Hypothesenbildung

Hallo,

eigentlich bin ich hier etwas falsch (weil Pädagogik und nicht Psychologie), aber ich denke, hier kann man mir besser helfen…

Ich bin gerade bei der Hypothesenbildung für eine kleine Studie (quantitativ, Fragebogen) und muss zugeben, dass ich so etwas noch nie gemacht habe. Im Studium wurde das meist sehr allgemein gehalten und Beispiele wie „Strochenpopulation & Geburtenrate“ angeführt.
Mir will es nicht gelingen, schöne „Wenn-Dann“- oder „Je-Desto“-Aussagen zu formulieren.

Angenommen, ich möchte untersuchen, welche Einflüsse auf die Berufswahl einwirken.
Es geht darum, wie die Schüler auf ihren Berufswunsch gekommen sind.
Dabei habe ich nur eine Variable „Einflussnehmer“ (Eltern, Schule, Fernsehen…) und halt die Ausprägung der einzelnen Einflussnehmer. Kann man daraus schon eine Hypothese basteln? Ich denke, hier fehlt eine Variable - oder?
Interessant ist auch die Frage nach dem Zusammenhang zwischen den Anregungen der einzelnen „Einflussnehmern“ und der Einschätzung der Schüler, ob diese Anregungen hilfreich (sehr, etwas, nicht…) waren.

Selbst, wenn ich über zwei Variablen „Schulform“ und „Einflussnehmer“ verfüge, fällt es mir noch schwer, eine Hypothese zu formulieren.
Die „Wenn-Dann“- oder „Je-Desto“-Aussagen wollen einfach nicht gelingen.

Lassen sich überhaupt Hypothesen aus dem o.g. Material erstellen?
Kann mir jemand ein paar Anregungen geben?

Gruß
Tato

Hallo,

Kann mir jemand ein paar Anregungen geben?

vor Dir haben sich schon andere, schlaue Menschen Gedanken darüber gemacht, wovon die Berufswahl abhängen könnte. Es gibt also Theorien. Ich würde vorschlagen, Du schaust mal in die Publikationen zur Berufswahl und prüfst, inwieweit Du daran anknüpfen kannst.

Eine Literaturquelle wäre z.B.

Maurischat, C., Taskinen, P. & Ehmke, T. (2007). Naturwissenschaften im Elternhaus. In M. Prenzel, C. Artelt, J. Baumert, W. Blum, M. Hammann, E. Klieme & R. Pekrun (Hrsg.), PISA 2006. Die Ergebnisse der dritten internationalen Vergleichsstudie (S. 203-223). Münster: Waxmann.

Beste Grüße

Hi Tato,

Ich bin gerade bei der Hypothesenbildung für eine kleine
Studie (quantitativ, Fragebogen) und muss zugeben, dass ich so
etwas noch nie gemacht habe. Im Studium wurde das meist sehr
allgemein gehalten und Beispiele wie „Strochenpopulation &
Geburtenrate“ angeführt.
Mir will es nicht gelingen, schöne „Wenn-Dann“- oder
„Je-Desto“-Aussagen zu formulieren.

eine Hypothese im statistischen Sinn muss keine „Je-desto“-Aussage haben; vielmehr hängt das davon ab, was untersucht wird.
Beispielsweise wird bei einer Varianzanalyse untersucht, ob die Faktoren eine Einfluss haben, dass ist dann aber „nur“ eine „Ja-Nein“-Antwort.
„Je-desto“ hingegen wird z.B. bei einer Regression untersucht, wenn die Steigung der Geraden analysiert wird.
Massgeblichen Einfluss auf die Hyothesen hat auch das skalenniveau der abhängigen und unabhängigen Variablen.
Lies dich da mal schlau.

Angenommen, ich möchte untersuchen, welche Einflüsse auf die
Berufswahl einwirken.
Es geht darum, wie die Schüler auf ihren Berufswunsch gekommen
sind.
Dabei habe ich nur eine Variable „Einflussnehmer“ (Eltern,
Schule, Fernsehen…) und halt die Ausprägung der einzelnen
Einflussnehmer. Kann man daraus schon eine Hypothese basteln?
Ich denke, hier fehlt eine Variable - oder?

Du kannst schon Berufswunsch als abhängige und Einflussnehmer als unabh. Variabale verwenden, beide Variablen wären dann kategorial bzw. nominal. Über ein log-lineares Modell könntest du dann mit einem Zusammenhang herausfinden.
Allderings gibt es noch folgnden Punkte zu bachten: Selbst wenn die Einflussnehmer und der Berufswunsch keinen Zusammenhang aufweisen, kann der Einfluss immer noch sehr groß sein, wenn dem Probanden immer in seiner eigenen Idee bestärkt wird.
Auf der anderen Seite würde ein Zusammenhang auf einen uniformen Rat der jeweiligen Einflussnehmer hindeuten (z.B. alle eltern sind für ein Psychologiestudium), was aber sehr unwahrscheinlich ist, wenn sie die Fähigkeiten des einzelnen betrachten.

Womit man auf deine zweite Hypothese kommt:

Interessant ist auch die Frage nach dem Zusammenhang zwischen
den Anregungen der einzelnen „Einflussnehmern“ und der
Einschätzung der Schüler, ob diese Anregungen hilfreich (sehr,
etwas, nicht…) waren.

Dies ist eine Bewertung von nur einer Variablen und kann sehr nürtzlich sein, hier könnte dann z.B. getestet werden, ob Freunde überdurchschnittlich oft gute Ratschläge geben.

Selbst, wenn ich über zwei Variablen „Schulform“ und
„Einflussnehmer“ verfüge, fällt es mir noch schwer, eine
Hypothese zu formulieren.
Die „Wenn-Dann“- oder „Je-Desto“-Aussagen wollen einfach nicht
gelingen.

Vergiss einafch diese Wenn-Dann-Faussagen und formuliere, was du zeigen willst.

Kann mir jemand ein paar Anregungen geben?

Ich hoffe es.

Grüße,
JPL