…zwei Jahre Minister, 3700 Mark Pension
http://www.rp-online.de/news/politik/2000-1031/pensi…
Danke für diesen sehr interessanten Artikel, Hauser!
wir werden immer zuschauen. Wir werden neidisch sein auf
abzockende Politiker, empört über die kriminelle
Verschwendungssucht der öffentlichen Hand und werden weiter
schimpfen. Machen werden wir aber nichts.
Bei dem Punkt des Neides muss ich Dir widersprechen. Natürlich möchte man gerne auch eine solches Geld beziehen, aber es kommt - zumindest mir - auf die Verhältnismässigkeit in diesem Land an. Und die ist nicht vorhanden. Als Beispiel nenne ich gerne dieses „Kindermädchen-Gesetz“: Man darf bis zu DM 18.000 p. a. für ein Kindermädchen absetzen, doch welche kinderreiche Familie kann sich überhaupt ein Kindermädchen leisten. Objektiv gesehen ist diese Regelung für alle, doch (voll) in Anspruch nehmen können dies nur diejenigen, die diesen Steuervorteil wahrlich nicht nötig hätten.
(Oder erinnerst Du Dich an die Unterschriftenaktionen der CDU? „Seltsamerweise“ hielten sie die BürgerInnen für mündig, gegen den Doppelpass zu unterschreiben, aber ich habe noch keine Unterschriftenaktion gegen zu hohe Steuern oder Diäten von dieser Seite erlebt.)
Es heisst natürlich, dass man als Einzelner nichts gegen die Umstände unternehmen kann, doch muss sich einmal fragen, wie diese überhaupt zustande kommen. Dies liegt darin, dass die Entscheidungsträger sich zu organisieren wissen, womit die Bevölkerung mit ihren unterschiedlichsten Interessen ausgespielt werden kann, weil man sich nicht auf wenigstens den grössten Nenner einigen kann. Statt dessen gehen wir brav zur Wahl und denken, damit hätten wir unsere Pflicht erfüllt. Die Verantwortung fängt aber bei jedem Einzelnen an, denn ich kann mir auch bei der „Fun-Generation“ kaum vorstellen, dass sie mit ihrer Lebenssituation zufrieden sind, solange sie Handy, Big Brother und Love-Parade haben. Es fängt damit an, dass man einfach etwas kritischer ist. Ich wäre schon anfänglich zufrieden, wenn die beiden Volksparteien nicht mehr bei jeder Wahl 80% der Wählerstimmen auf sich vereinen können sie über jeden Blödsinn entscheiden. Was diesem Land fehlt, ist eine wirkliche Opposition; was wir im Bundestag an Reden erleben, sind doch nur Sandkastenspiele. Es werden nicht mehr Ideologien verfolgt, die früher für eine Partei bestimmend war, sondern nur noch Wählerpotential. Sei es nun, dass ein Scharping zuvor gegen den Wehretat wetterte, inzwischen - nomen est omen - verteidigt er ihn mit aller Macht. Oder sei es, dass eine Merkel seinerzeit für eine Ökosteuer eintrat, inzwischen aber dagegen ist, weil sie sich in der Opposition befindet. Wie kann man von solchen Leuten echte Entscheidungen erwarten? Würde man sich als normaler Arbeitnehmer so verhalten, dürfte man sich bald nach einem neuen Job umschauen.
Marco