Hey Kathleen,
natürlich hast Du vollkommen Recht. Ich wollte lediglich mit dem Vorurteil aufäumen, das alle Dackel wadenbeißende Teppischporsche sind. Klar, zu jedem Hund, egal welche Rasse, gehört enorm viel Arbeit und Hingabe um ihn zu erziehen und auszubilden.
Trotzdem gibt es Rassetypische Verhalten, die man im Vorfeld kennen sollte, wenn man sich einen Hund als Familienmitglied aussucht.
Und da kann ich meine langjährige Erfahrung sprechen lassen und zu einem Dackel raten.
Liebe Grüße
lady_beetle
Hallo,
also, ein Schutzhund wirkt auf die Umwelt leider erst durch die Größe und allgemeinen Ruf als potentielles Risiko für einen, sagen wir mal, Angreifer. Beispiel Vergleich Schäferhund und Rehpinscher.
Das liegt dann im Auge des „Betrachters“.
Soll der Hund nur durch Aufmerksamkeit schützen oder auch im Bedarfsfall durch körperlichen Einsatz? Dann würde ich nicht unter 25 kg Gewicht gehen.
Zur Ausbildung ist eigentlich jeder Hund geeignet, kommt nur darauf an, für was und wie er trainiert wird.
Ich habe ein etwas größeres Riesenschnauzer-Weibchen, das ein totaler Familien- und Schmusehund ist, total anhänglich und folgsam. Im Übrigen wie erwartet und ausgesucht durch vorherige Hundeerfahrung. Ein ausgeprägtes Schutzverhalten des Rudels, sprich Familie und des Revieres ist grundsätzlich ohne besonderes Training vorhanden. Zwar kurzzeitig enorm kraftvoll, aber konditionell durch Größe / Gewicht und ohne stetiges Jogging nicht ausdauernd, ihr reichen schon 45 Minuten Auslauf am Tag.
Desweiteren ein Mitbringsel aus Griechenland, ein Podengo-Mischlings-Weibchen, auch sehr wachsam und familienfreundlich, aber draußen ein unermüdlicher Lauf- und Jagdhund, dauernd am suchen und mit größerem Aktionsradius.
Grundsätzlich stellt sich auch die Geschlechtsfrage, wobei ich hier wegen der internen Rangfolgekämpfe immer ein Weibchen bevorzugen würde.
Es muss nicht unbedingt ein Rassehund sein, die wie allgemein bekannt, manchmal auch körperliche Schwachpunkte aufweisen.
Zur konsequenten Erziehung würde ich einen ca. 8-wöchigen Welpen bevorzugen, den man nach seinen Vorstellungen formen kann (sofern man kann). Ein älterer Hund ist mit unbekannter Vorgeschichte unter Umständen schon vorprogrammiert und die Umstellung zwar möglich, aber je nach Problem teilweise mühsam. Muss aber nichts heißen, ich kenne auch total nette und brauchbare Exemplare aus dem Tierheim (und leider auch andere mit kleinen Marotten).
Vorteil: schon mal stubenrein und Gebiss ausreichend ausgetestet, Nachteil: unbekannte Altlasten (ich hatte mal einen, der ist beim Anblick von weißen Kitteln wie z.B. beim Tierarzt ausgerastet, ohne Kittel kein Problem, wer weiß, was der durchgemacht hat).
Und grundsätzlich ist unbedingte Konsequenz bei der Erziehung unabdingbar, Frauchen will A, Herrchen B und die Kinder C-Z, dann weiß auch der schlaueste Vierbeiner nicht, was nun gilt. Das kann so nichts werden.
Am Besten mal zu einem naheliegenden Hunde(sport)verein mit gemischten Rassen gehen und beobachten bzw. fragen. Auch gut für späteres Welpen/Junghundetraining oder weitere Ausbildung.
Grüße
Peter
Hallo Jule,
Ich beziehe mich NUR auf den privaten Schutzdienst (VPG), der
nach meiner Überzeugung endlich abgeschafft werden sollte.
dann sind wir uns einig, auch ich halte diese „Spielchen“ für überflüssig. Ich vermute, dass der größte Teil dieser Hundehalter die eigene Person oder das eigene Selbstbewusstsein aufpeppen wollen (einen anderen Grund kenne ich nicht). Allerdings gibt es nicht nur reine „Hobbyschutzhundehalter“ sondern auch genügend Menschen, die keine öffentlich-rechtliche Gewalt durchsetzen müssen, sondern als Angehörige von Sicherheitsunternehmen Hundeführer sind. Auch diese Hunde werden „ausgebildet“, nach welchen Richtlinien und welchen Standarts bleibt im Dunkeln. Ich weiss nicht, ob es in der Tierschutzgesetzgebung (oder besser „Tiernutzgesetzgebung“) Regelungen für Hundeausbildung existieren; ich befürchte eher: Nein.
Immerhin sind die Teletaktgeräte mittlerweile unzulässig, ein kleiner Fortschritt.
Ich selbst habe nie einen Diensthund geführt, hatte aber einige Diensthundeführer in meinem Verantwortungsbereich und habe deshalb auch häufig der Ausbildung von Herr und Hund beigewohnt. Ich fand deren Ausbildung durchaus angemessen, jedoch sehr zeitintensiv, da ungefähr 20 % der reinen Dienstzeit für Training/Ausbildung draufging - und das nach mehrmonatigen Lehrgängen.
Man hatte dann aber ein Einsatzmittel, das wirklich überzeugend war und - auch bei echten Einsätzen zum Stellen von Verbrechern - nicht unbedingt blutig ausgingen; der gut ausgebildete Hund stellte und verbellte und der gut beratene Verbrecher stand einfach nur still und nahm die Hände hoch.
Gruss
Iru
Moin!
Ich vermute, dass der größte Teil dieser
Hundehalter die eigene Person oder das eigene
Selbstbewusstsein aufpeppen wollen (einen anderen Grund kenne
ich nicht).
Vermutlich hast Du damit uneingeschränkt Recht.
Ich weiss nicht, ob es in der Tierschutzgesetzgebung (oder besser
„Tiernutzgesetzgebung“) Regelungen für Hundeausbildung
existieren; ich befürchte eher: Nein.
Diese Befürchtung würde ich als Wahrheit einstufen. Ich habe nirgends etwas gefunden. Außer den Standardsätzen wo es heißt, das Hunde nicht „scharfgemacht“ werden dürfen und so was.
Immerhin sind die Teletaktgeräte mittlerweile unzulässig, ein
kleiner Fortschritt.
DAS allerdings wäre ein riesiger Fortschritt!
Kann man das irgendwo tatsächlich belegt nachlesen? Wäre für mich recht spannend, ich hatte gerade kürzlich eine Diskussion darüber. Es gibt nämlich immer noch sogenannte Trainer die die Teile als probates Mittel anpreisen
Wär schön, wenn Du mir da was Greifbares schreiben könntest!
Gruß vom
Dicken MD.
Immerhin sind die Teletaktgeräte mittlerweile unzulässig, ein
kleiner Fortschritt.DAS allerdings wäre ein riesiger Fortschritt!
Kann man das irgendwo tatsächlich belegt nachlesen? Wäre für
mich recht spannend, ich hatte gerade kürzlich eine Diskussion
darüber. Es gibt nämlich immer noch sogenannte Trainer die die
Teile als probates Mittel anpreisen
Hallo Dicker,
eigentlich sollte es sich auch in „Trainerkreisen“ herumgesprochen haben, dass diese Dinger mit dem Tierschutzgesetz in Konflikt geraten. Letztlich dienen die Elektroreizgeräte doch nur dazu, dass auch nur schlecht bis mittelmäßig qualifizierter Trainer Hunde erfolgreich zu einem bestimmten Verhalten zwingen können. Da wird doch die Qualifikation des Trainers und das Verständnis für hündische Verhaltensweisen durch einen Druckknopf ersetzt.
Es gib dazu auch eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (BVerwG 3 C 14.05 – v. 23.2.2006). Es ging dabei um ein Widerspruchsverfahren, in dem ein Landkreis einem Hundetrainer verboten hatte, die Teletaktgeräte einzusetzen.
Das Bundesverwaltungsgericht gab dem Landkreis letztinstanzlich Recht. Das Tierschutzgesetz verbietet die Verwendung von Geräten, die durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres erheblich einschränken oder es zur Bewegung zwingen und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist. Darunter fallen auch die Teletaktgeräte. Dabei kommt es nicht auf die konkrete Verwendung der Geräte im Einzelfall sondern darauf an, ob sie von ihrer Bauart und Funktionsweise her geeignet sind, dem Tier nicht unerhebliche Schmerzen zuzufügen. Denn es entspricht der Absicht des Gesetzgebers, den Einsatz der potentiell gefährlichen Geräte generell zu verbieten.
Soweit das Gericht. Mit dem Urteil wird aber der Verkauf nicht verboten, nur die Anwendung der Geräte. Mittlerweile formiert sich in der Hundequälerfront…öhm…Hundetrainerfront Widerstand dagegen und sie fordert, dass der Gesetzgeber Ausnahmen nach einer Sachkundeprüfung zulässt (also quasi staatlich lizensierte Tierquäler). Wie dort aber der Sachstand ist, weiss ich nicht. Meines Wissens gibt es noch keine Ausnahmeregelung.
Meine Meinung dazu ist:
Diese Hundetrainer sollten vielleicht mehr Energie darauf verwenden, vernünftige und gewaltfreie Hundeausbildung zu betreiben bzw. zu lernen, als diese Energie für Gesetzesinitiativen zu verbrauchen.
Gruss
Iru