! ich-ag !

hi,

ich bin am überlegen eine ICH-AG aufzumachen im bereich PC-technik und telekommunikation. ganauer gesagt pc-reparaturen, pc-neukauf, pc-zusammenstellung, support, netzwerk, peripherie (drucker, scanner, digi-cams…), etc…sowie tk-anlagen anschaffung, anschliessen, einrichten.

im ersten jahr bekommt man vom arbeitsamt monatlich 600 EURO zuschuss. davon muss man aber auch versicherungen zahlen (kranken, rente).

was meint ihr, lohnt sich das überhaupt?!?!

regional gesehen, wenn ich pc-probleme hätte und mich ned auskennen würde, wär die nächste anlaufstelle ein „media-markt“ in 30km entfernung.

was sind die vor…was die nachteile der ICH-AG!!!

danke für alles!!
axl

im ersten jahr bekommt man vom arbeitsamt monatlich 600 EURO
zuschuss. davon muss man aber auch versicherungen zahlen
(kranken, rente).

was meint ihr, lohnt sich das überhaupt?!?!

Hi Axl,

wenn du beabsichtigst mit deiner Firma KEIN Geld zu verdienen, dann lohnt es sich nicht.

gruss
winkel

pc-reparaturen, pc-neukauf, pc-zusammenstellung, support,
netzwerk, peripherie (drucker, scanner, digi-cams…),
etc…sowie tk-anlagen anschaffung, anschliessen, einrichten.

regional gesehen, wenn ich pc-probleme hätte und mich ned
auskennen würde, wär die nächste anlaufstelle ein
„media-markt“ in 30km entfernung.

Hallo!

Du weißt, auf welchem Sachgebiet Du etwas machen möchtest. Nun mußt Du Dir Gedanken über die Zielgruppe machen, wer also Deine Dienstleistung/Ware kaufen soll. Sage bitte nicht, das ist doch egal, Hauptsache es wird gekauft. Soll der Schüler, der PC-Freak Dein Kunde sein? Der fragt Dich, was das Druckerkabel kostet und wenn Du 10 Cent über ich-bin-doch-nicht-blöd-Preis liegst, kauft dieser Kunde nicht bei Dir. Solche Leute erreichst Du nur über den Preis. Wenn Du das schaffen willst, mußt Du also dem Media-Markt zeigen, was eine Harke ist. Vergiß es! Versuche es gar nicht erst.

Das funktioniert also nicht. Dann suche eben eine besser geeignete Zielgruppe, die nicht auf den letzten Cent guckt, dafür aber andere Dinge verlangt, die der Media-Markt nicht leisten kann.

Ein Beispiel: Es gibt bis zum heutigen Tag etliche Kleingewerbetreibende, die den Zugang zum PC nicht geschafft haben. Wenn solchen ansonsten gestandenen Leuten so ein Pickelgesicht aus dem Mediamarkt alle möglichen Schlagworte an den Kopf knallt, kommt sich der Kunde verunsichert, wenn nicht sogar veräppelt vor. Er läßt wieder mal die Finger davon. Dieser Kunde braucht einen Anbieter, der ihn mit dem ganzen Kauderwelsch verschont und erst einmal zuhört. Der Kunde will Rechnungen schreiben. Der Kunde will ein kleines Lager verwalten usw. Also bietet ihm der Händler das genau dafür passende Paket an und beißt sich lieber die Zunge ab, als nach dem Bedarf an RAM und der Art der Grafikkarte zu fragen.

Ein anderes Beispiel: Vor Jahren wunderte ich mich zunächst, daß eine über ihrer Promotion sitzende Theologie-Studentin in einem kleinen Laden furchtbar viel Geld für einen PC ausgegeben hatte. Den PC brauchte die Studentin unbedingt und ihre Kaufentscheidung fand ich dann sehr klug. Sie hatte nämlich nicht auf irgend welche technischen Daten geguckt. Die Gebrauchsanleitung, verständlich und in deutsch, lieferte die Kaufargumente. Sie hatte weder Lust noch Zeit, sich mit DOS, Windows und Druckertreibern zu beschäftigen. Sie wollte schreiben und zwar sofort. Der pfiffige Händler hatte sich auf solche Kunden spezialisiert und den PC narrensicher konfiguriert. Dazu eine überschaubare Bedienungsanleitung mit den elementaren Dingen der Textverarbeitung - fertig.

Du brauchst also eine klar umrissene Zielgruppe. Deren Sprache mußt Du sprechen und an deren Bedarf mußt Du Dein Angebot orientieren. Wenn Du diese Zielgruppen-Idee hast, brauchst Du eine weitere Idee, wie Du genau diese Zielgruppe möglichst effektiv erreichst.

Wenn Du Dir über die angerissenen Themen Gedanken machst, muß Dich der Media-Markt mit seinem Preisniveau nicht mehr interessieren. Zusammen mit den Überlegungen zur Finanzierung und zum Standort ist das Dein Unternehmenskonzept.

Gruß
Wolfgang

wenn du beabsichtigst mit deiner Firma KEIN Geld zu verdienen,
dann lohnt es sich nicht.

gruss
winkel

…und was meinst wenn ich beabsichtige geld mit der firma zu verdienen??? das habe ich nämlich eigentlich auch vor WENN ich das machen sollte.

axl

Hallo Axl,

ich empfehle bei Wunsch zur Selbstständigkeit erstmal ein Konzept inkl. Businessplan zu erarbeiten.

Hier ein aktueller Artikel:

Hilfe zur Selbsthilfe: Überbrückungsgeld oder Ich-AG?

„Wer den Zuschuss zur Gründung einer Ich-AG erhalten will, braucht weder Geschäftskonzept noch Finanzierungsplan. Das verleite zu Abenteuern, warnen Experten. Sie halten am Überbrückungsgeld fest, mit dem das Arbeitsamt seit Jahren ernsthafte Existenzgründer unterstützt.“

Der ganze Artikel:

http://www.jobpilot.de/content/journal/thema/ichag04…

beste GRüße,

barbara

„Wer den Zuschuss zur Gründung einer Ich-AG erhalten will,
braucht weder Geschäftskonzept noch Finanzierungsplan. Das
verleite zu Abenteuern, warnen Experten. Sie halten am
Überbrückungsgeld fest, mit dem das Arbeitsamt seit Jahren
ernsthafte Existenzgründer unterstützt.“

Hallo Barbara,

einen Geschäfts- und Finanzierungsplan braucht jedes Unternehmen, ganz egal ob 1-Mann-Unternehmen oder multinationaler Konzern, auch egal ob vor der Gründung oder im 100sten Jahr des Bestehens.

Ohne Finanzierungsplan kommt nur aus, wer das Geld wie Dagobert Duck im Speicher regelmäßig umschaufeln muß. Allen anderen bricht die Planlosigkeit bei den Finanzen das Genick. Ohne Geschäftsplan kommt nur aus, wer heute dies und morgen jenes macht, nie einen Kundenkreis pflegen und langfristig halten muß. Man merkt schnell, es kann kein Unternehmen sein, das Planlosigkeit verträgt. Erstellung und Aktualisierung sind Daueraufgaben.

Gruß
Wolfgang

Hallo Axel,
vielleicht hilft Dir auch dieser Artikel auf Deinem Weg.
Wichtig ist auf jeden Fall u.a. ein Businessplan…von vielen gehasst, jedoch Gold wert.:smile:
http://www.marketing4me.de/master.php?kat=4

Viel Erfolg fuer Dich!
Kirstin

Hi Wolfgang,

das sehe ich ganz genau wie du. Im Artikel wurde wohl auch eher kritisiert, dass man das alles nicht braucht und trotzdem die Ich-AG-Kohle bekommt. In meinen Augen ein völlig schwachsinniges Konzept, wenn das so bleibt.

Ich habe letztes Jahr selbst eine Businessplan für meine kleine Freiberufler-Existenz erstellt, war in entsprechender (unabhängiger) Beratung deswegen und kann das nur jedem empfehlen, der ganz am Anfang steht! Das hilfz ungemein. Auch wenn die Sache dann anläuft, denn ich habe bsw. jetzt immer die Zahlen im Kopf, die ich jeden Monat mindestens bringen muss.

grüße,

barbara

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

halte es wie es dir wolfgang empfiehlt…
…meine erfahrung ist (fast) die gleiche.

wenn du eine marktnische gefunden hast,
bspw das erstellen fix&fertiger pcs so wie sie der anwender braucht, dann hast du eine menge geschafft.

aber das ist nicht alles;
denn pcs (programme) haben fehler, bei denen du
deinem abnehmer gegenueber in der pflicht bist.
DAS KANN UEBEL ENDEN. denn du wirst einen fehler,
den eigentlich ms (oder wer auch immer) verbockt hat, kaum beheben koennen.
abgesehen dass die suche nach der ursache immense zeit
und nerven kosten kann.
wenn du das (finanziell & moralisch) ueberstehen kannst,
dann mach dich ran…

viel erfolg wuenscht dir - digi

Hi,
ich weiss nicht, ob ich hier was uebersehen habe, daher noch der Hinweis, dass PC-Reparaturen zum Handwerk zaehlen und einen Meisterbrief erfordern.

So schoen auch Dein Konzept klingt, diesen Aspekt solltest Du unbedingt beruecksichtigen. Eventuell scheitert Dein Vorhaben bereits dadurch.
Gruss, Ina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ich weiss nicht, ob ich hier was uebersehen habe, daher noch
der Hinweis, dass PC-Reparaturen zum Handwerk zaehlen und
einen Meisterbrief erfordern.

Das ist im Prinzip richtig, kann man aber so pauschal nicht sagen. Solange er keinen Lötkolben in die Hand nimmt und keine Kabel verlegt, ist das alles noch im grünen Bereich. Also Steckkarten im PC Einbauen geht gerade noch, ebenso wie Drucker anschließen.

Kritisch ist beispielsweise Netzwerkverkabelung. Die Kabel und Netzwerkdosen muss ein Elektriker legen, aber die Verbindung von der Netzwerkdose zum Computer darf er selbst machen, auch ohne Meisterbrief.

Gruß
Marian

Geschäfts- und Finanzierungsplan
Hallo Wolfgang und w.w.w.

mit dem Geschäfts- und Finanzierungsplan habe ich so meine Probleme. Meine Frau mußte wohl schon Mehrere vorlegen und hat einfach ( in meinen Augen ) mühelos diverse Zahlen „geändert“
man könnte auch sagen angepasst oder frisiert. Mir hat es sich dann > 270° im Magen gedreht. Solch ein Plan ist in meinen Augen nix Wert.
In meinen Augen ist so ein Plan wie ein Uhrwerk. Drehe ich hier an einer Schraube/Feder hat das gleich Auswirkungen an vielen anderen Stellen. Beläßt man diese anderen Stellen jedoch im Plan wie sie waren, erkennt der Bänker direkt die Disharmonie und wird stutzig/hellhörig. Sollte man meinen. Es kommt jedoch noch ein Faktor hinzu. Die Person, die den Plan vorträgt, die dahinter steht und die dafür gerade steht. Dies ist eine phsychiologische Komponente, die einiges bewirken kann. Bei mir bewirkt sie Ohrenschlackern > 270°.
Diese Diskussionen im www sind danz gut und regen mich zu Überlegungen an, zu denen ich ansonsten nicht komme. Hier eine kleine Analogie, wie ich das mit dem Buisiness Plan sehe, übertragen auf die Seefahrt :
Beim Seegeln will ich Spaß haben, am Ziel ankommen, wissen, wo ich akutell bin, und kein unnötiges Risiko eingehen. Dazu benutze ich das Boot, meine Muskeln, einen Kompass, eine Seekarte, ein Fernrohr und einen Diesel oder Wassertank ( für Flauten )
Boot : Firma
Muskeln : Arbeitskraft
Kompass : Kontostand
Bisher dachte ich, die Seekarte entspricht dem BuisinessPlan. Aber nach zwei Jahren „Seefahrt“ hat sich das geändert. Der Buisinessplan ist eher das Fernrohr, daß die unmittelbare Umgebung erkennt und etwas detailierter darstellt. Mit dem Fernrohr erkennt man Schlechtwetterfronten, nicht mit der Landkarte. Mit dem Fernrohr erkennt man sich nähernde Schiffe, mit denen man „Handel“ treiben kann, die aber auch schwarze Flaggen wehen lassen …
Seekarte : Gesetze, Zinssätze, Konjunktur,…
Fernrohr : Buisinessplan
Diesel / Wassertank : Reserven
So gesehen sagt der BP noch nichts über die Route, die Strategie aus. Das kommt im BP m.E. zu kurz: Sparsam haushalten - steht nicht drin. Rücklagen bilden - steht nicht drin. Flexibel reagieren - steht nicht drin.
O.K. steht schon drin, aber nur halt für die Bänker und nicht als eigene Marschroute ( Papier ist geduldig ).
Also : Der BP wird als Landkarte verkauft, für die Bänker ist es aber eher ein Ausblick in die Umgebung, natürlich inkl. Angaben zum eingenen Boot : Wasser/Diesel-Tankreserven, Schiffszustand, Zielhafen, Proviant, Besatzung, halt alles, was das Fernrohr so sehen kann.
Zum Gebrauch des BP : Hier habe ich eine Lücke festgestellt zwischen den Beiträgen : Es ergibt sich der Eindruck, als ob der mit soviel Mühe erstellte Plan ganz genau eingehalten werden muß. Dann lese ich, ohne BP gibt es keine ( notwendige ) Kontinuität. Und im gleichen Beitrag lese ich, Aktualisierung des BP ist eine Daueraufgabe. Alle drei Aussagen stärken mich in meiner Meinung, daß der BP eine „Art“ Fernrohr ist :

  1. Starres festhalten an einem einmaligen Blick durchs Rohr ist zunächst hilfreich, später jedoch eher fraglich.
  2. Ohne Blick durchs Rohr paddelt man so vor sich hin. Manch einer ist aber auch schon dabei ertrunken.
  3. Ab und zu erneut durchs Rohr blicken hilft einem, sich einen Überblick zu verschaffen, unliebsame Überraschungen zu vermeiden, und den Kompass (Kontostand) mit der Umgebung und der Karte in Einklang zu bringen.
    Warum ich das alles schreibe :
  4. Wenn jemand in See stechen will, sollte er wissen, daß es nicht so sehr auf die Messing-Einfassungen am Fernrohr ( sprich die Form des BP als auf den Inhalt ) ankommt.
  5. Sollte er einen Kaptäin abgeben und weniger Sven Glückspilz.
  6. Will ich wissen, obs jemand treffender beschreiben kann.

Gruß,

Uwe P.

P.S.: Das Ruder sind natürlich sämtliche Entscheidungen, die getroffen werden, um Kurs und Ziel zu halten, aber wem erzähle ich das …