Hundescheisseverbot auf Feldern

Hallo,

seit einigen Monaten fallen mir in meiner Umgebung zunehmend Schilder mit folgender Aussage auf:
„Hundescheisseverbot: Auf diesen Feldern werden Nahrungsmittel angebaut.“
Ist Hundekot von seiner Zusammensetzung wesentlich anders als Kuhscheisse und als Dünger eher schädlich oder was steckt da dahinter?

mfg
vume5

Hier mal ein Link mit einer für Hundebesitzer nachvollziehbaren Begründung.

http://www.hochdorf.de/infos/iallerlei/ihunde/index…

Gruß

hartmut

Servus,

(1) Der Landwirt kann den Termin bestimmen, zu dem er Gülle ausbringt. Auf heranwachsendes Grünfutter bringen bloß Amateure Gülle aus. Die können dann nachher ihren Rindviechern zuschauen, wie die das Futter anschauen, und einen halben Tag später den fast leeren Hoftank anschauen. Nicht so lecker bei den Milchpreisen, die Lidl den Bauern lässt.

(2) Die Sache mit dem Hundebandwurm ist in dem Link, den Du bekommen hast, ziemlich freundlich und fast ein bissel verharmlosend dargestellt. Eine Finne vom Hundebandwurm in Leber, Milz oder gar Gehirn (selten, aber kommt vor) ist eine Qual, die ich niemandem wünsche.

Irgendwie seltsam: Als Heranwachsender habe ich zwar gern und laut (in der Volksweise „Belagerung von Munderkingen“) davon gesungen, dem Nachbarn in den Salat zu scheißen, aber ich hätte nie dran gedacht, das einfach mal eben zu tun, falls mir der Nachbar keine stringente Begründung liefert, was daran so schlimm sein sollte…

In diesem Sinne

MM

Moin, vume5,

Ist Hundekot von seiner Zusammensetzung wesentlich anders als
Kuhscheisse und als Dünger eher schädlich oder was steckt da
dahinter?

schau Dir mal an, was da wächst, wo Herrchen Hundchen scheißen lässt: vermutlich Gras, also Tierfutter. Kein Tierfreund jagt seinen Liebling in den Maisacker oder ins Erdbeerfeld (warum eigentlich nicht?) Und Kühe mögen nun mal keine frische Hundescheiße, alte übrigens auch nicht. Nur Hunde mögen Hundescheiße.

Gruß Ralf

Hallo ihr Lieben,

ist ja alles soweit richtig und nachvollziehbar, zumindest teilweise. Allerdings frage ich mich, ob auch diverse Füchse, Kaninchen, Hasen, Vögel, Wildschweine usw. über dieses Verbot aufgeklärt wurden???

Ich hab auch einen Hund und wenn ich mit dem unterwegs bin, hab ich immer Tüten dabei. Ich weiß, es gibt auch Hundehalter, die weniger verantwortungsbewusst sind, aber die Frage nach den anderen (im wahrsten Sinne des Wortes) „wildscheißenden“ Tiere bleibt doch trotzdem.

Grübelnd, Conny

Huhu Conny!

Hast Du Exkremente von solchen Tieren schonmal draussen zu Gesicht bekommen? :wink:

Wobei ich es immer faszinierend finde, wenn jemand sagt „die anderen machen es doch auch, wieso soll dann ausgerechnet ich es lassen?“. Das war jetzt nicht auf Dich bezogen, Du hast ja Hundetütchen dabei. Aber wenn jeder Hundehalter aus der Gegend seinen Hund auf die besagten Flächen machen lässt, ergibt das eine ganze Menge. Meine Hunde machen pro Tag 2-6 Häufchen. Das sind nur zwei Hunde. Man kann sich leicht vorstellen, wie es aussieht, wenn es die Hunde der ganzen Strasse, des halben Dorfs etc. sind…die Menge machts.

Und, ein Hundehalter hat es in der Macht, die Haufen wegzuräumen. Das geht bei Wildtieren nunmal nicht. Es wird zähneknirschend hingenommen, begrüsst aber vermutlich kaum.

Liebe Grüsse
Bine :smile:

Liebe Tierfreunde
Ja, dies ist ein altes Problem.
Leider kann Hundekot das Gras für das Vieh fast
ungeniessbar machen dazu kommt, dass die Wende-
maschinen den Kot grossflächig verteilen können
und so den Schaden vergrössern.
Weit heikler ist, dass durch den Kot auch versch.
Krankheiten beim Vieh auftreten können, was u.A.
auch zum «Verwerfen» des Fötus führen kann.
Es ist klar, dass wir Hundebesitzer den Kot unseres
Hundes, speziell in landwirtsch. Gebieten, aufnehmen.
In der Schweiz ist deshalb während der Vegetationsperide
des Grases der Hund dort an der Leine zu führen.

Dazu ein Ausschnitt aus einer dt. Hundeseite:
Ein Beitrag zur Erhaltung des artgerechten Lebensraum
unserer Hunde in der heutigen Gesellschaft.
Hundekot auf Wiesen und Wegen wird entsorgt.
Es spielt keine Rolle ob der Hund des Bauern sich da
versäubert hat (es ist sein Land).
Wir lassen unsere Hundesäcklein nicht liegen.
Als Hundefreunde können wir das nur unterstützen.
Mit tierfreundlichen Grüssen
Marc für http://www.dbi.ch/Tierinformation/

Servus,

bei den ichweißnichtwievielen Tonnen Grünfutter, die ich eingebracht und vorgelegt habe, war das von einem an Sommerwochenenden gut besuchten Stück ziemlich leicht an dem beschriebenen Phänomen erkennbar. Man konnte die Wiese eigentlich bloß zum Heuen nutzen, das entspricht einem um etwa 70% reduzierten Ertrag.

Das mag damit zusammenhängen, dass die meisten Wildtiere zumindest dort, wo sie gejagt werden, bloß die allernötigste Zeit außerhalb der Deckung von Wald und Gebüsch zubringen. Auch mag es sein, dass Rindviecher den gleichen Unterschied zwischen Hasen- und Hundekötteln riechen wie z.B. ich (wahrscheinlich kein Rindvieh). Wieauchimmer, eine plausible Erklärung ist das nicht, aber im beobachtbaren Ergebnis gibts schon deutliche Unterschiede.

Und was das Gewürm betrifft: Die sind ziemlich spezialisiert in ihren Zwischenwirten; recht gefährlich sind halt Hund und Fuchs in diesem Zusammenhang wegen der jeweiligen Bandwürmer, Trichinen vom Schwarzwild funktionieren anders und lassen sich durch Beschau vermeiden.

In wieweit da subjektive Dinge eine Rolle spielen, die halt Menschen eigen sind, die selber nicht mit Hunden umgehen, kann ich nicht beurteilen. In der Tat sind z.B. meine eigenen Gefühlswallungen viel ausgeprägter, wenn ich im Wald auf einem schmalen Weg einem Hundefreund entgegen gehe, der seinen Wauwau nicht anleinen will, auch wenn ich ihn darum frage, als wenn ich einem Hiphop-Freund begegne, der seine Krachkiste auch dann nicht auf Waldlautstärke drosseln will, wenn ich ihn darum frage - woran man sich stört, ist schon auch eine subjektive Sache; insofern mag an den Verbotsschildern schon auch das Gefühl eine Rolle spielen „ich lass mir doch nicht von jedem Dackel in mein Wiesle scheißen…“

Schöne Grüße

MM

Hallo,

obwohl Hundefreund und -halter, muss ich hier mal eines klarstellen: es ist völlig unerheblich, ob jemand so ein Verbot wissenschaftlich unwiderlegbar begründen kann oder nicht - wenn der Besitzer sagt, auf seiner Wiese nicht, dann ist es verboten, Punkt.

Gruss Reinhard

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Neu war mir, dass auch Grünfutter als Nahrungsmittel gilt.
Ich hab das Schild nämlich auch auf Wiesen gesehen, wo offensichtlich keine Nahrungsmittel für Menschen angebaut werden und mich darüber gewundert.
Hätt’ auch nicht gedacht, dass es als Grünfutter verwendet wird (wahrscheinlich Schafszucht).

Der Rest ist selbstverständlich: Dass Kot Krankheitserreger enthält
und den Geschmack verdirbt ist klar.
Aber dazu muss der Hund doch schon auf junge Setzlinge oder Bodenfrüchte scheissen.
Ich fänd aber immer noch nichts dabei, wenn ein Hund in ein hüft- bis mannhohes Mais- oder Sonnenblumenfeld scheisst.
Es sei denn das Argument Menge ist gültig.
Klar, dass ein Biobauer der Nahrungsmittel ohne Düngemittel anpflanzt eine Fremddüngung nicht zulassen darf, und dass ein düngender Bauer keine Überdüngung zulassen darf.
Würde bei Hundescheisserlaubnis die Konzentration an Bodennährstoffen tatsächlich nennenswert zunehmen? Find ich zweifelhaft, hab aber zugegebenermaßen von Landwirtschaft und Düngemitteln sowie der dann zu erwarteten Zunahme wenig Ahnung.

LinkZitat:
Viele Hundebesitzer sind sich aber nicht darüber bewusst, dass ihre vierbeinigen Lieblinge ihre „Notdurft“ weder in privaten Vorgärten noch in landwirtschaftlich genutzten Wiesen und Äckern verrichten dürfen.
Mit privat ist hier doch fremd-privat und nicht eigen-privat gemeint, oder?

PS: Ich hab keine Hunde, war nur neugierig.

mfg
vume5

Moin,

zur Klarstellung:

  • Es geht nicht um Dünger, sondern darum, dass Grünfutter verschmutzt wird.

  • Ein Hund versteckt sich nicht in einem Mais- oder Sonnenblumenfeld, sondern kackt so, dass Herrchen das sieht.

  • Wenn der Besitzer einer Wiese keinen Hundekot darauf haben will, dann haben sich die Hundehalter danach zu richten. Ohne jegliches Wenn und Aber.

  • Der Tierfreund, der außer Hund auch noch Hirn hat, kommt nicht auf die Idee, Wiesen zu verdrecken und damit Stalltiere zu gefährden.

Gruß Ralf

Auch wenn hier zig Dinge geschrieben wurden die soweit richtig sind…

  1. Das betreten von fremdem Eigentum ist strafbar.
    Felder sind Eigentum und daher…
  2. Es geht hauptsächlich um Neospora´s. Diese sind im Verdacht einen Frühabort einzuleiten. Allerdings gibts hierzu zig Meinungen und Aussagen. Der VDH vertritt die Meinung… es ist unwahrscheinlich daß… Der Bauernverband… es ist sicher daß…

Rat mal wer für wen einsteht?

  1. es gibt die Vegetationsschutzphase. 1.3- 31.9 jeden Jahres.
    In dieser Zeit ist es generell verboten abseits von Wegen sich auf Wiesen oder Feldern die zur Futtergewinnung oder der Erschaffung von Lebensmittel dienen sich aufzuhalten. Dies gilt auch für Haustiere.

Im Ergebnis: Du hast auch wenn es dir nicht passt keine rechtliche Handhabe.
Ich hab selber genug rumgezerft aber nie etwas erreicht.
In Stuttgart, meiner alten Heimat, kostet jetzt das Betreten zwischen 30 und 50€ pro Mal wo man dich erwischt.
Absprachen mit Bauern können helfen. Heißt. Wir haben immer gesprochen und gefragt wo er in absehbarer Zeit nicht Mähen wird. IdR. läßt sich etwas einvernehmliches finden.

Gruß Steffen

Servus,

eigentlich ist schon alles gesagt, aber ich glaube, da geht einiges durcheinander.

Neu war mir, dass auch Grünfutter als Nahrungsmittel gilt.

Was denkst Du denn so, womit Milchkühe gefüttert werden? Lebkuchen vielleicht, oder Knäckebrot, oder Papayas?

Ich hab das Schild nämlich auch auf Wiesen gesehen, wo
offensichtlich keine Nahrungsmittel für Menschen angebaut
werden und mich darüber gewundert.

Ach weißt Du, einer Wiese sieht mans nicht immer an, was man damit macht. Und die trickreichen Bauern besorgen die damit verbundene Arbeit oft genug zu Zeiten, wos keiner sieht, z.B. in strömendem Regen oder morgens um siebene… Unabhängig davon: Die Standorte, wo eine nicht genutzte Wiese unter hiesigen Bedingungen Wiese bleibt, kann man zählen. Schätzungsweise viel weniger als 1% der Wiesenflächen.

Denkbar ist freilich, dass auf einer Wiese, die schon von ganz geringen Veränderungen kippen würde (z.B. wenn Knabenkraut, Zweiblatt, Ragwurz etc. drauf stehen) das Schild aufgestellt wird, weil das bekannte mit dem grünen Rand eh kein Mensch mehr ernst nimmt (au fein! Naturschutz! da kucken wir doch mal, was es da auszugraben gibt!)

Hätt’ auch nicht gedacht, dass es als Grünfutter verwendet
wird (wahrscheinlich Schafszucht).

Wenn Du die Stücke näher beschreibst, sag ichs Dir.

Klar, dass ein Biobauer der Nahrungsmittel ohne Düngemittel
anpflanzt eine Fremddüngung nicht zulassen darf

Das ist Kappes. Ein paar Gramm mehr oder weniger N/ha machen dem überhaupt nichts aus, darum gehts nicht. Es gibt überhaupt keine Biobauern, denen es gelungen wäre, an Liebig vorbei zu arbeiten - obwohl es viele postuliert haben.

und dass ein
düngender Bauer keine Überdüngung zulassen darf.

Siehe oben. Das ist nicht das Problem.

Mit privat ist hier doch fremd-privat und nicht eigen-privat
gemeint, oder?

Ganz einfach: Privat. Also nicht öffentlich. Dazu gehören auch private Flächen, die nicht hermetisch von der Umgebung abgeriegelt sind, und auch solche, für die nach Landesrecht z.B. ein Betretungsrecht gilt. Betretungsrecht ist für sich allein kein unbeschränktes öffentliches Nutzungsrecht.

Zum Übrigen: Vgl. drambeldier.

Wenn Herr BASF nicht möchte, dass ich sein Betriebsgelände betrete, ist er mir keine Rechenschaft darüber schuldig, an welcher Stelle ich dabei welchen betrieblichen Ablauf gefährden könnte, oder welcher betriebliche Ablauf mich gefährden könnte. Auch wenn ich einem Bauern auf dem Hof rumrenne, ist er mir keine Erklärung schuldig, welche Unfallschutzmaßnahmen er getroffen hat und welche nicht - wenn ich im Einzug vom Häckslergebläse drin bin, bin ich halt drin, und wenn ich den Fünfscharpflug ans Ohr kriege, ist das Ohr nebst Kopf halt ab - ohne dass der Bauer mir hätte vorher erklären müssen, warum genau er auf seinem eigenen Grundstück andere Dinge tut als z.B. auf der öffentlichen Straße.

Und so ists halt mit der Wiese auch: Der, dem sie gehört, schafft an.

Schöne Grüße

MM

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Servus Steffen,

dieses:

Wir haben immer
gesprochen und gefragt wo er in absehbarer Zeit nicht Mähen
wird.

ist eine regelrecht salomonische Lösung. Man könnte fast meinen, sie kommt von jemandem, der viel und intensiven Umgang mit Hunden hat - manchmal glaube ich, dass man davon tatsächlich ruhiger und klarer im Kopp wird als der Durchschnitt.

Schöne Grüße

MM