Hunderasse gesucht!

Hallo,

eine Frage an alle die sich mit Hunde auskennen.

Wir suchen eine Hunderasse die sich als Haushund, aber auch als Schutzhund eignet, d.h. er sollte für die Ausbildung geeignet sein - soweit ganz einfach, aber der Hund sollte nicht allzu groß sein und von Natur aus nicht zu aktiv sein.

Kennt da jemand eine geeignete Rasse?

Danke!!

Hallo,

Wir suchen eine Hunderasse die sich als Haushund, aber auch als Schutzhund eignet, d.h. er sollte für die Ausbildung geeignet sein -

Warum willst du deinem Hund beibringen, Aggressionen gegen Menschen zu entwickeln?

Schöne Grüße,
Jule

Hallo,

Schutzhunde entwickeln keine Aggressionen gegen Menschen, keine vernünftige Hundeschule bildet Hunden zu diesem Zweck aus und das möchte ich auch nicht. Schutzhunde sind in der Regel nervenfester und gehorsamer als Hunde ohne Ausbildung!

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Hallo,

Wir suchen eine Hunderasse die sich als Haushund, aber auch
als Schutzhund eignet, d.h. er sollte für die Ausbildung
geeignet sein - soweit ganz einfach, aber der Hund sollte
nicht allzu groß sein und von Natur aus nicht zu aktiv sein.

Schau mal auf dieser Seite:
http://www.heimtierheim.de
In der linken Spalte findest du ein Hunde-Lexikon, enthält alle wichtigen Informationen zu wohl mehreren Hundert Hunderassen, u.a. auch Größe, Bewegungsbedarf, Aktivität usw.

Wenn man einen Hund hat, ihn ordentlich und liebevoll behandelt entwickelt er eine enge Bindung zum Halter/Familie. Mehr braucht es nicht - dieser Hund wird bei Gefahr jedes Mitglied der Familie beschützen. Meine Hunde haben sich -ohne jegliche Schutzhund-Ausbildung- schützend und grollen vor mir aufgebaut, wenn mir im Dunkeln jemand zu nahe kam und ich mich unsicher fühlte.

Wird ein Hund speziell als Schutzhund ausgebildet könnte er in solch einer Situation, statt nur zu warnen, gleich angreifen und das kann dann gefährlich werden. Schutzhunde gehören ausschl. in die Hände von entsprechend erfahrenen Haltern, die nicht versehentlich und ungewollt durch eine unbedachte Bewegung ein Kommando geben, das zu einem Angriff führt, der gar nicht gewollt ist.

Gruß,
Cantate

Moin!

Kennt da jemand eine geeignete Rasse?

Wenn Du nicht das mit dem Schutzhund geschrieben hättest…

Nee, ganz ehrlich. Ich wüsste da schon was für Dich. Aber Schutzhund?
Schutzdienst ist aus meiner Sicht völlig widersinnig.
Ich bringe einem Hund bei auf Kommando zu beißen nur um ihm dann beibringen zu können, das er nicht beißen soll!?!? Aus meiner Sicht ist es für einen Familienhund sinnvoller wenn er gleich von Anfang an lernt, das Beißen Buh ist.

Denk da mal noch mal drüber nach.

Gruß vom

Dicken MD.

Nochmal Hallo!

Hab diese Antwort von Dir erst jetzt gelesen, sorry.

Schutzhunde entwickeln keine Aggressionen gegen Menschen,
keine vernünftige Hundeschule bildet Hunden zu diesem Zweck
aus und das möchte ich auch nicht.

So sollte es sein, soweit stimme ich Dir zu. Die Widersinnigkeit bleibt.
Und leider wird die Ausbildung zum Schutzhund sehr häufig versaut. Die macht man nämlich nicht mal eben nebenbei am Sonntag in der Hundeschule. Aus meiner Sicht sollte nur ein Hund zum SchH ausgebildet werden, der diese Ausbildung aus gegebenen Gründen tatsächlich haben muß. Ein Familienhund gehört da garantiert nicht dazu.

Schutzhunde sind in der
Regel nervenfester und gehorsamer als Hunde ohne Ausbildung!

Wie nervenfest ein Hund ist hat zunächst mal was mit der Sozialisation, der Aufzucht und der Prägung zu tun. Sicher spielt die Rasse auch eine Rolle, die anderen Faktoren sind jedoch viel wichtiger.
Und Gehorsamkeit hat was mit Dir zu tun. Ob Dein Hund auf Dich hört oder nicht das liegt einzig an Dir, dafür braucht es keinen Schutzdienst.

Gruß vom

Dicken MD.

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Hallo,

ich schließe mich den Ausführungen meiner Vorredner an. :smile:

Darüber hinaus bin ich der Meinung, das die Nervenfestigkeit eines Hundes nicht von einer Ausbildung ausgelöst bzw. von ihr hervorgerufen werden kann. Wie hier schon von anderen geschrieben, ist zunächst die Prägung und im weiteren Lebensverlauf die Haltung ausschlaggebend für die Nervenfestigkeit des Hundes.

Dennoch möchte ich eine gewisse Veranlagung nicht abstreiten. Wenn ein Züchter (oder wenn eine Zufallspaarung) zwei nervöse, schissige oder agressive Hunde zusammenbringt, dann ist es durchaus möglich das es mit der Nervenfestigkeit der Welpen nicht weit her ist.

Daher könntest du evtl. Erfolg damit haben, wenn du dir einen Hund aus einer Schutzhundzucht suchst. Noch mehr Erfolgt würdest du dann haben, wenn du dir bereits die Elterntiere genau ansiehst, um ihren Charakter mit den von dir erwarteten Eigenschaften zu überprüfen und wenn du den Wurf eine Zeit lang beobachtest und dir dann erst einen Hund aussuchst.

Die Frage ist, ob du dich so gut mit Hunden auskennst, um eine solche Beurteilung abgeben zu können, oder ob du glaubst, das ein Hund (ein Lebewesen) wie ein Auto mit bestimmten Eigenschaften bestellt werden kann. Sollte das so sein, wirst du in jedem Fall enttäuscht werden. Deine Bemerkungen im UP könnten dahingehend interpretiert werden.

Gruß
Nita

Hallo Jeremy85,

Wir suchen eine Hunderasse

wer ist „wir“? Kinder, weitere Hunde, Katzen oder sonstige Mitbewohner?

die sich als Haushund,

Haushund verstanden als Familienhund? Wie sehen die räumlichen Bedingungen aus? Garten? Stadtwohnung?

aber auch
als Schutzhund eignet,

Was verstehst Du unter Schutz? Was soll wie beschützt werden?

d.h. er sollte für die Ausbildung
geeignet sein

Ausbildung wofür und mit welchem Ziel? Und Ausbildung durch wen?

der Hund sollte
nicht allzu groß sein

Was ist für Euch groß? 30 cm, 40 cm, 50 cm, 60 cm, >70 cm?

und von Natur aus nicht zu aktiv sein.

Wie viel Aktivität / Zeit könntet Ihr denn bieten?

Kennt da jemand eine geeignete Rasse?

Eventuell, wenn Du ein paar Zusatzinfos zu geben bereit bist.

Viele Grüße

Kathleen

Hallo Jeremy,

Schutzhunde entwickeln keine Aggressionen gegen Menschen,

Das ist schlicht und ergreifend falsch. Ein großer Teil von Beißunfällen stammt von Hunden aus versauten und/ oder abgebrochenen Schutzdienstausbildungen. Was Nervenstärke mit Schutzdienst zu tun hat, hat Dicker schon hervorragend ausgeführt.

Zwar werden VPG-Hunde grundsätzlich erst mal über den Beutetrieb gearbeitet. Wenn man den falschen Hund hat - und das sind nach meiner Erfahrung etwa 70 Prozent im VPG-Bereich - gerät der Hund aufgrund von Unsicherheit bereits in diesem Stadium in Beutekonkurrenz und damit ins Wehrverhalten.

Selbst wenn man den passenden Hund hat und erst mal alles richtig macht (was im VPG-Bereich eine Kunst ist, die nur von SEHR wenigen Ausbildern beherrscht wird) , kommt früher oder später der Zeitpunkt, dass der Beutetrieb als Motivator nicht mehr ausreicht. Wenn es mal über die Landesmeisterschaften hinaus geht, kann man die reinen „Beutehunde“ zählen.

Über den Umstand, dass erwachsene Menschen über einen Platz rennen und Räuber und Gendarm spielen und fiktive Verbrecher verhaften kann man sich seine eigenen Gedanken machen :smile:

Schöne Grüße,
Jule

Hallo!
So, nun bitte nicht lachen, aber ich habe einen treuen Rauhaardackel, der alle Deine Erwartungen erfüllt.
Er ist super Kinderlieb, ist voll ausgebildet und ein treuer Familiendackel ohne Dickkopf!
Kann ich nur immer weiterempfehlen.Einmal Dackel, immer Dackel!
Lieben Gruß
lady_beetle

Hallo Jeremy,

muss es denn unbedingt ein Hund mit Schutzhundausbildung sein? Wenn ja, würde ich dann an deiner Stelle auf jeden Fall von Molossern (Mastiff, Cane Corso,Bordeauxdogge usw.) die Finger lassen. Molosser haben in der Regel eine hohe Reizschwelle. Wenn diese allerdings überschritten wird, dann hört der Spaß meist auf (sprich: der Hund kann ziemlich übellaunig werden). Man sollte als Ottonormalhundebesitzer mit Molossern aus diesem Grund besser keine Schutzhundausbildung machen, da durch dieses gezielte Training die hohe Reizschwelle des Hundes herabgesetzt wird und das kann richtig unlustig werden. Diese Hunde könen dann regelrecht rot sehen.
Wir haben einen Cane Corso, der keine Schutzhundausbildung hat und dem wir sogar verboten haben, dass Haus zu bewachen, wenn wir zu Hause sind. Also: kein bellen, kein Aufstand, kein zur Tür rennen, wenn jemand kommt. Diese Rasse hat schon von Natur aus genug Schutztrieb, das braucht man nicht zu fördern, da muss man eher den Daumen drauf halten. Wir wissen allerdings auch von unseren Nachbarn, dass unser Hund einen ziemlichen Aufstand macht, wenn jemand auf unseren Hof geht und an der Haustür klingelt, wenn wir nicht zu Hause sind. Unser Hundetrainer scherzt immer, dass wir zu den Haushalten in seiner Kundschaft gehören, wo er ganz sicher nicht einbrechen würde.
Habt ihr Kinder? Wie ist eure Lebenssituation? Das sind alles Faktoren, die ihr berücksichtigen müsst.
Und wie gesagt: Es gibt genug Rassen, die auch ohne Schutzhundausbildung wachsam sind.
Wenn du aber unbedingt auf die Schutzhundausbildung bestehst, würde ich mich bei einem solchen Verein mal nach geeigneten Rassen erkundigen. Soweit ich weiss, eignen sich wohl Schäferhunde und Riesenschnauzer ganz gut für den Schutzdienst. Also ich würde dass ja höchstens mit einem Bichon, einem Shi-Tsu oder so einem Schoßhündchen machen…die haben so ein kleines Gebiss, da kann nicht viel passieren. Selbst einen kleinen Terrier würde ich nicht zur Schutzhundausbildung nehmen…

Gruß, Maja

Unterschied
Hallo lady-beetle,

Er ist super Kinderlieb, ist voll ausgebildet und ein treuer
Familiendackel ohne Dickkopf!
Kann ich nur immer weiterempfehlen.

es ist ja ein Unterscheid, seinen eigenen Hund oder die Rasse „anzupreisen“. Es ist Dein Hund, den Du erzogen, sozialisiert und ausgebildet hast. Daher darf eine so geartete Rasse-Empfehlung nur unter Vorbehalt verstanden werden.

Ich könnte meinen Hund unter den gewünschten Parametern auch weiterempfehlen (o.k. - an dem „Schutz“ müsste ich mit ihm noch arbeiten!:smile:) - seine Rasse (BC) allerdings nur unter sehr viel Vorbehalte.

Es gibt genügend durchgeknallte Dackel, die z.B. keine Kinder mögen, genauso wie es Border Collies gibt, die zu (Auto-)Aggressionen neigen.

Viele Grüße

Kathleen

Über den Umstand, dass erwachsene Menschen über einen Platz
rennen und Räuber und Gendarm spielen und fiktive Verbrecher
verhaften kann man sich seine eigenen Gedanken machen :smile:

Anscheinend sind deine Gedanken dazu eher abwertend.
Ein Hund ist auf jeden Fall ein milderes Einsatzmittel als eine Schusswaffe, zumal ein gut ausgebildeter Hund eine eigene Lagebeurteilung macht, er beisst erst dann, wenn der verbellte Gegner nicht stehen bleibt. Ich kenne genügend Fälle, in denen alleine die Anwesenheit eines Diensthundes für Ordnung gesorgt hat; in einem realen Fall konnte ein Diensthund eine Geiselnahme relativ unblutig beenden (der Geiselnehmer hatte einige Bisswunden). Das war aber nur möglich, weil vorher erwachsene Menschen über einen Platz gerannt, Räuber und Gendarm gespielt und fiktive Verbrecher verhaftet hatten.

Gruss

Iru

Gruss

Iru

Wenn ja, würde ich dann an deiner Stelle auf jeden Fall von
Molossern (Mastiff, Cane Corso,Bordeauxdogge usw.) die Finger
lassen. Molosser haben in der Regel eine hohe Reizschwelle.

Na, ich denke, dass Molosser schon wegen der hohen Kosten und ihrer Größe kaum von vielen Menschen gehalten werden können.

Wenn diese allerdings überschritten wird, dann hört der Spaß
meist auf (sprich: der Hund kann ziemlich übellaunig werden).
Man sollte als Ottonormalhundebesitzer mit Molossern aus
diesem Grund besser keine Schutzhundausbildung machen, da
durch dieses gezielte Training die hohe Reizschwelle des
Hundes herabgesetzt wird und das kann richtig unlustig werden.

Ein Molosser bräuchte auch keine Schutzhundeausbildung, denn alleine der Anblick eines vor einem stehenden, unfreundlich schauenden oder leise knurrenden ca. 100 kg schweren Mastiffs schüchtert schon jeden unfreundlichen Besucher ein.

Um aber auf die Frage des UP zurück zu kommen:

Sollte ich als Neuling auf die Idee kommen, mir einen Schutzhund auszubilden/ausbilden zu lassen, würde ich mich erst einmal mit der Hundehaltung an sich vertraut machen. Keinesfalls wäre mir mit Tips gedient, mir diese oder jene Rasse zuzulegen (denn auch dort gibt es unterschiedliche Ausprägungen der Charaktere, der eine ist ein Feigling, der andere ein wagemutiger Selbstmörder). Nicht umsonst werden in Staatsdiensten stehende Hunde immer erst auf Probe angenommen und nach einer Zeit beurteilt, ob sie überhaupt für den Schutzdienst geeignet sind. Nicht nur Aggressivität, sondern auch selbstständiges Arbeiten und absoluter Gehorsam sind wichtige Kriterien. Sind sie nicht geeignet, gehen sie an den Züchter zurück. Welche Rasse letztlich genommen wird, ist eigentlich egal, solange der Hund die Forderungen erfüllt. Ich kenne auch einfache Mischlinge, die äußerst erfolgreiche Diensthunde geworden sind. Der deutsche Schäferhund wird übrigens als Diensthund nicht mehr soviel eingesetzt, es werden andere Rassen bevorzugt.

Gruss

Iru

Moin!

Anscheinend sind deine Gedanken dazu eher abwertend.

Jules Gedanken kann ich nicht beurteilen. Aber ich möchte dazu trotzdem eines einwerfen, vielleicht erklärt das für Dich einiges. Ich vermute nämlich, das ich sehr ähnlich denke.

Ich kenne genügend Fälle, in denen
alleine die Anwesenheit eines Diensthundes für Ordnung gesorgt
hat; in einem realen Fall konnte ein Diensthund eine
Geiselnahme relativ unblutig beenden (der Geiselnehmer hatte
einige Bisswunden). Das war aber nur möglich, weil vorher
erwachsene Menschen über einen Platz gerannt, Räuber und
Gendarm gespielt und fiktive Verbrecher verhaftet hatten.

Weißt Du, ich würde nie bestreiten das Schutzdienst und die zugehörige Ausbildung einen Sinn und Zweck hat! Wenn der Hund fachgerecht (!) ausgebildet und nach der Ausbildung zur entsprechenden Arbeit auch eingesetzt wird -so wie Du es beschrieben hast- dann ist das eine durchaus sinnvolle Sache. Da wird mir (vermute ich) auch Jule zustimmen.

Was mir persönlich jedoch total gegen den Strich geht:
Immer mehr Wochendend-Hundeerzieher tummeln sich mit mehr oder weniger gut funktionierenden Hunden der unterschiedlichsten Rassen auf den Hundeplätzen dieses Landes und versuchen unter Anleitung mehr oder weniger inkompetenter Trainer mit ihren Hunden Beißarbeit am Ärmel zu machen. Und genau bei solchen "Zeitvertreiben) wird extrem viel versaut. Ich kenne persönlich gleich mehrere Hunde, die durch eine solche versaute „Ausbildung“ als Familienhund nicht mehr tauglich waren und daher abgegeben wurden. Das ist genau die Art von Schutzdienst, die ich persönlich für völlig sinnfrei und überflüssig halte. Echter Schutzdienst für tatsächlich dienstlich geführte Hunde hat seinen Sinn. Dies jedoch gehört definitiv in fachkundige Hände und darf nicht mal eben nebenbei am Wochenende praktiziert werden. Sowas geht zu oft in die Hose weil die handelnden Personen schlicht nicht wissen was sie tun.
Und die Frage an der Stelle bleibt: Wozu? Mit etwas Polemik gewürzt: Warum soll ich meinem Hund beibringen auf Kommando zu beißen? Nur damit ich danach dem Hund beibringen kann, auf Kommando nicht mehr zu beißen? Meine Hunde haben stattdessen von klein auf begriffen das Beißen sich nicht gehört. Das ist -meiner Ansicht nach- deutlich sinnvoller.

Gruß vom

Dicken MD.

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Wenn ja, würde ich dann an deiner Stelle auf jeden Fall von
Molossern (Mastiff, Cane Corso,Bordeauxdogge usw.) die Finger
lassen. Molosser haben in der Regel eine hohe Reizschwelle.

Na, ich denke, dass Molosser schon wegen der hohen Kosten und
ihrer Größe kaum von vielen Menschen gehalten werden können.

Hallo,

naja es gibt ja auch kleinere Vertreter.

Ein Molosser bräuchte auch keine Schutzhundeausbildung, denn
alleine der Anblick eines vor einem stehenden, unfreundlich
schauenden oder leise knurrenden ca. 100 kg schweren Mastiffs
schüchtert schon jeden unfreundlichen Besucher ein.

da ist natürlich richtig, was du sagst. Allerdings gibt es auf diesem Planeten genug Menschen, denen das nicht ausreicht und die gern einen 90 kg Mastiff haben möchten, der auch noch auf Kommando zubeissen kann.

Um aber auf die Frage des UP zurück zu kommen:

Sollte ich als Neuling auf die Idee kommen, mir einen
Schutzhund auszubilden/ausbilden zu lassen, würde ich mich
erst einmal mit der Hundehaltung an sich vertraut machen.
Keinesfalls wäre mir mit Tips gedient, mir diese oder jene
Rasse zuzulegen (denn auch dort gibt es unterschiedliche
Ausprägungen der Charaktere, der eine ist ein Feigling, der
andere ein wagemutiger Selbstmörder).

Ich habe ja auch keine Rasse empfohlen, sondern die ganze Schutzhundgeschichte in Nicht-Profihand in Frage gestellt. Das Molosserbeispiel habe ich gebracht, weil es zeigt, dass Schutzhundausbildung böse nach hinten losgehen kann und es tatsächlich Rassen gibt, die dafür überhaupt nicht geeignet sind. Ich kann mir halt gut vorstellen, dass jemand, der sich nicht so gut auskennt z. B. über eine Rasse wie den Bullmastiff stolpert und denkt: Oh, der ist groß, stark, sieht gefährlich aus und daher bestimmt bestens für den Schutzdienst geeignet.
Ich persönlich bin sowieso der Meinung, dass Schutzhundausbildung nur in die Hände von Diensthundeführern und nicht von Privatleuten gehört.

Nicht umsonst werden in

Staatsdiensten stehende Hunde immer erst auf Probe angenommen
und nach einer Zeit beurteilt, ob sie überhaupt für den
Schutzdienst geeignet sind. Nicht nur Aggressivität, sondern
auch selbstständiges Arbeiten und absoluter Gehorsam sind
wichtige Kriterien. Sind sie nicht geeignet, gehen sie an den
Züchter zurück. Welche Rasse letztlich genommen wird, ist
eigentlich egal, solange der Hund die Forderungen erfüllt. Ich
kenne auch einfache Mischlinge, die äußerst erfolgreiche
Diensthunde geworden sind. Der deutsche Schäferhund wird
übrigens als Diensthund nicht mehr soviel eingesetzt, es
werden andere Rassen bevorzugt.

Das ist mir schon klar. Die meisten Hunde im Schutzdienst, die ich kenne, sind belgische Schäferhunde (Malinois). Schäferhund hatte ich hier eher als Überbegriff gewählt.

Gruss

Iru

Gruß, Maja

Hallo,

Das ist mir schon klar. Die meisten Hunde im Schutzdienst, die ich kenne, sind belgische Schäferhunde (Malinois).

Und auch bei dieser Rasse ist es absehbar, dass sie den Bach runter geht. Die Chance darauf, keinen durchgeknallten Mali zu erwischen ist inzwischen nicht mehr wirklich hoch. So einen Hund im privaten Schutzdienst zu arbeiten, endet dann meist im Chaos.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo, Irubis,

du hast in nahezu allem meine volle Zustimmung. Nur das hier

Keinesfalls wäre mir mit Tips gedient, mir diese oder jene Rasse zuzulegen (denn auch dort gibt es unterschiedliche Ausprägungen der Charaktere, der eine ist ein Feigling, der andere ein wagemutiger Selbstmörder).

ist insofern schwierig, als das bei einem Welpen nicht unbedingt zu beurteilen ist. Da muss man sich als Käufer schon ganz gut über entsprechende Linien kundig gemacht haben, um zumindest die Chance zu haben, eine gewisse Vorauswahl zu treffen.

Nicht umsonst werden in Staatsdiensten stehende Hunde immer erst auf Probe angenommen und nach einer Zeit beurteilt, ob sie überhaupt für den Schutzdienst geeignet sind.

Hier werden übrigens ganz gerne auch mal Hunde genommen, die wegen Aggressivität aufgefallen sind.

Der deutsche Schäferhund wird übrigens als Diensthund nicht mehr soviel eingesetzt…

Wobei er an Führigkeit eigentlich unschlagbar ist. Immerhin war diese über Generationen Zuchtziel. Hätten sie nicht nebenbei die Anatomie verhunzt, wäre eine prima Rasse zum Arbeiten geblieben.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo Irubis,

Anscheinend sind deine Gedanken dazu eher abwertend.

Ich beziehe mich NUR auf den privaten Schutzdienst (VPG), der nach meiner Überzeugung endlich abgeschafft werden sollte.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo Dicker,

Weißt Du, ich würde nie bestreiten das Schutzdienst und die zugehörige Ausbildung einen Sinn und Zweck hat! Wenn der Hund fachgerecht (!) ausgebildet und nach der Ausbildung zurentsprechenden Arbeit auch eingesetzt wird -so wie Du es beschrieben hast- dann ist das eine durchaus sinnvolle Sache. Da wird mir (vermute ich) auch Jule zustimmen.

Tut sie :smile: .

Mit einem kleinen Aber: Bei den Diensthundeausbildung der Polizei liegt leider vieles im Argen. Es fehlt ausbildungstechnisch an Wissen und es fehlt an Zeit. Diensthunde kosten Geld und müssen schnell funktionieren. Das geht am schnellsten über Starkzwang. Hier müssten sich grundlegende Dinge ändern - vor allem auch, was den Zeitfaktor betrifft, in dem Hunde „fertig“ sein müssen.

Wenn man davon ausgeht, dass jeder Diensthund eine Schutzdienstausbildung hat (und braucht) und viele Hunde zusätzlich zu Spezialisten (Drogen, Sprengstoff, Geld…) ausgebildet werden und ein bisschen von Hundeausbildung versteht, kann man sich in etwa ausrechnen, wie lange es dauert, bis ein Hund, der nicht über Starkzwang gearbeitet wird, damit fertig ist. Bei Rettungshunden im Bereich der Hilfsorganisationen z.B. geht man von 2 Jahren bis zur Einsatzfähigkeit aus - und das ohne Schutzdienst. Für den (echten) Schutzdienst selbst sollte ein Hund psychisch erwachsen und entsprechend stabil sein, denn er wird im Diensthundebereich über den Wehrtrieb gearbeitet. Bei einem Malinois kann man mit etwa 18 Monaten davon ausgehen, dass er das schafft.

Ich sehe das durchaus differenziert: Diensthunde haben eine eindeutige Aufgabe, und die besteht im Ernstfall darin, ihr Leben einzusetzen, um das Leben eines Menschen zu retten. Allerdings liegt genau hier auch ein Knackpunkt in der Ausbildung: Ein Hund, der nicht sauber gearbeitet wird, kann das nicht garantieren und zudem ziemlichen Flurschaden anrichten. Wenn er den „Bösen“ beißt, fällt das allerdings meist nicht wirklich auf, weil hier ja immer von einer Gefährdung von seiten des Verbrechers auszugehen ist. Ich persönlich würde mir allerdings gründlich überlegen, mich bei einem Diensthund als Scheintäter zur Verfügung zu stellen :smile:

Erfreulicherweise ist in den letzten fünf Jahren insgesamt eine deutliche Verbesserung in der Diensthundeausbildung eingetreten. Immer mehr Ausbilder denken um und eignen sich Methoden an, die zumindest in bestimmten Ausbildungsbereichen Starkzwang vermeiden lassen.

Schöne Grüße,
Jule