kenne Jemanden, sie ist 18 Jahre jung und hat „Hyperthermie“.
Ihr Alltag sieht momentan so aus, dass sie für ~3h zur Schule geht. Dann wieder nach Hause ins Bett und ist völlig fertig. Fieber, Müdigkeit und schläft und schläft…
Sie ist noch so jung und so ein Leben frustet total und sie kommt momentan überhaupt nicht auf die Beine.
Wer hat Erfahrung mit dieser Krankheit und kann uns ein paar Tipps geben?
Sabine
Unter Hyperthermie versteht man einen erhöhten Temperaturwert (z.B. der sogenannten Kerntemperatur), also statt 36,7° etwa 37,4° in dramatischen Fällen (s. unten) ca. 41°.
Hyperthermie wird bei Männern aber auch als Therapie bei Prostata-Erkrankungen gewählt: Hier werden lokal über eine Erwärmung des betroffenen Gewebes die erkrankten Zellen selektiv geschädigt, so dass eine positive Wirkung erzielt werden kann.
An Deinem Bericht ist aber nicht von einem Mann die Rede, auch fällt mir auf, dass Du keinerlei dramatischen (auslösenden) Zwischenfall schilderst, und die Frau sich einfach matt und fiebrig fühlt. (In der Regel wird eine konstante Temp.- Erhöhung nach einiger Zeit nicht mehr wahrgenommen.) Es kann also sein, dass sie sich eine Infektion zugezogen und dabei das klassische Leidensbild entwickelt hat.
Die von Dir beschriebene Temperaturerhöhung könnte man
A.)
als „maligne Hyperthermie“ bezeichnen, diese ist unabhängig vom Temperatur-Regelzentrum im Hypothalamus (Teil des Stammhirns) und kann sich u.a. durch Einwirkung eines inhalierbaren Narkosemittels (oder eines Mittels, das die Muskulatur entspannt) in Verbindung mit einer unerkannt bestehenden, genetisch bedingten Störung des Kalzium-Stoffwechsels (im Myoplasma) entwickeln.
In solchen seltenen Fällen ist die Temperaturerhöhung aber dramatisch und wäre an ein Zur-Schule-Gehen etc. nicht im Entferntesten zu denken. Da es während eines operativen Eingrifs auftritt, müsste man die Narkose sofort beenden und mit Sauerstoff hyperventilieren (Hächelbeatmung).
B.)
Du meinst vielleicht ein anderes, nicht minder dramatisch aussehendes Bild (ohne Narkose als Auslöser): das sogenannte Hyperpyrexie-Syndrom.
Dieses tritt in der Regel bei Klein(st)kindern auf, und zwar nach einer Magen-Darm-Infektion mit bestimmten Bakterien, die u.a. Nervengifte produzieren können, und gehört somit zu den „Neurotoxikosen“.
Die von Dir beschriebene Erscheinungsform lässt sich also auch darunter nicht einordnen, ein Glück für die Patientin.
Am besten, Ihr geht zur Durchuntersuchung, ob sie nicht an einem hartnäckigen (z.B. Atemwegs-) Infekt leidet, der einfach mit Geduld, Wissen und geeigeneten Medikamenten kuriert werden muss.
solches unerklärliches Fieber läßt auf eine okulte Entzündung schließen. Um das abzuklären ist eine Blutuntersuchung angesagt.
Sollte die ohne oder nur mit einem diffusen Befund bleiben, ist an eine Erkrankung aus den rheumatischen Formenkreis zu denken. Ich erinnere mich an eine Dame, die wochenlang in einem Krankenhaus auf alle möglichen Dinge untersucht wurde, bis jemand auf die Idee mit dem Rheuma kam. Es war eine, bis zum Zeitpunkt der Untersuchung beschwerdefreie Form des Muskelrheumas. Aber Rheuma ist so vielfältig wie die Käfer.