Hyptheken in der Schweiz

Kann jemand abschätzen, welche Auswirkungen ein Untergang des Euros auf den Schweizer Hypothekenmarkt hätte?

Fragende Grüsse
z.

Moin,

Kann jemand abschätzen, welche Auswirkungen ein Untergang des
Euros auf den Schweizer Hypothekenmarkt hätte?

wahrscheinlich nicht.

Gandalf

Hallo zweibein,

Szenario 1: Durch den Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems bricht auch der weltweite Immobilienmarkt zusammen. Davon ist auch die Schweiz betroffen (will jetzt nicht noch weiter gehen und ein Weltkriegsszenario aufbauschen)

Szenario 2: gerade wegen der Finanzmarktkrise bleiben Topimmobilien in für sicher und wettbewerbsfähig gehaltenen Lagen mit guter Infrastruktur in für sicher gehaltenen Staaten gefragt. Reiche gibt es nach wie vor genug und Geld für Investitionen ist nach wie vor genug vorhanden.

Ich halte Szenario 2 für wahrscheinlicher. Die Schweiz ist mehr denn je ein (oder sogar DAS) Top-Land für Investitionen. Es gilt als sehr sicher (politisch, wirtschaftlich). Immobilien in der Schweiz halte ich aktuell für eine der Top Anlagen.

Aber auch hier - wie inzwischen überall auf der Welt - gilt: Lage Lage Lage. Wer kennt die Mikrolage in der Schweiz und die Vergleichspreise so genau, um zu wissen, was hier wo ein guter Kauf wäre?

Also gute seriöse lokale Berater sind gefragt.

Hoffe das beantwortet Deine Frage einigermaßen.

Viel Erfolg wünscht

ikarusfly

Hi,

ich verstehe die Frage eher hinsichtlich eines Darlehens in schw.Franken für eine Deutsche Immobilie.?!

Aus meinem Verständnis heraus würde das Darlehen dann um einiges teurer. Abgesehen davon, dass häufig im Verbund hinterlegte Tilgungssurrogate im Euro geführt werden duch den Niedergang des Euro entweder komplett verpuffen oder zumindest einen Großteil ihrer Werthaltigkeit verlieren. Dafür muss dann ein entsprechender Ersatz geschaffen werden.

Hallo Ralf,

ja, ich hatte auch schon überlegt, wie denn die Frage genau gemeint ist. zweibein sollte das mal klären.

Also

a) gehts um Immobilienpreise - dazu habe ich was geschrieben
b) gehts um Rückzahlung von bereits zu Eurozeiten begründete CHF-Hypotheken nach dem Eurozusammenbruch (dazu hast Du ja was ausgeführt, wobei hier zu klären wäre, aus welcher Sicht dies geschieht - also ein Schuldner in Deutschland ist da denke ich anders zu sehen als einer aus anderen EULändern)
c) gehts um die Zinsentwicklung des CHF Hypotheken"marktes" (O-Ton zweibein) nach Eurozusammenbruch.

Noch zu b) ich kann Dir nur Recht geben, es wäre aus Sicht der meisten Schuldner der Euroländer eine enorme Verteuerung aufgrund Wechselkursverfall gegen die CHF zu erwarten. Aus deutscher Sicht ist das nicht ganz klar. Gehen wir davon aus, dass auch die Tilgungssurrogate in neue D Mark getauscht werden, das wäre zunächst kein Thema zu festgelegtem Kurs. Aber wie geht es mit dem Wechselkurs CHF-NDM dann weiter? Und wäre er im Gegensatz zur Wechselkursbindung des CHF beim EUR dann wieder frei? Das ist schwierig zu beantworten. Es wäre ein spannendes Rennen zwischen diesen beiden Ländern. Zunächst aber ein bitteres Erwachen für Deutschland, da eine starke NDM plötzlich andere Anforderungen an die deutsche Wettbewerbsfähigkeit stellt als bisher der relativ schwächere Eur. Also von daher käme Druck auf die NDM gegen den CHF zu. Ich denke aber zuerst würden viele schon aus Risikostreuung von der Schweiz einiges in das dann wieder (nach der theoretischen Loslösung Deutschland von „zusätzlichen“ Schulden anderer Eur Länder - schön wärs:wink: für autonomer gehaltene Deutschland investieren, was die Schwäche der Wettbewerbsfähigkeit ZUNÄCHST kompensieren könnte. Da bei soviel Spielgeld weltweit zur Zeit die Anlagetrends die Währungsbewegungen des Realwarenaustausches übertrumpfen, rechne ich dann zunächst mit stärkerer NDM - vorübergehend auch gegen den CHF, aber das ist ein Kurzeffekt, der nicht viel über die Langfristwirkungen bei einem zum Beispiel 10 Jahresdarlehen aussagt. Mittelfristig könnten die Realwarenströme wieder bedeutender werden (sie haben ja dann auch logischer Weise noch zusätzlich Rückwirkungen auf die Anlageneigungen) und dann käme nach diesem Szenario Druck auf die NDM (gegen den CHF) - langfristig weiß keiner, wie diese Staaten in Konkurrenz abschneiden. Hoffe das wurde klar, also kurzfristig gegen CHF etwas stärkere NDM (was gut für Schuldentilgung in CHF ist) und danach vielleicht zumindest für einige Jahre fürchte ich wieder umgekehrt (schwächere NDM, was die Rückzahlung in CHF Darlehen verteuert).

zu c) wenns um die Zinsentwicklung geht, gelten die vorstehend genannten Annahmen. Danach würden die CHF Hypothekenzinsen kurzfristig vielleicht sogar etwas steigen (Verlagerung in den NDM-Raum) um danach vielleicht wieder zu sinken. Dazu muss man aber andere Parameter kennen, wie Geldmengensteuerung, Infaltion oder/und weltweite Rezession und daraus resultierendes Anlagevolumen. Ein Zusammenbruch kann die Weltwirtschaft lähmen. Das Geldvolumen könnte dann schlecht reduziert werden. Insgesamt ist die Luft für Bauzinsen nach unten dünn, das gilt wohl auch für die Schweiz.

Schönen Gruß von

ikarusfly
ikarusfly