Ibid./ebenda vs a.a.O

Hallo,
ich schreibe gerade an meiner ersten akademischen Arbeit in der deutschen Sprache.

Und bin etwas verwirrt von der Verwendung der im Titel genannten Bezeichnungen. Im Englischen könnte man ohne weiteres die Quelle eines Zitates angeben, und ein weiteres Zitat derselben Quelle, aber auf einer anderen Seite, mit ‚ibid., p.xx‘ angeben.

Siehe auch http://en.wikipedia.org/wiki/Ibid.
Ibid. is the term used to provide an endnote or footnote citation or reference for a source that was cited in the preceding endnote or footnote. To find the ibid. source, one must look at the reference preceding it.
Example
* ^4 E. Vijh, Latin for Dummies (New York: Academic, 1997), p. 23.
* ^5 Ibid.
* ^6 Ibid., p. 29.

Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ebenda steht aber:
(…)
a. a. O.
Für wiederholte Quellenverweise auf ein zuvor angegebenes Werk wird die Abkürzung a. a. O. („am angegebenen Ort“) plus Seitenzahl(-en) verwendet. Ein häufiger Fehler ist es, ebenda mit a. a. O. gleichzusetzen.
Beispiel: Harry M. Johnson, Sociology, New York 1960, S. 63 f. → Johnson, a. a. O. S. 71 f.

Nun habe ich zwei Fragen:

  1. Kennt Ihr das auch so? Ist es notwendig, dass ich ein Zitat, welches sich nicht auf derselben Seite befindet, mit a.a.O. statt mit ibid. angebe?

  2. Laut der englischen Wiki zu ibid. ist alles so, wie ich es (aus dem Englischen) kenne: „To find the ibid. source, one must look at the reference preceding it.“ Egal, ob diese ‚reference‘ zwei Seiten vorher war, weil ich die nächsten zwei Seiten lang gar nichts zitiert habe. Man muss also zwei Seiten zurückblättern, um die mit ‚ibid.‘ angegebene Quelle zu finden.

Ist das im Deutschen auch ok, oder muss ich hier (sowohl bei ibid. als auch bei a.a.O.) nochmals die Quelle nennen?

Es wäre eindeutig leserfreundlicher, dies zu tun. Ich will aber nicht, dass jemand denkt, ich täte so, als gäbe ich mehr unterschiedliche Quellen an, als es sind. Beim flüchtigen Lesen erscheint dann nämlich alles, was nicht mit ‚ibid.‘ oder ‚a.a.O‘ bezeichnet ist, als neue Quelle.

Wie ist es also richtig?

Would very much appreciate an answer,
thanks in advance,
Isabel

Hallo,
Nur eine kleine Anmerkung dazu:
Auch wenn man technisch gesehen mit ibid./ebenda/a.a.O. auf eine Referenz zwei~drei Seiten vorher verweisen kann, würde ich das nicht tun, da das eher verwirrt und dem Leser Mühe macht. Außerdem möchtest du vielleicht später noch ein Zitat dazwischen ergänzen, das aus einer anderen Quelle stammt. Dann musst du auch das ibid./usw. wieder ersetzen.

Ich würde ibid./usw. verwenden, wenn die Originalquellenangabe noch in „Sichtweite“ ist, d.h. ein oder zwei Absätze vorher, theoretisch auf der selben oder vllt. vorherigen Seite, aber nicht weiter weg. Da würde ich dann die Quelle erneut angeben.

Was nun richtiger ist, überlass ich anderen. Rein aus dem Bauch heraus würde ich „ebenda“ vorziehen.

Grüße,

  • André

Hallo,

Und bin etwas verwirrt von der Verwendung der im Titel
genannten Bezeichnungen. Im Englischen könnte man ohne
weiteres die Quelle eines Zitates angeben, und ein weiteres
Zitat derselben Quelle, aber auf einer anderen Seite, mit
‚ibid., p.xx‘ angeben.

das ist im Deutschen genauso möglich.

Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ebenda steht aber:
(…)
a. a. O.
Für wiederholte Quellenverweise auf ein zuvor angegebenes Werk
wird die Abkürzung a. a. O. („am angegebenen Ort“) plus
Seitenzahl(-en) verwendet. Ein häufiger Fehler ist es, ebenda
mit a. a. O. gleichzusetzen.

Beispiel: Harry M. Johnson, Sociology, New York 1960, S. 63 f.
→ Johnson, a. a. O. S. 71 f.

Auweia. Das ist in dem wiki-Artikel verwirrend dargestellt.
„Ebd.“ und „a.a.O.“ sind beides Verweise, aber auf unterschiedliche Fakten.

„Ebd.“ —> bezieht sich auf die unmittelbare(n) vorherige(n) Fußnote(n) in Deiner Arbeit

„a.a.O.“ —> kann nur in Verbindung mit dem Verfassernamen verwendet werden, wenn die Quelle in Deiner Arbeit bereits zuvor vollständig genannt wurde. „a.a.O.“ ersetzt z.B. Titel, Untertitel, Verlagsort, Erscheinungsjahr und Auflage.

Nun habe ich zwei Fragen:

  1. Kennt Ihr das auch so? Ist es notwendig, dass ich ein
    Zitat, welches sich nicht auf derselben Seite befindet, mit
    a.a.O. statt mit ibid. angebe?

Diese Frage stellt sich so nicht. Siehe oben.

  1. Laut der englischen Wiki zu ibid. ist alles so, wie ich es
    (aus dem Englischen) kenne: „To find the ibid. source, one
    must look at the reference preceding it.“ Egal, ob diese
    ‚reference‘ zwei Seiten vorher war, weil ich die nächsten zwei
    Seiten lang gar nichts zitiert habe. Man muss also zwei Seiten
    zurückblättern, um die mit ‚ibid.‘ angegebene Quelle zu
    finden.

Ist das im Deutschen auch ok, oder muss ich hier (sowohl bei
ibid. als auch bei a.a.O.) nochmals die Quelle nennen?

Ich kann mir nicht vorstellen, daß Du 2 Seiten lang nichts zitierst. Außer vielleicht in der Einleitung oder im Schluß.

Es wäre eindeutig leserfreundlicher, dies zu tun. Ich will
aber nicht, dass jemand denkt, ich täte so, als gäbe ich mehr
unterschiedliche Quellen an, als es sind. Beim flüchtigen
Lesen erscheint dann nämlich alles, was nicht mit ‚ibid.‘ oder
‚a.a.O‘ bezeichnet ist, als neue Quelle.

Nicht nur beim flüchtigen Lesen. Und genauso soll das auch sein:

  • erstmalige Nennung einer Quelle mit allem drum und dran,
  • ab der zweiten Nennung derselben Quelle „Verfassername, a.a.O., S. xx“

Wie ist es also richtig?

Manche Fachbereiche haben Merkblätter für’s richtige Zitieren herausgegeben.

Schau mal hier:
http://www.rwth-aachen.de/go/id/lft/

Gruß

danke für die Mühe! Bin gerade nicht mehr wirklich aufnahmefähig, aber da tun sich ja noch mehr Fragen auf…

…die versuche ich dann morgen mal zu stellen.

Many thanks so far,
isabel

Ich würde ibid./usw. verwenden, wenn die Originalquellenangabe
noch in „Sichtweite“ ist, d.h. ein oder zwei Absätze vorher,
theoretisch auf der selben oder vllt. vorherigen Seite, aber
nicht weiter weg. Da würde ich dann die Quelle erneut angeben.

Das fände ich aus den von mir genannten Gründen auch sinnvoll. Wenn andere das auch so machen, dann kann ich das wohl auch…

Many thanks,
gruss, isabel

Hi,
meine Frage ist mittlerweile vielleicht ein bisschen zu weit nach unten gerutscht hier im Brett, but let’s see (ich hoffe, Du liest das hier wenigstens noch, Gudrun).

„a.a.O.“ —> kann nur in Verbindung mit dem Verfassernamen
verwendet werden, wenn die Quelle in Deiner Arbeit bereits
zuvor vollständig genannt wurde. „a.a.O.“ ersetzt z.B. Titel,
Untertitel, Verlagsort, Erscheinungsjahr und Auflage.

Das steht bei mir erst im Literaturverzeichnis. In den Fußnoten steht lediglich ‚Müller, Maria: 1998, S.17‘ (mal als Beispiel). Also werde ich das a.a.O. gar nicht brauchen - gut so!

Ich habe irgendwo (ich glaube, in dem von der verlinkten Merkblatt) gelesen, dass im Deutschen am Ende der Fußnote ein Punkt stehen muss.
Ich werde im konkreten Fall sicher keine Probleme kriegen, wenn da keiner ist - aber wenn ich mir die Quellenverzeichnisse in der Literatur, die ich zitiere, anschaue, dann ist da auch immer ein Punkt. That’s pretty new to me.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß Du 2 Seiten lang nichts
zitierst. Außer vielleicht in der Einleitung oder im Schluß.

Ist in meinem Fall aber so…

  • erstmalige Nennung einer Quelle mit allem drum und dran,
  • ab der zweiten Nennung derselben Quelle „Verfassername,
    a.a.O., S. xx“

s.o., ich nenne die gesamte Quelle erst im Literaturverzeichnis, somit ist das ‚a.a.O.‘ für mich jetzt erstmal gestorben.

Nur ist es so, dass fast alle Texte, aus denen ich zitiere, nicht eine eigenständige Publikation des Autors sind, sondern ein Beitrag in einem größeren Fachbuch oder einer Fachzeitschrift.

Konkret habe ich deshalb eine Fußnote so verfasst:
Köster, Lutz: 2001, in: Helbig, Götze, Henrici, Krumm (Hrsg.), S. 888

Warum? Wenn da stünde ‚Köster, Lutz: 2001, S.888‘, dann sähe es aus, als hätte Köster selbst ein Werk geschrieben, das mindestens 888 Seiten lang ist. Auch bei Fachzeitschrifen habe ich diese dann kurz als ‚…, in: blabla‘ mitangegeben.

Normalerweise würde aber doch dieses ‚Köster, Lutz: 2001, S.888‘ eigentlich reichen müssen - es geht doch darum, diese Quelle im Literaturverzeichnis finden zu können. Ist meine Version also ein bisschen seltsam?

Naja, wie gesagt, ich bin mir sicher, dass ich im konkreten Fall keine Probleme kriegen werde. Solange ich darauf achte, dass ich bei allem nach EINER Vorgehensweise vorgehe, und nicht mehrere Zitierarten vermische.

Aber neugierig bin ich dennoch, denn dies wird auch für die nächsten Arbeiten eine Rolle spielen!

Many thanks again, auch für das sehr nützliche Merkblatt.

gruss, isabel