Hypochondrie - depression

Hallo,

habe weiter unten einen Artikel über Hypochonder gelesen, ist die Depression vielleicht eine hypochondrische Krankheit? Gehören Psychosomatische Erkrankungen Hörzsturz und Ohrengeräusche oder generell psychische Erkrankungen auch dazu?

Annika

Hi Annika
Nein, Depression, Hypochondrie und Psychosomatosen sind drei unterschiedliche Erkrankungen, die aber alle in den Bereich Neurosen und Psychosomatische Erkrankungen gehören.
Grundsätzlich kann man zwischen hypochondrischen Befürchtungen = Angst vor Krankheiten und psychsomatischen Bescherden = seelische Problematik macht sich körperlich bemerkbar (Magengeschwür) unterscheiden.
Gruss, Branden

Hallo Annika,

habe weiter unten einen Artikel über Hypochonder gelesen, ist
die Depression vielleicht eine hypochondrische Krankheit?

das zwar nicht, aber Hypochondrie und Depression treten häufiger gemeinsam auftreten: Viele Hypochonder weisen neben ihrer Hypochondrie noch eine Depression auf. Manche Depressive beklagen v.a. körperliche Beschwerden.

Für den Diagnostiker ist es in diesen Fällen schwierig, eine treffende Diagnose zu stellen. Wenn hypochondrische Symptome während einer depressiven Phase auftreten, d.h. wenn die depressive Phase schon länger anhält und dann hypochondrische Symptome dazu kommen, ist es wohl eher eine Depression. Wenn aber die Hypochondrie längere Zeit vorher besteht und es kommen dann depressive Symptome dazu, wird es wohl eine Hypochondrie sein, aufgrund derer sich zusätzlich eine Depression entwickelt hat.

Gehören Psychosomatische Erkrankungen Hörzsturz und
Ohrengeräusche oder generell psychische Erkrankungen auch
dazu?

Zur Hypochondrie? Nein. Bei psychosomatischen Erkrankungen liegen tatsächlich bedeutsame körperliche Beschwerden vor, bei der Hypochondrie beklagen sich die Betroffenen dagegen oft nur über im Bereich des Normalen liegende körperliche Ereignisse wie z.B. gelegentliches Husten.

Gruß,

Oliver Walter

hallo annika,

vielleicht helfen begriffserklärungen beim verständnis.

hypochondrie = überzeugung, an einer bestimmten krankheit zu leiden, obwohl man von ärzten gesundheit bescheinigt bekam. typisch bei hypochondrie ist das doctor-hopping: der hypochonder geht von einem arzt zum anderen und läßt sich durchchecken, die ärztliche diagnose (gesundheit) erkennt der hypochonder aber selbst von ausgewiesenen spezialisten nicht an. einige hypochonder entwickeln sich zu koryphäenkillern, bei denen es schon fast zum hobby wird, spezialisten ihre unfähigkeit „nachzuweisen“.

somatisierungsstörung = ähnlich wie hypochondrie, nur ist der betroffene nicht wie ein hypochonder davon überzeugt, an einer bestimmten krankheit (z.b. krebs) zu leiden, sondern er weist verschiedene symptome/ beschwerden auf und sucht für eine erklärung dieser beschwerden.

depression = verminderter antrieb und aktivität, reagiert weniger auf lebensumstände, gedrückte stimmung, oft geringes selbstwertgefühl, oft begleitet von körperlichen beschwerden wie schlaflosigkeit, aber auch störungen im verdauungsapparat. wenn ich mir die nebenwirkungen ansehe, die antidepressiva (neurotransmitter bzw. deren „imitate“) haben können, dann denke ich, daß körperliche beschwerden in zusammenhang mit einer depression auch auf den gestörten neurotransmitter-haushalt zurückzuführen werden können, d.h. nicht unbedingt alle eingebildet sein müssen. andererseits ist es natürlich auch möglich, daß ein depressiver eine hypochondrie oder somatisierungsstörung entwickelt - er zieht sich immer mehr auf sich zurück und beschäftigt sich daher vielleicht stark mit sich und seinen beschwerden, malt sich alles mögliche aus und kriegt angst…; oder ein hypochonder wird depressiv, weil er schon bei allen ärzten war und keiner im helfen kann und er nun sicher bald sterben muß…

hörsturz ist sicher keine psychosomatische erkrankung: das ist ein infarkt im innenohr. dieser kann das ohr bzw. die im ohr enthaltenen nervenzellen so schädigen, daß man fortan ein ständiges ohrgeräusch hat.