Ich bin männlich, 28 und habe rund 10 Jahre lang mit meinem Nacken geknackst. Habe nun seit 7 1/2 Monaten aufgehört, da ich seit Februar letzten Jahres unter Schwankschwindel/Kopfschmerzen und 2-3 Wochen Depressionen gelitten habe und dies als Ursache angenommen hatte. Von der ärztlichen Seite wurde alles abgecheckt und ich bin kerngesund. Das Einzige was blieb war der psychosomatische Schwindel und dies würde auch sehr gut passen, da ich vor Februar innerhalb kürzester Zeit 2 direkte Familienangehörige verloren hatte.
Ich bin dann Ende des Jahres zur Psychomotorikerin, Atem- und Entspannungsübungen und es wurde merklich besser.
Allerdings hatte ich noch einen Termin bei einer Orthopädin (mit Weiterbildung Osteopathie), den ich dennoch wahrgenommen hatte, obwohl es mit dem Schwindel besser wurde.
Sie meinte: Becken steht schief, machen sie Röntgen vom C1 und C2 Wirbel, wie auch dem Becken und dann renke ich ihnen die das nächste Mal ein.
Da der Schwindel aber mittlerweile nur noch selten auftaucht, weiss ich nicht, ob man sich nicht besser 2 Röntgen und das Einrenken sparen sollte.
Ich habe zwar nach wie vor oft Kopfschmerzen, ab und an Schwindel, Migräneaura und auch morgens beim gähnen, zieht es wie verspannt im Nacken runter. Aber mein Nacken spürt sich so zerbrechlich an, dass ich den Termin samt Röntgen am liebsten absagen würde.
Vor allem da ich schon 2008 ein MRT gemacht hatte und ein anderer Orthopäde meinte: alles ok. Hatte auch noch nie einen Autounfall oder ähnliches. Nur eben das Nacken knacksen.
Aber mal liest man positives, mal negatives was das Einrenken angeht. Daher gibt es vermutlich kein falsch oder richtig?
Ergänzung:
Sie hatte auch beim ersten Termin gleich folgendes gemacht (ab 3:57): http://www.youtube.com/watch?v=pv4ep8rOAcc&feature=r…
Und das war in meinen Augen reine Chiropraktik. Etwas was ich an sich nie machen wollte, zum Chiropraktiker gehen und nach dem beidseitigen knacken hatte ich den folgenden Tag durchgehend Kopfschmerzen!
Deshalb bin ich auch jetzt schon etwas „vorbelastet“ und will mir eben ein paar Meinungen einholen - herzlichen Dank.
Sie hatte auch beim ersten Termin gleich folgendes gemacht (ab
3:57): http://www.youtube.com/watch?v=pv4ep8rOAcc&feature=r…
Und das war in meinen Augen reine Chiropraktik. Etwas was ich
an sich nie machen wollte…
Das wäre für mich ein Grund, dieser Ärztin nicht mehr zu vertrauen. Sie hat da anscheinend nicht ausreichend kommuniziert, was sie tun will. Und ganz frei von Nebenwirkungen scheint die Sache ja auch nicht gewesen sein.
Deshalb bin ich auch jetzt schon etwas „vorbelastet“ und will
mir eben ein paar Meinungen einholen - herzlichen Dank.
Ne Meinung? … Mir hat mal ein Bekannter (Neurologe, damals Klinikarzt) von einem Fall erzählt. Das war eine junge Frau, der auch irgendjemand den Nackenwirbel eingerenkt hat. Dadurch kam es zu einer Blutung ins Stammhirn mit Locked-In-Syndrom: http://de.wikipedia.org/wiki/Locked-in-Syndrom
Daher meine Meinung: Solange ich noch rumlaufen kann, würde ich mir die Nackenwirbel nicht einrenken lassen, sondern eiligst das Weite suchen.
Einrenken an der HWS ist grundsätzlich riskant! Wenn die Ärztin tatsächlich eine Weiterbildung Osteopathie hat, dann hätte sie das nie tun dürfen, denn gerade die Osteopathie bietet schonendere und effektivere Möglichkeiten um an der HWS zu behandeln. Also am besten einen qualifizierten Osteopathen aufsuchen. Adressen findest du evtl. hier: http://www.osteopathie.de
Eine psychosomatische Ursache kann insoweit vorliegen, als durch Trauer auch physische Verspannungen, Verkrampfungen der Muskeln im Nackenbereich zustande kommen können. Besteht da schon ein kleines Problem kann das verschärft werden und zu Schwindel, Kopfschmerzen u.ä.m. führen.
Bei zusätzlich bestehenden Problemen im BWS- und/oder LWS-Bereich ist zu beachten, daß diese sich auch auf die HWS auswirken können. Die WS ist ein Verbund und besitzt eine fein abgestimmte Dynamik und „Statik“, wobei alles aufeinander wirken kann. Es sollte also immer die WS insgesamt beurteilt und ggfs. behandelt werden und das können die Osteopathen bislang am besten, entweder ein Arzt oder ein Physiotherapeut mit entsprechender Ausbildung.
Danke für die Antwort.
Ja, das Vertrauen zur Aerztin ist nicht wirklich vorhanden. Und auch mir sagte bereits ein HNO-Arzt, dass er einen Fall kennt, wo beim Einrenken eine Arterie beschädigt wurde.
Daher schätze ich das Risiko gegenüber meinem Nutzen auch höher ein.
Und wie du selbst sagst, solange man noch gehen kann und das kann ich ja…
Danke, angenehmen Dienstag und beste Grüße,
Herzlichen Dank für die nette und ausführliche Antwort.
Das mit dem Risiko beim Einrenken habe ich nun schon mehrmals gelesen, daher habe ich mich von der Idee schon so gut wie verabschiedet.
Was einen anderen Osteopathen angeht, da werde ich mich mal die Tage schlau machen.
Was die psychosomatische Ursache angeht, da gehe ich fest davon aus. Da ich erst im September, dann im Februar einen Familienmitglied ersten Grades verloren hatte. Zuerst hatte ich Nov/Dez Reizdarmsyndrom (wohl als Folge des 1. Verlustes) und dann im Februar gleich die Woche nach dem Verlust fing der Schwindel an. Probleme mit der Muskulatur im Nackenbereich hatte ich vorher schon und somit wurde es dann vermutlich - wie Sie schreiben - verschärft. Hatte als das anfing auch noch vermehrt Schmerzen im Brustbein und Brustkorb, was mittlerweile seit Monaten „wie verschwunden“ ist.
So kam das eine wohl zum anderen, doch die Sitzungen bei der Psychomotorikerin haben schon ein gutes Stück an Besserung gebracht.
Und was das Einrenken angeht, lasse ich dann nun wohl wirklich am Besten die Finger davon.
Herzlichen Dank für Ihre Anmerkungen und Informationen.
Allerdings hatte ich noch einen Termin bei einer Orthopädin
(mit Weiterbildung Osteopathie), den ich dennoch wahrgenommen
hatte, obwohl es mit dem Schwindel besser wurde.
Sie meinte: Becken steht schief, machen sie Röntgen vom C1 und
C2 Wirbel, wie auch dem Becken und dann renke ich ihnen die
das nächste Mal ein.
Ich lese das so, dass sie nicht die HWS einrenken will, sondern die Stellen, die sie dann im Röntgenbild vor sich sieht. Ein Beckenhochstand kann ja nicht durch Einrenken der HWS geändert werden, aber sehr wohl kann ein Beckenhochstand Probleme der HWS verursachen.
Danke für deine Meinung.
Nur hat sie letztes Mal ihren Finger auf meinen Hinterkopf gelegt und meinte auf der linken Seite: Den „Schwindel“-Wirbel hier renke ich ihnen dann das nächste Mal ein.
Also will sie doch an meine Halswirbelsäule und das will ich nicht wirklich.