Hallo Duality,
dieser Hund vereint wirklich alle „guten“ Züge der jeweiligen Rasse
da fangen die Diskussionen schonmal an. Was ist „gut“ an einer Rasse? Will ich einen Dobermann, weil ich einen verlässlichen Diensthund brauche? Dann will ich aber meist keinen Husky-Einfluss haben, ebensowenig wie sich Wachsamkeit beim Dobermann und wenig Wachsamkeit beim Husky „vertragen“. Es kommt einfach darauf an, welches Einsatzgebiet der künftige Hund haben soll, um sagen zu können, welche Eigenschaften gut oder eher unerwünscht sind.
auch das:
im Umgang mit anderen Tieren ist er dem Schäferhund am ähnlichsten
enthält durchaus verschiedene Aspekte - was genau macht er denn mit anderen Tieren? Hütet er? Das wäre eine Anlage der Rasse, aber bei „Familienhunden“ durchaus nicht immer gewünscht. Oder ist er freundlich/ignoriert er andere Tiere? Oftmals eine Erziehungsfrage. Was ich damit sagen will: viele Dinge sind durch Erziehung bzw. den richtigen Umgang zu erreichen, da braucht es keine neuen Genmischungen.
Zum Gewicht übrigens: Dobermannrüden liegen zwischen 40-45kg, Deutsche Schäferhunde zwischen 30-40kg und Siberian Huskies zwischen 20-27kg.
So, jetzt zu dem breiten Gebiet der Hundezucht in (hoffentlich) wenigen Sätzen:
Die Zucht einer Rasse kann verschiedene Ziele haben, z.B.
- Arbeitsleistung
- Charakter
- Aussehen
- Gesundheit
…
Die meisten der bekannten und anerkannten Rassen sind gezüchtet worden, um bestimmte Arbeiten besser verrichten zu können. Ein beliebiges Beispiel: in der Entstehung des Deutsch Drahthaar spielten auch Pointer irgendwann eine Rolle, um das Anzeigeverhalten beim Deutsch Drahthaar zu verfeinern. Usw., Beispiele gibt es unzählige.
Will ich jetzt eine neue Rasse „erfinden“, frage ich mich zunächst, wo diese Hunde eingesetzt werden sollen und welche Anlagen sie dafür benötigen. Als nächstes schaue ich, welche bereits existierenden Rassen dem am nächsten kommen, bzw. ob es nicht Hunde gibt, die bereits meinen Zielvorstellungen entsprechen.
Es wäre beispielsweise ziemlich widersinnig, planmäßig Huskies mit Dobermännern zu verpaaren, vielleicht bis auf die jagdlichen Anlagen haben diese Rassen wenig Gemeinsamkeit. Damit ließe sich auch schlecht vorhersagen, welche Eigenschaften bei einer solchen Kreuzung wohl vorrangig auftreten werden - was wiederum eine Grundlage von Rassezucht wäre, nämlich die beliebige Reproduzierbarkeit von bestimmten Anlagen bzw. bestimmtem Aussehen.
Das Aussehen sollte in meinen Augen bei einer Neuzucht generell zweitrangig sein, insbesondere niemals im Kontrast zur Gesundheit des Hundes stehen. Die Problematik bei einer rein auf optische Aspekte ausgerichteten Zucht ist u.a., dass möglicherweise Eigenschaften sehr schwer vorhersagbar werden und damit völlig unklar wird, welcher Platz dem Hund gerecht werden kann. Schlittenhund? Wachhund? Jagdhund? Ein-Mann-Hund? Kindergeeignet? usw.
Als eigene Rasse anerkannt werden Hunde erst dann, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen (wie z.B. beliebige Reproduzierbarkeit in Arbeitsanlagen, Charakter, Aussehen). Genauere Infos über diese Voraussetzungen kann Dir bestimmt der VdH geben. Außerdem zu beachten wäre, wie weit der Genpool gestreut ist, wenn ich die F2-, F3- (…) Generation meiner neuen Rasse verpaare. Dabei gilt generell: je kleiner der Genpool, desto ungesünder.
Um einen Punkt nochmal deutlich zu wiederholen: bis auf die Hunderassen der FCI-Gruppe 9 und wenige andere Rassen sind alle Hunde zur Arbeit gezüchtet worden. Im Sinne der Hunde sollte das weder bei der Anschaffung noch bei der Zucht vergessen werden.
Noch eine Frage zum Schluss: So wie ich Dich verstanden habe, hast Du einen Hund, der wunderbar insbesondere charakterlich zu Euch passt, auf die Arbeitsanlagen wird eher weniger Wert gelegt, einfach weil er nicht als „Spezialist“ eingesetzt werden soll. Solche in der Tat wunderbaren Mischungen gibt es bereits zuhauf und zudem passend zu beinahe allen Menschentypen. Warum neu erfinden, was es bereits gibt?
Es gibt immer Hunde, die besser oder schlechter zu einem bestimmten Menschen passen, selbst unter Wurfgeschwistern. Ich freue mich für Euch, dass bei Euch das Zusammenleben so harmonisch ist, genießt diese Einmaligkeit!
Gruß,
Anna