Hundeverhalten - Aggressionen - Literatur

Hi allerseits!

Durch den Thread weiter unten mit dem „Hof-Hund“ komme ich auf das Thema Hundesprache:

Da „streiten“ sich zwei darüber, ob man aus Büchern die Hundesprache, sprich Körperhaltung, Lautäußerung, ect. lernen kann oder nicht. Ich behaupte, dass es ganz ohne Bücher (Abbildungen) sehr schwer geht. Man müsste ja ständig einen Professor oder derzeitigen Wissenschaftler in Sachen Hundeverhalten dabei haben und das über einen langen, sehr langen Zeitraum hinweg. Einige meiner Kollegen (ich studiere Verhaltensbiologie) und ich machen das entweder in längeren Praktikas bei namhaften Forschern wie Erick Ziemen oder gehen regelmäßig auf Fortbildungen. Man braucht Jahre, um einen Hund SEINER Sprache nach wirklich einschätzen zu können. Manche, so behaupte ich, lernen es nie. Und deshalb macht es Sinn, das Ausdrucksverhalten auch mittels Bildern und Beschreibungen zu erlernen.

Und auch Menschen wie Konrad Lorenz haben sich in Sachen Ausdrucksverhalten schon getäuscht, wie man heute weiß. Dinge, die er einmal „übersezt“ hat, sind heute falsch, schwirren aber immer noch in den Köpfen der Hundebesitzer herum. Nicht zuletzt deshalb, weil jeder eine Hundeschule aufmachen kann, ohne wirklich viel über Hunde und deren Verhalten zu wissen. Und da kommt jemand daher und meint, die Weißheit mit Löffeln gefressen zu haben.

Das musste mal raus!
Lg, Iris

Hallo Iris,

habe den Thread „weiter unten“ zwar nicht gelesen und vermutlich ist das auch nicht relevant für dieses Thema. Allein aus Büchern wird niemand die „Hundesprache“ deuten oder erlernen können. Wie du richtig angemerkt hast, haben auch namhafte Wissenschaftler wie z.B. Konrad Lorenz geirrt, obwohl sie Verhaltensbeobachtungen an lebenden Tieren durchgeführt haben. Wie sollte man dann aufgrund eines einzelnen Fotos irgendwelche Verhaltensweisen deuten können? Gerade Hundesprache ist so ungemein vielschichtig. Hundeverhalten sollte immer als ein „großes Ganzes“ verstanden werden - beeinflusst durch belebte und unbelebte Umwelt, Verhalten von Artgenossen, Lebensumstände, körperliche Zustände (Alter, Hitze, tragende Hündin, Welpen, Gesundheit) etc.

Hervorragende Literatur zu lesen ist nie verkehrt, sich allein darauf zu berufen reicht meiner Meinung nach nicht aus. Alle führenden Kynologen sind sich zumindest in dem Punkt einig: „Wir wissen über den Wolf mehr, als wir über den Haushund bisher in Erfahrung gebracht haben“. G. Bloch ist z.Zt. der Einzige, der ein verwildertes Haushunderudel ethologisch erforscht. Von Ethogrammen bei Haushunden im Familienstand ist mir nichts bekannt. Würde mich aber über entsprechende Infos bzgl. entsprechender Veröffentlichungen freuen.

Viele Grüße
Manu

P.S.: Ja, es ist ein Elend, wer heutzutage alles eine Hundeschule eröffnet… traurig, traurig.

Hallo,

Da „streiten“ sich zwei darüber, ob man aus Büchern die
Hundesprache, sprich Körperhaltung, Lautäußerung, ect. lernen
kann oder nicht. Ich behaupte, dass es ganz ohne Bücher
(Abbildungen) sehr schwer geht.

Du solltest den Thread mal richtig lesen (obwohl er insgesamt eher nicht so empfehlenswert ist). Die Meinungsverschiedenheit bestand darin, dass ein im Bezug auf Hundeverhalten Unerfahrener anhand von Zitaten belegen wollte, dass „angelegte Ohren“ unbedingt ein Zeichen von Agressivität sind. Daraufhin antwortete ich ihm, dass man nur anhand von Beschreibungen in Büchern das Verhalten eines lebenden Hundes nicht analysieren kann.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Schwanzwedeln, von dem ja viele Menschen glauben, es sei immer ein Zeichen für Freude und Freundlichkeit. Die Unterschiede zwischen dem freudigen und dem „dominanten“ Wedeln sind leicht am lebenden Objekt zu sehen (unter sachkundiger Anleitung), aber nur schwer zu erklären.

Ansonsten stimme ich Dir mehr oder weniger zu, ich weiß aber nicht, warum das jetzt bei Dir „raus musste“, denn dass man Hundeverhalten nicht durch bloße Beobachtung ohne fachliche Anleitung deuten lernt ist doch wohl unbestritten, oder?

Gruß,

Myriam