Hallo,
ich war eine Woche im Krankenhaus mit Verdacht auf Hantavirus (hat sich nicht bestätigt).
Nachdem ich die schlimmsten Fieberschübe hinter mir hatte, hatte ich narürlich viel Zeit, meine Umgebung zu beobachten. Dabei ist mir aufgefallen, dass die wenigsten Schwestern beim Verlassen des Zimmers das Desinfektionsmittel benutzen, welches direkt neben der Zimmertür hängt.
Da ich nicht genau weiß, wann desinfiziert werden muss, habe ich einen Pfleger gefragt, wie das gehandhabt wird. Er sagte zu mir, dass immer desinfiziert wird, wenn Patientenkontakt bestand. Also, wenn das Essen gebracht wird, nicht.
Ok, kann ich nachvollziehen.
Allerdings hat sich fast keiner daran gehalten. Das extremste Beispiel war eine Schwester, die meine Bettnachbarin behandelt hat. Die Nachbarin (sie hat übrigens Hanta) bekam einen Penicillintropf. Der war durchgelaufen. Danach sollte sie einen Flüssigkeitstropf bekommen, um die Nieren zu unterstützen. Die Schwester nahm den Schlauch vom alten Tropf und piekte ihn in den neuen Tropf. Dann nahm sie am anderen Arm noch Blut ab. Dabei gab es eine kleine Sauerei, weil die Blutung nicht sofort gestoppt wurde, d.h. die Schwester hatte Blut an ihren Händen.
Gut, als alles gfertig war, hat die Schwester den Raum verlassen, ohne sich zu desinfizieren.
Mal ganz überspitzt… Die Schwester kommt aus einem anderen infaktiösen Zimmer, ohne Desinfektion, verteilt die Keime bei meiner Bettnachbarin, die eh schon geschwächt ist, nimmt die Keime von meiner Bettnachbarin mit und verteilt munter weiter im nächsten Raum, usw.
Ich würde mich damit gern an jemanden aus der Krankenhausleitung wenden, oder ist das übertrieben?
Selbst die Ärzte bei der Visite haben sich nicht immer desinfziert.
Dann sollte man sich auch nicht über die vielen Krankenhauskeiminfektionen wundern, oder?
Was meint ihr dazu? Bin ich zu pingelig?
Vielen dank für eure Meinungen.
Schöne Ostern wünscht
Gesine, die sich freut, Ostern bei ihrer Familie feiern zu können.