Verhalten an den Tag. Es wird dem gewiss etwas vorangegangen sein.

Mein Rat ist, Luna darin zu bestärken, dass es ihr Fressen ist, was ihr auch nicht weggenommen wird. Lob sie, mach ein „Happening“ draus: „Fein, alles Deins“. Sie muss (wieder) das Gefühl bekommen, dass Fressen und Deine Anwesenheit etwas Tolles ist, binde das Futter in Spiele ein etc.

Sicherlich wird es hier heute noch eine Grundsatzdiskussion über Hundeerziehung geben - dies ist nur mein bescheidener Beitrag.

Viele Grüße

Kathleen

Hallo Jensen713,

dass ein Hund sein Futter verteidigt ist eigentlich normal und hat wenig mit Rangordnungsproblemen zu tun. Als Rudeltier ist es wichtig auf sein Futter aufzupassen - sonst ist es weg.
Allerdings ist es ein Verhalten das in einer Lebensgemeinschaft mit dem Menschen nicht toleriert werden darf, da es für diesen nicht ungefährlich ist.

Dein Hündchen hat Angst, sein Futter an dich zu verlieren, deshalb droht es mit eingeklemmter Rute.

Ich würde die nächste Zeit dem Hund kein Futter und Kauknochen im Napf geben oder zur freien Verfügung geben, sondern brockenweise aus der Hand füttern. Er soll lernen, dass du kein Nahrungskonkurrent bist, sondern Nahrungsspender. Das wird sein Vertrauen zu dir stärken und die Bindung erhöhen.

Ich bin allgemein kein Freund von Napffütterung, falls du aber später aus der Schüssel füttern willst, halte den Napf vorerst frei in den Händen.

Unterbreche das Fressen hin und wieder, indem nu den Napf einfach hochhebst. Lange mit der Hand in den Napf während der Hund frisst, nimm aber kein Futter heraus, sondern lege einen besonderen Leckerbissen dabei rein. Mach mit deinem Hund Spiele, bei denen du mit der Hand Futter abdeckst und wieder freigibst.

Dein Hund sollte dich nicht als Konkurrenten sehen, dann hat er auch bald genug Vertrauen dir Futter zu überlassen - möglicherweise ist es ja ein Tauschspiel und er bekommt etwas besseres dafür.

Gruß

Johnny

Hallo Kathleen!

Erstmal vielen Dank für deine ersten Eindrücke und Einschätzungen. Ich denke ehrlich darüber nach, was dazu geführt haben könnte, dass Luna beim Fressen erstmals geknurrt hat. Ich kann mich NICHT erinnern, dass etwas außergewöhnliches passiert ist. Wir haben keine Kinder, keine anderen Tiere, wohnen in ruhiger Lage und sind relativ leise Menschen (wenig Radio und Fernsehen, vergleichsweise stressfreie Umgebung).

Sicherlich halte ich es - nach deiner Meinung - durchaus für möglich, dass der Alpha-Griff nach dem Knurren die Eskalationsschraube noch angezogen hat. Aber was soll ich denn sonst in diesem Falle tun? Ich kann doch nicht ignorieren, wenn der Hund mich anknurrt. Er muss doch deutlich verstehen, dass er das nicht DARF! Also, was tun? Ich verstehe durchaus, dass ich ihr die Angst nehmen muss, aber nicht, wie ich jetzt dem Knurren begegnen soll?!

Was mir noch einfällt: Luna läuft mir in der Wohnung immer hinterher oder vorneweg. Ich gehe in die Küche, ins Bad, Luna kommt mit oder versucht es zumindest.

Auch glauben wir, dass sie eifersüchtig ist. Sie scheint sich immer dazwischenzudrängeln, wenn meine Freundin und ich uns umarmen oder küssen.

Alles zusammengenommen versuche wir uns wirklich an die wichtigsten Regeln zu halten. Der Hund hat klare Grenzen, er darf spielen, wird erzogen. Wie aber soll ich dem begegnen, wenn der Hund anfängt mich beim Fressen anzuknurren und vor allem, warum frisst er nicht, wie sonst auch?!

Ich gab ihr in den letzten Wochen immer das Signal - los, lauf - und sie ist zum Napf gelaufen. Ich habe mich dann entfernt. Heute hat sie aber nicht auf das - los, lauf - reagiert, normalerweise klappte das IMMER.

So habe ich - trotz bislang (m.M.n.) guter Erziehungsarbeit trotzdem Angst, dass da die Rangfolge ins Schlingern gerät. Was nun?

Danke für alle (weiteren) Antworten!!!

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Guten morgen
ok, erstens wirst du sicher hier den Kommentar bekommen: 9-13km ist zu viel. Von mir auch :smile:
Der Hund ist gerade mal 5 Monate alt, da ist die Distanz zu groß.
Wenn die Hündin auf dem Feld freiwillig soviel tobt, ihre Sache, aber nicht zwangsweise die Distanz gehen.

Zum eigentlichen Problem.
Ich weich kurz aus und schilder dir einen Fresstag im hauseigenen Rudel=5 Hunde.
Gefressen wird gemeinsam. Jeder soviel er kann. Doch wenn bei ausreichender Versorgung durch mich der, nennen wir es mal hier so um eine Ordnung in die Thematik zu bekommen, Omegahund das Fressen verteidigt, ist es sein gutes Recht. er darf knurren und es ggfs. verteidigen. Die Alpha und Beta-Hunde werden zwar meckern aber nicht durchziehen.
Vertrauen ist hier eine Grundlage des Zusammenlebens.Es ist ausreichend Nahrung da also keine Ressource zum Verteidigen die Überlebensnotwendig wäre

Ich begreif bis heute nicht warum ich meinem Hund, dem ich sein Fressen gebe, damit zeige ich ihm ja daß ich sozusagen übergeordnet bin, dann auch noch das Fressen wegnehmen können soll.
Die Logik aus Hundesicht: Der Verarscht mich doch, erst geben dann wegnehmen, ich glaub der spinnt, nix da.
Und dann wird geschnappt.
Warum versuchst du es nicht mal auf die Vertrauensmethode?
Wenn wir gemeinsam Abendessen gehen und ich nehm mir dein Steak und du hast dann gar nix, was passiert dann? Ich bekomm eine aufs M…
Geb ich dir aber ein Schnitzel dann tauschen wir. Vertrauen entsteht und im Falle des Hunde muss der Hund nicht schnappen.
Da DU aber den Tausch machst und nicht er, hast du ihm gezeigt wer das letzte Wort im Haus hat.
So hab ich allen meinen Hunden beigebracht daß ich ans Futter darf, wenn dennoch Not am Mann ist, also z.b,. ich merke daß Hornissen oder Wespen dran sind. Sie wissen dann, es gibt eine Alternative wenn die Gefahr gebannt ist.
Einen Hund zu führen heißt ihn zu lenken und zu leiten, nicht zu unterdrücken, daher auch kein Kommentar zum Leinenruck, außer… in dem Alter totaler Unfug. Ohne gehts genauso, nur muss man dann um ein gleichwertiges Ergebnis zu erreichen, das Hirn einschalten statt dem Muskelhirn.

Konnte ich etwas dir helfen?

Viel spaß beim Umdenken.

Steffen

Okay sicher,

habe heute morgen im Internet auch den Leinenruck recherchiert und herausgefunden, dass der sehr kontraproduktiv ist. Das mag ein Teil des Problems sein und sicher, das werde ich abstellen.

Leider ist es ja mit Hundeerziehung wie mit juristischen Meinungen, es herrschen soviele verschiedene nebeneinander - zum gleichen Problem wohlgemerkt.

Der „Tauschhandel“ macht in meinen Augen durchaus Sinn. Sicherlich habe ich dem Futter wegnehmen auch einiges an Bedeutung zugemessen.

Ein Problem bleibt für mich jedoch weiterhin unklar. Wie soll ich dem Hund genau zeigen, dass er rangniedriger ist als ich. Der Alphagriff ist umstritten, okay. Futter wegnehmen, umstritten, okay. Kontrollruck, umstritten, okay. Was nun? Wie merkt der Hund nun genau, das ich das Sagen habe? Wie verhindere ich, dass der Hund auch in anderen Bereich anfängt zu knurren und schlimmstenfalls mich zurechtzubeißen?

Sicher verstehe ich was es mit Lenken und Leiten auf sich hat und verstehe auch, dass ich zuviel Kraft dafür aufgewandt habe den Hund seine Rangstellung unter mir klar zu machen! Was jedoch bei einem Hund tun, der von sich aus einen Führungsanspruch an den Tag legt, der gelindegesagt beängstigend ist…!

Needs more information!
Danke Gruß Jens

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Hey Johnny,

erstmal Danke für deinen Beitrag. Ich werde das - was du geschrieben hast und in dieser Form auch von anderen vorgeschlagen wurde - beherzigen und den Hund „von Hand“ füttern und auch Tauschen anfangen…

Zwei Fragen… ist der eingezogene Schwanz zu ein Drohen an mich („Halt dich fern“) oder eher eine unterwürfige Haltung („hoffentlich bleibt er weg!“)

und zweitens… warum war die Futteraufnahmegeschwindigkeit heute so viel langsamer als sonst, wo Luna das Essen förmlich aufsaugt…?

Danke für deine Hilfe…!

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Nachtrag:
Luna ist anfangs sehr auf meine Frau fixiert gewesen, diese hatte schonmal einen Schäferhund und war deswegen im Umgang mit Hunden besser geschult als ich (ich bin sozusagen ein Newbie).

Die Fixierung hat sich vor einigen Tagen etwas verändert, da ich dem Hund mehr Aufmerksamkeit widme, durch Erziehung, Joggen/Laufen und gemeinsamen Spazierengehen. Meine Freundin schreibt an einer wissenschaftlichen Arbeit und so bin ich momentan mehr gefragt / gefordert.

Zuletzt ist mir noch aufgefallen, dass sie immer hinterher kommt, wenn ich irgendwo hin gehe. Gehe ich Richtung Bad oder Küche trottet Luna hintendrei oder voran, was manchmal ziemlich nervig und anstrengend ist. Nun habe ich gelesen, dass es sein KÖNNTE, dass der Hund mich zu kontrollieren versucht! Was nun?

Unser Hund ist bisweilen auch eifersüchtig. So haben wir das Gefühl, dass sie sich gezielt zwischen uns drängelt, wenn wir uns umarmen, küssen oder schmusen. Das ist doch sicher auch nicht richtig, oder?

Danke für alle weiteren Antworten…
Jens

Hi Jens
hab gerade mal Urlaub!!! Daher etwas Zeit.
Der Leinenruck an sich hat sich nach meinem Erleben nur vewährt wenn der Hund z.B. einen Menschen auf Distanz angreift und man es nicht will. Dann rennt der Hund in die Leine und man sagt klar NEIN. Wenn der Hund es dann nicht macht, kommt die Strafe und dann erneut die Belohnung fürs Richtig machen.
Aber nur dann funktioniert der Leinenruck.

Hundeerziehung ist mehr als nur Hau drauf und er hat zu gehorchen.
Hunde sind nach meinem erleben oft sozialere Tiere als Menschen wenn man sie in ähnlichen Situationen beobachtet.
Daher, du lebst mit einem extrem sozialen Tier zusammen.
Das braucht Grenzen aber auch Freiheiten.
Ich geb dir ein Beispiel:
Ich trainiere gerade einen Rotti. 6Monate alt sehr stark im Wesen, extrem Griffig am Arm.Soll für den Sicherheitsdienst gearbeitet werden.
Er kommt morgens aus dem Zwinger raus und beißt eben mal mir in den Arm und Grinst dabei. Geb ich ihm einen Stock oder ein Frolic,ist mein Arm uninteressant und wir können mit dem Arbeiten beginnen. Aber! er testet mich nicht, er spielt. Jeder Nichtexperte würde sagen, der Greift an. Nein tut er nicht. Er spielt, denn mein Arm ist in seinen Augen ein Bein. Und da beißt er hin um zum Spielen zu kommen.
Würde er zubeißen wäre mein Arm kaputt ohne wenn und aber.
Meine eigenen Hunde beißen sich als Spielaufforderung in die Beine. Na und. Dann beginnt ein Renn und Hetzspiel.

Nicht jeder Biß ist eine Domianzgeste. Es ist ein Testen. Wie weit darf ich gehen.
Wie aber es ihm Klarmachen. Tut es arg weh, schlag zentral auf die Schnauze. Basta.
Zimen sagte es einst klar und deutlich, ein Angriff, ein Schlag, ein Fall, ein Ende der Diskussion.
IdR. lang aber ein Wischer über die Nase.
GGfs. die Schnauze umklammern und kurz aktiv zuhalten.
Wenn das nicht reicht, auf den Rücken werfen. Langt meistens
Wenn das nicht wirkt, auf den Rücken und Kehle zudrücken! Letztes Mittel der Wahl!!!Dabei evtl. auf den Hund drauf setzen.
Die Rangstellung aber machst du dem Hund klar in dem du ihm Futter gibst, ihm Kommandos abverlangst, in dem du mit ihm Spielst und du das Spiel beendest und beginnst, in dem du mit ihm Gassi gehst und da die Richtung vorgibst. Wann immer der Hund die Folgen muss ohne Strafen, ist er dir Untergeordnet.
Das Reicht voll auf!
Aber sollte er durchknallen was ich nicht erwarten würde, dann greif ein.

Ein gutes Buch hierzu, bitte besorgen
Was Hündchen nicht lernt…: Welpen und Junghunde verstehen, prägen und erziehen, von Thomas Baumann.

Hier denke ich das beste Buch das dir sicher weiter hilft.
Thomas ist umstritten. Aber ich lernte am eigenen Leib daß er leider mit dem Meisten sehr sehr richtig liegt.
Auch das weiterführende Buch von ihm: … damit wir uns verstehen ist umstritten aber aus meiner Sicht ein klasse Buch, das als Leitfaden dienen kann.

Gruß Steffen

Okay sicher,

habe heute morgen im Internet auch den Leinenruck recherchiert
und herausgefunden, dass der sehr kontraproduktiv ist. Das mag
ein Teil des Problems sein und sicher, das werde ich
abstellen.

Leider ist es ja mit Hundeerziehung wie mit juristischen
Meinungen, es herrschen soviele verschiedene nebeneinander -
zum gleichen Problem wohlgemerkt.

Der „Tauschhandel“ macht in meinen Augen durchaus Sinn.
Sicherlich habe ich dem Futter wegnehmen auch einiges an
Bedeutung zugemessen.

Ein Problem bleibt für mich jedoch weiterhin unklar. Wie soll
ich dem Hund genau zeigen, dass er rangniedriger ist als ich.
Der Alphagriff ist umstritten, okay. Futter wegnehmen,
umstritten, okay. Kontrollruck, umstritten, okay. Was nun? Wie
merkt der Hund nun genau, das ich das Sagen habe? Wie
verhindere ich, dass der Hund auch in anderen Bereich anfängt
zu knurren und schlimmstenfalls mich zurechtzubeißen?

Sicher verstehe ich was es mit Lenken und Leiten auf sich hat
und verstehe auch, dass ich zuviel Kraft dafür aufgewandt habe
den Hund seine Rangstellung unter mir klar zu machen! Was
jedoch bei einem Hund tun, der von sich aus einen
Führungsanspruch an den Tag legt, der gelindegesagt
beängstigend ist…!

Needs more information!
Danke Gruß Jens

Hallo,

Du hast hier schon einige Tipps zu Deinen spezifischen Fragen bekommen, es kommen möglicherweise auch noch welche dazu. Ich möchte mich ein bißchen mehr auf das ganze Bild beziehen.

Du hast gelesen/gehört, dass man einem Hund die Rangfolge klar machen muss. Du siehst nun bei Deinem Hund gewisse Verhaltensweisen, welche Du als dominant oder die Rangfolge betreffend interpretierst. Darauf reagierst Du mit aus Hundesicht sehr harten Strafen: Leinenruck, „Alpha-Griff“, Futterentzug.

Ich will das gar nicht beurteilen oder versuchen zu entscheiden, ob Du auf dem richtigen Weg bist - das ist per Ferndiagnose praktisch gar nicht möglich. Ich möchte Dir einige Denkanstöße geben:

  • möglicherweise bedeuten die Verhaltensweisen des Hundes nicht das, was Du denkst
  • möglicherweise übersiehst Du aus mangelnder Erfahrung weitere Signale, die der Hund Dir gibt
  • möglicherweise sind die harten Strafen sehr kontraproduktiv, da sie das Vertrauen des Hundes kompromittieren und ihn verunsichern
  • selbst wenn Dein Hund Verhaltensweisen zeigt, welche möglicherweise eine Sanktion erfordern, dann ist es extrem wichtig, dass diese Sanktion genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, da es sonst zu Fehlverknüpfungen kommt.

Dir fehlt anscheinend praktische Erfahrung mit Hunden und ihrer Körpersprache. Man kann sich das nur bedingt anlesen, abgesehen davon, dass Infos im Internet i.d.R. unreflektiert und unkritisch einfach so dastehen - kann auch der größte Blödsinn sein. Daher würde ich folgendes empfehlen:

Beschäftige Dich mit der Körpersprache Deines Hundes, sowohl in der Theorie (gute Fachliteratur) als auch in der Praxis. Suche Dir einen guten Hundetrainer. Dieser sollte gewaltfrei arbeiten, bitte keinen Schäferhundprügler. Da buchst Du dann ein paar Einzelstunden, in denen Ihr voll auf Deinen Hund eingehen könnt. Später kannst Du die Gruppenstunde besuchen oder z.B. einen Hundesport betreiben (Agility, Flyball, Mantrailing …). Wenn Dir die Erklärungen des Trainers schlüssig erscheinen und Du ihm vertraust, bleibe bei dieser Methode. 3 Trainer, 4 Meinungen - aber wenn es funktioniert, bleib bei einer Richtung, es gibt mehrere Wahrheiten bei der Arbeit mit Hunden - Gewalt gehört allerdings nicht dazu.

Zum Thema 15km laufen: das ist viel zu viel für einen Hund, der noch im Wachstum ist. Damit kannst Du dem Tier gesundheitlichen Schaden zufügen. Auch ist laufen nicht alles: der Hund möchte mit dem Kopf und der Nase arbeiten. Wenn Du ein paar Futtersuchspiele in die Spaziergänge einbaust, wird der Hund nach 3km so fertig sein wie sonst nach 10km wo Du nur läufst.

Noch ein Wort zum Thema Alpha: „Rudelführer“ wird man durch Präsenz und Verhalten, nicht durch körperliche Gewalt. Kein Alphawolf kann jeden Konflikt durch Körperkraft lösen. Kein Alphawolf will jeden Konflikt gewinnen, das ist gar nicht nötig. Eine Geheimwaffe des Alphas ist das Ignorieren. Es ist ein mächtiges Werkzeug und völlig gewaltlos. In den richtigen Momenten eingesetzt sorgt es dafür, dass viele unerwünschte Verhaltensweisen von allein wieder aufhören.

Gruß,

Myriam

Hallo,

Zwei Fragen… ist der eingezogene Schwanz zu ein Drohen an
mich („Halt dich fern“) oder eher eine unterwürfige Haltung
(„hoffentlich bleibt er weg!“)

letzteres.

und zweitens… warum war die Futteraufnahmegeschwindigkeit
heute so viel langsamer als sonst, wo Luna das Essen förmlich
aufsaugt…?

Wahrscheinlich hat sie sich in deiner Nähe nicht so richtig getraut sich auf ihr Futter zu konzentrieren und dich aus den Augen zu lassen.

Gruß

Johnny

Hi Johnny
deut die Aussage doch etwas krasser.
Der Hund hat Schiss gehabt solange zu fressen so lange das überdominate Wesen welches ihm das Fressen dauernd weg nimmt zu fressen. Sie wusste das ER anwesend ist, hörte ihn und hatte einfach schiss.
Hier muss nach den Aussagen dringend am Verhältnis Halter- Hund gearbeitet werden!

Gruß Steffen

und zweitens… warum war die Futteraufnahmegeschwindigkeit
heute so viel langsamer als sonst, wo Luna das Essen förmlich
aufsaugt…?

Wahrscheinlich hat sie sich in deiner Nähe nicht so richtig
getraut sich auf ihr Futter zu konzentrieren und dich aus den
Augen zu lassen.

Gruß

Johnny

hi Jensen,

gönn Deinem Hund mal Ruhe vor Dir, ich weiß, Du willst alles gut und richtig machen, aber ein Hund, der unentwegt beobachtet wird, steht unter Dauerstress. Ein Hund ist immer bemüht, von seiner Sicht aus, alles richtig zu machen.
Entspann Dich und Hundchen entspannt sich auch.

lG, cailan

Hi Steffen!
Stichwort: Leinenruck… all right. Das verändere ich.

Hundeerziehung ist mehr als nur Hau drauf und er hat zu
gehorchen.

Dies wird mir jedoch nicht gerecht, da ich keinesfalls nur „draufhaue“. Ich habe Luna sehr lieb und habe bislang noch nie „draufgehauen“. s.w.u.

GGfs. die Schnauze umklammern und kurz aktiv zuhalten.

Machen wir so, wenn sie schnappt…!

Wenn das nicht reicht, auf den Rücken werfen. Langt meistens
Wenn das nicht wirkt, auf den Rücken und Kehle zudrücken!

IST DAS NICHT DER ALPHAGHRIFF??? Jedenfalls war das genau das, was ich mit ihr gemacht habe, als sie mich angeknurrt hat!

Die Rangstellung aber machst du dem Hund klar in dem du ihm
Futter gibst, ihm Kommandos abverlangst, in dem du mit ihm
Spielst und du das Spiel beendest und beginnst, in dem du mit
ihm Gassi gehst und da die Richtung vorgibst. Wann immer der
Hund die Folgen muss ohne Strafen, ist er dir Untergeordnet.

Genau so funktioniert das auch bei uns. Sie bekommt Fressen, ich lehre sie, lasse sie auch sitzen, Platz machen, Bleiben, Kommen, übe langsam auch Fuß laufen.

Und die Richtung beim Gassi gehen gebe REGLMÄßIG ich vor. Ich laufe sogar die gleich Runde in verschiedene Richtungen, verändere sie hier und da mal. Lasse den Hund an verschiedenen Stellen freilaufen und leine sie wenn ICH will auch wieder an.

Das Reicht voll auf!
Aber sollte er durchknallen was ich nicht erwarten würde, dann
greif ein.

und das hab ich gemacht, als sie geknurrt hat! Ich habe eingegriffen und sie unterworfen. ERGO, auf den Rücken gelegt, falls das NICHT der Alphagriff ist.

Luna schnappt spielerisch, aber beißen tut sie nicht

Alphagriff:
Soweit mir bekannt verstehen die meisten, laß mich aber gerne korrigieren, darunter den Hund im Nacken zu packen und zu schütteln.

Das auf den Boden werfen ist eine ganz normale Methode zur Klarstellung der Ordnung und der Durchsetzung von Ansprüchen.
Frag meinen Rüden. Morgens nach dem Aufstehen hat der Junge Rüde seine Unterwürfigkeit zu zeigen sonst rappelt es gewaltig.
Aufgrund dessen ist es mir auch Schleierhaft wieso immer behauptet wird, daß Hunde sowas nicht täglich machen. Nur findet es ohne Kraftaufwand und Stress statt. Der Kleine legt sich wenn der Alte knurrt freiwillig auf den Rücken und winselt kurz. Dann ist alles erledigt.

Gruß Steffen

Hallo Steffen,

Alphagriff:
Soweit mir bekannt verstehen die meisten, laß mich aber gerne
korrigieren, darunter den Hund im Nacken zu packen und zu
schütteln.

ich glaube, die meisten verstehen darunter entweder einen Schnauzgriff bzw. den Hund am Nackenfell umlegen und halten.

Mich schüttelts allerdings allein bei dem Ausdruck „Alpha…“ und es stellen sich meine Haare im Nacken :wink:

Gruß

Johnny

Hi Johnny
wie hinlänglich bekannt schüttelt es mich nicht nur bei dem Begriff!
Aber erklären muss man es ja.

Gruß Steffen

Vielleicht wäre es auch einfach mal so, dass ich GAR KEIN SO SCHLECHTER HUNDEHALTER BIN, wie es für dich so den Anschein macht. Man stelle sich vor, dass der Hund einige Tage lang eben nicht das Futter weggenommen bekommen hat und ich dennoch oft genug neben ihr gestanden hat.

Der Hund frisst mit wackelnder Rute aus meiner Hand, aber auch aus dem Napf, den ich ihr hinhalte. Soweit zu meiner Überdominanz, wenn der Napf allerdings dort steht, wo er immer steht, dann zieht sie die Rute an! Noch Fragen?

Mag sein, dass ich Fehler mache, viel wichtiger ist jedoch, dass ich das a) Verhindern möchte b) meinen Hund sehr sehr lieb habe und deswegen c) nur das Beste für sie möchte.

Deswegen sollte man mir zugute halten, dass ich Frage, was da los sein könnte?

MfG Jens

Hi Johnny
deut die Aussage doch etwas krasser.
Der Hund hat Schiss gehabt solange zu fressen so lange das
überdominate Wesen welches ihm das Fressen dauernd weg nimmt
zu fressen. Sie wusste das ER anwesend ist, hörte ihn und
hatte einfach schiss.
Hier muss nach den Aussagen dringend am Verhältnis Halter-
Hund gearbeitet werden!

Gruß Steffen