Hygrometer

Hallo miteinander,

bei uns im Haus ist die Luft im Winter viel zu trocken. Als Asthmatiker reagiere ich da leider recht empfindlich und möchte daher im Schlafzimmer und in den Kinderzimmern Hygrometer anbringen (im Wohnzimmer befindet sich bereits eines), damit ich abschätzen kann, wann ich den Luftbefeuchter einen Raum weiter tragen kann *seufz*.

Leider ist die Preisspanne seeeeeehr groß.

Ich benötige keinen exakten Wert, ein unauffälliges Teil würde genügen, das Design spielt daher keine Rolle - reicht da ein Billigteil ? Auf was muss ich achten ?

Danke und viele Grüße,

Inselchen *hustend*

Hallo Nachteule,

mechanische Hygrometer (die mit dem Zeiger) enthalten ein Frauenhaar, weil sich das gleichmäßiger als Männerhaar bei Feuchtigkeitsänderungen ausdehnt bzw. zusammenzieht.

Wenn’s ganz preisgünstig sein soll, kannst du dir also selbst eins bauen. :smile:

Ob selbst gebaut oder gekauft: Ab und zu solltest du ein mechanisches Hygrometer „eichen“: Du wickelst es in einen leicht warmen nassen Lappen ein, wartest etwa 10 Minuten, und stellst dann den Zeiger mit Hilfe des Schräubchens auf der Rückseite auf 95 %, falls er nicht schon dort steht.

Wie elektronische Hygrometer (die mit den Ziffern und Batterieverbrauch) die Feuchte feststellen, weiß ich nicht. Aber da ich mal zwei nebeneineinder gelegt habe, und das eine 8 % mehr als das andere anzeigte, ziehe ich mechanische vor. Einen Einstellknopf zum Eichen haben elektronische nicht - und dass teure besser messen als billige, halte ich nicht für gewährleistet.

Gruß
Peter

Hi auch,

Hallo miteinander,

bei uns im Haus ist die Luft im Winter viel zu trocken. Als
Asthmatiker reagiere ich da leider recht empfindlich und

BTW: Vor einiger Zeit habe ich bei medizinischen Forschungsarbeiten im Rahmen der Untersuchung der Herkunft von Allergien gelesen, dass u.a. der Staubgehalt in Zimmerluft locker
um den Faktor 1000 (kein Witz) grösser sein kann, als bei ‚Aussenluft‘.
– Dieser Effekt ist besonders im Winter bei ‚trockener‘ Heizungsluft
besonders kritisch.

möchte daher im Schlafzimmer und in den Kinderzimmern
Hygrometer anbringen (im Wohnzimmer befindet sich bereits

„Hygrometer anbringen + Luftbefeuchter“ - eine gute Idee…

eines), damit ich abschätzen kann, wann ich den Luftbefeuchter
einen Raum weiter tragen kann *seufz*.

Leider ist die Preisspanne seeeeeehr groß.

Die Spanne der Qualität aber auch :wink: .

Ich benötige keinen exakten Wert, ein unauffälliges Teil würde
genügen, das Design spielt daher keine Rolle - reicht da ein
Billigteil ?

Ja - ein Billigteil reicht - es muss halt nur genau bzw. zuverlässig
gehen. Das erkennt man leider nicht wirklich am Preis.

Auf was muss ich achten ?

(1) Versuch ein elektronisches Hygrometer mit einer ‚Nachkommastelle‘
zu finden. Diese Teile wurden i.d.R. mit erhöhter Sorgfalt hergestellt.
Ausserdem kann man an der ‚Nachkommastelle‘ (also Werte z.B. 47,3 % rel.LF) sehr schnell erkennen, ob der Luftbefeuchter bereits Wirkung
zeigt, oder obs noch dauert. Die eine Nachkommastelle ist eher
als erhöhte ‚Auflösung‘ zu verstehen. Der Messfehler dieser Geräte
liegt trotzdem bei ca. ± 2 bis 5 %.

(2) z.B. „Testo“ stellt super Geräte her (z.B. klein & mit Wandaufhängung). Sinn n bischen teuer: 60 EUR.
Aber dafür sinn die ok. (Gerät brauch ne 9V-Batt. /Jahr)

(3) Habe festgestellt, dass elektronische Geräte (tendenziell die billigen) u.U. schlechte Sensoren haben können, d.h. (ein gutes) Gerät A findet nach 60 Sekunden (!!!) wieder zum Ausgangsmesswert zurück (z.B. 1. ‚30 %‘, dann 2. ‚80 %‘ , und 3. wieder ‚30 %‘ rel.LF) , während Gerät B bis zum richtigen Anzeigen von Wert 3 ganze
3 Stunden braucht. Fazit: Gerät A misst anscheinend zuverlässiger, während Gerät B sogar längere Zeit einen definitiv ‚falschen‘ Wert anzeigt.
(Sowas bekommt man natürlich nie mit, wenn man es nicht genau überprüft…)

(4) Mechanische Haarhygrometer haben sehr oft Probleme bei rel.LF
kleiner 35 %. Solche Werte, die dich ja nun besonders interessieren, erreicht man LOCKER im Winter mit ordentlich Heizen, nur zeigts leider kaum ein Haarhygrometer an. Oder kennt jemand eines ?

Danke und viele Grüße,

Inselchen *hustend*

Hoffe etwas geholfen zu haben…

mfg,
-Thomas

Haarhygrometer, Eichungsprobleme
Tach,

Hallo Nachteule,

mechanische Hygrometer (die mit dem Zeiger) enthalten ein
Frauenhaar, weil sich das gleichmäßiger als Männerhaar bei
Feuchtigkeitsänderungen ausdehnt bzw. zusammenzieht.

Wenn’s ganz preisgünstig sein soll, kannst du dir also selbst
eins bauen. :smile:

Ob selbst gebaut oder gekauft: Ab und zu solltest du ein
mechanisches Hygrometer „eichen“: Du wickelst es in einen
leicht warmen nassen Lappen ein, wartest etwa 10 Minuten, und
stellst dann den Zeiger mit Hilfe des Schräubchens auf der
Rückseite auf 95 %, falls er nicht schon dort steht.

Ja, schon nicht schlecht, jetzt stimmt der Maximalwert.
(Wird ja auch so in den Bedienungsanleitungen empfohlen.)
Leider fehlt aber jetzt die zweite Eichschraube zum Einstellen der
‚Skalierung‘ (sozusagen die ‚Messwertspreizung‘) um auch die Messwerte bei 20 % einzueichen. Oder gibts da doch Haarhygrometer, die sowas haben ? Kann ja sein, is bestimmt in seltenen Fällen auch so.

Wie elektronische Hygrometer (die mit den Ziffern und
Batterieverbrauch) die Feuchte feststellen, weiß ich nicht.
Aber da ich mal zwei nebeneineinder gelegt habe, und das eine
8 % mehr als das andere anzeigte, ziehe ich mechanische vor.

Woher willst du wissen, dass vielleicht nicht doch das elektronische
besser gemessen hat ? Du hast jetzt bestimmt nur geraten, oder ?

Einen Einstellknopf zum Eichen

Doch haben die. Und zwar intern gespeicherte Eichkurven mit mehreren ‚Stützstellen‘ - sozusagen mehrere ‚digitale‘ Einstellknöpfe.
Manuelles Nacheichen geht dann halt nur nicht mehr…

haben elektronische nicht - und
dass teure besser messen als billige, halte ich nicht für
gewährleistet.

Haarhygrometer haben ernsthafte Probleme bei Luftfeuchten kleiner ca. 35 % (siehe mein anderes Posting). Das kann man jetzt im Winter mit ein bisschen Geschick prima checken.

Gruß
Peter

Gruß auch,
-Thomas

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Tach,

Aabent,

Ja, schon nicht schlecht, jetzt stimmt der Maximalwert.
Leider fehlt aber jetzt die zweite Eichschraube zum Einstellen der
‚Skalierung‘ (sozusagen die ‚Messwertspreizung‘) um auch die Messwerte
bei 20 % einzueichen. Oder gibts da doch Haarhygrometer, die sowas haben ?

Nein. Da das Haar einen festen Ausdehnungskoeffizienten hat, ist das nicht notwendig.

Woher willst du wissen, dass vielleicht nicht doch das elektronische
besser gemessen hat ? Du hast jetzt bestimmt nur geraten, oder

Ich sprach von zwei elektronischen. Und wenn die derart differieren, ist entweder eins kaputt oder die zulässige Toleranz ist m. M. unzumutbar hoch. Und wer nur eins hat, wird den Fehler nie bemerken.

Doch haben die … Manuelles Nacheichen geht dann halt nur nicht mehr…

Darum geht’s ja, wenn man Fehler korrigieren will.

Haarhygrometer haben ernsthafte Probleme bei Luftfeuchten kleiner ca. 35 %.

Das kann ich nicht beurteilen. Aber falls das zutrifft: Das ist in Deutschland selbst in zentralgeheizten Räumen in der Regel die Untergrenze.

Gruß
Peter

35 % rel.LF KEINESWEGS die Untergrenze !!

Tach,

Aabent,

Ja, schon nicht schlecht, jetzt stimmt der Maximalwert.
Leider fehlt aber jetzt die zweite Eichschraube zum Einstellen der
‚Skalierung‘ (sozusagen die ‚Messwertspreizung‘) um auch die Messwerte
bei 20 % einzueichen. Oder gibts da doch Haarhygrometer, die sowas haben ?

Nein. Da das Haar einen festen Ausdehnungskoeffizienten hat,

Aber locker ist der Ausdehnungskoeffizient zeit-instabil.
Bei Synthetik-Faser ist das vielleicht etwas besser als bei Naturfaser,
aber garantiert verändert der sich messbar nach Wochen/Monaten des Gebrauchs. Zum einen verändert sich Naturhaar mit und ohne Feuchte von selbst, zum anderen befinden sich in der Luft (Zimmerluft) genug Substanzen, die das Haar chemisch angreifen können.

ist das nicht notwendig.

Woher willst du wissen, dass vielleicht nicht doch das elektronische
besser gemessen hat ? Du hast jetzt bestimmt nur geraten, oder

Ich sprach von zwei elektronischen. Und wenn die derart

[schnipp]
ah - ok.

Doch haben die … Manuelles Nacheichen geht dann halt nur nicht mehr…

Darum geht’s ja, wenn man Fehler korrigieren will.

Haarhygrometer haben ernsthafte Probleme bei Luftfeuchten
kleiner ca. 35 %.

Das kann ich nicht beurteilen. Aber falls das zutrifft: Das
ist in Deutschland selbst in zentralgeheizten Räumen in der
Regel die Untergrenze.

Was für ne Regel ?? Das ist aber so einfach zum Nachrechnen !!
Winter: Aussentemp: -5 °C, Aussenfeuchte: 90 %.
Innen-Temp: 18°C, Wohnung gerade gelüftet; Welche Innenfeuchte haben wir ?

Lösung:
aus Tabellenbuch:
max. abs Feuchte bei -6°C: maxabsLFaussen = 3 Gramm pro m^3.
max. abs Feuchte bei 18 °C: maxabsLFinnen = 15,4 Gramm pro m^3.

Und hier die eigentlich entscheidende (!!) Regel:
"Zahl der H2O-Moleküle pro kgLuft (-6 °C) = Zahl der H2O-Moleküle pro kgLuft (+18 °C) . Also für den Falle, dass wie keine Wassermoleküle wegnehmen, oder hinzugeben. "

und damit:
Zahl der H2O-Moleküle pro m^3 (-6 °C) = VolumenAusdehnungsfaktor * Zahl der H2O-Moleküle pro m^3 (+18 °C) .

Hierbei ist: VolumenAusdehnungsfaktor (von -6°C nach +18°C) approx. 1,090. Klar, die Luft dehnt sich aus, und zwar ca. 9 %.

rel LF (innen) = 90 % * maxabsLFaussen / ( maxabsLFinnen * VolumenAusdehnungsfaktor )

rel LF (innen) = 90 % * 3.0 (g/m^3) / (15,4 (g/m^3) * 1.090 )

rel LF (innen) = 16.1 % .

Wie man leicht sehen kann - und dies kann man auch duch ein Messgerät überprüfen. Natürlich nur wenns das kann.

(Klar - zu Überschlags-Zwecken, kann man den Volumenausdehnungsfaktor auch weglassen. Er ist hier nur aus ‚Vollständigkeitsgründen‘ mit angegeben.)

Sieht also so aus: 16,1 % (+ 18 °C)