Hallo!
Angeblich kann man sich ja unter Hypnose an jede Kleinigkeit,
die man irgendwann mal wahrgenommen hat, erinnern, oder sogar
Situationen genauso wiedererleben.
Nein, man kann sich nur an solche Informationen erinnern, wenn diese auch gespeichert worden sind. Es gibt unterschiedliche Einflussfaktoren, welche den Transport von Informationen in das Langzeitgedächtnis beeinflussen; eine nicht transportierte Information kann später nicht erinner werden.
Allerdings kommt es selbstverständlich vor, dass einige Informationen, welche einmal gespeichert worden sind, nicht mehr „erinnert“, sprich abgerufen werden können.
Das hieße ja, dass alles,
was man irgendwann mal gesehen hat, jeder Grashalm oder so,
noch irgendwo im Hirn (im Unterbewusstsein oder was auch
immer) gespeichert ist, auch wenn man denkt es schon längst
vergessen zu haben.
Transportiert wird nicht jeder Sinneseindruck - das würde die Verarbeitungskapazität des menschlichen Gehirns beiweitem überfordern. Überlege nur einmal, wie viele Sinneseindrücke ein einziger „Augenblick“ in Wirklichkeit enthält. Es gibt wesentliche Prozesse, die den Informationstransport beeinflussen - und zwar aus gutem Grund: wir erinnern uns nur an das, was auch für uns relevant ist.
Aber da frag ich mich: Vergisst man nicht gerade unwichtige
Dinge, um wieder „Speicherplatz“ im Gehirn freizumachen?
Man merkt sie sich u.U. gar nicht erst.
Irgendwie käme es mir ziemlich arg verschwenderisch vor, wenn
jedes noch so unwichtige Detail gespeichert bliebe, und dann
noch nicht mal [„im Normalzustand“] abrufbar wäre?
So ist es.
Gibt es irgendeinen logischen Grund, warum man sich unter
Hypnose wieder an alles erinnern kann/ warum alles gespeichert
bleibt?
Was die Hypnose betrifft: es können also nur Informationen erinnert werden, die physikalisch abgespeichert sind.
Mit Sicherheit könnte „Hypnose“ eine Möglichkeit darstellen, solche Informationen zu erinnern, selbst wenn sie im „Wachzustand“ nicht abrufbar sind. Hier gibt es auch viele andere Ansätze, wo z.B. über Augenbewegungen versucht wird, den Zugang zu traumatisch verdrängten Erlebnissen herzustellen.
Allen Ansätzen gemein scheint zu sein, dass man günstige Umstände (im Hirn) schafft, um so den Abruf von Informationen zu begünstigen.
Hat man überhaupt schoneinmal überprüft, ob (unwichtige!)
Dinge, an die sich Versuchspersonen unter Hypnose erinnert
haben, sich wirklich so abgespielt haben? [Könnte theoretisch
ja auch sein, dass man sich diese Dinge dazudichtet, ähnlich
wie im Traum]
Ich persönlich sähe in einem solchen Mechanismus keinen Sinn, dementsprechend finde ich es unwichtig ob es so ist oder nicht - GLAUBE aber persönlich nicht daran.
[Dass irgendwelche bedeutsamen Ereignisse, starke Anstzustände
oder so, die länger zurückliegen und verdrängt wurden unter
Hypnose wieder erinnert werden können, leuchtet mir ja noch
ein.]
Naja, sag ich doch… 
Es kann was dran sein an der Hypnose, die ja nur einen „zugänglichen“ Schlafzustand simulieren soll; im Schlaf werden Prozesse, welche für die Lang-Zeit-Potenzierung z.B. zuständig sind, synchronisiert, so dass es nahe liegt zu vermuten, dass Schlaf einen starken Zusammenhang mit dem Gedächtnis hat. Entspannung (mehr ist Hypnose in den meisten Fällen ja nicht) kann also auch eine Annäherung an einen solchen Zustand sein.
Lieben Gruß
Patrick