Hypnose

Hallo zusammen,

in meinem Leben läuft nicht alles so, wie ich es gerne hätte. Das geht wohl vielen so, aber irgendwie sind es immer wieder die gleichen Muster und Dinge, die ich nicht verstehe. Nun hat eine Bekannte von mir, die sich auch immer wieder selbst die Beine stellt und in einigem nicht weiterkommt, mir letztens von ihren Hypnosesitzungen erzählt. Sie war komplett begeistert, es ginge ihr sehr viel besser, weil sie einiges innerhalb des hypnotischen Zustands noch einmal sehen und wohl nachvollziehen konnte bzw. es ihr nach den Sitzungen immer besser ging, sie sich auch gestärkt fühlte. Es ging dabei um (scheinbar) ganz „unbedeutende“ Dinge, dass sie als Kind z.B. mal andere Musik hören wollte als ihre Eltern und nicht wusste, wie man diese nennt.
In ihrer Stimme konnte ich ihre volle Begeisterung hören und sie meinte, wenn man sich besser kennenlernen wolle, würde sie es nur empfehlen, Hypnose mal auszuprobieren. Sie ist ein eher ängstlicher, teilweise introvertierter Mensch. (Weiss nicht, ob das eine Rolle spielt?). Ich bin das für andere auf keinen Fall, fühle mich aber häufig als ängstlich, habe zwar keine Probleme, mit fremden oder bekannten Menschen zu reden, aber als selbstsicher würde ich mich nicht bezeichnen. Oder eher selten. Wenn ich es nicht bin, wird es überspielt mit Witzigkeit, Unfreundlichkeit oder Härte oder sonstwie.

So. Jetzt wollte ich mal fragen, ob sich jemand mit Hypnose auskennt, ob es vielleicht sein kann, an Unangenehmes erinnert zu werden, oder etwas, was man nicht (mehr) weiss, ob es hilfreich ist oder ob es überhaupt ernstzunehmen ist. In einem Fernsehbeitrag wurde mal die Wirkung von Hypnose auf das Schmerzzentrum erläutert, das fand ich sehr interessant, auch auf den Seiten der Deutschen Hypnosegesellschaft wird eher ein seriöser Eindruck vermittelt (ausserdem soll es ja Zahnärzte geben, die unter Hypnose behandeln). Der Preis fuer eine Sitzung war sehr hoch, 75 Euro, da ich mir das eigentlich gar nicht leisten kann, aber ein wenig wissender und zufriedener und in privaten Dingen erfolgreicher durch die Welt laufen möchte, hatte ich mir überlegt, vielleicht doch dafür zu investieren. Wieviele Sitzungen sind sinnvoll, um etwas zu bewirken?
Eine Psychotherapie hat bei mir leider nicht viel bewirkt, da ich nur schwer meine Probleme fassen und äußern konnte, davor Angst hatte und manchmal dachte, ich dürfe den Therapeuten nicht belästigen, sondern müsse ihm möglichst wenig Arbeit machen und ihn eher unterhalten (ich war bei 2 verschiedenen und es waren dieselbsen Muster).

Ich freue mich auf Eure Antworten, so Ihr welche habt!
Liebe Grüße und gute Nacht/ schönen Morgen
Nara

Therapeuten’schonung’
Hi Nara

vorab: Zur Hypnosetherapie möchte ich mich nicht äußern.

Aber soetwas:

Eine Psychotherapie hat bei mir leider nicht viel bewirkt, da ich nur :schwer meine Probleme fassen und äußern konnte, davor Angst hatte und :manchmal dachte, ich dürfe den Therapeuten nicht belästigen, sondern :müsse ihm möglichst wenig Arbeit machen und ihn eher unterhalten

höre ich auch von zahlreichen Klienten immer wieder, die zu mir kommen und vorher - aus dem genannten Grund erfolglos - zig Stunden (mehrfach sogar mehr als 100) in einer oder mehreren der privilegierten Psychotherapien verbrachten. Ich werde nie begreifen, warum so viele Therapeuten dieses Phänomen nicht kennen und nicht erkennen, und dann eben doch durch geeignete Gesprächsführung erreichen, daß die „heißen“ Themen angesprochen werden. Das sollte (und muß - meiner Meinung nach) auch unter den von dir erwähnten Voraussetzungen nach nicht mehr als zwei Stunden geschehen sein …

Gruß

Metapher

Hallo Nara

so ein Riesen-Unterschied besteht ja gar nicht zwischen Hypnose-B ehandlung und tiefenpsychologisch fundierter bzw. psychoanalytischer Therapie. Trance ist ein in allen Kulturen und zu allen Zeiten altbekanntes Phänomen. Bei den seriösen Behandlungsformen kann man grob zwei unterscheiden: Die klassische Hypnose (wie auch Freud sie anfangs ausführte, wie Charcot sie in Frankreich berühmt machte) und die etwas „spielerischere“ Einleitung nach Erickson. Ich habe beide ab und an verwendet, aber im Verhältnis zu den analytisch fundierten Behandlungen eher selten. Manchmal leute ich -nach Absprache mit dem Patienten- eine analytisch fundierte Behandlung mit Trance ein und natürlich entsprechend wieder aus. Manche Patienten sind entspannter, „tiefer“ drin, mehr bei sich in Hypnose. Aber es hat auch -wie Freud schon erkannte- Nachteile. Je tiefer der Patient in der Hypnose ist, desto plastischer vielleicht seine Erinnerungen an frühe Erlebnisse, aber desto schwerer auch seine Erinnerung anschließend an das in der Hypnose Erlebte.
Vielleicht solltest Du es ausprobieren -es gibt ja genügend seriöse B ehandler auf diesem Gebiet (hoffe ich mal).
Gruss von Branden

Hallo,

In ihrer Stimme konnte ich ihre volle Begeisterung hören und
sie meinte, wenn man sich besser kennenlernen wolle, würde sie
es nur empfehlen, Hypnose mal auszuprobieren.

Therapie soll nicht „begeistern“ sondern helfen.

Eine Psychotherapie hat bei mir leider nicht viel bewirkt, da
ich nur schwer meine Probleme fassen und äußern konnte, davor
Angst hatte und manchmal dachte, ich dürfe den Therapeuten
nicht belästigen, sondern müsse ihm möglichst wenig Arbeit
machen und ihn eher unterhalten (ich war bei 2 verschiedenen
und es waren dieselbsen Muster).

Folgende Dinge gilt es zu beachten, egal um welche Therapieform
es sich handelt:

  1. Der Therapeut sollte Diplom(!!)-Psychologe oder Arzt mit einschläger Gebietsbezeichnung (Facharzt für Psychiatrie/ Nervenarzt/Facharzt für psychotherapeutische Medizin) oder zumindest mit Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“ sein.

  2. Der Therapeut sollte mit dir, spätestens nach drei Sitzungen, einen verbindlichen Behandlungsplan vereinbaren, der folgendes enthält:

  • Benennung des Problems, so daß es sowohl fachlich beschrieben als auch für dich verständlich genannt wird
  • Benennung eines klaren, fassbaren und messbaren Behandlungszieles (also nicht: „Ich will besser zu mir selbst finden“ oder ähnlich blumige Umschreibungen!)
  • Vereinbarung von Teilzielen (Etappen),die dem Therapeuten und dir eine Überprüfung ermöglichen, ob die Therapie gut läuft
  • Eine klare Vereinbarung von Patientenverhalten, bei dem der Therapeuth die Behandlung abbricht (beispielsweise soundsooft unbegründetes Fernbleiben von Therapiesitzungen, intoxikiert zu Therapiesitzungen erscheinen)

Wenn diese „Qualitätskriterien“ beachtet werden, dann wirst du keine jahrelange Dauertherapie erleben, sondern schnell Hilfe erfahren.

Hypnose ist im übrigen eine anerkannte Therapieform, wenn so etwas auch normal eher ergänzend eingesetzt wird.

Alles andere ist schlechte Arbeit oder teilweise, in der Psychobranche leider oft anzutreffen, Scharlatanerie.

Gruß

Yoyi

Ich freue mich auf Eure Antworten, so Ihr welche habt!
Liebe Grüße und gute Nacht/ schönen Morgen
Nara

Hallo Nara,

die Begeisterung deiner Bekannten über die Hypno-Sitzungen kann ich gut nachvollziehen. Gerade weil Erfahrungen im Trancezustand auch etwas Besonderes, da Andersartiges, haben. Klar, man kann sich damit besser kennen lernen (muss aber nicht sein), wie in vielen anderen Interventionsformen auch. Außerdem wird, zumindest nach der Erickson’schen Methode sehr vorsichtig und wertschätzend mit einem umgegangen, so das allein das schon sehr wohltuend ist. Und aus diesem Grund brauchst du auch keine Befürchtungen haben, dass mehr an die Erinnerungs-Oberfläche kommt als dir guttut. Dafür sorgt schon dein Unbewusstes, und darauf wird auch der Therapeut achten.
Für Hypnose ist praktisch jeder „geeignet“, sofern man sich darauf einlassen möchte. Der Vorteil gegenüber einer Therapieform, die fast ausschließlich über Sprache läuft ist der, dass der eigene innere „Aufpasser“, der die sprachlichen Äußerungen kontrolliert bzw. verhindert, sich friedlich zurücklehnen kann und nicht so aufpassen muss. So kann es für den Klienten manchmal einfacher sein, auf den eigentlichen Punkt zu kommen.

Ich halte die Hypnotherapie für eine sehr hilfreiche und ernstzunehmende Maßnahme, sofern sie von einem Profi (siehe meine Vorredner) durchgeführt wird. Solche Therapien bietet die Milton-Erickson-Gesellschaft in verschiedenen Städten an. Die machen auch zahnärztliche Hypnose. Die Kosten einer Stunde können aber bis über 100 Euro gehen.

Meistens sind nur wenige Hypno-Sitzungen nötig, das wirst du in einer der ersten Stunden mit dem Therapeuten besprechen können.

Alles Gute
Ulla

in meinem Leben läuft nicht alles so, wie ich es gerne hätte.
Das geht wohl vielen so, aber irgendwie sind es immer wieder
die gleichen Muster und Dinge, die ich nicht verstehe. Nun hat
eine Bekannte von mir, die sich auch immer wieder selbst die
Beine stellt und in einigem nicht weiterkommt, mir letztens
von ihren Hypnosesitzungen erzählt. Sie war komplett
begeistert, es ginge ihr sehr viel besser, weil sie einiges
innerhalb des hypnotischen Zustands noch einmal sehen und wohl
nachvollziehen konnte bzw. es ihr nach den Sitzungen immer
besser ging, sie sich auch gestärkt fühlte. Es ging dabei um
(scheinbar) ganz „unbedeutende“ Dinge, dass sie als Kind z.B.
mal andere Musik hören wollte als ihre Eltern und nicht
wusste, wie man diese nennt.
In ihrer Stimme konnte ich ihre volle Begeisterung hören und
sie meinte, wenn man sich besser kennenlernen wolle, würde sie
es nur empfehlen, Hypnose mal auszuprobieren. Sie ist ein eher
ängstlicher, teilweise introvertierter Mensch. (Weiss nicht,
ob das eine Rolle spielt?). Ich bin das für andere auf keinen
Fall, fühle mich aber häufig als ängstlich, habe zwar keine
Probleme, mit fremden oder bekannten Menschen zu reden, aber
als selbstsicher würde ich mich nicht bezeichnen. Oder eher
selten. Wenn ich es nicht bin, wird es überspielt mit
Witzigkeit, Unfreundlichkeit oder Härte oder sonstwie.

So. Jetzt wollte ich mal fragen, ob sich jemand mit Hypnose
auskennt, ob es vielleicht sein kann, an Unangenehmes erinnert
zu werden, oder etwas, was man nicht (mehr) weiss, ob es
hilfreich ist oder ob es überhaupt ernstzunehmen ist. In einem
Fernsehbeitrag wurde mal die Wirkung von Hypnose auf das
Schmerzzentrum erläutert, das fand ich sehr interessant, auch
auf den Seiten der Deutschen Hypnosegesellschaft wird eher ein
seriöser Eindruck vermittelt (ausserdem soll es ja Zahnärzte
geben, die unter Hypnose behandeln). Der Preis fuer eine
Sitzung war sehr hoch, 75 Euro, da ich mir das eigentlich gar
nicht leisten kann, aber ein wenig wissender und zufriedener
und in privaten Dingen erfolgreicher durch die Welt laufen
möchte, hatte ich mir überlegt, vielleicht doch dafür zu
investieren. Wieviele Sitzungen sind sinnvoll, um etwas zu
bewirken?
Eine Psychotherapie hat bei mir leider nicht viel bewirkt, da
ich nur schwer meine Probleme fassen und äußern konnte, davor
Angst hatte und manchmal dachte, ich dürfe den Therapeuten
nicht belästigen, sondern müsse ihm möglichst wenig Arbeit
machen und ihn eher unterhalten (ich war bei 2 verschiedenen
und es waren dieselbsen Muster).

Ich freue mich auf Eure Antworten, so Ihr welche habt!
Liebe Grüße und gute Nacht/ schönen Morgen
Nara

Liebe Nara,

ich habe Kontakt zu einer sehr netten Frau, die u.a. auch mit Trancezuständen arbeitet und Hypnotherapeutin ist.
Sie ist an der UNI-Klink in Heidelberg aktiv, was wohl nicht ganz in Deiner Nähe ist, aber vielleicht kann Sie Dir einen Kontakt verschaffen. Ich mag den Namen hier nicht veröffentlichen, ohne Sie zu fragen, aber Du kannst mich gern anmailen.

Herzliche Grüße

Christina

Dankeschön
Und noch einmal Hallo

…und ausserdem möchte ich Euch danke sagen für Eure Ausführungen. Fand ich interessant und hat mich eigentlich neugieriger gemacht, ich wuerde es also gerne mal ausprobieren.

Schlaft gut und träumt süß,

Nara