ich habe eine Frage, die mich als Chemie laien brennend interessiert. Hydrolysieren Ester bereits mit Gasförmiger Feuchte (Luftfeuchte) oder muss das Wasser ähnlich der Korrosion von Eisen „tropfbar“ sein? (also ein hauchdünner auch unsichtbarer Film an Kondenswasser). Eisen rostet ja nur, wenn sich ein hauch dünner Wasserfilm bilden kann.
Das Problem bei einer Gasphase ist, dass das Wasser die entstehenden Ionen solvatisieren muss, damit eine Rückreaktion ausgeschloßen werden kann, sprich es muss genug Wasser vorhanden sein, um zu lösen.
Das heißt es muss mehr als nur ein Molekül sein. Aber in einer Gasphase sind die einzelnen Moleküle zuweit auseinander und haben zu geringe Anziehungskräfte.
Im Grund hydrolysieren Ester nicht allein durch die Luftfeuchtigkeit. Natürlich wäre dies auch denkbar, es würde aber nur ein verschwindend kleiner Anteil hydrolysieren und das nur über einen sehr langen Zeitraum. Anders ist es, wenn eines der Produkte leicht verdamoft, dass heißt wenn zB. der aus der Hydrolyse entstandene Alkohol verdampft, wird die Hydrolyse zu einem größeren Teil stattfinden bzw. über sehr lange Zeit vollständig. Auch wenn es sich um eine Oberfläche handelt, die es der Luftfeuchtigkeit ermöglicht zu kondensieren und kleine Tröpfchen zu bilden. An dieser Stelle ist dann die Wasserkonzentration groß genug, durch die Luft hat sich außerdem Kohlensäure gebildet (wirkt als Katalysator), sodass dort eine Hydrolyse auftreten kann.
Um schnell eine Hydrolyse durchzuführen benötigt man Säuren bzw. Basen als Katalysatoren, einen Wasserüberschuss und Hitze. Für eine Hydrolyse über einen längeren Zeitraum reicht auch eine gewisse Verunreinigung des Esters durch Wasser (das geschieht beim Ranzigwerden von Fetten; das wenige Wasser im Öl bzw. der Butter hydrolysiert das Fett zur Fettsäure und zum Glycerin).